Wer kann mir helfen

Hey. Ich habe einen fast 6 Jahren alten Sohn und ich mach mir wirklich sehr große Sorgen ob er in die Schule gehen kann. Er verkrampft die Hände und schielt manchmal auch dabei. Das macht er so 60x am Tag. Ob beim Essen, vor Aufregung, einfach immer. Es sei denn er muss sich konzentrieren. Das lenkt ihn dann ab. Kinderärztin, Neurologe und Ergotherapeut sagt es ist alles ok. Er hat deswegen auch sehr viel Kraft in den Armen.
Von der Entwicklung her hängt er in einigen Sachen hinterher. Er fährt noch nicht Fahrrad ohne Stützräder, ist etwas Geräuscheempfindlich , hat Angst vor neuen Situationen, geht nicht ins tiefere Wasser mit Schwimmflügel, wird immer wählerischer was das Essen betrifft. Andersrum konnte er mit 4 bereits alle buchstaben ( nein , nicht von mir, ich wußte das noch nicht mal), und ist auch sehr weit in einigen Dingen. Er liebt Propeller, er weiß genau wie ein Vulkan funktioniert, interessiert sich generell sehr für Naturgewalten und schaut sich gerne Dokumentationen an. Kinderärztin sagte bei der letzten U untersuchung das sie solch ein gutes testergebnis nur ca 2x im Jahr hat. Ich weiß mir einfach keinen Rat mehr. Vielleicht kann mir jemand helfen.

Lg

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Der Neurologe hat ein Anfallsleiden ausgeschlossen, also Epilepsie? Per Provokation und EEG?
Dann würde mir noch Tic-Störung einfallen. Da wäre ein KiJu Psychiater oder Psychotherapeut der richtige Ansprechpartner, wenn möglich mit Schwerpunkt. Bestand mal der Verdacht auf Autismus? Da treten häufig Tics auf und auch das andere was du beschreibst. Aber es könnten natürlich auch völlig andere Probleme sein. Für Tics spricht, dass sie häufiger auftreten unter Nervosität. Dann kann man das vielleicht provozieren bei einem KiJu Therapeuten, so dass er/sie das mal sehen kann. Manchmal haben Unikliniken so Sprechstunden in den Psychiatrien. Also nicht dass er aufgenommen werden soll, aber eben abgeklärt. Da finden sich meist eher Leute, die sich auch gut mit ungewöhnlichen Sachen auskennen, mehr als in einer Praxis. Da kann man natürlich auch Glück haben.
Gibt's eine bei euch in der Nähe?
Viel Erfolg!🍀

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An autismus hab ich auch schon gedacht. Wäre aber auf keinen Fall vererbt worden. Hatte bei uns niemand. Muss ich mit ihm wohl doch mal zum Psychologen. 🙄

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Ist auch keine Erberkrankung. Also kann vielleicht vererbt werden, das weiß ich nicht genau, aber bei den meisten ist es einfach so. Man weiß noch nicht genau warum.

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Seid ihr schonmal beim Kinderpsychologen gewesen?
Ist es ein Tic?
Wurde schonmal der Verdacht auf Aspersyndrom genannt?

LG

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Asper hat er auf keinen fall da meine beste freundin ein asperkind hat. Da sind welten zwischen.
Na ich such mal einen psychologen auf . Mal sehen.

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Das kann man leider nicht vergleichen. Keine zwei Kinder mit Autismus Spektrums Störung sind gleich.

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Hallo, falls er das auch nachts macht, würde ich versuchen ob er einen Platz im Schlaflabor bekommt. Falls er diese Krämpfe noch nie in der Gegenwart von Ärzten hatte , versuch ihn zu filmen.

Gruß Sol

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Nachts ist er tiefenentspannt. Videos hab ich schon ganz viel gemacht.

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Hey, mein kleiner Bruder hat immer geschillt die Augen zusammen gepresst oder gekrampft, mit dem Kopf gezuckt oder die Hände Stark angespannt.
Es hieß immer alles Ok mit 6 bekam er eine Brille & die sachen mit den Augen hörten auf. Mit 14 hatte er einen Starken migräne anfall er ist auf dem Nach Hause weg von der schule einfach umgekippt wir wurden vom KH informiert & sind sofort hin.
Er konnte sich an nichts erinnern & wollte das wir gehen nach paar Wochen kam er wieder zu sich, seit dem geht er zur Osteopathie & er zuckt nicht mehr oder sowas in der Art die Ärzte sagen er hatte sich selbst immer zu sehr belastet & unter Druck gesetzt.
Vielleicht macht dein Sohn es auch unbewusst :)

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Mmh, aber er hatte ja dann aber wahrscheinlich keine diagnose und ist normal entwickelt wenn ich das richt lese. Der gedanke das er vielleicht autist ist macht mir angst

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Ne, er war als Kleinkind immer ein stück vorraus hat sich aber im schulalter geändert 😁
es wurde nur gesagt das die Migräne verantwortlich ist.
Er hatte aber nie was von Kopfschmerzen gesagt 😐
Ausgelöst wurde die Migräne durch einen eingeklemmten nerv im Nacken.
Mit Autismus habe ich keine Erfahrung..

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Keine Panik. Solche Tics hatte mein Sohn auch immer wieder mal. Sogar momentan hat er sowas - und mittlerweile ist er fast 15 und "ansonsten völlig normal". ;-)

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Oh gott. Ich bin so froh das zu lesen. Danke dir. 😉

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Lass dich nicht verrückt machen. Nicht jeder, der nicht ins Schema passt, ist Autist oder ein Fall für den Psychologen.

Je entspannter du die Sache angehst, desto entspannter und weniger nervös ist auch dein Junge. :-D

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Für mich hört sich das wie ein Tic an. Viele Kinder haben Tics, das verwächst sich auch in den meisten Fällen.
Ich würde an Deiner Stelle, da Du Dir Sorgen wegen der Schulreife machst, einen Termin bei Eurem Kinderarzt ausmachen- ohne Kind zum Gespräch.
Euer KA kennt Dein Kind, per Video kannst Du ihm die für Dich erschreckenden Situationen zeigen.
Euer Kinderarzt kann das gut beurteilen und Euch auch ggf weiter überweisen zu einem Spezialisten.
Ich persönlich denke aber, dass Du Dir keine Sorgen machen musst.
Alles Gute#klee

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Genau das Selbe wurde mir auch gesagt. Entweder hört er irgendwann damit auf oder nicht. Bin mal gespannt wie es in der Schule wird.

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Ward ihr mal beim Augenarzt?

Wurden Doppelbildersehen, sonstige Erkrankungen ausgeschlossen?

Ich hatte als Kind eine Schiel-Op. Dennoch kommt es jetzt, 20 Jahre später, wieder vor, dass ich bei Stress tendenziell zum Schielen tendiere.
Wenn die Sehstärke bei mir nicht gut eingestellt ist, verstärkt sich das bei mir beim ADHS, das toppt sich dann. Das führt zur Überforderung des Gehirns und Tics oder äußerliche Auffälligkeiten verstärken sich dann bei mir.

Ein Klassenkamerad hatte Doppelbilder gesehen. Für ihn war es normal, er kannte es ja nicht anders. Als er dann eine spzeielle Brille bekam, hörten seine Tics auf, er entspannte sich.

Mein Kind hat nur eine geringe Brillenstärke. Ab dem ersten Moment mit Brille entspannte sie sehr. Von außen hätte niemand vermutet, dass sie eine Brille braucht. Dennoch macht es eine große Wirkung, seit sie die Brille hat und von Anfang an trägt.


Hier würde ich darauf achten, dass der Augenarzt nicht nur die Sehstärke misst, sondern auch sonst prüft, ob andere Erkrankungen, Fehlstellungen oder ähnliches ein Teil der Ursache sein können.
Alles, was das Gehirn ausgleichen muss, strengt den Rest des Körpers sehr an.

Überempfindlichkeit bei Geräuschen könnte (muss aber nicht) damit zusammenhängen. Weil das Gehirn sich nur bedingt auf die Informationen durch die Augen verlassen kann, gleicht es as mit Geräuschen/Hören etc. aus.

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Mmh. Auf die idee lam ich noch gar nicht. Aber er machte mir bis jetzt auch nicht den eindruck das er etwas nicht erkennt 🤔

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Die Schwierigkeit bei Augenproblemen ist: man selbst merkt es nicht.

Ich selbst wusste zwar, dass ich schlechter sah als andere
- es wurde mir gesagt, weil ich oft wo runter fiel
- ich hatte eine Schiel Op

aber wirklich erfahren, begriffen ! habe ich es erst, als ich meine erste richtige Brille bekam, deren Werte stimmte!

Bis dahin hatte ich nur den Vergleich zu Brillen, die NICHT stimmten (Augenarzt war etwas schräg). Oder auch, wenn mir beim Sehtest Gläser vorgehalten wurden.

Im Alltag lernte ich mit den Fähigkeiten auszukommen, die ich hatte.
Statt von der Tafel, schrieb ich beim Nachbarn ab. Was ich NICHT SEHEN konnte, habe ich versucht zu erraten

Das kostete Zeit, Konzentration, etc. aber ich kannte es nicht anders.
Gute Noten erhielt ich durch Aufpassen und mitmachen im Unterricht. In den Klassenarbeiten schrieb ich das, was ich vom Hören her noch wusste.


Mein Kind hat jede Stecknadel gefunden.
Einzige Auffälligkeit: sie mochte keine Bücher. Da ich auch nie gelesen habe als Kind, nicht verwunderlich.

Beim Augenarzt kam dann heraus: ein Auge hatte ca. 30% Sehkraft. Das andere hat ALLES ausgeglichen.
Von den Diotrinwerten her ist das eine so gut wie normal, das andere in einem Bereich, wo man keine Brille bräuchte. Hätten beide Augen die gleiche geringe Diotrinzahl.

Aber weil der Unterschied zwischen den beiden Augen zu groß ist, brauchte sie eine Brille. In dem Moment fing sie an Bücher zu lieben!
Sie wurde ruhiger.
Ihre ohnehin schon gute Motorik wurde noch besser.


Bei mir verbesserte sich durch die Brille vieles. Auch meine Konzentration.
ADHS habe ich dennoch!

Bei der ADHS Diagnostik (als Erwachsene) wurde ich sofort gefragt, ob meine Brille stimmt. Eine weitere Diagnose würde nur Sinn machen, wenn die Brille auch richtig eingestellt ist und ein paar wichtige Blutwerte stimmen (Schilddrüse, Leberwerte, Diabetis).

ADHS kann auch in Kombination auftreten. Jedoch macht es Sinn, das andere richtig einzustellen.

Ist dann alles ok, ist es kein ADHS/ADS. Bleibt dann noch ADS/ADHS übrig, kann man das gezielter "einstellen" Tipps geben, weil man dann auch weiß, in welcher Stärke es auftritt.

Ein hochdosiertes ADHS Medikament hilft nicht bei einem Sehfehler.
Ein ausgeglichener Sehfehler in Kombi mit Konzentrationsübung (ggf. mit ADHS Medikation) hilft enorm.

Ein ADHS-Medikament hilft nicht bei Schilddrüsenproblemen.
Ein Schilddrüsenmedikament bei gesunder Schilddrüse nicht bei ADHS.

Daher wird bei Erwachsenen alles durchgecheckt.

Bei Kindern sollte man das mitbedenken.

ADHS/ADS ist nichts schlimmes. Seit ich es weiß, kann ich super damit leben.
Jedoch hilft es enorm, andere Faktoren vorher geklärt zu wissen.

Bei Kindern/Jugendlichen wächst der ganze Körper, die Augen entsprechend auch.

Manche haben von Klein an (unentdeckte) Sehfehler/Schwächen. Andere entwickeln sie erst im Laufe der Pubertät, des Lebens oder wie sich manche dadurch fühlen im Laufe des "Alters".

Das Phänomen, dass man morgens aufwacht und schlecht sieht, ist eher selten.

Viele Augenprobleme werden lange nicht bemerkt, weil sie sich SCHLEICHEND entwickeln. Der Mensch lernt sich dem schleichenden Prozess anzupassen.
Erst ab einer relevanten Situation oder ab Punkt X geht einem dann ein Licht auf und merkt bewusst, Hoppla, ... das war mal anders / hoppla, hier stimmt etwas nicht.


Bei mir war es von außen: als ich als Kleinkind überall runter gefallen bin.

Als das Schielen behoben war, sah ich weiterhin schlecht, aber es fiel kaum jemandem von außen auf.

Für mich selbst erst im Teenageralter, als ich zum ersten mal die richtige Brillenstärke vor Augen hatte ;-)

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Ein Psychologe wird dir nicht helfen können. Geh zum Psychiater, am besten eine KJP.

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Liebe Anja, mein Sohn hat viele ähnliche Eigenschaften, nicht das verkrampfen allerdings. Wir machen jetzt INPP, Infos z. B. hier https://www.google.de/amp/s/www.vaterfreuden.de/tipps/entscheidungshilfen/inpp-%25E2%2580%2593-therapie-an-den-wurzeln%3famp, und es hat sich schon einiges getan. Ich finde es hört sich so an, als könnte es auch etwas für Euch sein. Schick gerne eine PN wenn Du mehr wissen möchtest. Liebe Grüße Johanna

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Hey hey. Danke für deine Antwort. So ganz haut das mit den symptomen nicht hin. Das einzige was er wirklich davon hat ist das er zappelig ist. Aber das sind viele glaub ich. Stifthaltung an sich ist super und andere defizide hat er auch nicht in diese Richtung. Ich danke dir trotzdem. :-)

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