Verrückt?

Hallo ihr alle. Ich brauche mal eure Meinung.

Ich hoffe ich kann mich kurz halten.

Also, ich habe 2 wunderbare Kinder, leider verliefen beide Geburten katastrophal. Ich hatte beim 1. schon einen sogenannten Hohen Geradstand, Kopf passte also nicht richtig durchs Becken und habe über 20 Stunden gelitten, mit allem was dazu gehört: PDA, Saugglocke, auf dem Bauch rumdrücken, höllische Schmerzen, weil der Kopf ja immer gegen das Becken gepresst wurde. Und am Ende dann einen Kaiserschnitt, da es einfach nicht anders ging und es dem Kind auch nicht mehr gut ging.
Dann vor der 2. Geburt habe ich das alles so erklärt (war in einem anderen KH) und man versicherte mir, dass da diesmal rechtzeitig gegengesteuert wird, sollte es wieder so sein. Ende vom Lied, wieder 5 Stunden höllische Schmerzen, da wieder Hoher Geradstand und die Ärztin sich weigerte gleich einen Kaiserschnitt zu machen, als die Hebamme diesen feststellte.

Nun hat eine gute Freundin von mir entbunden und schrieb als erstes: hey, Baby ist da, war alles so schön, keine Schmerzmittel, nicht gerissen und ich bin dann auch gleich nach Hause.

Ich war/bin irgendwie sauer, dass sie mir das so "unter die Nase reiben" musste. Auch wenn sie es bestimmt nicht so gemeint hat. Aber ich fühle mich dadurch echt beschissen. Nun soll ich sie natürlich bald besuchen und weiß nicht so recht, wie und ob ich das kann.

Sorry ist doch ganz schön lang geworden, aber es wühlt mich so auf.

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Warum kannst du dich nicht einfach mit deiner Freundin freuen?

SIE hat doch deine "katastrophalen" Geburtserlebnisse nicht zu verantworten.

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Schade, dass man gleich wieder so abwertende Antworten bekommt.

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Was hat das denn mit abwertend zu tun? Sie hat doch Recht!

Es ist traurig für Dich das Du die Geburt nicht so erleben konntest wie Du es Dir gewünscht hast. Versteht sicher jeder.
Aber dafür kann niemand aus Deinem Umfeld etwas.
Darf sich nun deswegen keiner mehr freuen über seine eigene Geburt?

Weisst Du, Du hast lebende und gesunde Kinder entbunden!
Das man speziell auf Dich Rücksicht nehmen sollte wäre das anders gewesen halte ich für selbstverständlich.
Aber eine anstrengende Geburt...

Deine Freundin hat gerade entbunden, ist voll mit Glückshormonen und möchte ihre Freude verständlicherweise mit jemandem Teilen.
Ich glaube nicht das sie sich da im Überschwung der Gefühle viele Gedanken um andere Geburten macht.

Geh sie besuchen, freu Dich für sie und wenn es Dir zuviel wird sag es ihr halt ehrlich - ihr seid doch Freunde.

Aber im Moment halte ich Dein Verhalten ehrlich gesagt für etwas... überzogen.

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Hallo,

für mich hört es sich so an, als hast du deine schlechten Erfahrungen nicht richtig verarbeitet. Ich weiß ja nicht wie nah du und deine Freundin ihr euch steht. Wenn ihr enge Freundinnen seid, dann wollte sie dir nur einen schnellen Überblick geben ohne Hintergedanken.

Ich habe jahrelag versucht schwanger zu werden (inkl. Kinderwunschbehandlung), das war allgemein bekannt. Trotzdem haben mir meine Freundinnen bzw. Brüder erzählt wenn Nachwuchs unterwegs war. Sie wollten mir damit nicht ihr Glück unter die Nase reiben, sondern mich direkt und selbst informieren. Ich fand es immer sehr gut, dass sie ehrlich und direkt zu mir waren. Für mcih wäre es schlimmer gewesen wenn ich es hinterherum erfahren hätte.
Unsere Situationen sind nicht gleich aber ähnlich. Klar tut es weh zu erfahren, dass jemand anders etwas hat bzw. bekommen hat was amn auch will, aber ich denke nicht das es etwas mit Böswilligkeit zu tun hat. Ich bin trotzdem alle Neugeborenen besuchen gegangen und habe mich mit den Eltern gefreut, auch wenn es etwas weh getan hat.

LG Morgain

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Ja du hast recht, ich werde zu ihr fahren und versuchen, das nicht zu nah an mich ran zu lassen. Ich glaube aber auch, dass ich hier missverstanden werde.

Klar gönne ich ihr diese Geburt. Aber ich möchte einfach nicht 5 Stunden erzählt bekommen, wie toll alles war, weil meine Geburten eben noch schmerzen. Aber da muss ich wohl durch. Danke dir

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ich hatte auch zwei sehr einfache Geburten! Eher wenig bis keine Schmerzen, keine Schmerzmittel, Ambulant, nach 4 Std waren wir daheim... alles top! Wirklich ein sparziergang, beide Male! Ist daher meine Story weniger wert als deine? Darf meine Geschichte nicht erzählt werden, weil sie nicht qualvoll genug war?
Finde es eher sehr wichtig, auch solche Stories zu hören, denn es muss nicht immer so die Hölle sein wie bei euch! Das verschreckt doch nur die nicht Mamis!
Ich finde auch nicht, dass man mehr jammern, erzählen, teilen darf je mehr schmerzen man hatte. Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun! Man hat gerade eine Geburt erlebt, etwas weltbewegendes und daher hat man ein Mitteilungsbedürfnis. Und das teilt man dann mit Freunden... sehe da nichts schlimmes.

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Natürlich darf und sollte die andere Seite auch erzählt werden.
Ich rede nicht über meine Geburten, außer jetzt hier.
Aber ja, du hast recht, ich werde dann wohl hinfahren und versuchen mich irgendwie für sie zu freuen.

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Lass dich mal drücken!

Ich wollte so gern eine ambulante Geburt, und dann BÄM: Kind krank, Krankenhaus 50 km entfernt von dem das ich eigentlich wollte (das favorisierte hatte keine Kinderklinik), und zu früh kam sie auch noch.
Zehn Tage lag ich mit im Krankenhaus, nichts mit ambulant, und dann sah sie auch noch so...unbabyhaft aus.
Dünn, mit vielen dunklen Haaren und schwarzen Augen.
Gar kein typisches Pampersbaby.

Dann kam Nummer zwei!
Ich dachte mir "hey, jetzt hast du die Chance auf eine normale Geburt! So richtig mit Bonding und Baby im Zimmer und allem drum und dran!"

Mein Sohn kam ebenfalls zu früh, er verbrachte zwei Wochen auf der Neo, nahm an Krankheiten alles mit was so ein Frühchen bekommen konnte (Gelbsucht, Steptokokken, Atemaussetzer, Herzstolpern...) und nicht mal kuscheln konnten wir weil er so super empfindlich war!
Es war einfach noch schlimmer als damals mit der Großen, obwohl ich ihn auf natürlichem Wege entbunden habe, aber bei 33 cm Kopfumfang war das ja auch keine große Sache.
Und auch er sah lange lange noch nicht aus wie ein Baby...eher wie ein kleiner alter Mann (seine Tante nannte ihn liebevoll "Benjamin Button").

Beide Kinder sind gesund (die Krankheit der großen schränkt sie nicht ein), aber trotzdem versetzt es mir jedesmal einen Stich wenn ich von einer Traumgeburt mit wonnig propperem Baby höre.
Niemand hat mich auf völlig verkabelte, dünne, schlecht trinkende Kinder in Glaskästen vorbereitet!
Ich wollte auch so eine schöne traumhafte Geburt, vielleicht sogar in der Badewanne, und dann ein gesundes, rundes Baby auf die Brust gelegt bekommen!

Ich gönne jedem eine wundervolle Geburt, und natürlich gesunde Kinder, aber trotzdem werde ich immer traurig sein weil es mich zwangsläufig an das erinnert was ich nicht haben durfte (und nie haben werde!)

Inzwischen ist die große fast vier, hat wundervolle lange dunkle Haare, und der kleine ist mit seinen 13 Monaten ein richtiger dauergutgelaunter Sonnenschein.

Ich versteh dich!

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Mach eine Therapie um deine Erlebnisse zu verarbeiten.
Grds ist Dir nichts so schlimmes passiert, dass Du jetzt das Kind Deiner Freundin nicht willkommen heißen könntest. Unabhängig davon dass dein Schicksal nichts mit ihrem zu tun hat.
So wie ich das lese , leben Deine Kinder und sind gesund. Viele Geburten dauern lang und sind sehr schmerzhaft. Ich lag bei meiner 2. Geburt 48 Std in den Wehen und nach meiner ersten 1 Woche auf der Intensivstation. Wichtig ist aber doch nur das Ergebnis: Die Kinder leben und sind gesund und ich auch!
Was interessiert es mich ob andere die perfekte Geburt haben? Davon werden meine weder besser noch schlechter.

Daher: Mach eine Therapie um das Erlebte ordentlich zu verarbeiten und nicht auf andere zu projizieren.

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Ich denke, die Freundin hat nur von sich geschrieben und dabei im Hormonrausch überhaupt nicht an dich und deine Erfahrungen gedacht. Es ging in ihrer SMS auch gar nicht um dich :-). Nimm ihr das nicht krumm! Vielleicht war es auch eine Rund-SMS?
Meine 3 Geburten waren auch alle wunderschön und ambulant, trotzdem höre ich in Ruhe zu, wenn ein anderer von der Geburt seiner Kinder erzählt, die vielleicht weniger entspannt war.
Es klingt, als hättest du da noch Traumata. Ich würde mir Unterstützung zum Aufarbeiten suchen.
Alles Gute!

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Ich nehme es ihr nicht krum. Habe ja auch selber geschrieben, dass sie es so wohl nicht gemeint hat. Auch wenn das gerne hier überlesen wird scheinbar.

Und sauer ist vielleicht auch das falsche Wort. Aber für mich ist der Traum einer natürlichen Geburt für immer geplatzt und da weiß ich eben noch nicht, gerade weil es noch so frisch ist, ob ich es für mich ertrage mir das stundenlang anzuhören und ihr dann auch noch das Gefühl zu geben, dass ich mich für sie freue.

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Hallo,
ich hatte bei der ersten Geburt an verschiedenen Problemen lange zu knabbern. Dieses Gefühl, dass alles vergessen ist, sobald das Kind auf der Welt ist, kenne ich nicht und auch jetzt in der zweiten Schwangerschaft machen mir die damaligen Erfahrungen immer noch zu schaffen und ich arbeite hart daran, trotzdem möglichst unbefangen und angstfrei an die zweite Geburt heranzugehen.

Als meine Freundin und auch meine Cousine mir erzählten, wie schön ihre Geburten waren und dass alles halb so wild war wie befürchtet, war mein erster Gedanke ein ganz anderer als deiner, nämlich: Wie gut, dass sie nicht sowas erleben musste und es ihr so gut geht!
Bei Geburtsberichten von Fremden denke ich auch manchmal "Ach, mann, das hätte ich auch gerne so gehabt!" und spüre ein leichtes Neidgefühl. Aber bei Menschen, die mir nahe stehen und die ich sehr gern habe, freue ich mich, dass ihnen diese leidvolle Erfahrung erspart blieb, eben weil ich sie so gerne habe und ihnen nichts Schlechtes wünsche.

Kreide deiner Freundin nicht an, dass es ihr gut geht. Sie kann nichts für dein Leid und hat es verdient, sich zu freuen und ihr Glück zu genießen. Ginge es ihr schlecht, würde das deine Erfahrungen nicht besser machen. Sie wären immer noch schmerzhaft, nur dass dann zwei Menschen unglücklich wären. Ist das wünschenswert? Ich denke nicht, schon gar nicht unter Freundinnen.

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Schön geschrieben #blume

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Hallo

Ich kann irgendwie schon verstehen, dass du „sauer“ bist. Wobei sauer wohl nicht das richtige Wort ist, vielleicht enttäuscht?

Wenn sie von deinen schlimmen Geburten gewusst hat, hätte sie auch einfach sagen können: lief alles gut. Und nicht wir hatten eine wunderschöne geburt usw..

Klar sie freut sich natürlich und ist überglücklich. Aber ein bisschen Empathie wäre schon angebracht. Aber gut.. versuch es zu vergessen und besuche sie. Ich hoffe sie erzählt dir nicht die ganze Geschichte ihrere wunderbaren schmerzlosen geburt. 😬

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Ich kann dich verstehen. Du hättest dir für dich selbst sicher auch gerne angenehmere Geburten gewünscht.

Du scheinst diese geburtstrauma noch nicht verarbeitet zu haben. Jedenfalls würde ich deinen "Neid" auf die Freundin für die schöne Geburt so deuten.

Wenn du willst und kannst, versuche darüber zu reden. Das reden mit empathischen Menschen heilt deinen Schmerz darüber so schlimme Geburten erlebt zu haben mehr, als das für dich behalten und innerlich sauer oder wütend sein. 👭

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Ich kann dich sehr gut verstehen. Dabei geht es mir nichtmal darum, dass ich mir meine Geburten schöner gewünscht hätte, aber insbesondere das Thema Kaiserschnitt trotz dem Wunsch nach normaler Geburt kann ich total nachempfinden, obwohl ich glücklicherweise beide Geburten keinen KS benötigte. Eine Bekannte hingegen hatte auch zwei unbeabsichtigte Kaiserschnitte und ohne jemals etwas dazu zu sagen, tat sie mir sehr leid. Ich denke, viele Frauen sind unglücklich, wenn sie niemals eine spontane Geburt erleben dürfen. Ich wäre es.

Aber jetzt möchte ich dir noch etwas anderes sagen. Ich kenne eine Frau mit einem Gendefekt, der es nahezu unmöglich macht, dass sie irgendwie schwanger wird und dann auch noch ein gesundes Kind gebären kann. Trotzdem ist es mir nach der ersten Geburt passiert, dass ich ihr vorschwärmte, wie glücklich ich bin und wie toll es ist, ein Baby zu haben. Ich habe von ihrer Geschichte in dem Moment rein gar nichts in meinem Kopf gehabt, meine Glücksgefühle haben gesprochen. Gecheckt habe ich es erst, als sie weinend gegangen ist. Ich kenne sie nur oberflächlich, aber noch heute nach fast 6 Jahren tut es mir elendig leid, wie unachtsam ich damals gewesen bin. Ich habe einfach total vergessen, dass sie das nicht hören kann.

Vielleicht ist es bei deiner Freundin ähnlich? Wenn du sie besuchst, könntest du ihr ja sagen, dass es dir noch schwerfällt, glückliche Geburtsberichte zu hören, falls sie davon zu erzählen beginnt.

Davon ab, rate ichbdirbwirklich, das irgendwie mit Hilfe aufzuarbeiten. Ich denke schon, dass das ein Thema ist, was einem immer nachhängen kann. Meine erste Geburt tat mir erst nach der zweiten, etwas leichteren Geburt nicht mehr emotional weh.

Herzliche Grüße

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