Kind hat Angst

Guten Morgen,

mich treibt eine Frage umher mit der ich nicht weiß wie umgehen.

Mein Kind (knapp 3), der Papa und ich, haben übers Wochenende Bekanntschaft besucht, auf Grund der Entfernung sehen wir uns nicht so oft. In der besuchten Familie lebt eine Person die etwas anders aussieht, um Gottes Willen ich möchte hier nichts negativ auslegen von wegen was ist schon anders. Nach einem Vormittag draußen an der Luft mit rumtollen usw war viel Ablenkung da, als es reinging war dann der Spaß vorbei. Am Ende sind wir abgereist, mein Kind sagt mir zwar nicht was los war, aber ich vermute es liegt an der Person die etwas anders aussieht. Wie soll ich damit nur umgehen. Die Person ist sehr liebevoll und lustig, wir haben selber keine Berührungsängste aber meinem Kind ist das irgendwie nicht ganz geheuer. Vielleicht irre ich mich auch und es liegt an etwas anderem, ich habe jetzt auch nicht gezielt nachgefragt: hast du Angst vor xy

Ich weiß selber noch, als ich Kind war, gab es auch eine Person vor der ich Angst hatte. Einfach so, sie hatte mir nie was getan aber in meinen Vorstellungen war sie eine Hexe.

Habt ihr so was mal erlebt, wie geh ich am Besten damit um? Ich bin offen für Denkanstöße.

2

Am Ende war der Spaß vorbei und ihr seid angereist? War es denn dann schon Zeit zum abreisen? Wenn nicht habt ihr euer Kind doch darin bestätigt, dass an dem „anders aussehenden Menschen“ was komisches dran ist.

1

Hallo!

Also ich weiß ja nicht was an der Person jetzt anders ist.
Wenn ihr keine Berührungsängste habt, dann sollte das auch das Kind gemerkt haben.
Ich würde da wohl nicht genauer darauf eingehen, da es für EUCH ja normal ist und sie das auch so vermittelt bekommen sollte.
Menschen die etwas anders aussehen und die Kinder das noch nicht gesehen haben, reagieren natürlich erstmal etwas skeptisch und vielleicht auch Neugierig darauf.
Zuhause würde ich das also nicht mehr als Thema machen. Sollte sie aber irgendwie verstört sein, dann muss man natürlich nachhaken. Dann würde ich sie gezielt fragen, ob das wirklich das Problem ist und ihr gegebenenfalls mit einfachen Worten erklären warum der Mensch so aussieht wie er aussieht.

LG Sonja

3

Hallo,

ich verstehe Deinen Text nicht.
Ihr seid abgereist? Früher als geplant? Warum? Hat Euer Kind irgendetwas angedeutet oder wirkt verstört?

Du hast nur Vermutungen.
Eventl. verwirrt Dich das Aussehen der Person mehr als Dein Kind. Ich weiß ja nicht, um was es genau geht, aber kleine Kinder gehen meistens eher unbefangen mit Äußerlichkeiten um, ausser sie werden beeinflusst.

Klär doch erst einmal mit Deinem Kind, ob es irgendetwas ungewöhnlich fand.

LG

4

Was ist denn mit der Person?

5

Hallo :) kannst du vielleicht kurz erklären, inwiefern diese Person anders aussieht? Dann kann man sich das eventuell besser vorstellen, wieso das Kind Angst haben könnte. Aber ja, auch ich als Kind hatte Angst vor einer Person, die Tante meiner Oma. Sie war schon sehr alt, konnte nicht mehr sprechen, saß im Rollstuhl... Wirklich kein Grund Angst zu haben, aber als kleines Kind sieht man das etwas anders. Wir sind nie früher als vorgesehen abgereist, weiß aber natürlich nicht, wie dein Sohn seine Angst gezeigt hat. Du bist dir aber nicht sicher, dass es an dieser Person liegt? Vielleicht kannst du ihn fragen, nicht so gezielt aber eben nochmal über den Tag sprechen?

6

Ich würde nicht gezielt fragen, denn Kleinkindern legt man schnell was in den Mund.
Ich würde allgemein nochmal über das Wochenende sprechen. Ob er es gut oder blöd fand. Was ihm gefallen hat und was nicht.
LG

7

Hallo,

ich finde es relativ normal, dass Kinder in dem Alter bei "andersartigem" erst einmal überfordert sind. Ich habe dann immer versucht, sie auch mit Erklärungen heranzuführen. Dh in der Situation wäre ich vermutlich nicht vorzeitig abgereist, sondern hätte versucht, mit meinem Kind Vorort (in einer ruhigen Minute) zu besprechen, was los ist...

Als meine in dem Alter war, erinnere ich mich an 2 Situationen, einmal wollte sie beim Babyschwimmen ein Mädel, das im Rollstuhl saß, aus dem Rollstuhl ziehen, weil sie den Rollstuhl so cool fand und auch einmal darin fahren wollte. Da half es dann, ihr zu erklären, dass das Mädel halt nicht laufen kann - und den Rollstuhl darum braucht und auch nicht einfach mal abgeben kann...

Ein anderes mal war ich mit ihr in Bonn unterwegs (wir wohnen sehr ländlich in der Eifel) - und sie starrte in der Bahn eine Farbige an - und fragte dann auch frei heraus, warum die Frau denn so schwarz sei. Ich habe ihr dann kindgerecht erklärt, dass es halt Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe gibt - habe auf 2 Kindergartenkinder verwiesen, die arabischer Abstammung waren und darum halt auch (ein wenig) dunklere Haut haben - und dann war die Sache auch geklärt, weil sie das ja wieder kannte.

"Weglaufen" halte ich persönlich (wenn keine Gefahr in Verzug ist) immer für die schlechteste Lösung, weil man die Kinder damit ja eher in ihrer Angst bestätigt...

LG
Frauke

8

Also die Person spricht sehr "lallend" aufgrund einer Störung eines Nerves der durchs Gesicht läuft, zudem macht es sich auch optisch im Gesicht bemerkbar. Außerdem ist unabhängig davon eine Körperseite teilweise gelähmt und macht sich insofern bemerkbar, dass der Bewegungsapparat nicht so funktioniert wie bei einem gesunden Menschen.

Mein Kind war sehr anhänglich, guckte verdatterte bzw ängstlich, traute sich kaum alleine im Raum zu bewegen.

Und eben wie ein User schrieb, man kann kleinen Kindern auch was in den Mund legen, meinte ich oben auch, ich will daher nicht gezielt fragen.

Und ja, wir haben unseren Besuch dann eher abgebrochen. Mein Kind flüsterte mir immer wieder zu es will nach Hause. Hatten wir sowas wirklich noch nie. Bis leise Tränen liefen. Wenn ich mich irgendwo absolut nicht wohl fühle, möchte ich auch nicht lange in dieser Situation bleiben - wenn es denn zu umgehen ist. Es war kein bockiges Verhalten o.ä., ich kenn ja mein Kind.

Und nein, ich selber habe die Person auch gedrückt zur Begrüßung und habe keine Berührungsängste.

Finde es echt schwierig für zukünftige Treffen....

9

"Finde es echt schwierig für zukünftige Treffen...."

Ach, beim nächsten Treffen ist dein Kind schon wieder älter.... ich würde da nichts thematisieren, wenn das Kind es nicht möchte und den nächsten Besuch ganz normal planen, als wenn nichts gewesen wäre.

10

Danke dir :) vielleicht war Zeitpunkt auch ungünstig weil der Weihnachtsmann und seine Erscheinung auch noch nicht verdaut wurde - Überlegung meines Mannes.

weitere Kommentare laden
12

Wenn es an der anderen Person liegt, würde ich das indirekt mit Büchern/Wissenssendungen über Andersartigkeit thematisieren.
Ich war mit meinen Kindern mal in einer Herberge, in der viele dunkelhäutige Männer wohnten. Obwohl in unserem Freundeskreis ein Mann dabei ist, der Halbmosambikaner ist, hatte meine Große irgendwie Berührungsängste, gepaart aber mit unglaublicher Neugier. Auch gibt es hier im Stadtteil eine Frau mit Tourette-Syndrom, die auf Kinder erstmal eine ganz schöne Wirkung hat.
Meine Kids wissen mittlerweile, dass es so unglaublich viele Kulturen, Sprachen. Krankheiten – Andersartigkeiten – auf dieser Welt gibt. Und das wird immer mal nachgefragt, aber Ängste gibt es da mittlerweile eigentlich nicht mehr.

Top Diskussionen anzeigen