Bittsteller im Umgangsrecht

Hallo, ich hätte ein Anliegen zum Umgangsrecht.

Ich schildere gern unsere Situation.

Mein Lebensgefährte und ich führen seit einigen Jahren eine Beziehung. Mein Lebensgefährte hat einen Sohn aus einer vorherigen Beziehung. Beide haben ein gemeinsames Sorgerecht. Wir haben den Sohn aller zwei Wochen von Freitag bis Sonntag. Jedoch gab es keinen festen Plan, so dass Änderungen immer dazwischen geschoben wurden. BIslang haben wir keine 5 Wochen in die Zukunft planen können, da ständig irgenwelche Änderungen angesetzt wurden. Seit Mitte des letzten Jahres haben wir nun einen festen Plan, den wir einige Monate vorher besprechen und anfertigen. Das gibt allen Parteien Sicherheit und auch besser Planbarkeit. Gerade für uns. Nun habe ich den neuen Plan, Turnus von Februar bis Mai 2019 erstellt. Hierbei sind die Ferien im Februar 2019 berücksichtigt (2 Wochen), wovon die Eltern meines Lebensgefährten 1 Woche mit dem Sohn in den Urlaub fahren wollten. Zudem haben wir uns für Ostern angemeldet. All die Jahre hatte mein Lebensgefährte seinen Sohn nie an Ostern. Nun haben wir uns für diesen Zeitraum angemeldet (Karfreitag bis Ostermontag). Die Ferienzeit danach wollten wir der Mutter überlassen. Den Plan habe ich heute abgeschickt. Vorher haben wir jedoch von der Mutter die Nachricht mit Terminen erhalten, sprich es ist bereits alles geplant. Ostern bleibt wie bisher der Mutter vorenthalten (Osterwochenende und Ferien. Auf Nachfrage teilte die Mutter mit, dass eine Familienfeier an Ostern geplant sei. Und bzgl. der Ferien hätte sich ja keiner bei ihr gemeldet, daher hätte sie das gestern geplant und vereinbart. Das sind für mich jedoch alles Ausreden. Letztes Jahr zu Ostern war es offiziell Papa-Wochenende. 2 Wochen vorher durften wir dann erfahren, dass sie zu Ostern. wegfahren. Wir hätten es vorher anmelden müssen, wurde uns später mitgeteilt. Nun melden wir es an und es gibt ne neue Ausrede. Wir hatten letztes Jahr vereinbart, dass wir im Januar 2019 einen neuen Plan erstellen. Sie hätte doch wegen der Ferien sich bei uns melden können. Sie wusste, dass wenn ich den Plan erstelle, sich vorab erkundige. Es kann doch nicht sein, dass man immer nur der Bittsteller ist. Man hat doch auch Rechte als Vater. Was bringt einem sonst das gemeinsame Sorgerecht, wenn man immer alles hinnehmen muss. Wir werden in Kürze ein Gespräch mit der Mutter führen. Und darauf möchte ich vorbereitet sein. D. h. ich benötige Argumente, die für uns sprechen. Vielleicht hat jemand Argumente, Anregungen.

Ich danke ganz herzlich fürs Lesen.

LG

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Hallo roeschen,
erstmal muss ich dir ganz ehrlich sagen, dass ich gar keine Umgangsregelungen mit der Next treffen würde. Das ist Sache der Eltern.
Zum anderen würde ich die Feiertage teilen (meine Tochter ist bspw immer an Ostersonntag bei mir und an Ostermontag bei ihrem Vater). Abwechseln wäre aber prinzipiell auch möglich.
Wenn dein Partner sich übergangen fühlt bei der Planung der Umgänge würde ich zu einem neutralen Mediator raten, der mit den ELTERN gemeinsam eine langfristige, verbindliche Planung ausarbeitet.
Lg Kokosmilch

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Wir machen den Ferien- und Wochenendeplan immer Ende Dezember für das komplette Jahr. Hat sich so bewährt. D.h. mein Exmann (Kinder leben bei ihm) erstellt ihn, und ich gebe dann mein ok. Ferien sind dann fix, Wochenenden können bei rechtzeitiger Anmeldung auch mal getauscht werden. Das gibt Planungssicherheit für alle Beteiligten.
Alle Ferien werden hälftig geteilt, und zwar im Wechsel, letztes Jahr hatte ich die Kinder an Weihnachten, dieses Jahr dann zu Silvester.
Letztes Jahr hatte ich die zweite Hälfte der Sommerferien, dieses Jahr die erste usw.
Ich kann dieses Verfahren nur empfehlen. Allerdings würde ich nie einen Urlaub planen ohne vorher die Ferien mit den Kindern geklärt zu haben. Dein Mann hat Abspruch auf die Hälfte der Ferien, muss dann aber auch die Betreuung abdecken können.

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Was hast du denn da mitzumischen? Du bist die Next und ausschließlich die Eltern klären untereinander Dinge, die das Kind betreffen. Dein Freund hat sich nicht gekümmert - Pech. Wäre ich die Mutter des Jungen, würde ich gar nichts mit dir ausmachen oder "Anmeldungen" für irgendwelche Termine annehmen...

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Ich bin die "Next". Ist das jetzt so ein neumodischer Begriff. Klingt lustig, ist es aber nicht. Warum habe ich nicht mitzureden? Die Frage sollte als allererstes geklärt werden.

Ich bin sehr wohl der Ansicht, mitreden zu dürfen, da ich mich genauso wie der Vater um das Kind kümmere. Ich bin genauso involviert.
Darum geht es auch nicht. Ich spreche ja schon mit der Mutter, sie hat damit kein Problem. Von daher sollte das hier auch nicht als Problem gemacht werden. Der Vater hat auch kein Problem, wenn sich der "Next" der Mutter mit einklinkt. Es sind doch "neue Familien" und die müssen mit den "alten Familien" funktionieren. Und eine Harmonie kann nie erzeugt werden, wenn man ausgeschlossen wird.

Es tut mir leid, dass ich da eure Meinung 0 teile. Stellt euch einfach vor, der Vater hätte diesen Beitrag eröffnet.

Danke für die zahlreichen Antworten. Ich möchte einfach nur, dass Ferien und Feiertage gemeinsam entschieden werden. Und nicht nur einen Zettel mit festgelegten Daten.

P. S. Irgendwie kommen mir vereinzelte Antworten aggresiv vor. Vielleicht ist es nur meine persönliche Wahrnehmung. Ich suche hier lediglich Ratschläge.

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So lange es für alle Parteien okay ist, dass Du den Umgang mit der Mutter besprichst, kann das Außenstehenden bumbelwurscht sein. Das mal dazu. Ich würde das auch nicht so machen, aber da gibt es eben auch andere Konzepte.

Was aber nicht geht ist, dass Umgänge von einer Person alleine bestimmt werden. In diesem Fall ist das die Mutter. Da würde ich mal klarstellen, dass jeder Terminvorschläge bringen kann, aber man dann bespricht, ob das auch für alle so passt. Das scheint hier nicht so gewesen zu sein, also muss man das nochmal neu abstimmen. Urlaub kann erst gebucht und Feiertage können erst verplant werden, wenn die Einigung vorliegt.

Ostern hat vier Feiertage und bei uns ist es so, dass wir uns die untereinander aufteilen. Karfreitag und Karsamstag ist das Kind also bei mir, Ostersonntag und -montag bei ihm. Oder umgekehrt.

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Hallo witch71. So sehe ich das auch. Vater und Mutter sollten doch gemeinsam involviert sein und gemeinsam solche Entscheidungen treffen.

Aber das ist leider nicht Realität. Leider gibt es sowohl Männer, die sich ungenügend um das Kind kümmern. Und genauso gibtg es Frauen, die als Alleinerziehende ihre Macht ausspielen bzw. den Mann als Vaterfigur nicht erst nehmen.
Ich hoffe, das sind nur Einzelfälle. :-/

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Bei uns wars umgekehrt, da bestimmte immer der Vater über die Umgänge alleine. Bis ich mich auch mal durchgesetzt habe, weils mir gereicht hat. Daher kenne ich das Thema grundsätzlich und kann Dir nur sagen, das hat nichts mit der Person zu tun. Es ist eine Sache der Persönlichkeit. Da sollte man auch nicht verallgemeinern.

Dein Partner soll einfach mal mit seiner Ex reden und sie fragen, wie vermieden werden kann, dass er dauernd das Nachsehen hat, weil sie die für sie wichtigen Termine alleine verplant und festlegt. Wenn sie darauf nicht eingehen will dann sollte er ihr ein gemeinsames mediatives Gespräch mit dem Jugendamt vorschlagen. Sie will ja sicher nicht, dass ein Dritter (z.B. ein Richter) die Umgänge festlegt.

Ach ja, bei uns ist das Grundprinzip, dass mein Ex die geraden Wochen (also 2, 4, 6..) hat und ich die ungeraden. Damit kann man vorläufig grob das Jahr planen. Dann finden aber immer noch Gespräche statt, in denen wir maximal drei Monate im Voraus die einzelnen Wochenenden besprechen. Da kann dann auch getauscht werden, was in der Regel auch klappt. Vielleicht funktioniert das System ja bei euch auch?

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Hmmm, als ehemals Alleinerziehende sehe ich das ein bisschen anders. Wenn das Kind alle zwei Wochen am Wochenende kommt ist der Alltag ja auch nicht gleich aufgeteilt. Die Mutter muss Schule Hausaufgaben Arztbesuche usw allein stemmen. Sie muss sich sicherlich beruflich einschränken und privat auch. Ist halt so als Alleinerziehende. Dem Kind zuliebe möchte man natürlich eine Beziehung zum Vater ermöglichen und hoffentlich nie ein böses Wort über den anderen sagen. Aber ich finde es nicht fair sich immer die Rosinen raus zu picken. Der Vater lebt sein Leben weiter und arbeitet Vollzeit und muss sich keinen Kopf machen wohin mit Kind wenn Schule zu ende ist oder wenn es krank ist oder sonst was. Die Hälfte der Ferien ist schon toll. Aber als Mutter die alles andere meistert dann das Kind Weihnachten und Ostern und zu sonstigen mal schönen Dingen abzugeben? Hmmmm.... mal einfach von der anderen Seite verstehen. So und nun konkret zu euch. Ihr scheint doch alle vernünftige Menschen zu sein und seid bereit zu sprechen. Macht langfristig ferienpläne! Wir machen es immer Ende des Jahres für das ganze nächste Jahr.

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Als ehemaliges Kind einer Alleinerziehenden finde ich es aber auch wichtig, dass man auch mal an den Feiertagen bei dem anderen Elternteil sein kann. Also ich könnte verstehen, wenn man sagt Ostersonntag bei der Mutter und Ostermontag beim Vater. Aber dass die Mutter einfach entscheidet, gibt es gar nicht, das fänd ich nicht okay.

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PS ich verstehe aber auch nicht diese Form der Kommunikation. Du schreibst ihr einen Plan wann ihr das Kind haben wollt?
Ihr müsst doch miteinander reden und nicht Pläne hin und her schicken! Das kann nicht funktionieren. Trefft euch auf einen Kaffee, nehmt einen kalender dazu und besprecht das Jahr 2019. jeder gibt mal hier und da etwas nach und am Ende sind alle zufrieden. Bei uns klappt das sehr gut. Mein Ex erklärt mir dann so manche Gründe warum er das Kind gerade dann haben möchte und im Normalfall ist das alles kein Problem. Mit der Person sprechen, keine Pläne schicken und dann sauer sein, wenn es nicht passt.

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Sorry, aber mein erster Gedanke war: WAS MÖCHTE DER JUNGE?

Ela

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