und wenn keiner das ABR möchte?

Hallo.

Mich beschäftigt eine rein theoretische Frage. Natürlich würde ich es so nicht durchziehen.

Ich bin momentan frustriert. Mein Mann ist offenbar mit der Familiensituation so unzufrieden, dass unklar ist, ob er sich aus der Ehe verabschieden wird.

Abgesehen davon, dass er generell selten mit etwas zufrieden ist, immer einfach mehr braucht, neue Bestätigung, Euphorie, Stillstand ist für ihn der Tod, ja, abgesehen davon, ist er besonders genervt von unseren Kindern. Unsere beiden Kindergartenkinder sind sicherlich keine Langweiler, sie sind ziemlich fordernd und anstrengend, aber gerade seine inkonsequente, unvernünftige aber auch unbelehrbare Art, mit ihnen umzugehen, macht ihr Verhalten um ein Vielfaches schlimmer, als wenn ich mit den Kindern allein bin.

Soweit dazu. Da ich abgesehen von seinen Launen durchaus zufrieden bin, es uns auf vielen Ebenen sehr gut geht, finanziell alles top, Gesundheit top, Liebe ist da, Zuneigung zeigt sich hier jeder regelmäßig, wir haben ein sehr erfülltes Sexleben, er hat Zeit für uns, Freizeit und Hobbies usw. Es könnte also durchaus schlechter sein. Nur seine extremen Launen und seine Uneinsichtigkeit, dass nur er etwas daran ändern kann, drohen, hier alles zu zerstören.

Ist er weg, vermisst er uns, ist er da, nerven ihn die Kinder nach kurzer Zeit. So ist es immer. Er möchte zB etwas unternehmen, aber nach kurzer Zeit ist er on irgendwas genervt, motzig und alles muss schnell wieder Heim. Wir leben nur um seine schwankenden Launen herum, oder machen halt getrennt etwas. Dieser Eiertanz nervt.

Da es schlechter anstatt besser wird, befürchte ich, er wird ggf irgendwann flüchten. Tatsächlich stecke ich bisher viel für ihn zurück. Um ihn zufrieden zu halten, versuche ich viel Stress, insbesondere Kinderstress von ihm fernzuhalten. Wenn er mir nun wegrennt, weil er die Kinder durch seine Art noch zusätzlich verzieht, wäre ich zusätzlich zur Trauer um die für mich ansonsten schöne Ehe ganz schön sauer. Mir kam der Gedanke, dass ich dann nicht einsehen würde, dass er sich ein laues Leben macht, noch mehr Freizeit, neue Frau, Kinder mal gelegentlich sehen, wenn er Lust hat, während alle Verantwortung an mir hängt.

Was wäre, wenn ich als Mutter auch sagen würde, "ne, ne mein Lieber! Ich möchte die Kinder auch nicht Vollzeit betreuen! Nimm du sie mal mit und ich bin der Umgangselternteil. Oder ich bin maximal zum Wechselmodell bereit. Oder - natürlich abstrus- du nimmst ein Kind, ich nehme ein Kind."

Es ist natürlich ein egoistischer Gedankengang, aber wenn ich im Gegenzug dazu, dass ich schon alles versuche, um ihm das Familienleben, was er bei guter Laune sehr genießt und liebt, so angenehm wie möglich zu gestalten, seine Liebe, die gute Intimität, die Sicherheit nichtmal mehr bekomme, dann würde ich nicht mehr einsehen, alles allein zu stemmen. Ich würde auch gern wieder etwas mehr von meinen Bedürfnissen erfüllt sehen, was bei Trennung und Kinder bei mir erstmal noch weniger der Fall wäre.

Dass ich das nicht machen würde, steht auf einem anderen Blatt. Nie würde ich meine Kinder im Stich lassen. Aber was ist, wenn der Fall mal tatsächlich so ist und eher darum gestritten wird, wer das Aufenthaltsbestimmungsrecht bekommen muss, weil es keiner der beiden Eltern haben möchte?

Das würde mich gerade interessieren.

Grüße

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Hallo,

das hat jetzt mit deiner theoretischen Frage nichts zu tun, aber ich glaube, du wärst viel entspannter und auch eine bessere Mutter, wenn du diesen Klotz von Ehemann nicht am Bein hättest. Deine ganze Anstrengung ist es, dem Mann es schön bequem zu machen, damit er nicht motzt und zusätzlich Stress macht. Du hättest die Kinder und wenn du Glück hast, nimmt die Motzgurke sie dann auch alle 2 Wochen gerade so und dann hättest du sogar noch Freizeit für dich.

Du glaubst bei einer Trennung hättest du noch weniger Zeit für dich, glaub ich nicht. Ganz im Gegenteil. Dein größtes Problem wärst du los.

#winke

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Rein sachlich betrachtet stimmt das vermutlich sogar. Aber es sind eben auch Emotionen und Liebe im Spiel. Natürlich auch der Wunsch, die Familie nicht kaputt zu machen. Das will mein Mann ja eigentlich auch nicht. Er ist halt nicht so stark und gibt scheinen Launen schneller hin, als ich das tue. Aufzurechnen bringt einen da nicht weiter. Ich versuche weiter zu leisten, was ich kann, und die Familie am Laufen zu halten.

LG

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Damit hilfst Du ihm aber nicht, dann soll er seinen Arsch hochbekommen und ne Therapie machen / persönlichkeitsbildende Maßnahme um das in den Griff zu bekommen! Mach ihm das klar, wenn wirklich noch Liebe im Spiel ist muss er sich auch dafür anstrengen, du springst ja auch über Deinen Schatten und tust mehr als Dir gut tut!

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Ich glaube in so einem Fall wäre es besser, wenn die Kinder andersweitig unterkommen und nicht mehr der Spielball der Eltern sind.

Wir haben einen Fall in der Familie, wo die Eltern sich getrennt haben. Kind blieb beim Vater. Dieser hatte eine neue Partnerin. Dann ist der Vater verstorben. Die neue Partnerin war dann weg. Auch dann hat sich die Mutter nicht ums Kind gekümmert und es zu sich genommen. Kind ist dann bei der Oma aufgewachsen. Wie sich das für ein Kind anfühlt, kann man nur erahnen. Das Verhältnis zur Mutter wurde nach vielen Jahren wieder aufgenommen, aber ich denke wirklich kitten kann man sowas nicht mehr...

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Nun, wenn man Gedanken hegt wie: ich nehme die Kinder nicht, damit du nicht freies Leben führen kannst, dann sollten Kinder da auch nicht sein. Dann wären sie ja doch nur Spielmasse.
Im Zweifel würde sich wohl das Jugendamt kümmern.

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Hi,

eine Freundin meiner Tochter lebt wegen einer solchen Konstellation jetzt in einer anderen Stadt in einer betreuten Wohngruppe. Vorher gab es viele, viele, viele Vermittlungsversuche von Seiten des Jugendamtes. Aber letztlich wurde das Kind erst in die pädagogische Ambulanz und dann in die feste Gruppe übernommen.

Liebe Grüße
die Landmaus

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In dem Fall kommen sie eben in eine Pflegefamilie, was vermutlich auch das Beste ist wenn Eltern keinen Bock auf Kinder haben. Kinder hat man immer zu 100%, egal ob ledig, verheiratet, geschieden oder verwitwet, das sollte man sich klar sein bevor man die Pille absetzt.

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Das was du beschreibst ist nicht das Aufenthaltsbestimmungsrecht sondern der gewöhnliche Aufenthalt. Das ist ein Unterschied.

Dein Ansinnen hört sich eher nach Rachegedanken an.

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Ähm... Du klingst damit aber super herzlos. So eine Art von Rache, von wegen wenn er dies und das kann, möchte ich das auch, deshalb gebe ich die Kinder ab 🙄😶😑🤨
Die Knder tun mir jetzt schon leid

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Ich würde noch eine Weile durchhalten und lieber mal einen Termin bei der Erziehungsberatung ausmachen.

Vielleicht hilft es, wenn ihr von neutraler Seite gesagt bekommt, wie ihr das am besten mit der Erziehung hinkriegt.

Ansonsten sind 2 Kindergartenkinder halt anstrengend. Das wird ganz von selber besser, man muss es nur abwarten können.

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Im Gegenzug zu den anderen finde ich deine Überlegungen menschlich! Es ist nicht automatisch die Mutter, die die Kinder im Alltag 12 von 14 Tagen hat. Da gibt es ja viele Möglichkeiten. Im Fall einer Trennung muss man sich (ggfls. schon vorher!) zusammensetzen und vernünftig klären, wer welchen Anteil möchte/kann. Ich denke, um "keinen Bock" oder "Spielball" geht es hier überhaupt nicht.
Wäre ich du, würde ich mit meinem Mann zur Paartherapie. Da solltest du deinen Tanz um seine Launen herum ansprechen, vielleicht klärt sich dann auch, warum er diese Launen hat. So wie jetzt geht es ja nicht weiter!
Alles Liebe für euch 4!

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Ja, ganz genau. Danke, dass du das so siehst. Aber solche Kritik kommt ja immer. Da kann man schreiben, was man möchte, dass man es so nicht tun würde.

Liest man dann in anderen Foren, dass Mütter ihre Kinder natürlich bei sich behalten wollen, wird stets von gleichen Rechten des Vaters gesprochen. Scheint echt eine Einbahnstrasse in Foren zu sein, als Frau kann man es nur verkehrt machen ;-)

LG