Narzisstische Mutter

Ich lese hier leider öfter , dass Leute Probleme mit ihren Müttern haben. Ich gehöre auch leider dazu. Ich bin jetzt 34 Jahre alt und jetzt erst wird mir einiges klar. Auch meine eigenen Defizite und Störungen. Mir ist jetzt bewusst, dass das alles mit meiner Kindheit, speziel mit meiner Mutter zu tun hat.
Ich habe lang und breit recherchiert und bin mir fast sicher , dass sie eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat. Kann mir jemand davon berichten, wie das sich bei euch bzw euren Müttern gewesen ist? Ich suche jetzt auch einen Psychologen für sie. Wir haben sie sozusagen ausgetrickst und sie ist bereit zu einem zu gehen.

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Hi,
das hier

"Ich suche jetzt auch einen Psychologen für sie. Wir haben sie sozusagen ausgetrickst und sie ist bereit zu einem zu gehen."

zeigt ganz deutlich, wie sehr verdreht und verstrickt das Verhältnis zu Deiner Mutter ist. Viel gesünder wäre doch, wenn Du Dir einen Therapeuten suchst. Solange Deine Mutter im Fokus steht und nicht Du selbst, lebst Du nur das erlernte System weiter.

Liebe Grüße
die Landmaus

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Das Problem ist, dass sie nicht nur mich wahnsinnig macht, sondern alle anderen Familienmitglieder auch. Mein Vater ist total verzweifelt, meine Brüder hassen sie. Sie hat keine wirklichen Freunde, niemand kann sie leiden nicht einmal ihre eigenen Geschwister usw. Ich denke, wenn sie zu Therapie gehen würde und hoffentlich auch Medikamente bekommen würde, wäre es insgesamt für alle besser.

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Ja, der Gedanke liegt nahe. So funktioniert das aber nicht.

Ihr tanzt um sie rum, wie um das goldene Kalb. Deshalb macht sie Euch auch wahnsinnig. Sie zur Therapie zu schicken, bedeutet zu hoffen, dass sie eine bessere Herrscherin wird. Selbst zur Therapie zu gehen, bedeutet, sich zu emanzipieren und ein Leben für sich selbst zu führen, quasi selbst Herrscherin des eigenen Lebens zu werden.

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Narzissten, die keinerlei Krankheitseinsicht haben, sind nicht therapierbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Therapie recht schnell abbricht, ist extrem hoch. Und sie könnte auch behaupten, der Therapeut habe gesagt, sie sei gar nicht krank, es liegt alles an euch. Das wäre ganz typisch.

Aber die Angehörigen können lernen, sich entsprechend zu positionieren.
Such lieber einen Psychologen für Dich, das hat einen weit höheren Effekt.

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Wenn sie diese Persönlichkeitsstörung denn hat seid ihr so oder so co-abhängig.

Ich würde euch allen zu einer Therapie raten damit ihr lernt eure Verhaltensweisen und den Umgang mit ihr zu ändern.

Vielleicht reicht das schon, vielleicht kommt sie so selbst darauf was zu ändern.

Dennoch würde ich als Laie nie einen Menschen diagnostizieren. Dazu gibt es Fachleute.

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Meine Mutter ist ebenfalls so und hat überhaupt keine Einsicht! Zudem hat sie mich misshandelt in der Kindheit, schuldeinsicht = Fehlanzeige. Ich hab den Kontakt abgebrochen, das war gesünder für mich.

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Ich kenne das auch sehr gut. Und nein, die Strategie anti-Narzissmus Pille einschmeissen und alles ist gut funktioniert nicht.
Ich rate Dir eher dazu, Dich massiv zu distanzieren und Dich von ihr zu emanzipieren. Und ich weiss, wie schwer das ist, Narzissten sind sehr dominant und manipulativ. Daher ist eine Therapie für Dich sicher hilfreich.
Ich persönlich habe mich vor etlichen Jahren massiv distanziert, bin in ein anderes Land gezogen und habe heute vielleicht 1-2 mal pro Jahr Kontakt. Und erteile damit der Narzisstin auch quasi die Höchststrafe: ich verweigere ihr den Mittelpunkt, die Präsenz und ständige Beachtung ;-)

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"Ich suche jetzt auch einen Psychologen für sie. Wir haben sie sozusagen ausgetrickst und sie ist bereit zu einem zu gehen."

Such besser einen für dich. Narzissten halten ja alle anderen für bescheuert und sie selber sind die geilsten...da kommt keine Einsicht oder sie ist keine Narzisstin.

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"Ich habe lang und breit recherchiert und bin mir fast sicher , dass sie eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat. Kann mir jemand davon berichten, wie das sich bei euch bzw euren Müttern gewesen ist? Ich suche jetzt auch einen Psychologen für sie. Wir haben sie sozusagen ausgetrickst und sie ist bereit zu einem zu gehen."

Es wäre besser, wenn deine Mutter einen Psychiater aufsucht. Und zwar muss sie es selber tun. Austricksen keine gute Idee. Das könnte sie euch heimzahlen, vielleicht nicht gleich, aber später. Den Psychologen könnte sie an die Wand labbern und davon überzeugen, dass sie kein NPSin ist.

Und du selber sagst ja, du hast deine eigenen Defizite. Mach eine Therapie, damit du selber klar kommst. Und an deiner Stelle würde ich auf Distanz gehen. Es gibt wirklich liebenswürdigere Menschen als deine Mutter. Überleg mal, wer.

Mit Narzissmus bin ich mal sehr vorsichtig. Bei mir in der Familie gibt es auch eine Angehörige, wo ich mal sage in der Richtung starke Züge. Und nö, das lasse ich mir auch nicht weiterhin gefallen. Seitdem kein Kontakt mehr und ich komme damit gut klar.

LG Hinzwife

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Hallo, du machst einen Riesenfehler, wenn du sie über Tricks versuchst zu therapieren. Das schürt nur falsche Hoffnung, macht dir Arbeit und könnte Streit erstrecht provozieren. Und es gibt keine Anti-Narzissmus-Pillen. Echte Narzissten zeigen auch kaum bis keine Einsicht.

DU /IHR sollte(s)t dir / euch einen Psychologen suchen, um Erlebtes aufzuarbeiten und zu lernen, sich zu distanzieren.
Glaub mir, ich weiß leider genau , wovon ich rede :/

LG

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Das Problem bei den Persönlichkeitsstörungen ist das, dass die Betroffenen oft selbst keinen Leidensdruck haben, sondern der Leidensdruck eher bei den Angehörigen besteht. Eine Persönlichkeitsstörung ist auch nicht wegtherapierbar, sondern die Idee ist, daraus einen Persönlichkeitsstil zu entwickeln. Wir alle erfüllen ja mehr oder weniger die Kriterien der einzelnen Persönlichkeiten, nur eben selten in dem Maße einer Störung.
Es ist gut, dass deine Mutter zu einem Therapeuten geht. Es wird darauf ankommen, ob die Beziehung zum Therapeuten stimmt, dann kann es was werden. Nicht jeder Therapeut kann mit narzißtischen Persönlichkeiten gut arbeiten. Aber das kann man als Patient im Vorfeld natürlich nicht wissen.
Ich würde auch nicht so viel Hoffnung da rein legen, denn das ganze ist eine langwierige Sache.
Wenn sie nach den probatorischen Sitzungen tatsächlich eine Therapie beginnt, dann kannst du vielleicht auch mal mitgehen.

Mir persönlich hat bei meiner Mutter geholfen zu verstehen, warum sie diese Störung hat. Das macht meine Erfahrungen nicht leichter, aber ich kann nachsichtiger mit ihr umgehen. Das könntest du dir auch in einer eigenen Therapie erarbeiten.

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