Einsam trotz Baby

Gute Morgen! Ich bin neu hier und möchte mich einmal ausheulen, in der Hoffnung das mich jemand versteht und ich mich gänzlich an mir zweifel.

Kurz zu mir: mein zauberhafter Sohn ist im November zur Welt gekommen. 2012 hatten wir die letzte erfolglose ICSI und im April letzten Jahres habe ich dann erfahren, daß ich schwanger bin. Einfach so. Ich bin 43 und hatte am Anfang meine Schwierigkeiten damit, eine "alte Mama zu sein. Aber das ist nicht das Problem.

Ich fühle mich teilweise sehr einsam. Mein Mann geht arbeiten, meine Freundinnen haben entweder schon große Kinder oder gar keine. Beim Pekip oder Rückbildungsgymnastik bin ich immer die älteste. Ich habe das Gefühl, nirgends dazu zu gehören.

Ich bin glücklich, daß unser Sohn da ist und möchte ihn nicht missen. Aber an manchen Tagen, fällt mir die Decke auf den Kopf und ich fühle mich sehr einsam.

Kennt das jemand von euch? Ist das eine normale Phase und bald wieder vorbei?

Vielen Dank für's zuhören

Huhu

Ich bin die andere Seite, mit gerade 24 eigentlich immer die jüngste, da ich studiere wollen die meistens sich erst darauf konzentrieren und können mit Kindern noch nichts anfangen, daran ist vieles auseinander gelaufen.
Ich denke das das relativ normal ist, mir hat es geholfen mich darauf einzulassen, man hat ja doch ähnliche Themen und wenn es bei jemandem passt von der Chemie her ist das Alter eigentlich relativ egal.
Ich habe jetzt Leute die teilweise Anfang, teilweise Ende 30 sind in meinem neuen Kreis der sich seit der Geburt aufgebaut hat.
Man ist trotz des Alters in der gleichen Situation.
Vielleicht waren auch einfach noch nicht die richtigen Leute dabei.

Liebe Grüße

Ich bin in Deinem Alter, meine Jungs sind 14 Wochen alt. Im Schwangerschaftsyoga hab ich schon ne nette Truppe kennengelernt, da ist die Älteste Anfang 30.

Ich bin übrigens auch sehr froh über Kontakt mit kinderlosen Freundinnen.

Nach meiner Erfahrung musst du dann vor allem den ersten Schritt machen und nach Möglichkeit nicht versuchen die erfahrene Frau raushängen zu lassen. Ich kenne dich natürlich nicht. Ich kenne habe aber bei vielen Frauen in deinem Alter diese Erfahrung gemacht, dass da immer so eine gewisse Arroganz gegenüber jüngeren Müttern zu spüren war. Ansonsten seid ihr ja aber wirklich in ein und derselben Situation. Ich würde einfach so tun als würde das Alter gar keine Rolle spielen.
Wenn man sich besser kennt kann man ja auch gut drüber reden. Aber erstmal ausblenden.

Huhu, ich habe mein 3. Kind mit 39 bekommen. Viele mit Kindern im selben Alter sind 10 Jahre jünger. Das macht mir aber nichts, ich habe ja auch mit 30 mein erstes bekommen. Ins Gespräch kommt man doch auch gut so, egal ob 30 oder 40, ich finde, das macht nicht allzuviel aus. Mit einer 21Jährigen ist das Gespräch schon anders, aber so?! Los, misch dich unters Volk. Pekip und Co. sind doch ein guter Anfang :-)!

Ich habe mich in der Babyzeit auch manchmal einsam gefühlt und die Tage als lang empfunden.
Beim Pekip hatten wir allerdings eine sehr nette Truppe. Die Altersspanne der Mütter ging von 24 bis 42. Alle haben sich gut verstanden, mit der einen konnte man mehr, mit der anderen weniger anfangen. Aber das Alter hat dabei keine Rolle gespielt. Die 42jährige Mutter hat sich gut mit einer 29jährigen angefreundet. Ergreif einfach mal die Initiative. Ich bin z. B. nach dem Pekip immer noch mit einer anderen Mutter Mittagessen gegangen. Manchmal haben sich noch andere angeschlossen. In den Ferien haben wir uns alle privat getroffen. Mach doch einfach mal einer Mutter, die Dir sympathisch ist oder einfach in die Gruppe hinein einen Vorschlag!
Außerdem habe ich zwei Nachbarinnen kennengelernt. Die eine hatte einen 5 Monate älteren, die andere einen 5 Monate jüngeren Sohn. Wir haben uns einfach auf der Straße oder im Treppenhaus angesprochen, gequatscht und uns gegenseitig zum Kaffee eingeladen. Eigentlich war es ganz einfach.
Es verändert sich alles durch ein Baby. Zu den alten Freunden hat man weniger Kontakt, man hat viel mehr Zeit, die man ohne andere erwachsene Personen verbringt. Das Baby ist kein Gesprächspartner. Ich denke, deine Gefühle sind normal. Versuch einfach, das beste draus zu machen.

Mir geht es auch so, dass ich mich trotz Baby zu Hause einfach alleine fühle (sie ist schon fast 11 Monate). Ich warte manchmal sehnsüchtig, dass mein Mann nach Hause kommt :-p.

Daher habe ich mir angewohnt, dass ich mir für jeden Tag der Woche etwas vornehme. So wie ein Wochenplan und ich besuche Kurse usw:
- Elterncafe / Stillcafe im Nachbarort
- Babymassage, Pekip, Delfi
- Babyschwimmen
- Krabbelgruppe (da gehen bei uns Babys ab 1 Monat schon hin)
- Besuche von Verwandten + Freunden, auch wenn manchmal nur ne Stunde ist
- Verwandte und Freunde einladen
- bei der Arbeit vorbeischauen
- Spazieren gehen mit anderen Mamas (vorher kannte ich gar keine andere Mama. In Kursen, Elterncafe usw. habe ich einfach Mamas angesprochen ob sie nicht Nummern austauschen wollen. Viele fühlen sich auch alleine und freuen sich über Abwechslung. Nur Mut, sprich andere Mamas einfach an)

Wenn ich einen Tag mal ohne "Andere" bin dann schau ich dass ich rauskomme:
- einkaufen gehen
- spazieren gehen
- Decke nehmen und auf den Spielplatz / in den Park gehen
- mit dem Fahrradanhänger eine Runde drehen
- ins Einkaufszentrum
usw.

Nehme dir einfach was vor und plane deine Woche. Das hat mir ungemein geholfen :-)

Vielen lieben Dank für eure Antworten, Tips und Anregungen. Ich bleibe dran😉 ist halt manchmal nicht so einfach den ersten Schritt zu machen.

Es tut gut zu wissen, daß es mir nicht alleine so geht.

Hey :-) Ich kann dich paradoxer Weise sehr gut verstehen- obwohl ich 25 Jahre jünger bin. Meine Freundinnen sind zwar immer noch meine Freundinnen, aber ich hätte halt super gerne Kontakt zu anderen Müttern- und es klappt nicht so wirklich :-( egal ob im Geburtsvorbereitungskurs, in der Krabbelgruppe, in der Uni - die Muttis sind mindestens 10 Jahre älter als ich und suchen sich welche in ihrem Alter. Ich habe kein Problem damit, mit 18 meinen Sohn bekommen zu haben- die Gesellschaft aber leider schon. Ich kann dir also nicht wirklich einen Rat geben, aber den „typsich alten“ Frauen im Alter von 27 bis 33 mal sagen: Nur weil wir älter oder jünger sind wollen wir nicht weniger Freundschaften mit anderen Müttern haben, im Gegenteil- nur es ist für uns halt etwas schwerer und es wäre schön, wenn ihr da etwas offener seid.
Anmerkung, bevor das falsch verstanden wird: Ja, ich gehe offen auf die Frauen zu. Und die sind auch alle nett. Aber ich bin eben nicht wirklich auf deren Liste von Frauen, mit denen sie sich weiter unterhalten- sondern nur jemand, der halt noch im Raum rumsteht.

Hallo
auch im Hinblick darauf , dass dein Sohn höchstwahrscheinlich Einzelkind bleiben wird.
nimm dir täglich etwas vor.
Jetzt kannst du schon mehr unternehmen.Müttertreff-Cafe, Babyschwimmen, Stadtbummel u.s.w.
Meine 10 Monate Elternzeit nach dem ersten Kind vergingen wie im Flug.Glücklicherweise hatte ich mich im Krankenhaus mit zwei Müttern angefreundet und wir haben unsere private Krabbelgruppe gegründet.Wir sind bis heute eng befreundet.

Trotzdem war ich froh wieder ins Büro zu können.Vielleicht würdest du auch bald gerne wieder arbeiten?!
Beim letzten Kind war ich 41 Jahre alt, das hat niemanden gestört.

L.G.

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