Partner und Erziehung

Hallo hab grad ein riesen Problem mit meinem Partner, Erziehung ist bei uns seit der Geburt von unserem Großen ein schwieriges Thema..
Mein Partner ist von Mo - Fr von 7- 18 ausser Haus wegen der Arbeit, dennoch fällt er mir in der Erziehung ständig in den Rücken, vllt sehe ich es auch falsch...
Nur ein paar Beispiele
lernen für die Schule für meinen Sohn unnötig, Papa hilft ihm natürlich, er kanns ja eh..
Zu Weihnachten wünscht sich mein Sohn eine Playstation, natürlich das neueste Modell, ich war dagegen Papa nicht, ich wusste genau, das das Teil nur Probleme bringt, an Zeiten wird sich natürlich nicht gehalten, dann kommt eben der Controller weg und es wird ein paar Tage nicht gespielt. Dann höre ich es bestimmt 10x am Tag " Mama darf ich FIFA?" Auch wenn ich klar und deutlich nein sage
Wenn ich dann am Wochenende arbeite spielt er dann auch Mal 2 Stunden am Stück.. darf er bei Papa.
Dann musste mein Sohn ein Handy haben( ok, 2x in der Woche ist er mittag nach der Schule allein daheim, da ist es praktisch)
Natürlich besorgt Papa ein tolles neues Modell, jetzt kämpf ich wieder mit dem Handy, mein Sohn kritzelt sein Hü hin, damit er schnell fertig ist und dann am Handy mit seinen Freunden schreiben kann usw.
Ich hätte immer gern gehabt, dass meine Kinder am Tisch sitzen bleiben bis fertig gegessen ist, natürlich erlaubt Papa( er kommt mittag ca eine halbe Stunde heim zum essen) das Gegenteil, unsere Themen am Tisch im Sommer Fußball, im Winter Eishockey 🤔

Hier gibt es keine Grenzen, keine Regeln gar nichts, ich kann nicht mehr und mein Partner will mich nicht verstehen, er räumt sogar meinem Sohn die Kleidung hinterher die er völlig verdreht auszieht und einfach irgendwo hinschmeißt

Ich weiß nicht sehe ich das Falsch oder was ich falsch gemacht hab,
Vielleicht bekomm ich hier eine andere Sichtweise

Vor den Kindern waren wir uns eigentlich schon einig in welche Richtung wir unsere Kinder erziehen wollen

Ein Spielzeug oder was auch immer nicht zu kaufen, nur weil man nicht in der Lage ist das Kind zu erziehen oder gemeinsame Regeln aufzustellen, wäre in meinen Augen ein Armutszeugnis.
So geht man dem eigenen Unvermögen aus dem Weg, bis man eines schönen Tages um so heftiger damit konfrontiert wird.
Dein Kind fragt dich 10mal ob es Playstation spielen darf? Das Problem liegt nicht darin, dass er eine Playstation hat, sondern an dir.

Weshalb ist es schlimm, wenn er mal am Wochenende zwei Stunden am Stück spielt? Viele Tätigkeiten, Hobbies, Sportarten, Spiele benötigen einen gewissen Zeitaufwand oder machen einfach so Spass, dass man sich lange damit beschäftigen kann. Würde dein Sohn am Wochenende 2 Stunden mit Legos irgendwas bauen, würdest du dich auch beschweren?

Was wahrscheinlich bei euch der Fall ist: dein Mann und du, ihr zieht am selben Strick, nur leider jeder in eine andere Richtung. Du bist streng, dann gibt der Papa nach, du ziehst ein Stück an, bist noch "strenger" (ohne viel Durchsetzungskraft, aber mit Gemecker), gleich ist Papa noch nachgiebiger, und so weiter.

Ach ja, die Frage "Mama, darf ich FIFA" hätte bei mir Sanktionen zur Folge, bei Weglassung des Verbes mussten meine Kinder jedesmal spüren, dass dann Mama das fehlende Verb nach Belieben ersetzt. Und nicht zum Vorteil des Kindes. Aber mit kreativen Ideen.

Gewisse deiner Erziehungsideen teile ich übrigens nicht, weshalb soll das Kind bei Alltagsmahlzeiten am Tisch sitzen bleiben bis alle gegessen haben? Was bitte kann das Kind für den Trödler? Oder den Vielfrass? Zeitgleich beschwerst du dich über eure Tischthemen. Ja was nun, Kind soll bis Ultimo sitzen bleiben UND über neuste Erkenntnisse beim Wäsche waschen plaudern?

bei Weglassung des Verbes mussten meine Kinder jedesmal spüren, dass dann Mama das fehlende Verb nach Belieben ersetzt. Und nicht zum Vorteil des Kindes

Gottseidank gab es diese Unart bei meinen Kindern noch nicht - ich glaube, ich wäre zum HB-Männchen geworden, finde das sowas von.....#cool#wolke#augen
Ist grundsätzlich in unserer Gegend nicht üblich. Mir reicht schon das "chill mal Oma" meiner geliebten Leonie #freu welches sie immer mal sagt, nur um mich zu ärgern ;-)
LG Moni

In unserer Familie ist Sprache wichtig. Meine Kinder könnten jeden an die Wand argumentieren, sind aber hin und wieder eben auch "Teenies". Antwort: "Subjekt, Prädikat, Objekt - wenn es ein deutscher Hauptsatz werden soll". Oder: "Ey Schatz..... - Synapsenchaos?" (Wobei man sich hier ja nahezu auf deren Niveau hangelt)

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Vorweg - wir selbst leben erziehungsfrei.

Eltern müssen doch nicht bei allem gleicher Meinung sein und "an einem Strang ziehen". Wer steht denn dann am anderen Ende?

Ich finds nicht schlimm wenn man unterschiedliche Ansichten hat. Jeder von euch hat seine ganz individuelle Beziehung zum Kind, die er nach seinen Werten gestalten kann.

Was ich nicht okay finde ist, dass Wünsche und Bedürfnisse des einzelnen einfach übergangen werden. Ob das nun dein Wunsch ist, dass alle am Tisch sitzen bleiben oder das Bedürfnis deines Sohnes nach mehr Selbstbestimmung (was ich durchaus verstehen kann, denn Fremdbestimmung fühlt sich scheiße an und führt nicht zu einem gesunden Umgang mit Medien).

Starre Grenzen und Regeln, die einer irgenwann mal durchgeboxt hat, trennen. Geht aufeinander zu, findet gemeinsame Lösungen und und-et eure Wünsche.

Hinterfrage für dich deine Wünsche und schaue was dahinter steckt. Manchmal tut es auch gut, manche Dinge 'einfach' loszulassen.

Was bedeutet erziehungsfrei?

Unerzogen. Ohne Erziehung.

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>>Vor den Kindern waren wir uns eigentlich schon einig in welche Richtung wir unsere Kinder erziehen wollen<<
Wer nicht #rofl und dann kommt es sowieso immer anders, als man denkt.
Setz Dich mit Deinem Mann zusammen und redet. Findet einen Mittelweg, auf dem Ihr Euch treffen könnt. Du solltest ein wenig lockerer werden und Dein Mann ein wenig mehr unterstützend für Dich.

LG

"Hier gibt es keine Grenzen, keine Regeln gar nichts, ich kann nicht mehr und mein Partner will mich nicht verstehen, er räumt sogar meinem Sohn die Kleidung hinterher die er völlig verdreht auszieht und einfach irgendwo hinschmeißt"

Das heißt, es läuft schon alles schief, seit dieses Kind auf der Welt ist? Er darf schon immer alles? Preisfrage: Wie benimmt sich Dein Sohn in der Schule?
Alles verbieten ist genauso falsch wie alles erlauben. Aber solange Dein Mann und Du hier nicht wenigstens in grundsätzlichen Dingen (Klamotten werden nicht auf den Boden geschmissen....) einig seid, kommt noch viel Freude auf euch zu, wenn der Knabe mitten in der Pubertät steckt.
Ich glaube, ich würde - für mich alleine - erstmal eine mindestens vierwöchige Kur beantragen, damit die beiden mal wirklich auf sich alleine gestellt sind - vielleicht nervt den Vater dann ja doch mal, dass er nur noch am Hinterherräumen ist.
Was Du falsch gemacht haben könntest, weiß ich nicht - vielleicht von klein auf einfach zuviel dem Vater (und dem Kind) nachgegeben? LG Moni

Ich denke, ihr müsstest euch annähern und einen Mittelweg finden. Weder ist aus einer Außenperspektive total absurd, wie dein Mann mit den Kindern umgeht noch was du erwartest.

Es klingt so, als ob ihr euch gegenseitig in die Rollen “Bad Cop“ (du), “Good Cop“ (er) drängt, wobei du natürlich das undankbarere Los gezogen/gewählt hast.

Vielleicht versuchst du, etwas Lockerer zu werden? Was spricht denn dagegen, dass Thema des Tischgesprächs so zu wählen, dass es die Kinder interessiert. Dafür bleiben sie aber sitzen?

Im Übrigen ist meine Erfahrung, dass Kinder ganz gut mit unterschiedlichen Erziehungsstilen umgehen können. Bei uns bin ich deutlich lockerer, was Medienkonsum angeht. Der Sohn weiß aber, das ganz andere Sitten gelten, wenn Papa das sagen hat.

Ich glaube also, dass ihr ein Problem auf der Paarebene habt, dass sich in Erziehungsfragen manifestiert. Du fühlst dich in deinen Bedürfnissen nicht wahrgenommen und wirst es scheinbar auch nicht. Darüber müsst ihr sprechen, nicht über Sinn und Unsinn von Spielkonsolen.

Klang für mich die ersten Zeilen so als wärt ihr geschieden. Gar keine Absprache, du kannst nix dagegen machen was er kauft etc.
Da läuft dann schon grundsätzlich was schief, sodass die einzelnen Probleme nur die Symptome sind!

Mein Sohn rief mich Dienstag im Büro an um mir zu beichten, daß er in der Schule Mist gemacht hätte (O-Ton "Du, Mama - ich hab jetzt aber richtig Scheiße gebaut") Er weiß genau, daß ich die Vernellweichgespülte bin und bat mich, bei seinem Papa schon mal gut Wetter zu machen, weil der ihm bestimmt den Kopf abreissen würde (grins - würde er nie).

Hab ich natürlich gemacht. Mein Mann und ich haben doch recht unterschiedliche Auffassungen von "Konsequenz" und "Sanktion". In diesem Falle, haben wir uns beide doch etwas darüber amüsiert, daß der Knabe vor dem Haus im Wohnwagen wartete, bis ich ihn anrief, daß er "gefahrlos" reingehen könne, ohne daß sein Vater gleich sein Handy kassiert.

Wäre ich jetzt auch ein "böser Cop", hätte er sich möglicherweise nicht getraut mit seiner Schandtat herauszurücken


Meine Tochter darf mein Auto fahren und ich räume auch oftmals Wäsche hinterher oder mache deren Betten. Ich bin Mutter, kein Drillsergant.


Es ist nicht immer einfach - das stimmt. Aber man kriegt sie groß. Irgendwie. Nur eines sollte man nicht tun: sich der Kinder wegen in die Wäsche kriegen.

Viel Erfolg noch

Komisch - dieser undankbare "Vermittlerjob" kommt mir seeehr bekannt vor - meine Kinder wussten genau, dass ich meinem Mann alles "pädogisch wertvoll" beibringen konnte......meistens jedenfalls #augen

Lass ihn mal zwei Wochen zu Hause sein, du fährst so lange in Urlaub.
Bestenfalls während der Schulzeit.

Ich weiß, das ist schwierig, Urlaubsplanung ist nicht einfach und gemeinsamer Urlaub sollte ja auch mal sein.

Alternativ ihn irgendwie den Alltag erleben lassen. So ist es für ihn einfach. Es läuft ja alles, ist erledigt und die Hintergründe bekommt er gar nicht mit.
An den Wochenenden sind keine Hausaufgaben und wenn Kind beschäftigt ist, ist es für den Erwachsenen ja auch einfacher. Die Folgen bekommt er ja dann nicht mit.


Ich selbst bin alleinerziehend. D.h. ich bin auch nicht immer einig mit mir selbst.
Da sind dann so Situationen wo ich denke: ach komm, jetzt gebe ich mal nach. Ein paar Minuten mehr für das elektronische Spiel machen nichts aus und Momente wo ich nicht konsequent sein will (Faulheit, keine Lust etc.) aber ganz genau weiß, wenn ich JETZT nachgebe, dann habe ICH die Folgen in den nächsten Tagen, Wochen etc.

Zu oft schwanken sollte ich auch nicht, das verwirrt mein Kind.

Ich muss nicht immer alles genau gleich machen (auch wenn ich selbst nur eine Person bin). Aber eine gewisse Konstanz sollte sein. Egal wie faul, krank, müde ich grade bin. Ja manchmal nutze ich auch die praktischen Seiten des Lebens aus. Jedoch achte ich darauf, dass es ab und ok bleibt, nicht zur Gewohnheit wird. Weil ich MIR selbst sonst das Leben schwerer mache - und meinem Kind mit.

Zu zweit wäre es gut, wenn ihr da einen Weg finden könntet.
Alles gleich machen müsst ihr bei weitem nicht!
Allerdings sollte nicht einer machen und der anderen die Folgen abbekommen. Wer aus "Faulheit" oder weil es praktischer ist oder warum auch immer, es schleifen lässt, der sollte dann auch in der Verantwortung sein, das wieder grade zu biegen.

Einer die Arbeit, der andere das Vergnügen ist auf Dauer unzufrieden stellend und u.U. frustrierend.

Danke für deine tolle Antwort, genau da haben wir wahrscheinlich das Problem, er lässt die Kinder tun und machen und ich hab dann die Konsequenzen zu tragen, oder eben das Kind.
2 Wochen Auszeit für mich sind leider nicht machbar, Urlaub muss für Ferienzeiten und Schulfreie Tage herhalten..

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