Revanchieren für Hilfe

Meine Nachbarin kommt auch aus den USA (der Mann ist halb Deutscher) und da sie erst 2 Jahre hier sind und keine Verwandtschaft haben, kennen sie nicht so viele Leute. Wir haben uns gut angefreundet, die Kinder sind gleichaltrig und sie fragt mir öfters nach Tipps, mal eine Backform oder solche Sachen. Nun hat sie Ihr zweites Kind bekommen und da es ein bisschen zu früh kam, war die Oma zum helfen noch nicht da. Ich habe dann über Nacht kurzfristig ihre Tochter bei ihr abgeholt und bei mir ein Tag behalten. War gar kein Ding, ich hatte an den Tag eh die Zeit dafür. Als sie mit Baby zu Hause war, habe ich sie natürlich besucht und eine Kleinigkeit vorbei gebracht. Nun hatte mein Sohn Geburtstag und sie haben ihn ein ziemlich teures Geschenk gemacht (also für Kindergeburtstag teuer). Wir fahren beide Rad mit den Kindern überall (Wir haben kein Auto) und da mein Anhänger gerade jetzt kaputt gegangen ist, hat sie mir Ihres ausgeliehen, da sie es eh nicht benutzen können mit baby momentan. Ich wollte es zurück bringen und sie meinte, ich darf es behalten bis ich mein Ersatzteil habe, da sie es sowieso nicht benutzen. Dann habe ich irgendwann erwähnt, dass wir was besorgen müssen mit Auto, aber da wir keins haben, müssen wir schauen, wir wir hinkommen. Dann darauf hin: mein Mann muss sowieso auch mal hin, also sagen wir euch bescheid. Inzwischen war es so weit und ihr Mann war mit meins dort. Sie mussten eh hin, es war ja nicht so, dass sie nur wegen uns gefahren sind.

Nun zu meinen eigentlichen Anliegen: ich habe den Eindruck, sie machen in den letzten Wochen so viel für uns, weil wir/ich mit der Tochter ausgeholfen haben, als sie das Baby bekommen hat. Sie hat auch so mehrmals schon so dankbar mir das gesagt und mir ist das langsam peinlich. Es war wirklich nicht nötig, dass sie ein so großes Geschenk zum Kindergeburtstag bringen usw. mache ich mir einfach so viele Gedanken? Wir haben sie gerne geholfen und nicht dafür, dass sie uns jetzt die ganze Zeit aushelfen. Klar ist das nett, aber irgendwie auch ein bisschen zu viel und ich fühle mich dann wieder in die Pflicht irgendwie. Ich weiss nicht, was ich machen soll wenn sie jetzt ständig mir danke sagt usw.

Viola

1

Hallo,
es gibt halt Menschen die sind einfach nett. Gerade zu Leuten in Ihrem unmittelbaren Umfeld.
Wie fühlst Du Dich denn verpflichtet? Sei einfach auch nett und hilfsbereit, dann hast Du das was sich viele wünschen. Eine tolles Lebensumfeld.

LG Anja

2

Ich glaube, das ist auch eine Sache der Mentalität. Gerade wenn deine Nachbarin aus einer Kleinstadt oder Dorf stammt, ist es dort häufig einfach üblich, dass man sich untereinander wie selbstverständlich hilft.

Mach dir nicht den Druck, das aufwiegen zu müssen. Vielleicht spielt für die Familie das Finanzielle nicht so einen hohen Stellenwert und die Frau findet deine weniger materielle Unterstützung viel wichtiger. Wenn dir so ein großes Geschenk unangenehm ist, kannst du doch bei Gelegenheit mal erwähnen, wie sehr sich dein Sohn über das Geschenk gefreut hat, aber dass so ein teures Geschenk nicht nötig ist, ihr euch einfach schon über ihre Anwesenheit beim Kindergeburtstag riesig freut...etc...blabla...das kann man ja unverfänglich und nett formulieren.

Sonst macht einfach weiter wie bisher. Ihr helft euch gegenseitig im Problemfall und könnt euch freuen über eure tolle Nachbarschaftsfreundschaft, auch ohne aufzurechnen, wer mehr hilft. Du hilfst ihr doch auch oft, wenn du ihr Backutensilien leihst, ihr Tipps gibst oder quasi ein bisschen die fehlende Verwandtschaft ersetzt.

3

Hallo,

ich kann dich verstehen, aber versuch mal diese Freundlichkeit einfach zu genießen. Sie mögen euch und wollen hilfsbereit sein. Sicher erwarten Sie keine Gegenleistung. Es kommen sicher wieder Zeiten in denen Sie eure Hilfe brauchen. Wir haben auch sehr,sehr nette Nachbarn und man hilft sich immer gegenseitig.

Von denen haben wir zu Weihnachten wunderschöne selbst gemachte Sachen bekommen und eine schöne Karte. Am meisten hat mich die Karte berührt, denn sie haben ganz lieb geschrieben wie wichtig ihnen die tolle Nachbarschaft ist und wie dankbar sie sind uns als Nachbarn zu haben.

Also mach dir nicht so ein Kopf!
LG

7

ja, vielleicht mache ich mir einfach zu viele Gedanken. Ich bin auch sehr Hilfsbereit. Ich glaube, wir amerikaner sind oft einfach hilfsbereiter als der Durchschnittsdeutche (nicht böse gemeint;-)) und klar freue ich mich auch, wenn sie auch mal nett zu uns sind. Geben und Nehmen. Ich fand es nur, dass es einfach in letzter Zeit viel zu viel war und das kommt, seitdem wir die Tochter genommen haben über Nacht. Mir ist das langsam einfach unangenehm, weil sie mir ständig danke sagt, wirklich ständig und dann noch das ganze "revanchieren". Ja, vielleicht mache ich mir zu vielen Gedanken und hört ja bald auf und nimm wieder die normale Ausmaßen, die wir gewöhnt sind. #liebdrueck

4

ich finde das recht normal..

mein freundin, die mir öfter mal "aus der patsche" hilft mit dingen die auch "nicht die welt" sind bekommt dann auch entweder ne gegenleistung, (sie hat ja uach kinder, die mal bespaßt werden müssen) oder wenn da grad kein bedarf ist steh ich mal mit nem kuchen vor der tür. einfach so, weil das nett ist.

mit sachen ausleihen genauso. wenn ich es selber grad nicht brauche, und ich kann jemandem, der MIR geholfen hat damit einen gefallen tun, wenn ichs ne weile ausleihe würde ich das auch tun. irgendwann kommt mal wieder ein fall wo ich mal fragen muss, und hoffe dann dass derjenige mir helfen kann. mir mal ein kind irgendwo abholt, weil mein auto verreckt ist, ein kind mit zum kiga nimmt weil ich krank bin oder oder ...

wenn nicht ist das aber auch ok. ich gebe nichts, um hinterher fragen zu können, oder erwarte wirklich irgendwas, aber ein bisschen läuft das ja schon so...

wenn sich jemand "zu viel" bedankt sag ich nur "keine ursache, ist ok so" oder "wenn ich mal was hab, hättst du ja auch ausgeholfen" und fertig. mir ist es lieber jemand bedankt sich zu viel, als zu wenig... nimms einfach als dankbar-nete gste und freu dich.

5

Ich seh das auch wie meine Vorposterinnen. An deiner Stelle würde ich mich einfach freuen, über nette hilfsbereite Nachbarn und mich im Gegenzug eben auch mit Kleinigkeiten revanchieren. Ich fine es auch immer toll, wenn man Dinge gemeinsam machen kan. Ein gutes Gemeinschaftsleben kommt doch in der heutigen Zeit immer öfter zu kurz.

6

ich glaube, ich habe mich nicht richtig ausgedruckt....ist irgedwie ein SILOPO. Was ich meinte ist, dass ich sie auch gerne helfe, tipps gebe, eine Backform ausleihen und solche Sachen. Ich nehme auch gerne Ihre Tochter oder sie mein Sohn, das finde ich alles nett und freue mich, dass ich so jemand habe. Es ist auch mehr oder weniger Ausgeglichen. Was mich etwas "unbequem" macht, ist dass seitdem ich Ihre Tochter übernacht "spontan" bei der Geburt des 2. Kindes genommen haben, die Freundlichkeit übermaß genommen hat. Sie hat mich auch schon einmal zu Mittag im Restaurant eingeladen (als ich zahlen wollte, hat sie mich eingeladen. fand ich damals ok als Dankeschön, aber danach kamen noch 100 "Dankeschön") und mein Mann wurde auch von Ihren Mann schon mal eingeladen. Dazu noch das teure Geburtstagsgeschenk und tausend mal mit Wörtern "Danke" und so andere Gefälligkeiten wie das mit dem Anhänger oder das sie uns gefahren haben mit dem Auto zu diesem Ort usw. Ich habe einfach das Gefühl, dass es zu viel ist! Für mich war es selbstverständlich, dass wir die Tochter nehmen. Ich habe nichts erwartet in direkten Gegenzug dazu, als sie mich eingeladen hat zum Essen, fand ich das natürlich nett. Aber danach kommen ständig andere "revanchieren" und es ist nicht so, dass es nicht nett ist für uns, aber ist das nicht langsam zu viel??? Bereits nach dem Kindergeburtstag ist mir das noch mal aufgefallen und nachdem mein Mann von Ihren Mann zum Kaffee und Kuchen eingeladen wurde (sie mussten was zusammen wegbringen, war auch nett, dass sie ihn gefahren haben mit dem Auto), dachte ich mir, dass es langsam Übermaß nimmt.

Top Diskussionen anzeigen