Sind leibliche Eltern in der "Bringpflicht" oder das erwachsene Kind?

Hallo Ihr Lieben!

Die Überschrift ist vielleicht ein bisschen blöd gewählt, aber - sorry -, ich wusste nicht, wie ich mich ausdrücken soll!

Findet Ihr, dass die leiblichen Eltern, die ihr Kind zur Adoption frei gegeben haben, den Kontakt zum mittlerweile erwachsenen Kind suchen sollten oder eher umgekehrt? Ich muss dazu sagen, dass vor einiger Zeit ein guter Kontakt bestand, der - zumindest den Vater betreffend - grundlos abgebrochen wurde.

Freue mich auf Meinungen.

LG Yvonne

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Hallo,

bei Adoptionen kann man den Kontakt suchen, von einer Seite, von beiden, oder eben nicht.

Und die andere Seite sollte m.E. auch akzeptieren können, wenn kein Kontakt gewünscht ist.

Irgendeine Pflicht sehe ich hier auch nicht.

GLG

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Danke! Pflicht war vielleicht auch bisschen krass ausgedrückt.

LG Yvonne

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Das ist nicht ganz richtig...
Eltern, die ein Kind zur Adoption frei gegeben haben, können meistens keinen Kontakt aufnehmen, weil es zum Schutz des "Kindes" einen Sperrvermerk bei den Standesämtern gibt. So war das bei mir.
Meine Eltern hätten mich nicht finden können, ich habe sie dann gefunden.

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Hi

Ich selbst habe überhaupt keine Ahnung und Erfahrungen zu diesem Thema, aber es scheint so zu sein, dass selbst Erwachsene immer wieder den Kontakt zu den leiblichen Eltern vermissen und "ihre Wurzeln" suchen.

Die leiblichen Eltern haben jedoch ihre Gründe, warum sie das Kind abgegeben haben und manchmal sind sie einfach nicht stabil und verlässlich....selbst später nicht.

Schade, dass Dein Vater den Kontakt abgebrochen hat, aber ich halte es für nicht gut, wenn Du Deine Energie verwendest, weiter Kontakt herzustellen. Irgendwann muss man die Situation glaub ich einfach akzeptieren und Frieden finden....

Einfach ist das bestimmt nicht, aber diese ständige Suche nach Anerkennung und Aufmerksamkeit zermürbt glaub ich auf Dauer..

Alles Gute#klee

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Danke für Deine Meinung. #blume

LG Yvonne

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Ich finde eher, dass ein Kontakt zur Herkunfstfamilie bereits in jungen Jahren gut wäre... Vorrausgesetzt, das es von beiden Seiten her gewollt ist. Zumindest aber die Aufklärung zur Adoption ist wichtig.

Bei einer Adoption besteht allerdings keine Pflicht und kein Recht...

Aber dir geht es um eine bestimmte Sitaution. Weisst du warum der Kontakt abgebrochen wurde? Oder hast du da eine Ahnung? Wie haben sich den die Kontakte geäußert? Regelmässig oder eher sporadisch? Wie lange bestand der Kontakt? Was war der Grund zur Adoption?

Ich glaube nicht, dass es da eine allgemeingültige Antwort gibt

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Hallo!

Erst einmal DANKE, dass Du Dich gemeldet hast. Nun zu Deinen Fragen:

- Soweit ich weiß, war der Grund für die Adoption mangelnde Perspektiven und Vernachlässigung. Die Eltern waren zum Zeitpunkt der Schwangerschaft bereits getrennt.

- Kontakt zur leiblichen Mutter bestand von kleinauf ohne Kenntnis der Adoption (mit ca. 12 Jahren)

- Ein so gut wie regelmäßiger Kontakt zum Vater bestand erst seit der Teenagerzeit für ca. 2 oder 3 Jahre.

- Der Kontakt zur Mutter wurde vor ca. 15 Jahren abgebrochen, weil sie unehrlich und lieblos war. Sie hat nie wieder versucht den Kontakt aufzubauen.

Der Kontakt zum Vater wurde seinerseits nach 2 oder 3 Jahren ohne Begründung abgebrochen - keine Telefonate mehr (ließ sich verleugnen), keine Besuche mehr..nichts. Soweit ich informiert bin, ging der Vater ungefähr zu dieser Zeit eine neue Beziehung ein und ist umgezogen (Adresse bekannt durch Recherchen).

Durch ein gemeinsames Familienmitglied, zu dem wohl noch Kontakt besteht, ist der Vater informiert, wo und wie das Kind lebt. Gemeldet hat er sich nie.

Wie ist Deine Meinung?

LG Yvonne

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Lass es!

Du hast Eltern und du hast deine Herkunft kennengelernt.

Deine leiblichen Eltern habe dich frei gegeben. Und so solltest du es auch nutzten. Wurzeln schlagen kann man auch in anderer Erde.

Zu deiner Geschichte. Du sprichst von Vernachlässigung und Perspektivenlosigkeit... Ich möchte da nicht näher darauf eingehen, nur so viel.

Es gibt Menschen die sind nicht in der Lage solche Art von Beziehung oder Bindung zu pflegen, andere wollen es einfach auch nicht. Am Ende musst du ihre Entscheidung akzeptieren.

Deine leiblichen Eltern haben dich zur Adoption frei gegeben, dass würde ich ihnen zu gute halten. Sie habe dich losgelassen und das ist nicht immer das schlechteste was einem Kind passieren kann... schau dich nur mal um...

Lg

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hallo,

so eine frage lässt sich doch nicht eindeutig beantworten. die umstände einer adoption sind vielfältig und die lebensumstände der betroffenen personen auch. da gibts keine allgemeingültige antwort.

in meiner familie ist adoption keine seltenheit, das weggeben eines kindes bzw. die adoption eines kindes, beides bereits vorgekommen. letzteres nicht nur einmal.

wenn eine mutter ihr kind zur adotion freigibt wird sie dafür einen triftigen grund haben. niemand trägt ein kind aus lauter spaß aus und gibt es dann sinnfrei einfach her.
die einen bekommen ein kind nach einer gewaltsituation, die einen sind zu jung oder fühlöen sich nicht reif genug fürs kind zu sorgen. andere sind überfordert mit ihrem lebem, wie es ist und sind vernünftig genug einzuschätzen, dass ein kidn in dieser situation für alle beteiligten das schlimmste wäre. wieder andere möchten vielleicht einfach kein kind.
und mit den folgen muss dann auch die mutter, respektive vater, leben. und wie sie damit leben wird auch unterschiedlich sein. manche verdrängen vielleicht den fakt irgendwo ein leibliches kidn zu haben, bauen also inberlich auch gar keine gefühle zu diesem kind auf. andere warten auf dne tag, an dem sie kontakt aufnehmen können. manch ein vater weiß vielleicht gar nivhts von einem leiblichen kind, das weggegeben wurde. manch einer zerbricht vielleicht auch daran.
da jetzt zu sagen: die leiblichen eltern müssen.... finde ich falsch.

auch sollte man unterscheiden zwischen ethisch/moralisch und rechtlich.
reicht rechtlich kann natürlich niemand gezwungen werden. moralisch sollte eigentlich jeder mensch ein recht darauf haben zu wissen, wo er herkommt. aber beinhaltet das auch, dass die leiblichen eltern ein verhältnis zum weggegebenen kind aufbauen müssen?auch wenns gemein klingt, ich denke nein. sie haben eine entscheidung getroffen und dürfen an dieser festhalten. sie dürfen sagen: ich möchte mein leben nicht mit diesem kind teilen.

klar ist das schwer tzu akzeptieren und auch irgendwie gemein. aber die gründe des wegggebens und die folgen, wie ich sie oben beschrieb, führen zu unterschiedlichen sichtweisen, zu unterschiedlichen einstellungen.

niemand sollte gezwungen werden z.b. sein seelisches gleichgewicht zu opfern, um ein verhältnis zum weggegebenen kind aufzubauen.

dann wäre allerdings an dieser stelle auch ehrlichkeit gefragt. aber dazu werden wohl die wenigsten in der situation in der lage sein.

auch wenn es schwer ist zu akzeptieren, aber wenn jemand keinen kontakt möchte, dann sollte das akzeptiert werden, in deren sine, aber auch im eigenen sinne. wer möchte sich abmühen um kontakt zu jemanden, der das ablehnt, wem wäre damit geholfen?

alles in allem sehr schwierige situationen.

lg

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Danke schullek, wahre Worte #pro. Aber wenn sie einen selbst betreffen - also emotional gesehen - nicht so einfach anzunehmen!

LG Yvonne

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Hi,

ich finde:

alles kann, aber nichts muss.

Es wird einen Grund dafür geben, dass ein Kind zur Adoption freigegeben wurde. Und wenn die Eltern/Mutter da heute immer noch dahinter stehen und einfach kein Interesse am mittlwerweile erwachsenen Kind habe oder selbst keinen Grund sehen, warum sie danach suchen sollten, dann ist das völlig ok.

Kinder, die das Bedürfnis haben die leiblichen Eltern kennenzulernen (egal in welchem Alter) sollen halt den Kontakt suchen und das beste hoffen.

Kinder, die das Bedrüfnis nicht haben, sollen es lassen.

Und wenn sie während der Kontaktphase rausstellt, dass man so gar kein Interesse am Gegenüber hat oder es einfach nicht passt, dann hat jede Seite das Recht, den Kontakt abzubrechen.

Gruß
Kim

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Danke Kim! Sei mir nicht böse, dass ich Folgendes schreibe: So kann nur jemand schreiben/ denken, der nicht betroffen ist. Rein nüchtern betrachtet hast Du natürlich recht, emotional gesehen, kann ich Dir nicht Recht geben. Aber ich nehm es Dir wirklich nicht übel. Du steckst nicht drin!

LG Yvonne

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Hi,

so ganz stimmt das nicht. Mein Mann ist adoptiert - und der leibliche Vater hat keinerlei Interesse an ihm. Er hat ihn als Kleinkind quasi "verkauft" und Geld kassiert, um der Adoption zuzustimmen.

Auch wenn der Adoptivvater sich sehr viel Mühe mit meinem Mann gegeben hat und er ihn als seinen Vater ansieht (lebt leider nicht mehr), nagt dieses Wissen um die Umstände der Adoption doch immer noch an meinem Mann. Trotzdem muss er akzeptieren, dass sein Erzeuger nichtmal einen einmaligen Kontakt zulassen will. Auch ein Erlebnis in der Kindheit, als sein Erzeuger mit einem anderen Kind in eine Gaststätte kam, um dort zu essen und mein Mann ebenfalls da war (seine Mutter arbeitete dort und er ging nach der Schule zum essen hin) und völlig ignoriert wurde, macht es nicht leichter.

Natürlich sehe ich es nur als Außenstehende / nicht selbst betroffene. Trotzdem stehe ich zu dieser Meinung.

Gruß
Kim

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Hi,

bei einer Adoption haben die leiblichen Eltern keine Möglichkeit Auskunft über Ihre Kinder zu erhalten. Auch nicht wenn diese Kinder bereits Volljährig sind.

Nur die zur Adoption Freigegebenen selbst können die Daten Ihrer Eltern erfragen. Zumindest soweit diese bekannt sind.

Aber soweit ich Dich verstanden habe, hat bereits ein Kontakt bestanden und Dein leiblicher Vater hat ihn einschlafen lassen. Dann hat er wohl kein wirkliches Interesse. Ich würde mich in dem Fall nicht weiter bemühen. Wenn er wieder ankommt okay, aber Du hast keine Verpflichtungen ihm gegenüber.

VG lachris

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Danke für Deine Antwort, lachris!

LG Yvonne

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Bei einer geschlossenen Adoption haben die leiblichen Eltern keine Möglichkeit, das Kind (oder den Erwachsenen) zu finden.

LG

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Das heißt Ämter würden nicht mal einen Brief an erwachsene adoptierte Kinder weiterleiten welches dann entscheiden kann ob es Kontakt will?

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Nein.

Die Kontaktaufnahme muss durch das Kind geschehen. Das JA legt de Briefe zur Adoptionsakte, und wenn das Kind Informationen wünscht, sieht es in der Akte die Briefe. Zugesandt werden sie nicht.

LG

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Hallo,

niemand ist in der Pflicht, Kontakt aufzunehmen und zu erhalten. Weder die Eltern, die ihr Kind weggeben haben, noch die Kinder die weggegeben wurden. Ich kann jedoch verstehen, wenn Interesse bei den Kindern da ist. Schließlich möchte doch jeder Mensch wissen, woher er stammt. Aber eine "Pflicht" sehe ich da nicht. Die Eltern haben sich schließlich bewußt dazu entschieden, das Kind zur Adoption abzugeben und damit eben auch auf alle Rechte und Pflichten verzichtet.

LG
Sassi

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Hallo.
Derjenige, der das Bedürfnis hat, wird den Kontakt suchen. Wenn ein Kontakt scheinbar ohne Gründe abgebrochen wurde, dann kann man nach den Gründen fragen. Allerdings sollte Aufdringlichkeit von beiden Seiten vermieden werden.

LG
Catrina

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