Immer Ärger mit dem Schwiegervater

Hallo!

Ich weiß gar nicht genau, wo ich anfangen soll..
Vorab: Mein Schwiegervater und ich mögen uns nicht besonders. Das war von Anfang an so. Irgendwie sind wir miteinander nicht warm geworden. Aber so ist das halt manchmal und ich denke mir immer, solang wir respektvoll miteinander umgehen, ist alles gut.

Jetzt aber zu der ganzen, doofen Situation:
Bevor ich mit meinem Mann zusammen kam, hatte er viel Kontakt zu seinem Vater. Sie waren jeden Freitag essen, sein Vater hat meinen Mann teilweise mehrmals am Tag angerufen usw. Das alles weiß ich aber erst im Nachhinein.

Jetzt ist es so, dass die beiden mittlerweile kaum noch Kontakt haben. Ich weiß ja, dass mein Schwieva mich nicht mag und dachte immer, es läge an mir, aber er verhält sich den Geschwistern meines Mannes gegenüber genauso.
Er meldet sich nur noch, um sich zu beschweren, dass sich keiner bei ihm meldet #kratz
Und dass, obwohl wir immer wieder hinfahren und ihm auch sagen, dass er doch mal vorbei kommen soll. Immerhin haben mein Mann und ich einen Sohn miteinander, aber der hat seinen Opa in den 13 Monaten seines Lebens ganze 3 mal (!) gesehen.

Schwieva wohnt 30km entfernt, ist Frührentner und fährt Motorad. Er kam noch NIE einfach so auf einen Kaffee vorbei.
Mein Mann arbeitet viel, er ist 6 Tage die Woche auf Montage, aber Schwieva erwartet, dass wir trotzdem 3 mal in der Woche vorbei kommen (wie auch immer das gehen soll).

Ich hab mittlerweile sowas von die Sch.. voll!
Zu unserer Hochzeit vor 1,5 Jahren kam er in Begleitung seines Nachbarn (den wir gar nicht kennen), mit dem Argument, dass er sich ja sonst langweilen würe, weil wir uns ja nicht mit ihm beschäftigen #gruebel

Mittlerweile hat er zu meiner Schwägerin gesagt, dass er sich bei keinem seiner Kinder mehr melden will. Einfach so. Obwohl alle immer bemüht waren, den Kontakt zu ihm zu halten.

Man muss sich mal vor Augen halten:
Als mein Mann sich von seiner Ex trennte und in eine eigene Wohnung zog, hat sein Vater ihm seine alte Waschmaschine, die eigentlich auf den Sperrmüll sollte, VERKAUFT!

Letztens traf ich ihn auf dem Trödelmarkt und er erzählte mir, dass er für die Rentenkasse etwas ausfüllen und die Geburtsdaten seiner (3) Kinder angeben musste. Die wären ihm aber nicht eingefallen #schock
Er ist nicht dement oder so.

Langsam hab ich wirklich genug von dem Kerl.
Ich habe meinem Mann schon oft gesagt, dass er doch mal hin fahren soll. Ich hab einfach keine Lust mehr mitzukommen und ihm so immer wieder hinterher zu laufen.
Mein Mann hat aber auch kaum noch Lust und schimpft auch regelmäßig auf ihn.

Ach, ich könnte ewig so weiter schreiben und es würde doch nicht alles aufzeigen, worüber ich mich so aufrege.

Ich will nur anmerken:
Ich würde mich nie zwischen meinen Mann und seinen Vater stellen wollen. Mit allen aus der Familie komme ich gut klar (Schwiemu lebt in einer neuen Ehe), ich sehe sie als meine Familie an.

Also nicht dass es jetzt so rüber kommt, als wollte ich irgenwen ausspielen oder so ;-)

Das ist alles etwas wirr geschrieben, aber vielleicht blickt ja doch jemand durch und hat einen Rat für mich, wie ich mich evtl verhalten soll.

liebe Grüße und danke an alle, die sich durchgekämpft haben ;-)

#winke

1

So ganz verstehe ich jetzt dein Problem nicht.

Dein SV meldet sich nie...dein Mann hat keinen Bock auf Kontakt mit ihm...du hast keinen Bock auf Kontakt mit ihm...wo ist also das Problem?

Habt einfach keinen Kontakt und gut ist.

2

Das Problem ist, dass Schwieva immer mal wieder was von sich hören lässt nur um meinem Mann ein schlechtes Gewissen einzureden und mein Mann leidet unheimlich darunter, weil er ihm eben auch nicht hinterher rennen will, er sich aber irgendwie verantwortlich fühlt. Das nutzt sein Vater ohne Ende aus..

Danke für deine Antwort.

#winke

5

Dann sollte Dein Mann vielleicht eine Therapie/ein Coaching anstreben. Damit er versteht, was seine Verbindlichkeiten und Verantwortung dem Vater gegenüber genau sind und wo sie enden.

Oder er macht halt so weiter und fühlt sich damit schlecht. Das kann er ja selbst entscheiden, er ist ja erwachsen genug.

Ich persönlich würde die erste Variante nehmen, ich hätte nämlich keine Lust auf so eine Seelenqual.

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3

Frag Deinen Mann doch mal, wie sehr sich sein Vater seinerseits um seine Eltern damals bemüht hat.

Bei mir rückt das einiges gerade, wenn ich mal ein schlechtes Gewissen habe, weil ich es eine ganze Woche nicht zu meinem vater ins Pflegeheim geschafft habe - der hat seinen Vater damals nämlich nur etwa alle 4-5 Monate besucht und das auch oft erst, wenn meine Mutter ihn dran erinnert hat.

4

meine Meinung: je älter man wird desto mehr kommen gewisse Eigenheiten durch und desto unflexibler wird man. ohne Partner (oder auch sobald die Kinder aus dem Haus sind) haben diese Eigenheiten noch mehr Platz.

war dein Schwiegervater schon immer ein Mensch, der alles ein bisschen negativ gesehen hat? gerne gejammert hat?

da kann man eigentlich nur die Zähne zusammen beißen, sich ab und zu melden (mit der Gewissheit, dass es ja sowieso dem Vater nie passen wird) und sich die jammerei ohne Kommentar anhören. wenn er nicht mal die Geburtstage der Kinder weiß...

obwohl, einer Freundin meiner Eltern ist es blöd ergangen. die Mutter wurde immer komischer - zunächst aber nicht dement - und hat auch immer mehr angefangen über die Kinder zu maulen. hat sich dabei dann immer mehr auf ein Kind eingeschossen, was natürlich zu Problemen zwischen den Geschwistern geführt hat. erst mit fortschreiten der Erkrankung wurde das Bild klar und trotzdem hat es einige Gespräche mit dem Arzt gebraucht bis alle Kinder akzeptiert haben, dass hier nicht Intrige stattfindet sondern dass dass das Verhalten (schleichend) schon lange typisch für das Krankheitsbild ist.

wie auch immer, ihr werdet ihn im großen nicht ändern können, ihr könnt und sollt auch in manchen Dingen Grenzen setzen, darüber hinaus euch aber so wenig wie möglich ärgern und halt ein paar (Pflicht)Besuche im Jahr machen.

LG

6

Naja, man könnte natürlich alles so lassen wie es ist. Ihr wollt keinen großen Kontakt, dein Schwiegervater meldet sich von sich aus auch nicht und ist somit selbst schuld, also passt doch alles...

Jetzt kommt es aber darauf an, wie wichtig euch (oder eigentlich deinem Mann) der Schwiegervater ist. Offentlich ist er einsam und fühlt sich vernachlässigt. Von alleine wird er die Situation sicher nicht ändern, das tun alte, in selbstmitleidzerfließende Leute doch nie. Außerdem erwarten Eltern immer irgendwie, dass sie von den Kindern besucht werden, nicht umgekehrt.
Wenn ihr also etwas für den alten Kauz tun wollt, wäre es an euch doch mal aktiv zu werden. Oft habt ihr ihn bislang ja nicht besucht (oder eingeladen), wenn er euren Sohn erst drei mal gesehen hat...
Vielleicht können sich dein Mann und seine Geschwister ja zusammentun. Wenn ihn jeden Monat ein anderer einläd oder besucht, wäre das für die einzelne Familie kaum Aufwand, dein Schwiegervater wäre aber zumindest nicht mehr ganz so allein.

Generell finde ich schon, dass man zu seinen Eltern stehen sollte, auch wenn sie schwierig werden, in einem vernünftigen Maß natürlich.

8

Hallo,

es klingt etwas schwierig, ich denke mal dass Dein Schwieva generell eher der Typ "Einsiedlerkrebs" zu sein scheint.

Dein Mann war früher immer mit ihm essen und war für ihn da, aber als Du dann ins Spiel gekommen bist, hat sich Dein Schwieva vielleicht eingeredet, dass er nicht mehr gebraucht wird. Deswegen ist er Dir ggü eventuell auch so grantig.

Vielleicht fühlt er sich auch alleine gelassen, ist einsam und erwartet (alter Schlag) dass das Jungvolk auf IHN zukommen muss.

Es ist sehr schwer, ich habe selber schon erlebt, dass manche Menschen mit dem Alter umso kauziger werden und nicht einsehen wollen, dass sie selber auch mal was dazu beitragen könnten.

3x pro Woche ist für Euch vielleicht etwas viel, aber versucht doch trotzdem zumindest einen festen Tag pro Woche zusammen zu verbringen.
Dann geht ihr eben zusammen essen oder kocht gemeinsam.
Oder mal zum Kaffee zu ihm, paar Kaffeestückchen mitbringen, oder ein Fussballspiel abends gemeinsam ansehen.
Und nehmt auch mal die Geschwister Deines Mannes ins Gebet.
Man kann sich doch einigen, dass jeder 1x pro Woche zu dem alten einsamen Kerl geht, und wenn es nur auf ein Stündchen zu einer Tasse Kaffee oder mal einem Frühstück ist...

Somit besteht auch die Chance, dass er seinem kleinen Enkelsohn etwas näher kommt - das kann den alten Kerl doch vielleicht mal etwas aufblühen lassen.

LG

10

Hallo!
Klar, dein Mann hat durch euch mittlerweile eine eigene Familie, die natürlich sehr wichtig ist. Aber aus Sicht deines Schwiegervaters wirkt es vermutlich schon so, dass du ihm "den Sohn weggenommen hast". Vor eurer Ehe haben die beiden mehrfach täglich telefoniert und sich freitags getroffen. Das findet nicht mehr statt. Er merkt selber, dass ihr nicht auf einer Wellenlänge liegt. Daher ist es für mich eigentlich kein Wunder, dass er nicht einfach vorbei kommt.

Was spricht denn dagegen, dass dein Mann sich regelmäßig bei seinem Vater telefonisch meldet (und wenn´s täglich oder alle zwei Tage für ein paar Minuten sind) und dein Mann ein Mal in der Woche kurz hinfährt?
Du schreibst, dass ihr immer wieder hinfahrt. So oft kann das ja auch nicht sein, denn sonst hätte dein Sohn seinen Opa bereits häufiger gesehen.

LG Silvia

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