7-Jähriges Kind sagt es will sterben

Hallo,

Um zu erklären wie mein Kind auf diesen Gedanken kommt muss ich etwas ausholen.

2002 starb meine erste Tochter am plötzlichen Kindstod. Als meine 2te Tochter alt genug war um es zu verstehen erzählte ich ihr von ihrer Schwester im Himmel.seitdem fragte sie immer mal wieder nach ihr und sie zählte sie immer mit wenn sie jemand fragte wieviele Geschwister sie hat.sie sieht sich auch gerne ihre Bilder an.

am 31.7 war dann der 10. TodesTag von ihr und meine Tochter wollte mit zum grab.sie war das erste mal dabei.sie setzte einen Teddy aufs grab und ich stellte die Blumen hin.
Nach dem besuch war sie sehr traurig und weinte mehrmals.jetzt hat sie es richtig realisiert was mit ihrer Schwester ist.
dann am Mittwoch sagte sie mir dass sie sterben will um bei ihrer Schwester zu sein.ich war geschockt und versuchte mit ihr zu reden aber sie machte dann dicht.waren dann gestern beim Kinderphyschologen.wir sollen es weiter beobachten u ein Ritual machen.mach mir sorgen um mein Mädchen ..

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Ich will Dir nicht zu nahe treten, ich bin auch kein Psychologe, aaaaaber - kann es sein, dass Du der "Schwester im Himmel" zuviel Raum gibst bei Deiner Kleinen ? Redest Du sehr viel, vielleicht unbewußt, von dem toten Kind und somit wünscht sich das lebende Kind, auch soviel Beachtung zu kriegen und/oder bei diesem doch sicher ganz supertollen Geschwisterchen zu sein ? Auf die Idee kam ich spontan beim Lesen.
Bitte trauere und erinnere Dich mal OHNE Deine Maus, sie hält es offenbar nicht aus.
Aus dem Grund bin ich auch strikt gegen kleine Kinder bei Beerdigungen, auch wenn hier immer steht, der Tod gehört zum Leben. Aber kleine Kinder können es nicht einordnen, was "tot" ist - und dann kommt sowas dabei heraus. Klingt jetzt böser, als es gemeint ist, ich meine es sehr gut mit Dir.
Ich habe eine Kollegin, die verlor auch ein Kind am SID, schon vor 17 Jahren. Das Folgekind litt ungeheuer darunter, dass er "nur" ein Junge war, sie wollte doch wieder ein Mädchen haben. Bis sie das gemerkt hat, was sie da unbewußt anrichtete, wollte der Junge zur Oma ziehen - er hielt die andauernden Erinnerungen einfach nicht mehr aus. Selbst als er größer war, brüllte er seine Mutter mal ganz verzweifelt an, "ich KANN nicht so toll sein wie deine tote Maria".....Schlimm !
Ich weiß nicht, ob ein "Ritual" nun hilft, ich weiß ja nicht, welches er meint. Aber bitte vermittle Deinem Kind, dass es wichtig für Dich ist, weil es DA ist und Du es knuddeln und verwöhnen kannst - und klammere bitte mal den Todesfall für eine lange Weile aus. Ich kann Dir nichts vorschreiben, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass das das Beste ist. Dein lebendes Kind muss die Nummer eins sein, nicht das Kind im Himmel.

LG Moni

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Nun es ist nicht so dass ich sie jeden Tag damit konfrontiere.wenn sie zu mir kommt und nach ihr fragt erzähle ich ihr ein wenig ansonsten lasse ich das Thema ruhen.

ich selbst trauere für mich alleine ohne dass die Kinder etwas davon bemerken weil es meist abends ist wenn sie schlafen

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"ich selbst trauere für mich alleine ohne dass die Kinder etwas davon bemerken weil es meist abends ist wenn sie schlafen"

Ist das so zu verstehen, dass Du selbst den Tod Deiner Tochter noch nicht überwunden hast? Weinst Du deswege noch häufiger und befasst Dich oft damit?

Dann ist hier wahrscheilich der Lösungsansatz zu finden, Du solltest zuerst selbst damit abschliessen, da Deine Kinder scheinbar doch bemerken, wie Du darunter leidest. Hol Dir am Besten Hilfe von einer örtlichen professionellen Trauerbegleiterin, damit Du endlich damit für Dich abschliessen kannst. Ich denke, damit hilfst Du Deinen Kindern auch, die spüren Deine ständige unterschwellige Trauer nämlich stärker, als Du glaubst.

Möglich ist auch, dass Dich Deine Große mal beim Trauern heimlich belauscht oder beobachtet hat, Du solltest Dir also unbedingt helfen lassen, damit der Schmerz endlich erträglicher wird.

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Hallo,

Lass dich erstmal #liebdrueck, unbekannter Weise.

Ich kann mir vorstellen, dass dir die Worte deiner Tochter einen Schock bereitet haben. Ich denke aber, dass sie gar nicht das Sterben an sich meinte, sondern sich vielmehr eine enge Vertraute wünscht, die man ja oft unter Geschwistern findet. Jemanden, mit dem man sich mal gegen die Eltern verbünden kann, mit dem man Streiche ausheckt, der man die Schuld zuschieben kann, wenn man selber was verbockt hat.

Deine Tochter ist sieben, weiß sie überhaupt, was sie mit dieser Aussage bei dir ausgelöst hat?

Mein Sohn hat mal in der Schule geäußert, er wolle kein Leben mehr, weil das keinen Spaß mache. Der Lehrer ist hier Sturm gelaufen, kann man sich vielleicht vorstellen. Ich hab geheult, war schockiert, hab mich gefragt, was ich falsch gemacht hab. Es hat sich herausgestellt, dass er diese Aussage im Zusammenhang mit einem Völkerball-Spiel machte, es ging nur um das "Leben" im Spiel. Mann, war ich erleichtert, als wir das aufgeklärt hatten.

Beobachtet weiter, rede aber vor allem auch mit deiner Tochter, warum sie bei ihrer Schwester sein will.

LG, leviana

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Hallo Ladylike25,

Ich finde es echt toll, dass du für dich eine Art und Weise gefunden hast, mit dem Tod deiner Tochter umzugehen. Das war bestimmt ein langer Weg für dich. Genau so finde ich es gut, dass du es auch deiner zweiten Tochter gegenüber nicht verheimlichst. Trotzdem, und gerade deswegen verstehe ich echt gut, dass es ein zimelicher Schock gewesen sein muss, so eine Aussage von deiner Tochter zu hören.

Dass deine Tochter aus eigenem Willen mit wollte und durfte zum Grab ihrer Schwester finde ich super. Persönlich hätte ich ihre Aussage bezüglich des Sterben danach eher in die Kategorie "Verarbeiten" gepackt. Schließlich durchlebt sie jetzt, da es ihr die Tragweite bewusst wird, auch ganz neu Trauer.

An deiner Stelle hätte ich mich einfach mit meiner Tochter hingesetzt und mir angehört, warum sie so empfindet. Und ihr dann erklärt, dass wir alle irgendwann sterben werden, auch sie. Aber dass jeder seine Aufgaben hier auf der Erde erst mal zu erfüllen hat. Und sie dann, wenn ihre Zeit gekommen ist, um so mehr hat, was sie ihrer Schwester erzählen kann!

Trauer ist meiner Ansicht nach meistens in irgend einer Form mit Schuldgefühlen gepaart. Man selber lebt schließlich weiter! Und es ist ziemlich einfach selbst in diesen Schuldgefühlen zu versinken, oder sie (un)bewusst auf andere zu übertragen.

Sprecht weiter darüber, so oft und so lange deine Tochter es möchte. Sei für sie da! Ihr ist jetzt erst begereifbar geworden, was das alles für sie bedeutet. In gewisser Weise durchlebt sie jetzt erst die ersten Phasen der Trauer. Fang sie dabei auf! Aber in ihrem Rhytmus. Wenn sie es thematisiert. Und ansonsten lebt einfach, genieß deine 2. Tochter und macht was schönes zusammen, ganz fern von trüben Gedanken.

LG,
LaCamerounaise

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Hi,

mein Sohn sagt auch schon mal...." ich will zum Hund in den Himmerl, der hat bestimmt mit Opa viel Spaß.."

Das kommt immer, wenn wir wieder viel über Opa, Hund, Tod reden...weil gerade was passiert war.

Kann es sein, das ihr sehr viel über das gestorbene Kind redet? Das es für Euch immer noch einen hohen Stellenwert hat? Sicherlich kann man es niemals vergessen aber vielleicht sollte man gerade jetzt, wo Euer Mädchen es eher belastet oder mehr dran denkt, einfach mal das Thema TOD in der Familie ein bisschen hinten dran schieben.

Grusse
lisa

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Hallo,

#liebdrueck

Du kannst natürlich den Kinderarzt oder einen Psychologen deswegen fragen.

Aber ehrlich gesagt kamen solche Sprüche in dem Alter auch von mir und auch von meinem Bruder (von meinem Bruder zu der Zeit, als eine unserer Großmütter starb).

Da fielen halt so Sätze: "Ich wünschte, ich wäre tot."

Ich lebe heute noch, wie Du siehst und mein Bruder auch.

Klar beschäftigt sich ein Kind mit dem Tod. Muss Deine Tochter das Gefühl haben, dass Du das Kind, was gestorben ist, mehr liebst, als sie? Dann solltest Du mal eher über Dich nachdenken, als über Deine Tochter.

GLG #herzlich

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Ich sage es hier nochmals ich konfrontiere sie nicht jeden Tag damit.wenn sie zu mir kommt erzähle ich ihr ein wenig von ihrer Schwester.und ich selbst denke auch nicht jeden Tag an meine verstorbene Tochter meistens nur wenn ihre Jahrestage sind.und ich sitze dann nicht heulend auf dem Sofa sondern ich denke einfach nur nach.ich war damals auch bei einem physchologen.und ich habe es geschafft zu verarbeiten sonst könnte ich ja nicht so offen darüber reden

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Hallo,

du hast ja schon einige Antworten bekommen. Ich würde jetzt diesen Satz Deiner Tochter nicht so einen hohen Stellenwert einräumen. Sie kann noch nicht einschätzen, was tot bedeutet, weder für sie, noch für dich. Vielleicht wollte sie nur ausdrücken, dass sie ihrer Schwester nah sein will. Ich habe unser 2. Kind in der 21. Woche verloren, meine Tochter war zu dieser Zeit fast 5. Für sie ist dieses Kind sehr real, sie bezieht dieses Kind oftmals mehr in den Alltag ein, als ich. Und für sie ist der Himmel toll, da sind viele Menschen, die ihr was bedeutet haben. Sie erzählt mir oft, was die im Himmel da oben alles machen etc.

Warte eine Weile und versuche ihr mal klar zu machen, was Tot sein bedeutet, und sage ihr einfach, dass ihre Schwester immer bei euch im Herzen ist, aber sie lebt und das ist wundervoll für dich.

Ich halte auch nicht so viel davon - wie einige schon geschrieben haben - nicht vor den Kindern zu trauern. Kinder sind sehr feinfühlig, so gut kann man sich gar nicht verstellen, als dass sie es nicht bemerken würden.

Ich bin mit meiner Trauer immer offen umgegangen.

Ich denke nicht, dass deine Tochter wirklich sterben will, eben weil sie nicht weiß was das bedeutet.

Viele liebe Grüße
Leah

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Du bist 25 Jahre alt, hast 4 Kinder und bist mit dem 5. Kind schwanger. Und du hast tatsächlich mit 15 Jahren dein 1. Kind geboren, welches dann am plätzlichen Kindstod gestorben ist.

Ist das alles so richtig? Mit 15 ?
Kann ja schon sein, wollte nur mal nachfragen....

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Ist das ein Problem für dich dass ich so jung Mutter geworden bin und bereits 4 Kinder habe?wenn ja frage ich mich warum?vielleicht denkst du wie viele andere auch von wegen kein Schulabschluss,keine Ausbildung und wahrscheinlich 4 Kinder von 4 Vätern.

dazu kann ich nur das sagen was ich all den anderen auch sage: RealschulAbschluss,abgeschlossene Ausbildung und 4 Kinder von 2 Vätern! So nun hoffe ich das die Neugierde gestillt ist

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Es ist nunmal sehr sehr selten...Mit 15 ein Kind und mit geradezumal 25 dann bald 5fach Mami zu sein.
Nein, Hut ab vor dir. Keinesfalls stelle ich dich als asozial dar. Habe selbst 4 Kinder ( allerdings von 1 Mann- aber völlig egal. ).

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