HILFE! Umgangsrecht unterbinden (Großeltern)

Hallo an alle.

Unter welchen Umständen kann ich bzw. wir das Umgangsrecht zwischen unserem Kleinkind (20 Monate) und den Großeltern väterlicher Seits unterbinden? Wo müssen wir hin? Zum Jugendamt?

Es ist unfassbar. Diese Frau. Sie ist Alkoholikerin. Es waren so viele Geschichten: Lügen, Intrigen, Vertrauensmissbrauch. Ich habe ihr immer wieder Chancen gegeben
bis zu folgenden Tag:

sie war bei mir, hatte angeblich Ärger auf Arbeit, Ärger mit ihrem Mann (Stiefvater von meinem Freund). Ich habe ihr mal wieder meine Tür, mein Ohr und mein Herz geöffnet. Bis meine eigenen Großmutter im Schuppen gestürzt ist und mich um Hilfe gerufen hat. (Sie ist übergewichtig und kam trotz Hilfe ihres Lebensgefährten nicht auf die Beine). Mein Mann war noch arbeiten uns sie hat das Gespräch und meine Sorge mitbekommen. Sie war lieb und nett und kam mir nicht angetrunken o.ä. rüber. Sie hat sich sofort angeboten kurz auf unseren Jungen aufzupassen. Meine Großmutter wohnt in direkter Nähe. Aber als ich nach ca. 30 min. nach Hause kam war sie total betrunken. Mein Mann hat (als er kurz nach mir kam) in ihre Tasche gesehen und eine !leere! Schnapsflasche gefunden. Was hätte ALLES PASSIEREN KÖNNEN!!?? O Gott, ich darf nicht dran denken. Ich bin dann mit Junior zu einer Freundin weil sie auf unserem Sofa nicht mehr wachzukriegen war. Um es abzukürzen: es kam der Notarzt, sie ins Krankenhaus, Antidepressiva, hohe Promille und noch ne Menge andere Tabletten in ihrem Körper. Sie wollte sich wohl umbringen. So hieß es. Danach kam absolute Kontaktsperre. Aber ihre Familie/Familie meines Freundes haben uns ins Gewissen geredet, wir sollen doch zumindest den Opa zu unseren Jungen lassen. Ja, unser Spatz lieb seinen Opa. Ich hatte nach all den Vertrauensbrüchen/ -missbrauch und Intrigen mal wieder ein ganz großes Herz. Dachte mir "warum soll ich den Opa und vor allem meinen Jungen bestrafen, wenn sie die "Kaputte" ist. Naja in den letzten Monaten hatte Opa den Kleinen 3 x. NUR unter der Voraussetzungen, dass sie den Kleinen nicht sehen darf! Wurde uns "Hoch und Heilig" versprochen.
Nun hat sich jedoch eine andere Tante verplappert.#schock:-[#schmoll
Es war alles abgekatert. Und Opa/Schwiegervater hat auf Nachfrage noch ganz dreist gelogen.:-[
Sie war nie während der "Besuchszeit" bei ihrer Therapiegruppe, sie war immer da. Ich habe alles aus der Tante reisgequetscht. Ich meine, die Frau ist so gestört, sie richt an ihrer eigenen Kacka. Alle reden auf uns ein: wir sollen uns nicht so haben. Aber ich WILL NICHT, dass so eine ekelige meinen Jungen anfässt.#schmoll Ich bin total fertig, alle haben mich nur belogen, hinterlistig und abgebrüht. Ich bin absolut fassungslos. ***

Ich bitte euch um euren Rat, es ist wirklich wichtig.
geschockte Grüße
LiLo

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Hallo,
ich wusste gar nicht das Großeltern ein "Umgangsrecht" haben.
Meiner Meinung haben die lediglich das Privileg mit dem Kind "umgehen" zu dürfen. Und wenn sie sich so verhalten und so dreist lügen, ist das Thema gegessen.
Wenn der Opa den kleinen sehen will, soll er zu euch kommen und kann mit ihm unter eurer Aufsicht spielen aber mehr nicht. Und die Oma soll zuerst mal normal werden bevor das Kind wieder sieht. So wäre es auf jedenfall bei mir/uns.

Erkundige dich mal auf dem Jugendamt, aber ich glaube nicht das du da großartig viel machen musst. Ihr seid die Eltern und ihr bestimmt was mit dem Kind passiert bzw. wo es hingeht!!!!

Liebe Grüße und viele Nerven wünsch ich dir!!!

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So ganz stimmt das nicht. Großeltern können sich das Umgangsrecht einklagen, wenn vorher ein regelmäßiger Kontakt zum Enkelkind vorhanden war und es nicht dem Kind schadet. Genau das ist ja hier der Fall. Daher denke ich, dass das der Kontakt ohne Probleme unterbunden werden kann.

An wen man sich dafür wenden muss weiß ich nicht. Würde einfach mal beim Ja oder bei einem Anwalt nachfragen. Vieleicht reicht es ja schon, wenn ein Anwalt ein Schreiben aufsetzt in dem der Oma der kontakt verboten wird.

Falls du dem Opa noch Besuche ermöglichen möchtest (wobei ich da nach den ganzen Sachen vorsichtig wäre), könnten die Besuche ja "unter Aufsicht" stattfinden (Spielplatz etc).

Alles Gute

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Hallo
Nun, ich will den Kontakt nach dem (weiteren) Vertrauensmissbrauch nicht mehr! Versuche jedoch vernünftig zu bleiben und meinem Kind nicht zu schaden. Er liebt seinen Grüßvater wirklich sehr. Nun steht der scheinbar unter dem Pantoffel seiner Frau. Also ohne Beaufsichtigung und Kontrolle einer unabhängigen und fachkundigen Person kommt für uns kein Kontakt mehr in Frage.

LG

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Hallo

BGB § 1685 Umgang des Kindes mit anderen Bezugspersonen

(1) Großeltern und Geschwister haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient.



Nachdem der Umgang in keinster Weise dem Wohl des Kindes entspricht,kannst du den Kontakt unterbinden.Ist die Großmutter damit nicht einverstanden,muss sie auf Umgangsrecht klagen.Nachdem was du aber hier geschrieben hast,wird sie das a; nicht tun und b; hätte sie mit dieser Vorgeschichte jegliches Recht auf Umgang verwirkt.

lg

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#danke,
aber, wenn sie den Opa wieder weichklopft? Er hat doch auch ein Umgangsrecht, oder? Und der schleppt unser Kind dann wieder direkt in ihre Arme... Er ist jedoch nicht der leibliche Vater meines Mannes (wir sind noch unverheiratet). Ich habe einfach Angst, dass sie irgendwann mit ihrem Selbstmordversuch Erfolg hat und mein Kind auch Schaden zufügt. Die Tanten haben das nämlich schon gesagt. Wenn sie geht dann mit nachhaltigem Schaden für alle Familienmitglieder.

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Wo ist denn das Problem??? Dann darf der Opa den Jungen nur noch unter eurer Aufsicht sehen. Dann gibt es doch gar kein Problem.

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Dein Mann ist nicht der Meinung, dass er irgendwie seinen Vater unterstützen und seiner Mutter helfen sollte ?

Deine Schwiegermutter braucht ganz dringend eine Therapie !

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Es ist ja nicht sein Vater. Mein Mann ist weiß, er ist Cubaner. Es gab einen angeblichen Vater für ihre Kinder (+ für seinen großer Bruder, 29). Sie hat vor ca. einem Jahr gesagt, dass der wirkliche Vater grade verstorben sei. Damit hat sie ihren Kindern jahrlang den falschen Vater vorgegaukelt und ihnen die Chance genommen ihren leiblichen kennen zu lernen. Auch hat sie schon unzählige Therapien hinter sich. Sie kam ja grad aus einer. Es heißt immer wieder, mir gehts gut-diesmal schaffe ich es...:-(

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...somit gibt es einen Adoptivater (Opa) , einen Angeblichen und den Wiklichen (verstorben).

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***
Ich bin zwar jetzt etwas heftig gewesen aber ich akzeptiere wenn sie meint saufen zu müssen, ihre Sache, aber sich dann umbringen und das vor dem Kind, das hätte dem einen Schaden fürs Leben verpaßt. Diese Frau würde ich mit dem Arsch nicht mehr anschauen. Nicht mal auf dem Grab!
Ela

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Das Schlimme ist, dass sie ja vorher einige Jahre trocken war und dadurch keiner vorhersehen konnte, dass sie auf einmal so abdreht.
LG

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Mir fehlen die Worte!

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Ich bin auch geschockt.
Du hast eine ganz schlimme Ausdrucksweise und nicht ansatzweise Mitgefühl und Anstand Deinen Verwandten gegenüber.

Es heißt übrigens abgekartet.

Gruß,

W

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Aha, danke für deinen Tipp.
In Aufregung und Eile schreibt es sich machmal schlecht...
Und wieso meinen Verwandten gegenüber?#kratz

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Deiner Schwiegermutter gegenüber.

Dass Deine Großmutter so fett ist, dass sie nicht mehr alleine oder mit einer Person als Hilfe aufzuheben ist, scheint Dich ja nicht so anzuwidern wie die KRANKHEIT Deiner Schwiegermutter.

23

deine schwiegermutter ist krank

ich kann es verstehen das du den kontakt unterbinden willst

aber bitte sprich nicht so abwertend über einen kranken menschen

auch du kannst depression bekommen
auch du kannst dem alkohol verfallen

nichts rechtfertigt dieses verhalten gegenüber einen kranken menschen

es ist typisch für einen suchtkranken das er therapien ignoriert



ich rate dir nichts
aber vielleicht setzt du dich mal mit dem krankheitsbild alkoholismus auseinander
da wirst du auch ein kapitel über co abhängigkeit finden
vielleicht entdeckst du da deinen schwiegervater



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Und was hat das alles mit mir zu tun? Warum müssen wir immer einstecken? Alle sagen nur "die Arme ist ja krank" aber das WIR vielleicht auch leiden, interessiert wohl nicht.:-(

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ah

interessant

gut,ich würde genau wie andere hier schreiben meine kinder nicht mehr allein zu ihr lassen

du musst das wesen der krankheit verstehen
du kannst ihr auch nicht helfen ihre sucht zu bekämpfen
das muss sie ganz allein machen


aber bockig in der gegend rumspringen"aber wir leiden doch auch"
bringt weder dir noch der gesammten familie was

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Dazu habe ich gerade gestern DAS hier gelesen, ich leite es mal so an Dich weiter.

Ins Forum
? Frage an Rechtsanwältin Nicola Bader am 15.06.2010

Betreff: Haben Großeltern ein Besuchsrecht?


Hallo Frau Bader!

Können Großeltern ein Besuchsrecht einklagen? Unser Problem ist, dass wir mit den Großeltern unseres Kindes im Streit sind und das jetzt schon über ein Jahr und normaler Umgang nicht möglich ist und wir es daher auch nicht für sinnvoll halten, dass sie ihren Enkel sehen. Jetzt überlegen sie, ein Besuchsrecht einzuklagen. Geht sowas? Steht nicht das Kindeswohl im Vordergrund?

Vielen Dank im Voraus für ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen,
Sabrina

Antwort
Hallo,

nach einer Scheidung oder Trennung, manchmal sogar nach dem Tod eines Elternteils, werden die Großeltern oft genug mit abgespalten. Häufig geraten sie im Ehestreit zwischen die Fronten und der Kontakt zu den Enkelkindern bricht dann völlig ab.

Das geht soweit, dass vielen Großeltern das Umgangsrecht ganz untersagt wird. Viele ziehen vor Gericht, um ein Besuchsrecht zu erkämpfen. Aber dieser Kampf ist meist erfolglos, weil die Gesetzeslage es so will. Dabei sind Experten sicher, dass Oma und Opa für ihre Enkelkinder in Krisen, wie zum Beispiel bei einer Scheidung, besonders wichtig sind.

Nach § 1685 Abs. 1 BGB haben Geschwister und Großeltern das Recht auf eigenen Umgang. Der ist unabhängig davon, wie sich die getrennten Eltern geeinigt haben. Es gibt nur die Einschränkung: Das Umgangsrecht darf dem Wohl des Kindes nicht schaden. Faktisch gelingt es den Großeltern vor den Gerichten jedoch kaum, ihr Umgangsrecht durchzusetzen. Sie müssen – so ein Urteil aus Hamm – sogar nachweisen, dass das Kind den Umgang mit seinen Großeltern braucht.
Liebe Grüsse,
NB

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okay, scheiss familienverhältnisse. aber das problem ist absolut ohne jugendamt oder ähnlichem zu lösen: nämlich mit selbstverantwortung.

die oma kann den kleinen sehen - wenn ihr dabei seid. das bestimmt ihr als eltern selber. DENN die groseltern haben KEIN Recht auf das Kind, kein besuchsrecht. im extremfall könnt ihr einfach nicht zulassen, dass sie das kind sehen. aber wie es scheint ist die oma ja durchaus okay - wenn sie nicht besoffen ist und wenn ihr dabei seid.

für dich heisst das doch ganz einfach, dass du den kleinen NIE an oma opa oder tanten dieser familie abgibst, sondern immer dabei bleibst. so kann keiner die kinder "heimlich" sehen. das ist doch nicht so schwer! ich liebe meine schwiegermutter, traue ihr aber (leider altersbedingt) auch nicht mehr zu, alleine auf meine kids aufzupassen. also bin ich halt dabei. ist ja kein thema. sie kann die kinder sehen und wenn was ist, bin ich noch da. ich mische mich aber nicht ein, und solange alles gut läuft sitze ich im garten und lese zeitung und sie spielt mit ihnen und alle haben mich vergessen. ich störe also gar nicht - auch nicht wenn ich finde, das zweite eis oder der dritte pudding wäre nun nicht nötig gewesen...

vorenthalten würde ich den enkel nicht. sie scheint altkoholikerin zu sein und probleme zu haben - aber das kind zu lieben. wenns dir nicht zu sehr gegen den strich geht, kannst du ja durchaus ein, zweimal pro monat dort zu besuch antreten.

den opa zwingen wollen, seiner frau das anzutun ist grausam. der opa darf das kind sehen, heimlich, ohne diê oma. ist doch klar, dass er ihr den gefallen tun will, das kind zu sehen. wäre das ganze mit dir zusammen gelaufen, hätte er nichts heimliches machen müssen.

versteh mich nicht falsch - ich wollte mein kind nicht in so einer umgebung wissen. aber wenn - dann ganz sicher nicht ohne mich. denn wenn was entgleist, nehme ich das kind und gehe. und muss nicht drauf vertrauen, dass ein alter mann sich gegen seine frau durchsetzt - oder gegen seine herzensregung ankommt und das kind aus der situation bringt.
alternativ wäre es möglich, dass die oma und der opa nur bei euch das kind sehen - in deiner gegenwart.

meine kinder gehen 3 tage die woche in die krippe. man kann mir also nicht vorwerfen, anderen leuten nicht zuzutrauen, auf meine kinder aufpassen zu können. aber ich traue das nicht allen meinen verwandten zu. (hat zT mit religiösen fragen zu tun - - und religionen, die ins sektiererische gehen...) also dürfen die zwar die kinder sehen, aber eben nicht allein.

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Hallo Lilo,

zunächst mal kann ich nachvollziehen, dass du deinen Sohn mit deiner Schwiegermutter nicht mehr alleine lassen möchtest. Das Wohl deines Kindes ist dort auch nicht sicher gestellt und somit ist es absolut richtig, die beiden nicht mehr unbeaufsichtigt zu lassen.

Aber: Ich finde ich es ziemlich fragwürdig, wie du hier über deine Familie sprichst. Deine Schwiegermutter scheint jemand zu sein, der dringend Hilfe braucht. Sie hat vor den Augen ihres Enkels versucht, sich das Leben zu nehmen (habe ich richtig verstanden oder?), das zeigt deutlich, wie schlecht es ihr gehen muss. Oder glaubst du, sie hat das bewusst gemacht, um deinen Sohn zu schockieren? Wohl kaum.

Hast du dich mal mit der Geschichte deiner Schwiegermutter auseinandergesetzt? Hast du mal versucht, ihr nicht voller Hass und Ärger zu begegnen und hast du versucht zu verstehen, wie es dazu gekommen ist, dass sie Alkoholkrank und depressiv ist?

Wenn ein Mensch so tief in einer Krankheit (und bei ihr scheinen mehrere Störungsbilder zusammen zu kommen) steckt, dann kannst er nicht mehr darüber nachdenken, wie es anderen dabei geht. Erwarte von ihr nicht, dass sie erkennt, dass sie euch schadet, denn dann kommt natürlich die Wut.

Warum sind denn die bisherigen Therapien gescheitert? Vielleicht hat es an Unterstützung im familiären Rahmen gefehlt. Ich würde euch raten, sie erneut in einer Entziehungskur und anschließende stationäre Therapie zu schicken. Parallel würde ich mich an deiner Stelle (vielleicht in einer Selbsthilfegruppe?) damit auseinandersetzen, was Angehörige tun können, um zu helfen, sich aber gleichzeitig auch zu schützen (sowohl psychisch, als auch physisch).

Gruß
Kadiya

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Hallo,

ja ich habe mich (wie geschrieben) sehr oft mit ihr und ihrer Lebenssituation auseinander gesetzt. Ich hasse sie auch nicht. Ich bin nur wahnsinnig enttäuscht. Und ich meine, dass das oft alles nur klein geredet wird. Viele hier stellen sich scheinbar auf die Seite des armen, kranken Alkoholikers. Das entschuldigt aber nicht alle Fehltritte, vor allem wenn diese sehr schwerwiegende Folgen haben können. Ich habe Verantwortung für mein Kind. Wenn ich zulasse und abwarte , bis das Kind in den Brunnen gefallen ist- ist der Aufschrei noch größer. Einige haben aber meine Frage verstanden und mir kurz und knapp geschildert, wie man sich bestmöglich verhalten kann.
Dafür #danke.

Für alle diejenigen die nur krampfhaft etwas zwischen den Zeilen suchen. Seid froh, nicht in so einer verzwickten Lage zu stecken. Ich hatte meine Schwiegermutter mal sehr lieb und habe mir das alles nicht ausgesucht.

Liebe Grüße

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Man sucht sich eine solche Situation auch nicht aus, aber anders, als einige das vielleicht denken, hat deine Schwiegermutter auch keine Wahl mehr. Es ist leicht gesagt: "Trink keinen Alkohol mehr, sei nicht depressiv". Das funktioniert schlichtweg nicht. Ihr das Enkelkind komplett zu entziehen wäre für mich auf Dauer nicht die richtige Lösung, auch wenn ich es aktuell für notwendig halte. Ihr auf Dauer den alleinigen Kontakt zu ihm zu untersagen (und damit meine ich jeglichen Kontakt ohne dich oder deinen Mann) halte ich hingegen für absolut richtig (das hatte ich ja auch geschrieben).

Glaub mir, ich weiß, wie es ist, sich mit Menschen auseinander zu setzen, die psychisch nicht gesund sind. Das IST super anstrengend, das bringt mich auch manchmal an meine Grenzen, das lässt mich manchmal auch weinen und vor Wut platzen, aber ich bin da (auch wenn ich gut verstehen kann, dass man manchmal ausbrechen will, der Gedanke kommt natürlich auch). Es hat sich bei mir ausgezahlt. Der Person, von der ich spreche geht es nach drei Jahren intensiver Arbeit mit sich (stationär und ambulant) viel besser. Ich weiß nicht, ob er es geschafft hätte, wenn er nicht den bedingungslosen Rückhalt seiner Familie gehabt hätte, auch wenn er mal einen Rückfall hatte (allerdings waren hier keinen Drogen im Spiel) und in seiner Depressionen Menschen die er liebt völlig vor den Kopf gestoßen hat.

Glaub nicht, dass ich dich nicht verstehen kann, das kann ich sogar sehr gut, weil es mir oft ähnlich ging, ich wollte dir zeigen, wie du neben Rückzug auch reagieren kannst. Aber auch hier kann ich nur mit dem "arbeiten", was ich lese. Wenn du schreibst, sie ist gestört, ekelig etc. dann lese ich ganz viel Wut. Du schreibst, dass du ihr viele Chancen gegeben hast, inwiefern du dich mit ihrer Lebensgeschichte beschäftigt hast, schreibst du aber nicht.

Aber im Grunde hast du schon recht. Wenn du nicht die Kraft hast (und das meine ich nun wertschätzend und nicht abfällig), sie zu unterstützen, weil du es vielleicht schon zu oft probiert hast (ich habe nicht alle deine Antworten gelesen, aber aus dem Ausgangsthread habe ich darüber keine Infos) und du das Wohl deines Sohnes in Gefahr siehst (und dies zu schützen ist absolut lobenswert), dann solltest du dich zurückziehen. Denke nur darüber nach, welche Wortwahl du über einen Menschen triffst, der bereits ganz unten ist.

Wenn du das ehrliche Gefühl hast, alles getan zu haben, was du tun konntest , dann solltest du den Kontakt wahrscheinlich wirklich erstmal abbrechen. Du schreibst gerade (auch das kam im Ausgangsthread nicht hervor), dass das Thema Alkohol und Depression klein gehalten wird??!! Das zeigt schon, dass sie noch nicht bereit ist, sich der Krankheit zu stellen, vielleicht waren die Therapien auch deswegen erfolglos.

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und wollte hiermit nochmal deutlich machen, dass ich verstehen kann, warum du so agierst und das ich es sehr gut finde, dass das Wohl deines Sohnes dir über alles andere geht. Nur weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Wut und Enttäuschung den Blick auf die Krankheit benebeln kann und das macht es den Erkrankten sehr schwer.

Alles Gute
Kadiya