Veränderungen durch Geburt des Kindes...

Hallo Ihr Lieben,

ich muss jetzt doch mal schreiben, was mich seit geraumer Zeit beschäftigt...

Mein Mann und ich sind seit 12 Jahren zusammen, seit knapp drei Jahren verheiratet und im Januar 2008 kam unser absolutes Wunschkind zur Welt. Wir sind beide 33 Jahre alt.

Nun sind wir gerade dabei uns Nest zu bauen und wollen im Herbst einziehen. Wir haben drei wunderschöne Kinderzimmer, die nur darauf warten, dass weiterer Nachwuchs kommt. Klingt also nach perfektem Bilderbuch.

Durch die Geburt unserer Tochter hat sich natürlich einiges geändert. Früher sind wir nahezu jedes Wochenende mit Freunden weggegangen, haben gefeiert, waren auf Konzerten, im Kino, beim Grillen, etc.
Seit Mathilda auf der Welt ist, gehen wir deutlich weniger weg als früher. Ich finde das völlig normal, dass man gerade am Anfang seine Bedürfnisse hinten anstellt und viel Zeit zu Hause verbringt. Auch unsere Freunde haben (teilweise) Kinder und sind sesshafter geworden. Ich stille auch immer noch ab und an, was uns natürlich auch ein bisschen einschränkt, da eigentlich immer ich das Kind ins Bett bringe mit Einschlafstillen. Ich finde es toll und Mathilda liebt es.
Ich für meinen Teil bin auch ABSOLUT happy und glücklich mit diesem Leben. Und dachte eigentlich, dass es meinem Mann genauso geht, schließlich hatten wir es uns so immer erträumt. Ich habe mich darauf gefreut, dass wir ab Herbst für Nr. 2 üben, so hatten wir es uns ausgemalt.

Doch plötzlich beschwert sich mein Mann, er möchte so schnell kein Kind mehr. Alles hätte sich verändert, WIR würden überhaupt nicht mehr existieren, alles würde sich nur noch um unsere Tochter drehen, ich solle endlich abstillen, damit wir wieder mehr zu unserem alten Leben zurückkommen, natürlich nicht genauso wie früher, aber eben wieder mehr weggehen und so.

Ich bin geschockt und traurig, hatte ich mich doch so auf unsere Zukunft gefreut. Leider weiß ich auch nicht, wie wir aus dieser Misere rauskommen sollen, denn ich möchte noch nicht abstillen und Mathilda liebt es auch so. Mein Mann hat dadurch keinerlei Einschränkungen (auch nicht was unser Liebesleben betrifft!) und nur wegen "wieder mehr Weggehen" will ich nicht abstillen. Mein Mann sagt, dass mir alles, was mir früher wichtig war (Freunde, Feiern) nun sch...egal wäre. Das stimmt so definitiv nicht, wir gehen ja auch noch aus, nur eben seltener. Wobei es ihm auch nicht um das Stillen an sich geht, sondern eher darum, dass ich gerne lieber mehr zu Hause bin und mich um unsere Tochter kümmere und er lieber Freunde trifft und er das eben gerne auch wieder mehr MIT MIR machen möchte.

Muss ich mich überwinden, und wirklich wieder an mein altes Leben anknüpfen? Eigentlich genieße ich es, dass meine "wilden Zeiten" vorbei sind und ich nun häuslicher bin. Ich möchte meinen Mann natürlich nicht verlieren, er darf ja auch gerne alleine weggehen, ich verlange nicht, dass er bei mir zu Hause hockt.

Wie schafft ihr die Balance zwischen Mutter, Ehefrau, Freundin, Liebhaberin, Party-Queen, Hausfrau, ...?

Sorry, dass es so lang geworden ist.
Danke für Eure Tipps vorab!

Liebe Grüße,
emilia17

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Also ich bin der Meinung das dein Mann sich noch ein Stück weit umgewöhnen muss. Denn das Leben ändert sich nunmal mit Kind. Da kann man einfach nicht mehr so weitermachen wie früher. Wenn doch, klar gehts auch, dann wird das Kind halt ständig abgeschoben, aber für was kriegt man dann Kinder!!! Zwischendurch gehts doch auch bei euch, so das die Kinder dann mal anders betreut werden ist doch auch OK. Sagt auch kein Mensch was, aber man führt eben nicht mehr das gleiche Leben mit Kind was man ohne hatte.
Ela

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Ja, so ist das!

Zum Glück haben wir beide uns nie nach etwas anderem zurückgesehnt, sondern sagen uns immer noh jeden Tag, wie schön das Leben mit Kindern ist....und wie langweilig das Leben derer ist, die von Wochenende zu Wochenende leben.

Mit Kindern macht man deutlich weniger und wenn, dann schon mal eher einen Familienausflug als eine Party oder ein Konzert, oder man trifft sich mal zu Hause (aber auch das eher selten). Wir genießen einfach unsere gemeinsame Familienzeit und liegen auch durchaus schonmal samstags abends um 9 im Bett und SCHLAFEN.

Für uns beide ist das genau das, was wir wollten.

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Das ist ok, wenn es für BEIDE das ist, was sie wollen. Aber nicht wenn es nur von einer Seite allein bestimmt wird.

Ich kann den Mann ehrlich gesagt, schon verstehen.

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Hallo,

Du beschreibst 2 Extreme: Nur mit Kind zu Hause bleiben und nichts unternehmen und Partys feiern.
Dazwischen liegen ja noch ein paar Nuancen ;-).
Wie wäre es denn, wenn Ihr Freunde zu Euch einladet, schön grillt oder einen Spieleabend macht?
Habt Ihr Oma und Opa in der Nähe? Dann würde doch nichts dagegen sprechen, wenn Ihr mal ausgeht, wenn Eure Tochter eingeschlafen ist. Oder könne mal liebe Nachbarn oder Freunde aufpassen? Ich finde es schon ganz wichtig, dass man sich auch als Paar nicht aus den Augen verliert.
Mein Mann und ich haben 2 Töchter (gerade 6 und knapp 4). Wir gehen selten zusammen weg, weil uns das beiden nicht so wichtig ist, aber alle paar Monate gönnen wir und mal einen ganzen Samstag und den halben Sonntag, dann schlafen unsere Töchter bei den Grosseltern. Das ist natürlich grosses Glück, dass sie beide Kinder nehmen, aber wir haben auch eine sehr nette Babysitterin, die wir aber ganz selten mal anrufen, wenn wir etwas vorhaben.
Ich denke, Du kannst trotz Einschlafstillen ab und zu mal mit Deinem Mann Freunde treffen, wenn Dein Kind schläft, das hat nichts damit zu tun, dass Du an Dein altes Leben anknüpfen sollst, sondern damit, dass Du nicht nur Mutter, sondern auch Frau bist.

Sweety

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Hallo!

Wir sind früher auch mehr unterwegs gewesen, die Zeiten ändern sich halt.

Der einzige Unterschied ist: Mein Mann und ich sind uns einig, dass wir die Zeit lieber zuhause verbringen als sonst wo.

Rede mit deinem Mann! Wenn ihr euch zusammensetzt, müsstet ihr bestimmt einen gemeinsamen Nenner finden! Mit Kind/ern muss man dann eben Kompromisse schließen.

LG
Biene

4

Aber du kannst doch raus, wenn die Kleine im Bett ist (also mit Babysitter natürlich).

Wir haben zwar auch keine Familie in der Nähe, aber jedesmal wenn wir die Schwiegis übers Wochenende besuchen gehe ich mit meinem Liebsten für ein paar Stündchen weg, nachdem die Kleine im Bett liegt. Das tut uns gut als Paar, und auch mir als Frau.

Ich stille auch noch voll, das ist absolut kein Grund sein altes Leben komplett aufzugeben.

5

Hallo!


Ich persönlich denke, dein Mann muss sich noch ein wenig in die Realität einfinden;-)

Mit Kind ist es nunmal anders - und eures ist noch sehr klein...und ihr hattet ja auch Jahre zum Austoben!:-)

Stillen...ich stille langzeit, bereits mein 3. Kind...und ich würde NIE abstillen, weil mein Mann das will.
Das ist meine Sache und die des Kindes.
Davon ab kann man auch mit Stillkindern weggehen - ich gehe auch ins Kino und co, wenn auch nicht sonderlich oft, weil ich es sehe wie du.
Gerade ältere Stillkinder können durchaus auch ohne Stillen einschlafen, wenn Mama nicht da ist.
Seit Kurzem schafft mein Kleinster das auch problemlos - er ist 20 Monate alt .

Die Prioritäten verschieben sich eben...
Mein Mann ist glücklicherweise genau meiner Meinung und gerne bereit Vieles in den ersten jahren zurückzustellen...was sind schon 3 Jahre in einem ca 80jährigen Leben?


Ich bin in erster Linie zweifelsfrei Mutter, aber auch Ehefrau, Geliebte und was ich eben sein mag...
Mein man ist auch in erster Linie Papa, aber auch immer für mich da und für meien Bedürfnisse greifbar, und ich versuche ihm das auch zu geben.

lg

melanie mit
Max(6)
Leonie(5)
Moritz(20 Monate)
Bauch-Floh(27.SSW)

6

Ich gebe Dir völlig recht! Und deine Antwort macht mir Mut.

Allerdings würde ich meinem Mann beim Einfinden gerne helfen, ich weiß nur nicht wie.

Was hinzu kommt, ist, dass in unserem Bekanntenkreis einige Eltern sind, die sicherlich gut für ihre Kinder sorgen, aber viel eher bereit sind, ihre Kinder abzugeben.

Wir lassen usnere ja auch mal bei Oma und Opa, wenn Sie eingeschlafen ist, aber irgendwie denke, ich dass man mit 16 Monate noch nicht erwarten kann, dass ein Kind schon so problemlos verstehen kann, dass Mama und Papa auch mal weg sind. Ich lasse sie ja auch tagsüber mal bei meiner Mutter, ist auch kein Problem, auch wenn sie momentan sehr an mir hängt.

Mein Mann denkt einfach, dass NUR WIR so ein "Problem" haben und alle anderen weiter machen wie bisher, ohne ihre KInder gleich zu vernachlässigen.

Vielleicht muss ich da doch entspannter werden... #kratz

Danke nochmal!

LG,
emilia

7

Hi,

ich behaupte mal, dass mein Mann und ich den Spagat zwischen Elternsein und Ehepaarsein ganz gut hinbekommen haben...

Als ich noch gestillt habe, habe ich gelegentlich abgepumpt, sodass wir abends zusammen tanzen gehen konnten.
Jeder von uns kann außerdem nach Absprache allein weggehen - seit meine Stillzeit vorbei ist, mache ich auch Gebrauch davon.
Es läuft in etwa so, dass wir ein Wochenende im Monat als Ehepaar verleben und Anton zu seinen Patengroßeltern bringen.
Und dann geht jeder abends noch einmal allein weg... Das finden wir eine gute Regelung. Wenn viel ist, geht auch mal einer zweimal weg - auch ok.
Mindestens ein Wochenende ist aber komplett als Familie reserviert und keiner macht irgendwas anderes.

Grillabende, Treffen mit Freunden zum Tratschen etc mit Kinderlosen finden bei uns statt. Und wenn jemand Kinder hat, nehmen wir Anton meist zu denen mit - er schläft eigentlich überall ein und hat auch kein Problem damit, wenn er dann später zu Hause ins Bett gelegt wird.

Da wir gerade umgezogen sind, kommen so einzelne Abende aber nicht so oft vor. Meist kriegen wir übers ganze Wochenende Besuch aus der alten Heimat.
Da teilen wir dann auf, wer mit wem abends weggeht und wer zH bleibt und auf die Kinder aufpasst. Tagsüber machen wir dann alle was zusammen mit den Kindern.

Versucht doch, so einen Kompromiss zu finden!
Klar geht man nicht mehr so oft aus wie früher. Aber man muss keinesfalls nur auf dem Sofa sitzen, wenn man Kinder hat.

LG, Nele

8

Hallo,
ich glaub diese umstellung ist für den Mann schwieriger als für die Frau.
Und natürlich ist so eine Umstellung schwer, früher konntet ihr machen was und wann ihr wolltet, jetzt halt nicht mehr. Natürlich muss man sich an so einen Wechsel erst einmal gewöhnen und sein Leben irgendwie neu organisieren. Manchen gelingt das sofort, andere brauchen dafür etwas Zeit.

Aber jetzt ist doch auch Sommer, man so schön viel mit den Kiddies zusammen machen: grillen im Park, Picknicken, Kanu fahren etc. Euer Kind ist ja nu auch schon über 1 Jahr alt, da kann er schon viel mitmachen. Versucht was mit Freunden zusammen zu machen, damit dein Mann nicht mehr das Gefühl haben muss des Kindes wegen nu vom Leben abgeschottet zu sein, sondern eben ein neues und anderes Leben MIT Kind zu haben, was aber auch sehr viel Spaß machen kann.
Wenn ihr doch auch Leute mit Kindern kennt ist das doch meist sehr unproblematisch. Wir haben unsere Tochter oft schon bei Freunden zum Schlafen hingelegt und wir hatten noch einen schönen Abend, oder ihr ladet Leute zu euch ein, kocht was schönes oder quatscht einfach nett.
Oder ihr holt euch nen Babysitter.
Naja, ich denke du solltest nu nicht den Kopf in den Sand stecken, jeder hat mal eine schlechte Zeit in der er an seinem Leben zweifelt.
Und vielleicht musst auch du etwas flexibler sein mit deinen Zukunftsplänen ;-)
Er fühlt sich jetzt schon eingeengt, wenn du jetzt sagst dass ihr im Herbst doch an einem neuen Kind arbeiten wolltet dann fühlt er sich wahrscheinlich total verplant.
Sowas kann man halt nicht langfristig planen, im Leben kommt immer irgendwas dazwischen.
lg jaara

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Hallo Emilia
Das sind doch keine Probleme, die sich nicht lösen lassen!
Sucht einen Babysitter, der aufpasst, wenn Eure Tochter schläft.
Geht am frühen Abend oder Mittag mal ins Restaurant (mit Kind).
Ladet Freunde ein.
Spannt die Grosseltern, Paten, Freunde ein (das Haus hat ja im Moment noch genügend Gästezimmer).
Plant Ausflüge am Wochenende, die familientauglich sind und nehmt Freunde mit.
Mein Mann und ich werden manchmal recht nervös, wenn ein "leeres" Wochenende vor uns steht. Wir brauchen beide soziale Kontakte nach aussen, so war es schon immer und hat sich seit der Geburt unserer Tochter nicht geändert. Meist telefonieren wir spätestens am Samstag vormittag mit Freunden, um irgendetwas zu verabreden.
Oder ist bei Euch die Entwicklung so unterschiedlich: Dein Mann will sein altes Leben (komplett) zurück und Dir ist es (gar) nicht mehr wichtig? Dann müsst ihr Euch zumindest darüber unterhalten und nach Lösungen suchen.
LG Paula

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Danke Euch allen, für Eure netten Antworten!

Es ist ja auch so, dass wir noch weggehen, zu zweit, mit Freunden, wir treffen uns auch mit "Kinder"-Freunden und abends gehen wir auch auf Geburtstage oder mal was essen, wenn die Kleine schläft und dann passen meine Eltern auf sie auf.

Nur eben wesentlich seltener als früher, was ich aber eben auch als normal empfinde mit so einem kleinen Kind. Mir reicht es auch so, nur mein Mann ist nicht so ganz glücklich damit, da unser Leben früher eben genau das Gegenteil war.

Ich bin eben so geschockt und traurig, weil ich eigentlich dachte, dass wir alles unter einen Hut kriegen und es super meistern mit Arbeit, Familie, Freunden, Kind, Hausbau, dass ich nicht dachte, dass mein Mann es so schwarz sieht.

Aber wir lieben uns ja und werden sicherlich auch eine Lösung finden. Auf unser "Herbst"-Kind bestehe ich ja auch nicht oder so, dann üben wir eben später wieder.

Ich habe mir überlegt, dass ich meinem Mann mal Eure Antworten zum Lesen geben werde und dann reden wir einfach nochmal drüber.

Danke nochmal!

Liebe Grüße,
emilia

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