Gibt es hier noch mehr Alleinverdienerinnen?

Hallo an alle,

gerade fühle ich wieder die Last, die auf meinen Schultern liegt.

Ich bin Alleinverdienerin, verdiene auch ziemlich gut. Mein Mann hat nebenbei eine Automatenvideothek, die aber im Moment noch mehr kostet als einbringt.

Es ist für mich grundsätzlich kein Problem, dass ich arbeite und mein Mann zuhause ist. Wir haben zwei Jungs, 7 und 5 Jahre und werden im September unser drittes Kind bekommen. Durch das Elterngeld ist es mir möglich, auf jeden Fall 10 Monate Elternzeit zu nehmen. Mein Mann wird sich in dieser Zeit ein paar Nebenjobs suchen.

Nun haben wir uns dieses Kind geradezu "zusammengespart". Hört sich jetzt blöd an, aber ich wußte, dass ich schon ein paar Monate daheim bleiben will, wenn ich schon noch ein Kind bekomme.

Aber im Moment erdrückt mich die Belastung fast. Ich kann von Glück reden, dass es mir in der Schwangerschaft gut geht, denn der Großteil meines Einkommens setzt sich aus Gebührenanteilen zusammen, die ich natürlich nur erhalte, wenn ich auf Aufträge bearbeite.

Nun kommen wöchentlich irgendwelche Hiobsbotschaften. Das geplante Elternjahr ist bereits auf 10 Monate geschrumpft.

Ich weiß, ich jammere auf hohem Niveau, aber manchmal beneide ich so sehr die Frauen, deren Männer die Hauptverdiener sind. Wir hätten das dritte Kind sicher schon viel früher bekommen, wenn ich nicht den Lebensunterhalt verdienen müßte.

Ach, sorry fürs Gejammer, aber manchmal drückt die Last der Verantwortung mich doch sehr!

Danke fürs Zuhören.

Boni

1

Hallo Boni,

ich verstehe dich nur zugut.

Mein Mann macht momentan eine Ausbildung, sein Verdienst ist "zum Sterben zuviel, zum Leben zu wenig".
Ich gehe 30 Std. in der Woche, mein Job macht mir keinen großen Spaß (mehr), aber es bringt GELD. Geld, dass uns das Leben, wie wir es führen können, ermöglicht.
Auf der einen Seite bin ich unheimlich stolz, das ich den Familienunterhalt sichere, aber manchmal ist die Last schon erdrückend.
Noch ca. 16 Monate, dann ist mein Mann endlich fertig mit der Ausbildung. #schwitz
Eine Durststrecke...
Große Sprünge sind nicht drin, aber wir haben ein Dach über dem Kopf, einen schönen Garten, sogar zwei Autos (die wir aufgrund unserer Jobs brauchen), und den einen oder anderen Mini-Luxus können wir uns auch gönnen.

Im September kommt unser zweites Wunschkind zur Welt, auch ich werde Elternzeit nehmen, ebenfalls wie bei euch: hart erspart! Aber das ist es mir wert.

Ich möchte auch später gar nicht die ganze Last auf die Schultern meines Mannes abwälzen, aber wie heißt es so schön: geteiltes Leid ist halbes Leid. ;-)

Fühl dich einfach fest gedrückt #liebdrueck - und verstanden. ;-)

LG
stern i

2

Hallo Boni,
ich kann dich sehr gut verstehen.
Nach der Trennung von meinem Ex-Mann, war ich allein mit 3 Kindern.Diese Verantwortung wiegt schwer.Zumal ich die Erfahrung gemacht habe, je älter die Kinder werden umso mehr Geld braucht man.Meine Älteste (21) studiert, ohne Bafög Anspruch, das geht richtig ins Geld.Allein die Bücher kosten mindestens 70,- p.M.------trotzdem bin ich stolz darauf 3 Kinder jahrelang allein versorgt zu haben.Auch wenn diese Zeiten jetzt vorbei sind, ich bin wieder verheiratet, beziehe ich noch immer ein Gefühl von Stärke aus dieser Zeit.Besonders stolz bin ich auf den Unterhaltsverzicht für meine Person.
Vielleicht kannst du auch Stärke aus deiner Situation ziehen--es geht immer irgendwie weiter;-) Auch wenn die Zeiten für Selbstständige besonders unsicher sind----------du/ ihr schaffst das bestimmt#klee#klee#klee#klee
L.G.

3

Hallo Boni,

bei uns ist es ähnlich. Wir mussten daher den Zeitpunkt der Schwangerschaft auch ganz genau planen.
Mein Mann verdient so wenig zurzeit. (Er ist auch noch in Ausbildung, noch 2,5 Jahre)
Daher sind wir auf mein Elterngeld angewiesen. Ich kann genau 12 Monate zu Hause bleiben, dann geht mein Vertrag wieder weiter. Da dieser befristet ist, möchten wir direkt noch ein 2. Kind. Dann bekomme ich wieder Elterngeld...

Ich bin froh, wenn mein Mann endlich Geld verdient. Ich möchte nämlich gerne zu Hause bleiben. Zumindest, bis die Kinder in der Schule sind.


Viele Grüße
ballroomy

4

Hallo,

ich bin auch Alleinverdienerin. Habe Informatik studiert und bin in der Softwareentwicklung.

Wir haben 2 Kinder (2,5 und 1 Jahr), und ich muss sagen, ich finde es super. Ich muss nachmittags nicht auf die Uhr schauen, und überlegen, wann die Kita zumacht. Wenn ich an einem Problem sitze, dann kann ich mich da drauf konzentrieren und muss nicht mittendrin aufhören.
Den ganzen Tag zuhause würde ich komplett durchdrehen, und ausserdem brauche ich den intellektuellen Anspruch.

Manchmal denke ich mir schon, dass Teilzeitarbeiten auch nicht schlecht wäre, aber wenn man nur wenig da ist, bekommt man einfach keine wichtigen Projekte.
Ist ja logisch. Nur die unwichtigen haben keinen Termin ;-)


gruss
Julia

6

Hallo Julia,

ich finde es schön, dass du mit Herzblut bei der Arbeit bist. So wie ich es verstanden habe, liebst du deinen Job und möchtest es im Prinzip nicht anders gelöst haben.

Das ist die günstigste Ausgangsposition.

Arbeitet der Papa Teilzeit oder ist er in Erziehungsurlaub?

Es ist eine große Erleichterung, wenn man sein Familienmodell frei wählen kann, ich finde es selbst nur unbefriedigend, wenn diese Entscheidungen nicht von einem selbst kommen, sondern die Umstände sie erzwingen.

Bevor ich Mutter wurde dachte ich auch, dass es mir gar nichts ausmachen würde, schnell wieder in den Beruf einzusteigen, als mein Sohn dann da war, wünschte ich mir, doch die Möglichkeit zu haben, zwei Jahre voll zu Hause bleiben zu können und dann, wenn er in den KiGa kommt stundenweise wieder zu arbeiten und das Pensum nach und nach wieder zu steigern.

Aber leider ging das nicht.

Ich wünsche Dir alles Liebe und viel Erfolg bei deinem Job.

LG

Sara

10

Hallo Sara,


ja, das stimmt, ich gehe gerne in die Arbeit.
Auch wenn es oft stressig ist.
Mein Mann arbeitet auf 400Euro Basis. Da die Krippe für die Zeit dann aber 360 Euro kostet, macht er das im Prinzip nur, um nicht ganz raus zu kommen. Finanziell lohnt sich das nicht. Aber gerad im IT-Bereich kann man nicht 3 Jahre einfach aussetzen, da müsste man ja quasi (fast) wieder von vorne anfangen.

gruss
Julia

5

Hallo,

bei uns verhält es sich ähnlich.

Mein Mann verdient zwar wieder ordentlich, aber er ist in der Privatinsolvenz und tilgt noch bis 2012 Schulden.

Allein von dem, was unterm Strich bleibt, könnten wir nicht leben. Bzw könnten schon, aber es wäre nur ein überleben.

Ich arbeite 25 Stunden pro Woche und ich hasse meinen Job. Wir wollen auch ein zweites Kind und versuchen, so viel wie möglich zur Seite zu legen.

Aber ständig kommt was anderes. Dies Kaputt, jenes kaputt. Autounfall mit hohen Reparaturkosten etc. Manchmal ist es zum Heulen.

Bei uns ist es so, dass mein Mann auch drei Jahre lang überhaupt nichts zum Familieneinkommen beitragen konnte und ich in der Zeit Alleinverdiener war. Damals hatten wir aber noch kein Kind.

Ich habe das Gefühl, die Last wird oft nur umverteilt, aber nicht genommen. Früher trug ich den Mühlstein um den Hals, jetzt auf den Schultern.

Natürlich jammern wir auf hohem Niveau, anderen geht es sicher schlechter. Aber das ist nunmal unser Leben, und wir hatten vielleicht ganz andere Träume und es ist ja nicht so, dass wir erwarten, dass uns etwas in den Schoß fällt, sondern wir arbeiten für unsere Träume. Und daher ist es gut nachvollziehbar, wenn wir nachts nicht schlafen können und ein klein wenig die Familien beneiden, die es einfacher haben.

Aber ich weiß, dass andere Zeiten kommen werden, bei euch sicher auch!!!

GLG

Sara

7

Hallo Boni,

Schön zu wissen das es soviele Frauen gibt den es genauso geht wie mir.:-D

Mein Job macht mir zur Zeit absolut keinen Spaß mehr .
Wir haben nach der Geburt unseres Sohnes die Rollen getauscht ich bin 9 Wochen nach der Geburt wieder Vollzeit arbeiten gegangen. Und mein Mann ist zu Hause . Dem fällt so langsam aber auch die Decke auf den Kopf der will demnächst auch wieder arbeiten gehen , aber wie immer spielt der Kiga nicht mit. Zu wenig stunden bitten dei an.:-[:-[


Aber was solls geht weiter.

Gruß Sandy

8

Vielen lieben Dank für eure lieben Worte!

Da gehts einem doch gleich besser, wenn man weiß, dass man nicht allein ist!

Vielleicht sehne ich mich eben deshalb so nach diesem Jahr Elternzeit, in dem ich einfach "nur" Mama sein darf, weil ich weiß, dass es sich bei uns in absehbarer Zeit eben nicht ändern wird.

Mein Mann hat zwar zwei Ausbildungen, aber mit dem, was er verdienen würden, könnten wir unser Häuschen nicht bezahlen....

Also bevor das dritte Kind nicht mindestens in der Schule ist, werde ich nach der Elternzeit wieder voll einsteigen und irgendwann auf Teilzeit hoffen!

Danke nochmal und euch allen alles Gute!

Boni

9

bin zwar nciht alleinverdienerin aber quasi halbverdienerin....

wir haben uns die betreuung und die arbeit hälftig aufgeteilt, jeder 3-4 tage pro woche.
wir machen das von anfang an so, ich habe direkt nach dem mutterschutz wieder angefangen zu arbeiten (fruend hat noch studiert und nur 20 std. gearbeitet).

das ist total klasse so, weil jeder arbeitet aber auch mit dem kind zusammen ist. außerdem sind wir doppelt abgesichert, wenn einer ausfällt, macht der andere eben mehr.

beim nächsten kind würde ich allerdings gerne ein halbes jahr zuhause bleiben. zu beginn war das höllisch anstregend, weil ihc noch gestillt habe, die kleine nicht durchgeshclafen hat, etc. aber das wäre beim nächsten kind auch kein problem, da ich elterngeld bekäme und mein freund weiter arbeitet, dann evt. sogar mehr als jetzt.

mal sehen....

gruß, amory

11

Ich, ich, ich. Ich habe auch drei Kinder. Irgendwie ist das mit unserem Modell so geworden.

Als ich mit dem Studium fertig war, hatte mein Mann gerade auch keine Arbeit und es war Rezession. Wir haben uns überall beworben, wirklich, und es war immer klar, dass wir arbeiten, zur Not auch getrennt voneinander.

Dann habe ich einen Halbtagsjob ergattert, in der Heimatstadt meiner Eltern (habe den Chef im Vorstellungsgespräch etwas angeflunkert und gesagt, ich mag ja sooooooooooooooooooo gerne wieder in der Nähe von Mum & Dad wohnen und da war er froh, weil die meisten dann doch in die Großstädte abgewandert sind, die er so hatte). Dann habe ich aufgestockt. Mein Mann jobbt nun auf 400 € Basis.

Da ich im Studium ungeplant ein Kind bekommen hatte, wollte ich nicht, dass der Abstand riesig ist und habe dann nach drei Jahren einfach noch eins bekommen (und letztes Jahr noch eins :)). Dieses Jahr habe ich - dank Elterngeld - auf 60% reduziert.

Mir graut vor September, wenn ich wieder 100% arbeiten muss. Was mich v.a. belastet, ist immer die Vorstellung, wenn mir was passiert. Mein Mann macht das toll mit den Kindern, aber so generelle Haushaltsmanagerskills hat er nicht. Es ist meistens sauber und gekocht und wahrscheinlich muss man da schon total froh sein, aber für Kindergeburtstage, etc. bin dann doch ich zuständig.

Ich denke oft, ich wäre auch gerne zuhause. Aber dann denke ich, dass ich dieses Jahr, wo ich die Chance gehabt hätte, dann doch zurückgeschreckt bin ... wahrscheinlich doch aus gutem Grund. Dann denke ich immer - das Leben ist kein Ponyhof und wenigstens habe ich eine Arbeit und wir haben einen Lebensstandard, der nicht überschwenglich reich ist, aber es geht - wir darben nicht so wie z.B. meine Geschwister, die beide von Kurzarbeit betroffen sind.

LG
Anne

13

Hallo, mir gehts wie dir.

Mein Mann ist ein Super Papa und ein Super Koch. Aber der Haushalt ist halt immer etwas naja.

Ich bin jetzt selber nicht das Putzwunder, aber wenn mich was wirklich stört, dann muss ichs auch machen.

Kindergeb, Elternabende etc hängt auch an mir und die Kids haben auch an mich, wenn ich Feierabend habe, andere Ansprüche. Da komm ich um 6, halb 7 heim und dann ist Kinderzeit bis 8 und dann habe ich vielleicht mal wirklich Feierabend. Aber ok.

Uns geht es trotz allem ja gut.

Boni

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