Patchworkfamilien - Erfahrungsberichte

Hallo Patchworker,

mich würden mal eure Patchwork-Berichte interessieren.
Ich lebe mit meinem Sohn (3,5) seit dessen Geburt alleine, bin Teilzeit berufstätig.
Seit 4 Monaten bin ich mit meinem Freund zusammen. Er lebt mit seinem Sohn (bald 7) bei seinen Eltern. Er ist Vollzeit berufstätig. Die KM hatte den Jungen die ersten 3 Jahre, während dessen hat mein Freund seinen Sohn jedes Wochenende und wenn er Urlaub hatte bei sich gehabt. Als der Große 3 wurde, wollte die KM eigene Pläne ohne Kind verwirklichen. Seit dem wohnt er bei seinem Vater. Die KM sieht den Großen in unregelmäßigen Abständen - mal 1x im Monat mal alle 3x Monate #augen
Der KV meines Sohnes hat wenig Interesse an dem Kleinen. Er sieht ihn nur auf Familienfeiern (Feiertage, Geburtstage), da ich mit den Ex-Schwiegereltern ein sehr gutes Verhältnis habe.
Wir 4 sehen uns 1-2x am Wochenende und verbringen den Tag gemeinsam. Die Kids verstehen sich trotz des Altersunterschied meist sehr gut. Die Kinder sind auch sehr glücklich mit der Konstellation wie sie jetzt ist.
Wir wollen wahrscheinlich nächsten Sommer zusammen ziehen, da uns dieser Sommer doch kurzfristig erscheint mit den Kids...

Mich würde mal interessieren, ob ihr schon mit euren Patchwork-Partnern / -kindern zusammenlebt und wie es klappt? Wie lange habt ihr gewartet? Wie haben es die Kinder aufgenommen?
Wie ist das Verhältnis zu der KM / dem KV? Gibt es Probleme?
Wie verbringt ihr die Zeit gemeinsam? Wie ist das Verhältnis zu den Stiefkindern? Wie hat es sich entwickelt? Wie baut ihr Vertrauen auf? Wie habt ihr die Beziehung zum Stiefkind aufgebaut? Gibt es hier Probleme?

Bin schon mal gespannt auf eure Erfahrungen.
VLG

1

Hallöchen!!
Also unsere Situation ist/war etwas anders, aber eigentlich sind wir doch auch eine Patchwork-Familie.
Mein Mann und ich kennen uns schon sehr sehr lange, waren früher auch mal zusammen, haben uns aber dann aus den Augen verloren. "Wiedergefunden" haben wir uns als ich bereits mit meiner Großen schwanger war, ihr Erzeuger hatte mich sitzen lassen, als er von ihr erfuhr.... Mein Mann hatte damals eine 1-jährige Tochter, deren Mutter ihn aber verlassen hat und nun 300 km weit weg wohnte. 6 Wochen nach der Geburt meiner Tochter sind wir wieder zusammen gekommen und schon 4 Monate später, wohl aufgrund von irgendwelchen dummen Hormonproblemchen war ich wieder schwanger, was ich jedoch erst in der 14. Woche erfuhr. Für ihn gab es da überhaupt nix, er "bestand" aufs Heiraten und natürlich mussten wir dann auch bald zusammen ziehen.
Vor 4 Jahren zog die Mutter seiner Tochter wieder hierher und die Kleine hatte auch wieder kontakt zum Papa. Vor 2 Jahren dann zog sie schließlich zu uns, da ihre Mutter so einge Probleme mit ihr hatte.
Anfangs war das dann recht schwierig, meine Große war ohne Ende eifersüchtig, obwohl sie sich immer gut it ihr verstanden hatte, aber sie musste jetzt eben ihren Posten als Größte abtreten. Für mich war es natürlich anfangs auch recht schwer, denn die Kleine war auch keinerlei Nähe gewohnt und recht abweisend gegenüber allem und jedem. Das hat sich jedoch schnell gelegt und heute, 2 Jahre später, denke ich manchmal selbst ihrer Mutter gegenüber manchmal nicht nach und red dann von meinen dreien...
Ich würde sagen, aus dem Zusammengewürfelten Haufen ist doch eine richtige große Familie geworden, in der es mittlerweile keine Unterschiede mehr gibt. Es sind unsere Kinder, sie sind alle auf ihre Weise toll und einmalig und so muss man sie eben nehmen.
Ärger mit den jeweils anderen Elternteilen gibt es wenig, zum Erzeuger meiner Tochter haben wir keinen Kontakt, da er das nicht möchte, die Mutter der Großen arbeitet nun auch mit uns und nichtmehr gegen uns, was ein schwieriger Weg war, aber es hat sich gelohnt. Leider gibt es noch keinen regelmäßigen Kontakt, aber es wird!
Aber ich muss sagen, es hat sich echt gelohnt, wünsch Euch viel Erfolg und ganz viel Spass mit Eurer Patchworkfamilie!!
LG, Sandra

2

Hallo,

als ich meinen jetzigen Mann kennenlernte waren meine Buben 12, 10 und 9 Jahre alt.
Mein Mann hat aus seiner 1. Ehe ebenfalls 3 Kids, die damals 15, 14 und 12 Jahre alt waren.

Um es vorweg zu sagen, mit seinen Kids hatten wir leider keinen Kontakt, die jüngste fängt nun seit 2 Wochen ganz zarte erste Schritte an :-) dieser Kontakt steht also noch in Kinderschuhen und wir sind gespannt wie sich das weiter entwickeln wird.

Zu meinen Kids hat mein Mann sehr schnell Kontakt habt, sicher war es für die Kids ungewohnt, als er dann bei uns eingezogen ist. Dann kam ja auch noch irgendwann später dazu, daß ich schwanger war...inzwischen ist es so, daß sie ihn akzeptieren und auch respektieren. Wenn mein Mann etwas sagt, zählt das genauso wie wenn ich was sage. ( und da man ja nicht bei jedem Problem zu Mama geht, ist er in vielem der erste Ansprechpartner)

Probleme mit meinem Ex gab es anfangs sicher. Als er merkte, daß die Jungs meinen Mann genauso akzeptieren und mit ihm gut zurecht kommen, wurden die Besuchswe regelmäßig wahrgenommen. Allerdings hat er genau auch diese genutzt um mächtig gegen uns zu agieren. Das heißt, wenn wir hier eine Konsequenz ausgesprochen haben, und die Jungs ( genau gesagt der Mittlere ) hat das dann dem Papa erzählt, dann sagte dieser immer nur: Da mußt du dich nicht dran halten, das darf Mama nicht....also haben wir das Gespräch gesucht und hoffen, beten, daß es nun vielleicht besser klappt.

Für uns war es von anfang an wichtig, daß wir zusammen an einem Strang ziehen. Anfangs haben wir das aber immer miteinander abgesprochen. Wenn mal einer in einer Sache anders reagiert oder agiert hat, dann wurde das unter uns besprochen und nicht vor den Kids.

Das Verhältnis zur Exfrau meines Mannes ist sehr gespannt. Zumal sie in den letzten Wochen hier jeden Abend angerufen hat, um über eine Stunde Dinge zu besprechen, die schon lange besprochen waren. Und danach hat sie uns dann noch beim einkaufen abgefangen und uns da noch einmal eine Stunde aufgehalten...das war nun eine stressige Zeit, aber auch das hat sich inzwischen wieder beruhigt....ob das nun gut ist oder nicht wissen wir allerdings noch nicht :-)

LG
Bine

4

"Für uns war es von anfang an wichtig, daß wir zusammen an einem Strang ziehen. Anfangs haben wir das aber immer miteinander abgesprochen. Wenn mal einer in einer Sache anders reagiert oder agiert hat, dann wurde das unter uns besprochen und nicht vor den Kids. "

Das handhaben wir auch so. Man ist viell. nicht immer einer Meinung was die Reaktion oder Konsequenz des Partners angeht, aber wir diskutieren dass dann erst später und nicht vor den Kids. Finde ich persönlich auch sehr wichtig.

VLG

3

Hallo und Guten Morgen,

nun dann hau ich auch mal in die Tasten, da wir auch eine Patchworkfamilie sind.

Aus einer Beziehung ist meine Tochter entstanden das war 1999,nicht geplant aber nun gut.
Er hat sich trotzdem wir unter einem Dach wohnten und alles nie sonderlich viel um sie gekümmert,ich war da eigentlich schon allein erziehend.Nebenher Ausbildung und alles gemacht, so weit so gut.
In der Beziehung fing es dann 2001/2002 an zu kriseln,2002 folgte dann die Trennung und Einreichung der Scheidung.
Ich lernte dann meinen heutigen Partner kennen,allerdings führten wir erstmal eine Fernbeziehung,gute 4 Monate lang, durch gewisse Umstände folgte der Umzug von meiner Tochter und mir innerhalb von 24 Stunden.

Ab da an wohnten wir gute 8 Monate zusammen, der KV hatte zu diesem Zeitpunkt so gut wie keinen Kontakt zu seiner Tochter.
Sie lebte in der neuen Umgebung förmlich auf und es ging ihr super.

Irgendwann fing sie von sich aus an zu meinem Partner Papa zu sagen,dieses wurde auch immer mehr und blieb dann auch so.
Im Jahr 2004 verstarb ihr leiblicher Vater, was sie auch weis und womit ehrlich bei uns umgegangen wurde.
Sie hat es zum Glück sehr gut verkraftet.
Klar gab es immer mal aufs und abs, aber wir haben es gepackt.
Sie ist ein richtiges Papakind und das obwohl Papa in manchen Punkten strenger ist als ich.
Sie lieben sich beide abgöttisch und es kam mehr als einmal vor, dass Leute ihn für ihren Papa halten.
Nun sind wir im jahr 2009 angekommen,mein Partner und ich sind noch immer zusammen,sind zwar nicht verheiratet, aber er ist trotzdem mein Mann und wir erwarten dieses Jahr unser 1. gemeinsames Kind.

Rückblickend kann ich nur sagen, es war nicht immer einfach, es gab Rückschläge,aber wir haben es gepackt.
Ich kenne einige wo das "projekt" Patchwork super läuft und funktioniert,aber ich kenne auch das komplette Gegenteil davon.
Ich selber habe es zum Teil als "Abenteuer" gesehen mit Regeln,einigen Tränen,egal ob aus Freude oder aus Traurigkeit.

Patchwork mit meinem Mann ? Immer wieder !!!!

LG

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