Meine Oma tyrannisiert meine Eltern...

*** Sorry, ist etwas lang geworden - aber vielleicht mögt Ihr trotzdem mal lesen. ***

Hallo Ihr Lieben,

vielleicht habt Ihr mal einen Rat für uns. Zur Zeit ist meine Oma fast das alleinige und bestimmende Thema in unserer Familie und meine Eltern sind langsam mit den Nerven runter...

Sie ist inzwischen 88 Jahre alt, geistig und körperlich fit, so weit man das in diesem Alter erwarten kann. Sie wohnt etwa 5 Minuten zu Fuß von meinen Eltern entfernt. Meine Mutter arbeitet voll, mein Vater ist bereits zu Hause. Er kümmert sich sehr um sie, obwohl sie noch nie ein besonders gutes Verhältnis zueinander hatten, da meine Oma (seine SchwieMu) ihn aus unerfindlichen Gründen nicht leiden kann. Er fährt mit ihr einkaufen, zum Friedhof, zu diversen Ärzten, repariert Sachen in ihrer Wohnung etc. Meine Mutter schaut fast jeden Abend für eine Stunde nach der Arbeit bei Ihr vorbei und das Wochenende kann sie immer bei ihnen verbringen. Trotzdem ist meine Oma ständig unzufrieden und macht ihnen nur Vorwürfe, dass sie sich nicht kümmern würden, dass sie nicht mit ihr mitfühlen usw. Nie kann man es ihr recht machen.

Ein paar Beispiele: sie schafft es langsam nicht mehr, ihre Wohnung richtig sauber zu halten. Sie will nicht, dass mein Vater das macht (weil sie ihn eben nicht so gern in der Wohnung hat), sondern meine Mutter. Die hat aber nach einem langen Arbeitstag verständlicherweise keine große Putzlust mehr und so hat sie ihr angeboten, eine Putzhilfe zu suchen. Daraufhin war meine Oma total empört, ob es bei ihr etwa dreckig wäre und dass sie solche Arbeiten ja wohl von ihrer Tochter erwarten könne und dass es schade um das schöne Geld wäre. Verständnis für die Situation meiner Mutter hat sie keins.

Außerdem verhindert sie jedes Jahr die Urlaube meiner Eltern. An den Abenden vor der Abreise ruft sie den Notarzt und lässt sich unter diversen Beschwerden ins KH einliefern, wo sie spätestens am zweiten Tag als vollkommen gesund entlassen wird. Über Weihnachten haben meine Eltern sie nun die die Kurzzeitpflege gegeben, damit sie das erste Mal seit langem mal wieder wegfahren können.

Bekommt sie Besuch, ist es ihr zu viel Arbeit wegen Kaffeekochen und Kuchenkaufen. Mitbringen darf man aber auch nichts. Besucht sie andere, beschwert sie sich, weil sie immer so viel über die eigene Familie reden. Sie ist mit allem unzufrieden, kann aber nie erklären, was sie stört oder was sie gern tun möchte. Fragt man nach, wirft sie einem vor, dass man sich in ihr Leben einmischt.

Ich habe meiner Mutter schon mehrfach geraten, einfach mal ein paar Wochen auf Abstand zu gehen. Aber das hat sie wohl schon versucht und meine Oma hat ihr dann angekündigt, sie wisse, dass sie eine Last sei und werde sich dann eben von dieser Welt verabschieden. Da sie von ihren zahlreichen Arztbesuchen ein ganzes Arsenal an Schlaf- und Schmerztabletten hat, hat meine Mutter wirklich Angst, dass sie diese Drohung wahr macht. Und so lässt sie sich weiter jeden Tag volljammern und beschimpfen.

Ich würde meinen Eltern so gern helfen. Sie reden ständig nur noch von der Situation mit der Oma und haben sich selbst auch schon oft deshalb gestritten. Wisst Ihr vielleicht einen Rat?

Ich danke Euch sehr fürs Lesen!!! Liebe Grüße, Suppe

Das einzige was mir dazu einfällt ist: Sie ist eben alt. Und so ist das wenn man alt und allein ist.

Vielleicht sollten deine Eltern sich drum bemühen mal den Sozialdienst einzuschalten. Denn ganz offensichtlich werden sie ja mit der Situation nicht mehr fertig.

Hallo!

Vielen Dank für Deine Antwort! Ich fürchte, mit dem Sozialdienst wäre es wie mit der Putzfrau: meine Oma würde es nicht gut finden, dass sich Fremde in ihr "Leben einmischen".

Sehr einsam und allein dürfte sie sich eigentlich auch nicht fühlen. Zwar ist mein Opa vor einigen Jahren gestorben und ich kann verstehen und nachfühlen, dass das sehr schwer für sie ist. Sie ist aber viel unterwegs: einmal die Woche im Seniorenclub um die Ecke, einmal im Monat beim Seniorenkreis in der Kirche. Sie hat mehrmals die Woche Besuch von Bekannten oder besucht diese. Und wir telefonieren mehrmals die Woche mit ihr. Es ist also eigentlich immer jemand um sie herum, der sich mit ihr beschäftigt. Natürlich nicht rund um die Uhr, aber das will sie ja auch gar nicht...

Na ja, einen Versuch wäre es aber vielleicht wert mit dem Sozialdienst.
LG, Suppe

Ich denke das wird der beste Weg sein- da müssen deine Eltern erstmal über ihren Kopf hinweg entscheiden.

Wenn sie z.B. auch mit solchen Sachen droht wie du beschrieben hast, ist ja damit nicht mehr zu spaßen.

Hallo!

Deine Eltern (besonders deine mutter) ist gerade an einem schwierigen Punkt.
Sie ist dei Tochter ihrer Mutter und das wird sie immer bleiben. Diese Rolle wird sie also nicht los. Aber das Rollenverhalten verändert sich nun mal im Laufe des Lebens. Eine 4 jährige Tochter hat eine ander Beziehung zu ihrer mutter als eine 14 jährige oder eine 40 jährige.
Aber trotzdem bleibt es meist im ähnlichen "gefüge"- die mutter ist also die lebenserfahrenere, die weisere, ...
nun dreht sich das aber um. Deine Oma ist nicht mehr in der Lage völlig selbständig ihr Leben zu gestalten (ist eine 14 jährige auch nicht). also ist es nun an deinen Eltern, das zu akzeptieren. (ob deine oma das tut, ist ne ander frage- ne 14 jährige tut das auch nicht immer). Sie müssen also die Verantowrtung übernehmen und wie sie das tutn, ist ihre sache.
entweder sie entscheiden, daß die sachen nun von ihnen selbst erledigt werden (putzen und co) oder aber sie engagieren dafür jemadnen. Das kann deiner Oma pssen oder nicht, aber so ist nun mal die sitaution.
sie werde es nicht schaffen, ihr alles recht zu machen und trotzdme ein eigne leben führen, damit machen sie sich zu sklaven.
also müssen sie nun den schritt gehen und akzeptieren, daß die Frau, die sie immer als Mutter, als die kompetente, weise, clevere frau gesehen habe, alt wird und auf Hilfe angewiesen ist und nicht mehr alleine die Verantwortung übernehmen kann.
Die Verantwortung allerdings, ob sie leben möchte oder nicht, hat deine Oma noch und die sollte deine Mutter auch bei ihr überlassen! Diese Verantwortung hat sie bis zum schluß und ist nicht in den hönden deiner mutter!
Wenn die oma also damit droht, kann sie den sozialpsychiatrischen Dienst einschalten, wenn sie sich absichern will (evtl. wäre auch da die abklärung einer depresion sinnvoll9, aber es liegt nicht an deiner mutter!

lisasimpson

Ich setze noch einen oben drauf, meine Oma wohnt bei meinen Eltern, was zur Folge hat, dass meine Eltern mit den Nerven am Ende sind, und wir nur ungerne zu meinen Eltern fahren, weil die Oma immer dabei sein will. Ich habe meine Oma im ganzen Leben nicht so viel gesehen wie jetzt in einem Jahr, sie war schon immer eine bösartige und kalte Frau. Für mich ist sie sogar fremd. Leider wurden meine Eltern vom Sozialamt schlecht beraten, und man sagte ihnen, dass sie für die Heimunterbringung aufkommen müssten, und sogar einen Hypothek aufs Haus dafür aufnehmen. Das stimmt aber alles nicht, und da meine Mama jetzt echt am Ende ist kommt Oma (hoffentlich bald) in ein Heim. Das mag sich für außenstehende jetzt böse anhören, aber es kann nicht sein, dass sich Menschen um anderen zu helfen selber kaputt machen und ständig krank sind, von der verlorenen Lebensqualität mal ganz abgesehen. Meine Oma ist Dement und man kann sie nicht lange alleine lassen.

Ich hoffe nur, dass wir nicht mal so werden. Vielleicht sollte mal ein Sozialer Dienst gucken wie fit Deine Oma wirklich noch ist, und klären, ob sie nicht besser in ein betreutes Wohnen zieht. Die Reaktion der Oma kann ich mir jetzt schon bildlich vorstellen, aber die kleinen #drache können auch mit der jüngeren Generation nicht alles machen!

Viel Glück für Dich und Deine Eltern! #klee

Noch ein Wort zu ihren Drohungen, ich würde die nicht ernst nehmen. Die Dame weiß einfach genau welche Knöpfe sie bei Deiner Mutter drücken muss, damit diese tut was sie sagt. (Kann man natürlich nicht mit Gewissheit sagen, aber es ist eine Frechheit so andere Leute unter Druck zu setzen!)

Puh!

Harter Tobak!

Ich kann mich den Vorschreiberinnen nur anschließen!

Deine Eltern sollten sich mit dem Sozialen Dienst in Verbindung setzen und mit denen reden!

Die Oma ist zwar alt - aber es kann nicht sein, daß sie ausschließlich der Mittelpunkt eures Lebens bleiben kann.

Sie hat ja die Wahl: entweder sie läßt zu, daß sich jemand um díe Wohnung kümmert (putzen) und daß sie deine Eltern in Ruhe lässt wenn diese eben keine Zeit haben und auch mal in den Urlaub möchten, oder sie muss mit einem Rückzug der Tochter rechnen.

Und wenn sie meint, deine Eltern erpressen zu müssen, dann ist das ihr Ding. NATÜRLICH weiß ich ganz sicher, daß deine Mama das nicht einfach so überhören kann - es ist ja ihre Mutter!
Aber man muss auch irgendwann lernen, alles mit Abstand zu betrachten.

Bei deiner Mutter ist es anscheinend nicht zum wirklichen Abnabeln gekommen - und nun hat sie den schwarzen Peter!

Wenn deine Oma sich was antun sollte - was ich nicht glaube - dann ist es halt so! Ihr müsst lernen, euch endlich von ihr frei zu machen!

Kontrollsüchtige Menschen werden im Alter nicht anders - nur schlimmer.

Holt euch professionelle Hilfe!

U.U. muss sie ins Heim wenn es gar nicht mehr geht.

Und das würde ich auch ganz klar mit Hilfe des Sozialen Dienstes auch so sagen!

LG Scrollan

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das mit der kruzzeitpflege war doch shocnmal ein guter anfang.

deine eltern müssen so weiter machen: sich kümmern, um die oma und um sich selbst.

beim nächsten mal z.b. putzt deine mutter nciht mehr, weil sie es einfach nicht schafft. wenn die wohnung versifft, kann ja ne putzfrau her. oma will das nicht: dann lebt sie eben im dreck.

oder die urlaube: beim nächsten mal sollen deine eltern einfach fahren. und wenn´s nur ins dorf um die ecke ist. solange deine oma denkt, sie springen wenn sie pfeift, wird sie das immer wieder tun.

und ja, diene oma ist alt und alte menschen werden seltsam.
vor allem, wenn sie ihre selbständigkeit verlieren.
trotzdem darf man sihc nicht völlig einspannen lassen, wenn man selbst noch ein leben haben will.



Ich danke Euch allen von ganzem Herzen!!! Ihr habt ja alle das gleiche geraten und eigentlich hatte ich auch immer das Gefühl, dass meine Mutter sich am besten "einfach" mal durchsetzen sollte. Ich werde auf jeden Fall noch einmal mit ihr reden. Und vielleicht ist ja nach ein paar Wochen "Machtkampf" alles ausgestanden.

Nochmal vielen, vielen Dank! Suppe

Hallo

deine Oma hat alle fest im Griff.
Aber man darf sich nicht drangsalieren lassen.

Ich habe viele Arten von alten Menschen kennengelernt.
Die einen sind zufrieden mit dem was ist und was sie haben, die Anderen
sind richtige Kotzbrocken und waren es auch schon zu fitteren Zeiten.

Die Abneigung gegen deinen Vater rührt schon von früher und das wird sich auch im Alter nicht ändern. Ganz toll finde ich, dass dein Vater sich daraus eher weniger macht.

Deiner Oma muss klipp klar gesagt werden, dass ihr für sie da seit, aber nur in dem Maße wie es möglich ist. Sprich hat deine Mutter keine Zeit, ist das eben so.

Warum fragt ihr nicht mal bei einer Sozialstation nach, wegen einer Haushaltshilfe.

Wenn deine Eltern in Urlaub fahren, würde ich das der Oma gar nicht ankündigen sondern du bist ja dann da.

Alte Menschen sind in ihrer Gewohnheit und in ihrem Trott. Möchten, dass es auch immer so bleibt und sich nichts ändert, weil sie es ja so gewöhnt sind.

Ich wünsch euch viel Glück
mfg

.....An den Abenden vor der Abreise ruft sie den Notarzt und lässt sich unter diversen Beschwerden ins KH einliefern, wo sie spätestens am zweiten Tag als vollkommen gesund entlassen wird....
Hihi kenn ich - von meiner Mutter - und die war damals noch 18 Jahre jünger als eure Oma. Kann nur eines raten - NICHT erpressen lassen, Hausarzt verständigen, ob Oma evtl depri ist und er soll sie an einen geriatrischen Spezialisten überweisen, ist nicht eure Verantwortung. Besonders wenn sie mit Suizid droht und ich weiß, welche Arznei-Arsenale meine Mutter hatte, große blaue Säcke hab ich später rausgeschleift !
Klare Ansagen machen und evtl jemanden vom Sozialpsychiatrischen Dienst mitnehmen. In manchen Orten gibts von der Kirche aus Frauen, die Nachbarschaftshilfe machen mit Putzen usw - frag bei eurer Kirche nach.
Auf alle Fälle darf und muss sich Deine Mutter nicht aufopfern. Und diejenigen, die hier schreiben, ja man muss Geduld haben, sind halt alte Leute usw - die haben einen solchen #drache noch nicht betreuen müssen.
Ich war zuletzt soweit, dass ich zu meiner Mutter sagte, vergiß nicht den Notarzt anzurufen, ich fahr morgen in Urlaub.....da wurde es besser, als sie merkte, ich hab sie durchschaut :-p
Kurzzeitpflege war schon ein guter Anfang - macht so weiter - und Deine Eltern haben auch noch das Anrecht auf ein eigenes Leben, und ich weiß, das alte Leute sehr sehr böse sein können :-(
LG Moni

Hallo,
Ich selber pflege meinen schwer an Parkinson erkrankten Ehemann. Ich habe auch noch einen 98 jährigen fast blinden Schwiegervater, der NOCH allein in einer kl. Wohnung lebt wo ein Blindenheim mit angeschlossen ist. Sollte mein Schwiegervater ernsthaft erkranken, würde ich ihn auch zu mir holen, obwohl wir uns z.Zt. nicht sonderlich gut verstehen. Aber eine Unterbringung in ein Heim käme für mich nicht in Frage, das könnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Und wenn meine Eltern Pflege bräuchten, dann würde ich die beiden auch zu mir holen und Hilfe bekommt man doch über einen Ambulanten Pflegedienst. Ich selber habe keine Geschwister, ich stehe mit allem alleine da, im Gegensatz zu meinem Mann, der hat noch eine Schwester, aber die würde nicht einen hohlen Gedanken an ihren Vater verschwenden. Meine Eltern und auch meine Schwiegereltern haben immer zu uns gestanden, da wäre für mich die Möglichkeit, einmal etwas an alle zurückzugeben. Der Platz für die älteren Herrschaften wäre jedenfalls vorhanden.

Hut ab, wenn Du das alles kannst ! Mein Mann wäre auch kein Thema, er hatte auch schon einen Schlaganfall und ich werde immer für ihn da sein !!!
Genauso wäre es bei meinem Vater gewesen. Aber Menschen, die mir immer das Leben schwermachten, pflegen, nein, ich bin keine Heilige ! Und außerdem noch mind 6 Jahre voll berufstätig.
Ich habe eine sehr gute Bekannte erlebt, die nach 3 Pflegefällen selber fast starb. Das muss auch nicht sein.
Es ist immer anders, wenn die Menschen auch für einen da waren - oder eben nicht ! Und ich sage mal, wer lebenslang böse war, vor dem kann man im Alter nur Angst haben - meine Erfahrung !
LG Moni

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Kenn ich so oder ähnlich auch von meinen Großeltern. Meine Eltern reissen sich wirklich ein Bein aus, trotzdem erzählen die Großeltern im Dorf rum, es würde sich niemand um sie kümmern.

Man fährt hin (etwa 30 km), erledigt alles, was so zu tun ist, fragt nochmal nach, ob noch was wäre. Kaum sind sie wieder daheim, klingelt das Telefon, dass noch irgendwas wäre.

Auch diese Geschichten mit dem Notarzt vorm Urlaub kenn ich nur zu gut.

Einen richtigen Rat hab ich nicht. Sie sind halt alt und man weiß nie, wie man selber mal drauf ist, wenn man auf andere angewiesen ist.

Wichtig find ich aber, daß man sich eben auch nicht auf der Nase rumtanzen lässt und Grenzen zieht.

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