Ausgewandert - ein Erfahrungsbericht

Hallo an alle,

ich weiß nicht recht, wo ich anfangen soll.
Wir sind vor knapp 1 Jahr nach Dänemark gezogen und bisher lief alles ohne Probleme, wir hatten einen sehr guten Start hier und nach wie vor läuft alles wie am Schnürchen.
Ich muss ausdrücklich dazusagen, daß wir KEINE der Sorte "Deutschland ist scheiße, ich wander mal schnell aus" sind. Es war ein jahrelanger Traum meines Mannes, noch bevor wir uns kannten. Plötzlich ergab sich die Chance, ganz spontan und wir haben Nägel mit Köpfen gemacht.
Mein Mann hat seine Arbeitsstelle, die er über alles liebt. Meine Tochter blüht im Kindergarten auf, redet inzwischen fast fließend dänisch ( geht ja schnell bei den Kids ). Mein Sohn, der hier geboren wurde, fühlt sich anscheinend auch wohl, auch wenn er das noch nicht sagen kann. Finanziell geht es uns sehr gut, wenn alles so bleibt wie bisher, müsste ich noch nicht mal arbeiten gehen ( rein theoretisch natürlich ! ). Allerdings ist es schwachsinnig und auf Dauer zu teuer in Dänemark zur Miete zu wohnen,denn hier ist es üblich, daß man Eigentum kauft. Ein Haus könnten wir jederzeit kaufen, sobald ich arbeiten gehe würde. In Deutschland wäre das nahezu unmöglich für unsere Verhältnisse.
Sprachlich kommen wir auch gut klar, inzwischen können wir problemlos Gespräche führen, verstehen, lesen und schreiben, natürlich hakt es immer mal aber grundlegend kann man sagen, wir haben mittleres Sprachniveau erreicht.
Wir wohnen in einem tollen Ort, mit allem, was man so braucht, der Strand ist ca. 35 Min. entfernt.

Wir sind stolz auf das, was wir bisher und ohne fremde Hilfe geschafft haben.

Ihr fragt Euch bestimmt, was ich überhaupt will, ich weiß daß viele um jeden Preis nach Dänemark möchten.
Aber - es ist nicht alles Gold was glänzt !!!
Vergesst bitte alles, was in div. Doku`s gezeigt wird. Die Realität sieht anders aus !
Ok, momentan liegt es sehr an der ( noch winterlichen ) Jahreszeit, kalt, nass, rau, windig, nichts los.
Doch im allgemeinen ist Dänemark ein einsames Land. Klar ich wusste das vorher, aber es ist wirklich wirklich ein rieeeesengroßer Unterschied, wenn man es vorher "wusste" - hier aber jeden Tag "leben" und "erleben" muss. Bei uns dauerte es ca. 4 Monate, bis allmählich die ersten Kontakte entstanden. Die Bekannten, die wir momentan haben, sind wirklich ok. Wenn es nicht gerade Gespräche mit den Erzieherinnen, Chef oder Kollegen sind, so merkt man schon, daß die Dänen den Deutschen ( bzw. Ausländern im allgemeinen ) eher auf Distanz gehen.
Ein anderes Thema ist die Kultur an sich, die Lebensgewohnheiten und Alltagsgewohnheiten der Dänen. Natürlich - anderes Land, andere Sitten. Aber man muss äußerst anpassungsfähig sein, um hier wirklich 1000%ig Fuß zu fassen.
Klar, die Arbeit ist toll, das Finanzielle stimmt, den Kindern gehts gut, man kann die Sprache allmählich - aber das ist doch alles nur Faccade.
Ich persönlich war von Anfang an im Zweifel, ob der Schritt richtig war, habe viel mit mir gehadert und war oft ziemlich unten, was ich aber überwiegend auf meine Schwangerschaft geschoben hab.
Zwischendurch hab ich immer wieder versucht, meinem Mann zuliebe, der Familie zuliebe, mich aufzuraffen, durch positive Erlebnisse neuen Mut zu schöpfen.
Es gelingt mir immer wieder, aber das Wahre kann es ja auf Dauer nicht sein, denn eigentlich finde ich, daß ich mir selbst was vormache.

Was ich Euch gerne mitteilen möchte, ist, daß ich ein Problem habe und einfach gerne Eure Meinungen, neutrale Meinungen von Menschen, die mich nicht kennen, hören möchte.

Um es kurz zu fassen, es gut uns als Familie hier in DK sehr gut, betrachtet man es von der existenziellen Seite. Aber auch hier ist, genauso wie in D die Zukunft ungewiss und doch - zieht es mich wieder nach Deutschland zurück. Ich kann es komischerweise nicht an bestimmten Argumenten festmachen, es ist einfach nur, ich glaube, ich würde mich in Deutschland wohler und "sicherer" fühlen.

Es widerspricht sich, ich weiß. Mein Mann sagte in einer unserer letzten Diskussionen über dieses Thema: "Es ist doch unvernünftig dahin zurückzugehen, wo es uns schlecht ging!" Womit er ja Recht hat.
Aber das war doch mehr auf Existenz und das Finanzielle bezogen.

Ich persönlich habe nichts gegen Dänemark, es ist ein tolles Land mit einem besonderen Zauber, aber die Realität, wenn man hier lebt, sieht doch anders aus.
In mir steckt ganz tief der Wunsch wieder zurückzugehen, aber meinem Mann gefällt das nicht.
Was wäre mit meiner Tochter ? Ich müsste sie wieder einmal aus ihrem gewohnten Umfeld reißen, sie startet bald mit der Schule, kann die Sprache, wäre es da jetzt nicht unverantwortlich, zu gehen ???

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Mein Mann ist der Meinung, ich würde es hinterher sehr bereuen, wenn ich DK verlassen würde.......

Was meint Ihr ??

Sorry für das #bla

Im Moment hast Du Heimweh und siehst Deutschland wahrscheinlich auch recht verklärt, der Alltag in D ist nämlich auch nicht besser als in DK, GB oder sonstwo.

Würdest du in D direkt wieder ein komplettes soziales Umfeld haben, oder müsstest du von vorne anfangen? Wie schwer wäre die Umstellung für Deine Kinder.

Vielleicht würde es Dir helfen ein paar Wochen Urlaub in D zu machen, damit Du deine Gefühle testen kannst?

Ich persönlich vermiss D manchmal auch, aber am Ende jedes Heimat-Urlaubes bin ich froh wieder nach Hause auf die Insel zu fahren

Meine Familie ist in Deutschland, sprich Eltern und Geschwister. Aber es geht nicht mal so sehr um die, mir wäre es im Prinzip egal, wo in D ich wohnen würde.

Und jetzt hälst Du mich bestimmt für bekloppt:
Ich war bereits ein paar Mal in D zu Besuch / Urlaub, zuletzt für 2 Wochen - und JA ich war froh wieder "zuhause" zu sein, als ich in DK ankam.

Mein Mann findet auch, daß es eher Heimweh ist. Momentan hab ich noch keine Arbeit und es mag vielleicht schon daran liegen, daß ich den ganzen daheim hocke mit dem Kleinen.
Aber was ist, wenn es auch MIT Arbeit nicht besser wird ?

Natürlich wünsche ich mir das Beste für uns und unsere Kinder, unser Ziel ist unser gemeinsames Haus, das wie gesagt durchaus greifbar wäre. Aber damit verbunden ist für mich so ein "Endgültig"-Stempel...........

Ganz so gut geht es euch als Familie aber nicht, wenn Du unglücklich bist. Auch Deutschland ist ein reiches Land und falls Dein Heimweh anhält, würde ich zurück ziehen. Eur Familie lebt doch sicher auch in D, das wäre auch ein Argument für die Kinder. Wir sind auch nach Südamerika ausgewandert und leben nun in Deutschland. Kinder gewöhnen sich schnell an Umstellungen, solange sie noch klein sind.

Ich habe schon immer eine sehr starke Bindung zu meiner Familie, besonders meine Tochter, sie ist 6 Jahre.

Der Umzug fiel ihr nicht schwer, obwohl sie trotz ihren 6 Jahren verstand, daß es kein Urlaub sondern was Dauerhaftes ist. Die ersten Heimwehanfälle bei ihr kamen nach dem ersten Besuch meiner Eltern und so ist es auch nach wie vor, sie verkriecht sich dann, wenn sie merkt, der Abschied naht und ist dann nicht mehr ansprechbar. Inzwischen ist es etwas besser geworden und hält auch nicht mehr tagelang an, aber dennoch bricht es mir jedes Mal das Herz, denn ich fühle mich, als hätte ich ihr etwas weggenommen.

Ich habe manchmal das Gefühl, ich habe mich verändert seitdem wir hier sind. Ich liebe meine Familie, aber ich habe auch festgestellt, dass die "Trennung" einerseits gut war, denn wir haben im Abstand von ca. 10 Minuten gewohnt und jeden Tag habe ich bei meinen Eltern verbracht, auch meine Tochter. Daher sage ich ja, selbst wenn ich tatsächlich wieder nach D ziehen würde, es müsste nicht unbedingt wieder in meiner Heimat sein. Hauptsache Deutschland...........#ole

...........vergesse nie den Ort wo deine Wiege stand.
denn in der weiten Ferne findest du kein zweites
Heimatland!

so der bekannte Spruch, scheint was dran zu sein #gruebel

Ich denke, das ihr im grunde schon das richtige getan habt...! Doch Du musst sehen ob Du dir bis ans Ende Dänemark vorstellen kannst. Im Moment ist das euer Ding aber es kann immer sein man weiß net was kommt das eure Wurzeln euch einholen und ihr vom Herzen her nur in Deutschland euere volle Zufriedenheit findet.
Das finanzielle ist natürlich ein großes Thema aber was hat man irgendwann davon wenn das Herz weint..............................#stern

Ich wünsche Euch alles erdenklich gute!!

lg cin #stern

....dazu muss ich nichts hinzufügen, denn Du hast das ausgesprochen, was ich fühle !

Zumindest meine Wurzeln werden mich einholen, aktuell geht es meinem Vater nicht besonders gut und ich habe ein sehr merkwürdiges Gefühl. Beim letzten Besuch meiner Eltern konnte ich doch viele Heimlichkeiten spüren und sie haben sich sehr komisch benommen, als wäre es ein letztes Mal gewesen..........

Hört sich jetzt doof an, aber diese Gedanken lassen mich zur Zeit nicht mehr los. Wahrscheinlich kam das Thema auch aufgrund dessen wieder in mir hoch..............

Nein, Dänemark bis an mein Lebensende ? Das kann ich mir nicht vorstellen, ich würde an dem Gefühl der ständigen Einsamkeit zerbrechen.

.....#liebdrueck wenn das so ist dann gebe ich Dir mal was auf den Weg,...

Setz Dich heut Abend hin und versuch Dir diesen Tag als Tag X vorzustellen, der Tag an dem Du anfängst Dich mit dem realen Gedanken Deutschland auseinanderzusetzen.....stück für stück...erstmal für Dich selbst und dann bezieh vorsichtig deinen Partner und deine Familie mit ein! Es wird ein steiniger Weg werden aber deine Familie muß verstehen (lernen) das das scheinbar nix für die Ewigkeit ist! Wie schlimm wär das denn wenn in D. etwas am laufen ist woran Du einmal zerbrichst ( Deine Eltern usw.) somit kann auch alles andere schnell zerbrechen!
Setz Dich damit auseinander in wie fern D. im Moment oder später möglich wäre.......spart darauf hin und kommt wieder zurück!! Nicht heut nicht morgen, aber......bestimmt bald.....#liebdrueck
Alles im Leben hat seine Zeit und alles geht einmal zuende......auch eure Mission Dänemark( wenn Du nicht glücklich wirst) das muss akzeptiert werden!

Wenn Du es jetzt nicht geschafft hast deine Erfüllung zu finden dann wird sie mit großer Sicherheit auch nicht mehr kommen....nicht in Dänem.!
#gaehn
Ja bei uns in D. räusper #hicks ist auch nicht alles toll aber es ist deine Heimat und deine Welt und dazu brauchst Du ihr nicht unbedingt viel Geld sondern nur ein glückliches Gefühl!!!!! Das Gefühl der Heimat!!!#herzlich

Kannst Dich auch bei mir über VK melden wennst willst,
ein kleiner Draht zu Deutschland;-)

lg cin#stern #klee

Ich bin zwar nie ausgewandert, aber ich bin Schweizerin und in den letzten Jahren sind sehr viele deutsche Familien in unser Dorf gezogen. Da ich akzentfrei Hochdeutsch spreche und sehr offen bin, sehen sie mich immer gleich als "Verbündete" und heulen sich auch mal bei mir aus. Zudem habe ich in den letzten Jahren ca. 6 Ausländer und ihre Familien in die Schweiz umgesiedelt. Darum höre ich sehr viel über das Thema "Auswandern" und die wirkliche Problematik. Ich kenne Dich und Dein Umfeld nicht, aber ich kann hier mal ein paar Punkte aufzählen, die sich bei allen die ich kennengelernt habe positiv auf die relocation ausgewirkt haben:
- Familien werden besser integriert als Singles
- Landessprache muss gelernt werden sonst kommt es zum "Ghetto Effekt" (Ausländer bleiben unter sich)
- Meistens "leidet" der nicht arbeitende Elternteil
- soziales Engagement in der Gemeinde, Schule oder Vereinen stärkt das soziale Umfeld
- Auszeiten von der Familie (Kindern) organisieren ist sehr wichtig - such Dir einen Babysitter

Mein Rat an Dich: Wiederanfang in D wird auch kein Zuckerschlecken. Such Dir einen Job damit Du eine Aufgabe hast und wieder Unabhängigkeit gewinnst. Du musst Dein Leben selber in die Hand nehmen und dann wirst Du das auch bekommen was Du suchst. Ueberlege Dir was Du schon immer machen wolltest und tu es.

Viel Glück
#stern

Vielen Dank für Deine "Checkliste", da ist schon was dran, das streite ich nicht ab.

Das "merkwürdige Essen", die Sprache, die teilw. eigenartige Mentalität, das alles sind nicht die Gründe, warum ich plötzlich wieder für D tendiere.

Mit den Lebensmitteln und Essgewohnheiten an sich kann ich mich vereinbaren, die Sprache ist noch nicht perfekt, stellt aber auch kein Hindernis im Alltag mehr dar. Die Mentalität - ok, ich zwinge niemanden mich zu mögen. Generell sind die Dänen sehr freundlich und hilfsbereit, aber man darf ihnen nicht zu sehr auf den Schlips treten.

Ich möchte auch nicht als Versager angesehen werden, aber ich würde mich trotz all meinen Erlebnissen in der Vergangenheit, auch Erlebnissen mit dem dt. Staat, besser fühlen als hier in DK.
Warum ? Gute Frage.........

Hallo!

Um sich irgendwo zu integrieren, braucht man mindestens 2 Jahre, normal sind so 3 bis 8 (kenne die Quelle leider nicht mehr, habe es mal irgendwo gelesen).

Nach 1 Jahr kann man noch nichts sagen.

Ich bin in meinem Leben oft umgezogen, Bekanntschaften die man fuer Freundschaften haelt ergeben sich in ca. 2 Wochen, richtige Freunde findet man erst nach 1-2 Jahren (natuerlich werden aus einigen Bekannten auch Freunde, aber eben nicht aus allen).

Das ist selbst wenn du innerhalb eines Landes umziehst so.

Halte durch, denn nach Deutschland muesstes du dich auch erst zurueck integrieren!;-)

Ich habe einige Zeit in den USA gelebt und auch in England.

Nie habe ich mich deutscher gefühlt als dort.

Ich hatte Sehnsucht nach meiner Heimat, war ich hire, habe ich mich wurzellos gefühlt.

Ich kam zurück und wollte wieder weg. Ich bekam hier Kinder. Immer stand im Raum wieder zu gehen. Irgendwann waren die Kinder zu groß.

Ich bedauer das immer noch.

Ich wäre gerne mit ihnen ein paar Jahre im Ausland gewesen. Andere Erfahrungen, anderer Horizont.

Letztendlich weiß ich für mich, Zu Hause bin ich da wo ich mir ein Zuhause schaffe, einen Freundeskreis.
Ob hier oder im Ausland.

Du hast weder eine Aufgabe (Beruf) noch bist du integriert ins soziale Leben.
DU suchst nach Gründen, Begründungen, warum du zurück willst. Dein Mann möchte nicht.

Und nun?

Entweder machst du ihm die Hölle heiß, zwingst ihn somit zurück zu gehen, oder fügst dich - findest dort deine Mitte (die sowieso nur da ist, wo du bist)
Wahlweise trennst du dich und gehst alleine zurück.

Gruß

Silk

Da sind wir Beide in der selben Situation.#liebdrueck
Ich bin vor einem Jahr nach Finnland#snowy gezogen und habe im Moment sehr Heimweh, nicht speziell nach meiner Familie, aber nach Deutschland generell.
Eigentlich läuft hier alles glatt. Die Sprache beherrsche ich grössten Teils, mit meinem Partner läuft es auch ganz gut und einige Bekannte habe ich auch kennen gelernt.

Im Moment versuche ich durch ein Praktikum in meinen Beruf zurueck zu finden und es ist sehr schwer fuer mich. Ich gehe jeden Tag sehr angespannt zur Arbeit, weil ich eben nicht immer alles verstehe. Was mir hier am Meisten fehlt ist eine Freundin, den der Kontakt zu meinen deutschen Freundinnen ist natuerlich auch nicht mehr so regelmässig.
Dazu kommt noch, dass mir meine finn. Schwiegerfamilie probleme bereitet.

Ich hoffe auf bessere Zeiten und sprech mir immer wieder Mut zu.#cool
Dir wuensche ich viel Kraft auf der Suche nach deinem persönlichem Glueck!#klee

Touvalu

hallo,
ich bin nur innerhalb deutschlands sehr oft umgezogen, kann zuma auswandern nicht soviel sagen.
aber ich kann es mir verdammt einsam und langweilig in dänemark vorstellen. 2, 3 wochen urlaub immer, genießen, die weite, das land, aber dann reichts.

kommt auch noch darauf an wo ihr lebt, aber wenn es da genauso ist , wie in den urlaubsgebieten, ja, dann versteh ich dich. so den alltag und das wetter und die weite.
du klingst unglücklich mit dem gedanken , da zu bleiben.
ich kenne solch innerlichen sehnsuchtsgedanken nach "zuhause" obwohl man zuhause sitzt. meißt packt man das dann am ende nicht und geht zurück.
auch wenn ihr hier in deutschland nicht alles gleich habt, innerlich zufrieden sein bringt auch ganz viel.
klar muss man sehr gut überlegen was man macht. und das könnt nur ihr alleine.gucje ob es dir nur grade jetzt so geht oder schon lange.

ich musste meinen sohn auch oft aus seinem gewohnten umfeld nehmen, wenn man es gut macht, klappt es auch gut.
es klappt sogar gut in der schulzeit, aber wenn es geht, würde ich sowas vor einer einschulung überlegen.
l.g.

Ich würde noch mindestens ein Jahr bleiben - vorher auch noch mal einen längeren Urlaub in Deutschland machen und dann eine Entscheidung treffen.

Hallo,

1 Jahr ist zu kurz um richtig heimisch zu werden.
Das ging mir so bei Umzügen innerhalb Deutschlands. Bevor ich eine eigene Familie hatte, bin ich mehrfach umgezogen (jedesmal andere Stadt in D in mal mehr mal weniger großer Entfernung).
Es hat bei mir jedesmal ca. 2 Jahre gedauert, bis ich mich richtig wohl gefühlt habe und echte Freundschaften entstanden sind (Ausnahme Uni) - und nach ca. 21/2 Jahren kam der nächste Umzug.
Im Ausland kommen sicher noch kulturelle Unterschiede und die Sprache dazu.
Ich kann dich gut verstehen.
Bevor ihr aufgrund von Heimweh wieder alle Zelte abbrecht, versuch es doch noch weiter.
Versuche möglichst viel Kontakte und Freundschaften zu knüpfen (sagt sich leichter als getan). Vielleicht kannst du dich in irgendeiner Form engagieren (Kindergarten, Schule, Kirche, Verein,...)

Vielleicht könnt ich euch gemeinsam einen Zeitpunkt (z.B. in 1, 2, 3 Jahren) setzen, wo ihr dann nochmal Bilanz zieht und überlegt, wie es weiter geht (und dein Mann dann grundsätzlich auch offen ist für eine Rückkehr).

Wenn ihr in Deutschland neu anfangt, kennst du vermutlich auch erst mal niemand, wenn ihr nicht gerade direkt in deine Heimatstadt zurück könnt.

Also kurz: nichts überstürzen, aber auch dein Herz nicht vergessen. Auf Dauer musst du dich wohlfühlen!

Liebe Grüße

Hallo Sunny,

Ich finde auch, dass ein Jahr recht kurz ist, um die Flinte schon ins Korn zu werfen.

Ich lebe seit mehr als 10 Jahren in Frankreich. Ich bin der Liebe wegen gekommen und der Liebe wegen geblieben. Es war aber auch vorher schon mein Traum, in Frankreich zu leben. Und trotzdem habe ich mich schwer getan, mich hier einzuleben und noch heute bin ich zu deutsch für Vieles, was ich hier so tagtäglich erlebe und schüttele manchmal im Stillen den Kopf über die Franzosen...

Nach einigen "Irrungen und Wirrungen" habe ich dann meinen jetzigen Mann kennen gelernt und wir sind mittlerweile fast 8 Jahre verheiratet und immer noch sehr glücklich miteinander.

Ich habe zwei Kinder hier bekommen und beruflich einiges erreicht. Wir haben vor kurzem ein Haus gekauft und es nach unseren Vorstellungen renoviert.

Ich habe auch sehr lange gebraucht, um ein paar nette Leute kennen zu lernen, wirkliche Freunde sind nur wenige dabei, das ist aber auch normal, denn Freundschaften schliesse ich nicht so einfach. Wirkliche Kontakte (ausser den Arbeitskollegen) habe ich eigentlich erst knüpfen können, als meine Kinder im Spielplatz-/Kindergartenalter waren. Ich hatte aber auch Glück, meine Kinder haben recht guten Geschmack, was ihre Freunde betrifft, wir mögen meistens auch die Eltern und so ergeben sich immer wieder nette Bekanntschaften.

Und trotzdem habe heute noch ab und zu Heimweh, vor allem in der Weihnachtszeit. Da ist es immer ganz schlimm...

Andererseits weiss ich auch, dass nie alles perfekt sein kann, egal wo man lebt. Mein Lebensmittelpunkt ist da, wo meine Familie glücklich ist und im Moment sind wir alle hier in Frankreich glücklich, ich mit eingeschlossen. Denn wenn ich ganz ehrlich bin, fühle ich mich mittlerweile in D' auch nicht mehr 100% zu hause. Und ich bin mir sehr wohl der Tatsache bewusst, dass ich meine berufliche Laufbahn u.U. in Deutschland so nicht hätte einschlagen können (zB. wegen der fehlenden Kinderbetreuung...).
Meine Kinder wachsen zweisprachig und bi-kulturell auf, das ist ne tolle Chance für sie.

Und vielleicht solltest du es auch mal ganz pragmatisch sehen: du sagst, euch geht es gut, finanziell. Das ist im Moment, wo alles im Krisenchaos zu versinken droht, ausserordentlich wichtig. Würdet ihr in Deutschland wieder so einfach Fuss fassen können? Also beruflich meine ich? Denn auch wenn Geld nicht alles ist, so ist es doch unheimlich wichtig, seine Familie ernähren zu können.

Schliesslich denke ich auch, dass du dich auch mehr für dich tun solltest. Dein zweites Kind ist zwar noch klein, aber vielleicht kannst du ein bisschen arbeiten, dich in der Gemeinde, dem Stadtviertel engagieren, rauskommen, damit du nicht immer den trüben Gedanken nachhängst. Ohne dir zu nahe treten zu wollen, bist du sicher, dass du keine Depression hast und deshalb alles so düster siehst in Dänemark?

Gib dir noch Zeit, setz dir eine Frist, in der du ehrlich versuchst, dich einzuleben (Krabbelgruppen, Vereine, Leute kennenlernen, Arbeit...). Vielleicht gibt es andere Deutsche bei dir in der Nähe? Es tut immer unheimlich gut, sich mit "Gleichgesinnten" auszutauschen...

Und wenn du danach immer noch so unglücklich bist, dann musst du mit deinem Mann gemeinsam eine Lösung finden. Ich spreche da aus Erfahrung, ich hatte mir nach einer schmerzlichen Trennung ein Jahr als Frist gesetzt und gesagt, wenn ich bis dahin immer noch so unglücklich bin, gehe ich zurück nach Deutschland. Kurz vor Ablauf des Jahres habe ich dann meinen heutigen Mann kennen gelernt.

Was ich damit ausdrücken will, ist folgendes: wenn du es wirklich noch eine Weile ernsthaft versuchst, und es dann nicht klappt, dann kannst du wenigstens hinterher sagen, ich habe mich bemüht, doch es hat nicht sollen sein. Und dann kannst du immer noch an eine Rückkehr nach Deutschland denken.

Gruss
Kikou, die frühestens im Rentenalter wieder nach Deutschland zurückwill

na du

ich kann dich sehr gut verstehen, ich bin vor 8 jahren nach toronto, kanada ausgewandert und ich kann dir sagen, das erste jahr war die hoelle!!! ich glaube es hat keinen tag gegeben andem ich nicht wieder nach deutschland wollte. ich hatte soooo heimweh! aber ich sage dir aus erfahrung, warte mal ab, ein jahr is noch gar nichts, das wird besser! wir haben dieses jahr ernsthaft darueber nachgedacht, wieder nach deutschland zu gehen, haben uns staendig haeuser im internet angekuckt und waren ueber weihnachten bei meinetr familie in deutschland um entgueltig zu entscheiden. und wir haben uns dafuer entschieden, hier zu bleiben weil uns die zukunft einfach zu viel angst macht in deutschland. ich weiss das unsere kinder es hier besser haben (haben 2 kinder, beide hier geboren) aber ich vermisse meine ganze familie sehr und das wird sich auch nie aendern, damit muss ich einfach zurecht kommen..ich muss auch an meine kinder denken, hier geht es nicht mehr nur um mich! und mittlereweil haben wir hier so einen tollen freundeskreis, die wuerden uns auch nicht mehr weg lassen;-)

ich kann dir nur raten durchzuhalten und raus aus dem haus!!!! und wenn ihr euch mal richtig eingelebt habt (minimum 3 jahre, aber am besten so 7) das siehst du alles anders und kannst dich dann entscheiden, dann erst kennst du beide seiten richtig gut!

gruss aus dem verschneiten kanada #snowy

ich will sonne!!!#sonne

mia

Hallo!

Ich bin jetzt seit fast 9 Jahren aus Deutschland weg und moechte nicht zurueck, trotzdem denke ich oft, dass es in Deutschland einfacher waere......wahrscheinlich das gleiche, warum du dich "sicherer" fuehlen wuerdest.

Gib dem Ganzen noch Zeit, ich denke nach einem Jahr faengst du gerade erst an, dich einzuleben umzugewoehnen, und gute Freunde zu finden das dauert.

Versuch deinen Kopf frei zu machen, wenn du immer im Hinterkopf hast, dass du zurueck willst, wirst du dich nie wohl fuehlen. Und guck nicht so weit in die Zukunft, nimm immer ein Paar Monate oder such dir Festtage als "Meilensteine" und geniess die Zeit die ihr da habt.


Ich wuerde auf jeden Fall bleiben!!

LG Hippy

Hallo Ihr Lieben,

vielen vielen Dank erstmal an jeden Einzelnen von Euch !!

Ich weiß, daß sich bestimmt einige von Euch fragen, was ich überhaupt will und daß ich mir teilweise selbst widerspreche. Ich weiß auch, daß ich den Eindruck erwecke, unglücklich zu sein, was ich gewissermaßen auch bin - momentan zumindest.

Wißt Ihr, im Prinzip ärgere ich mich über mich selbst, denn einmal sag ich so, dann wieder so. Manchmal weiß auch wirklich nicht, was ICH überhaupt will.
Das geht schon die ganzen letzten Jahre so. Die vergangenen Jahre verliefen nicht besonders gut, erst Scheidung, dann seit mittlerweile 6 Jahren keinen vernünftigen Job mehr, Hartz4 usw. Da kann man schon in eine Depression fallen, vielleicht hab ich zur Zeit auch eine, ich weiß es nicht.

Gestern habe ich nicht mehr geschrieben, denn ich habe mal wieder gleich meinen Mann mit dem Thema "überfallen" und hab ihn auch provoziert, naja, möchte fast sagen, nahezu erpresst. #wolke
Heute, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen hab, tut es mir sehr leid, was ich gesagt hab, wie ich ihn behandelt hab.#heul
Denn Ihr müsst wissen, daß er einfach der beste Mann ist, den man sich nur wünschen kann. Er tut alles für uns, er will, dass es uns gut geht und wir ein zufriedenes und glückliches Leben führen können.

Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann ist es - sofern ich mal nur von MIR spreche - wirklich unmöglich, noch einmal in Deutschland Fuß zu fassen. Beruflich würde weiterhin nichts laufen, genauso wie die letzten Jahre auch. Also - auch mein Mann würde wahrscheinlich nicht mehr so schnell einen Arbeitsplatz finden. Mal abgesehen von der Kinderbetreuung und dem ganzen Schulsystem.
Wenn ich den Tatsachen ins Auge sehe, dann war die Entscheidung nach Dänemark zu gehen, die wir ja GEMEINSAM getroffen haben, nicht falsch. Wir können hier in allererster Linie unseren Kindern ein besseres und entspannteres Leben bieten, als in D. Sie wachsen zweisprachig auf, können hier ein gutes Bildungsangebot wahrnehmen usw. Dann unsere gemeinsamen Wünsche: ein Haus.

Ich habe Eure Beiträge sehr aufmerksam durchgelesen und bin dankbar für jede Aufmunterung. In einem haben die meisten von Euch allerdings Recht:
Wahrscheinlich bin ich gerade erst in der Phase des "Ankommens" und sollte mir selbst noch etwas mehr Zeit geben.
Wer von Euch schrieb, er sei der Liebe wegen ausgewandert ?
Ich werde der Liebe wegen bleiben und versuchen, nicht mehr alles so negativ zu sehen.....
....und.....die Grenze ist ja nur 2 Std. entfernt, um mal wieder dt. Luft zu schnuppern......

LG
sunnymum

ein eigenes haus ist zwar ein riesen schritt, aber er zwingt euch nie zum dableiben, man kann vermieten, oder wieder verkaufen ...

aber dann hast du DEIN haus und kannst es DEIN ZUHAUSE machen

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hallo sunnymum,
ich versteh dich sehr gut. Wir sind vor 1 Jahr nach Vancouver, ca gezogen, und ich habe schon so oft -gedanklich- die Koffer gepackt:-)
Und dann wieder gefällt es mir und meinem Mann hier so gut, dass wir nicht weg wollen. Unsre Freunde, die schon länger hier sind, sagen immer: gebt euch 3 Jahre, dann entscheidet. Und so werden wir es wahrsch. auch machen.
Ich finde Auslandserfahrungen immer gut und wichtig, und was nach 3 Jahren kommt, wird man sehen. Vielleicht auch ein ganz anderes Land.
Ich würde aber auch shcaun, dass ich an deiner Stelle öfter Urlaub in d machen kann, einfach um zu sehen, ob du da nicht einiges verklärst an der alten Heimat. Geht mir nämlich oft so, und dann bin ich geschockt, wie es in D. ist:-)

Also viel Glück dir, egal wie du dich entscheidest

LG
Hawaisonne

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