Die Sandwichgeneration

Hallochen,
es gibt etwas, was mir wirklich sehr große Sorgen bereitet.
Zu meiner Situation: Ich lebe mit meinem Partner und mit meinem Kind ein einer (eigentlich zu) kleinen Wohnung. Wir sind beide voll berufstätig, meine Eltern wohnen hier im Ort. Beide sind gesundheitlich angeschlagen, Diabetiker, herzkrank, mein Vater baut nach einem Unfall ziemlich ab. Neben meiner panischen Angst, irgendwann meine Eltern zu verlieren, weiß ich überhaupt nicht, wie ich alles managen soll, wenn jemand von ihnen pflegebedürftig wird. Ich würde evtl. auch gern aus Haus bauen, weiß aber nicht, wie ich es finanzieren soll, wenn meine Eltern mich brauchen. Und zeitweise aus dem Job aussteigen ist auch schwierig. Hinzu kommt noch die Sorge, meine Tochter zu vernachlässigen, wenn sie in die Schule kommt und ich so ausgelastet bin. Kurz: die Eltern sollen es guthaben, die Kinder natürlich auch und Geld will auch verdient werden. Wie organisiere ich nur meinen Alltag?
Wäre über Anregungen sehr dankbar.
Gruß
Doreen

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Hallo Doreen!

Wenn die deine Eltern mal pflegebedürftig sind, dann bekommen sie doch sicherlich eine Pflegestufe. Von diesem Geld könnt Ihr dann jemanden kommen lassen, der Euch bei der Pflege unterstützt.

Ich habe es mit meinem Mann so geregelt: Sollte einer von uns mal pflegebedürftig sein, aber nur körperlich, so sollte er zu Hause gepflegt werden. Sollte aber einer von uns geistig und körplerich behindert sein, dann soll er ins Pflegeheim und gaaaanz oft besuchen werden. So kann der "übrig" gebliebene Partner trotzdem noch so einigermaßen sein Leben leben und hat trotzdem kein schlechtes Gewissen.

Ich finde, das kann man total schlecht sagen. Meine Mutter möchte jedenfalls mal nicht von uns gepflegt werden, sondern lieber ins Heim, wenn gar nichts mehr geht und auch oft besucht werden.

Sprich doch mal mit deinen Eltern darüber!

Noch ein guter Tipp: Kümmert Euch um eine Vorsorgevollmacht. Falls wirklich deine Eltern mal nicht mehr ihren Willen äußern können, könnt Ihr Euch dadurch das Betreuungsverfahren sparen.

LG

Sabrina

2

am 01.07.2008 ist die pflegereform inkraft getreten.
es soll u.a. angestrebt werden, die menschen mehr zu hause zu pflegen,
statt in pflegeheimen unterzubringen.
hier kannst du dich informieren:
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2008/03/2008-03-14-reform-der-pflegeversicherung.html

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Hallo Doreen,

man wird das nicht so genau planen können. Sicher ist gut, wenn du dir schon Gedanken machst, aber es kommt doch eh fast immer ganz anders.
Zum einen die Frage WANN das passiert und WEN es zuerst betrifft und in WELCHEM Maße.
Nehmen wir mal einen Schlaganfall mit typischer Halbseitenlähmung einer Körperhälfte - evtl wärst du überfordert mit dem ganzen. Oder aber Demenzkranke, die brauchen eigentlich rund um die Uhr Beaufsichtigung.

Sicher kann und sollte man erstmal versuchen über einen ambulanten Pflegedienst abzudecken, was geht. Aber die Pflegeversicherung zahlt nur einen Bruchteil und die Versorgung ist nur ein Bruchteil. Z. B. morgens das Waschen, Anziehen, aus dem Bett bringen. Die sind dann vielleicht bis zu 1 Stunde da. Der Tag hat aber nochmal 23 Stunden.
Also nur der Pflegedienst alleine bringt da keine Hilfe. Es muß ja auch der Haushalt weiter geführt werden. Was zwar auch ein Pflegedienst machen kann, aber das wiederum kostet auch mehr. Da stellt sich die Frage: mehr zahlen oder doch mehr selbst mithelfen?

Und je nach Schwere der Erkrankung und dem Zeitaufwand, den man neben seiner Familie, seinem Beruf, seinem Haushalt etc. hat kommt eben auch das eigene Leben dazu. Schafft man das? Wie lange?

Wie sieht es denn jetzt bei euch aus?
Brauchen sie jetzt schon Hilfe?
Haben sie schon eine Pflegestufe?
Wäre es sinnvoll, einmal die Woche jemanden zum Duschen kommen zu lassen? Oder dass jemand die Wohnung putzt? etc.
Am besten jetzt schon sofern es das finanzielle und zeitliche Budget zulässt mit anpacken und organisieren, um "Schlimmeres" zu verhindern oder hinaus zu schieben.
Wie alles dann genau weitergeht, kann man nicht sagen.
Man kann jetzt erstmal nur für das Hier und Jetzt etwas tun!

Alles Gute,
Bianca
(die auch gerade am Überlegen ist, ihre Oma zu sich zu holen)

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