Habe ich übertrieben reagiert? Fühle mich schlecht!

Hallo Ihr Lieben,
ich fühle mich gerade irgendwie schlecht und frage mich, ob ich nicht etwas übertrieben habe? Aber erst mal sollte ich wohl schreiben, um was es geht. Mein Mann und ich und unsere zwei Kinder und meine Oma wohnen in einem Haus. Jeder hat seine Wohnung. Das Haus hat früher meiner Oma gehört, jetzt haben wir es übernommen. Sie macht noch sehr viel im Garten etc. und wir sprechen alles bzgl. des Hauses ab, da es ihr ja auch mal gehört hat. Ich liebe meine Oma von Herzen, aber unser Zusammenleben leidet seit ca. 1 1/2 Jahren ziemlich. Sie hat letztes Jahr im Januar versucht sich das Leben zu nehmen, war in der Psychiatrie und ist nun immer noch psychisch krank. Diese Krankheit hat sie sehr verändert. Sie ist manchmal sowas von nervig und anstrengend, eher sogar schon bösartig! Andauernd beschwert sie sich bei meiner Mutter und meiner Tante über mich bzw. uns. Wir sind zu laut, machen zu wenig (die großen Sachen, wie Hecke schneiden und Rasen mähen etc. machen wir), ich mache mit den Kindern nichts richtig (fängt beim Stillen an, die Kleine (4 1/2 Monate) ist verwöhnt, ich koche angeblich nicht für unseren Sohn (3 Jahre), gebe ihm Schokolade, damit der ruhig ist etc. Es erübrigt sich sicherlich zu schreiben, dass diese Dinge erfunden sind. O.k. laut ist es schon bei uns, aber mit zwei kleinen Kindern nicht unnormal - oder? Wenn sie sich mal wieder bei mir beschwert hat und auf "taube Ohren" gestoßen ist, erzählt sie es jedem, der es hören will. Ich bin schon mehrfach am Ende gewesen und habe viele Tränen vergossen. (Beispiel: Ich hatte eine FG Ende der 11. SSW, O-Ton Oma nach zwei Wochen: "Ich kann nicht verstehen, warum Du noch traurig bist, ich wäre früher froh gewesen"! ) Machmal ist sie echt einfach nur frech und unverschämt. Leider ist mir heute echt mal der Kragen geplatzt und ich habe ihr gesagt, dass es mich echt super nervt, dass sie sich ständig über uns beschwert etc., sie war total beleidigt und hat den ganzen Weg (wir waren im Auto unterwegs) nichts mehr mit mir gesprochen. Leider hat meine Tochter im Auto auch noch eine 3/4 Stunde total geweint (und ließ sich auch nicht beruhigen, obwohl ich zweimal angehalten habe). Als wir zuhause waren ist sie schnell in ihrer Wohnung verschwunden. Jetzt mache ich mir Sorgen, ob sie sich vielleicht doch wieder was antut. Jetzt tut sie mir echt schon wieder leid, obwohl sie mich ständig total fertig macht - o.k. sie ist krank, aber manchmal kann ich halt nicht mehr auf "ein Ohr rein- anderes raus" machen :-(
Klingt jetzt wahrscheinlich ziemlich hart, aber es ist echt anstrengend sich ständig anzuhören, wie toll doch andere Leute sind und wie "sch..." wir sind :-(
Unsere ganze Familie ist genervt und keiner hat große Lust, sie mitzunehmen, ich fahre sie echt überall hin (Einkaufen, Bibelabend), aber alles ist nicht gut genug. Wahrscheinlich wird der eine oder andere denken: Was stellt sie sich an, sie hat ja schließlich auch das Haus übernommen, aber sie will ihre Krankheit nicht behandeln lassen, hat jede Therapie in der Psychiatrie abgelehnt. Neuerdings bildet sie sich irgendwelche Krankheiten ein (Diabetes, Gehbehinderung, die einen Gehwagen erforderlich macht etc.). Ich war schon ein paar Mal soweit, dass ich dachte, ich kann hier nicht mehr wohnen, meine Eltern machen sich große Sorgen, weil ich nach der FG und dem Selbstmordversuch meiner Oma (lag nur 2 Monate auseinander) psychisch am Ende war und die ganze Sache wohl bis heute nicht verarbeitet habe. Sorry, ist lang geworden, aber ist auch echt kompliziert. Kennt jemand eine solche Situation, hat hilfreiche Tipps?
Gruß,
smilla

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Man das muss ja echt stressig für dich sein#liebdrueck

Mach deiner oma ne ansage.

und wenn sie nicht darauf reagiert, schmeiss sie raus.



Bei uns war das auch mal so änlich, meine oma hatte uns so gesresst, das mein mann gehen wollte, es war wirklich schon unerträglich.
Wir haben sie ins altenheim gebracht.


lg lunky

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Hallo Lunky!


Tja wenn Deine Kinder bzw. Enkel auch mal so wie du reagieren, dann würde ich mir schleunigst einen Platz im Altenheim reservieren!

addes

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Hallo Smilla,

also erstmal laß Dich lieb umarmen #liebdrueck Es ist eine :-[-Situation in der Du da steckst. Ich kann verstehen, dass Du fertig bist. ABER: Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich. Auch Deine Oma. Es ist ein Teufelskreis, ihr helfen zu wollen. Das verstärkt ihre selbstgewählte Opferrolle als "Kranke" (nicht abwertend gemeint), und schwächt Dich als Person auch ungemein. DU BIST NICHT VERANTWORTLICH!!! Such Dir unbedingt selbst Hilfe, um mit jemandem zu reden. Muss ja nicht gleich eine Therapie bei einem Psychologen sein, aber manchmal genügen schon eine handvoll Beratungsgespräche, um selbst wieder nach vorn schauen zu können.

Ich habe selbst eine psychisch kranke Mutter, die sich nicht behandeln lassen will. Je länger Du das mitmachst, umso schwerer wird es für alle Seiten. Laß Deine Oma (schlecht) reden, wer Dich und Deine Oma kennt, weiß, dass das alles nicht ganz stimmt :-p Wer Dich nicht kennt, der kann Dir egal sein.

Oma ins Altenheim "abzuschieben" ist sicherlich auch keine Lösung, weil Du auch ein schlechtes Gewissen haben wirst. Deine Oma muss den Willen haben, sich helfen zu lassen. Und der muss von ihr und von innen kommen. Alles, was ihr versucht, wird vermutlich scheitern. Und solange das so ist, kannst Du nicht viel machen. Ich finde es richtig, wenn Du ihr hin und wieder die Meinung sagst, wenn sie zu weit gegangen ist. Das holt sie vielleicht ein Stück in die Realität zurück. Sie dauerhaft zu schonen und alles hinzunehmen ist meiner Meinung nach keine Lösung, weil Euch das nur tiefer in den Wirbel: Schuld und Unschuld bringt.

Wie gesagt, ich kann Dir nur raten, Dich nach Hilfe umzusehen. Nicht für Oma, sondern für Dich selbst!!!

Liebe Grüße
Jana

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Hallo Smilla,

auch von mir eine herzliche #liebdrück. Deine Situation muss unendlich belastend sein. Ich kann meiner Vorschreiberin nur recht geben. Such Dir zunächst Hilfe, um Dich zu stabilisieren und Dir Kraft zu geben.

Darüber hinaus würde ich zu einem Schritt raten, der üblicherweise eher tabuisiert wird, meiner Meinung nach aber unumgänglich ist. Ihr solltet einen Antrag auf Betreuung für Deine Oma stellen, beschränkt auf die gesundheitliche Sorge. Deine Oma ist offensichtlich nicht mehr in der Lage sich um Ihre (psychische) Gesundheit ausreichend zu kümmern. Solange Ihr sie aber nicht zwingen könnt, sind Euch die Hände gebunden und alle Beteiligten leiden. Ich wage mir gar nicht auszumalen, welche Schuldgefühle Du möglicherweise rumschleppen wirst, wenn sie einen weiteren, eventuell erfolgreichen Suizidversuch unternimmt. Die Verantwortung muss Deiner Oma da aus den Händen genommen werden. Sprich mit dem Rest Deiner Familie, nehmt geschlossen Stellung. Sie wird sich zwar zunächst sicherlich furchtbar aufregen, wird aber wahrscheinlich nach einer ärztlich-therapeutischen Behandlung verstehen, dass Ihr das Richtige getan habt.

LG,
die Landmaus

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Hallo Du,

nein, ich finde überhaupt nicht, daß Du übertrieben reagiert hast. Irgendwo gibt es einfach Grenzen, auch innerhalb einer Familie!

Ich könnte mir vorstellen, daß Deine Oma unter einer Art Altersdepression leidet, die sicherlich absolut ernstzunehmen und zu behandeln ist. Auf jeden Fall muss da medizinische Hilfe her, weil es Eure ganze Familie ja extrem belastet.
Meine Mutter, die auch unter Depressionen leidet, hat oft ähnliche Züge: Ganz hohe Erwartungshaltung an mich, was Unterstützung angeht und andererseits ist sie manchmal echt "häßlich" zu mir, obwohl ich echt alles für sie mache, was ich kann. Von Selbstmordgedanken war da auch schon die Rede - unglaublich wie mich das unter Druck setzt!!

Ich denke, daß psychische Erkrankungen immer in professionelle Hände gehören, denn man kann als Familienangehöriger doch nicht alles kompensieren. Auch nicht unter dem Aspekt, daß man das Haus der Oma übernommen hat.
Daß sie so gemein zu Dir ist, würde ich nicht persönlich nehmen, es ist einfach ein Teil Ihrer Krankheit.

Also, hol Dir Hilfe, sonst gehst Du bald selbst vor die Hunde!

Viel Kraft, engelchen113

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Ich denke auch dass Deine Oma unter einer Art Altersdepre leidet die viele treffen, weil die Hormonsituationen einfach nicht mehr so ausgeglichen sind und da muss unbedingt medizinisch was gemacht werden. ABER ich weiss auch dass viele es verweigern, weil Sie es ja angeblich nicht brauchen oder aber Sie fangen mit einer Theraphie an und wenn es dann anschlaegt und es Ihnen besser geht, lassen Sie die Pillen weg weil Sie die ja nun nicht mehr brauchen,....#augen#klatsch

Du Solltest mit Deinen Eltern sprechen und schaun was man tun koennte, ... man kann Ihr auch Spritzen in regelmaessigen Abstaenden geben, wenn Sie die Tabletten verweigert, aber es in Eurem Interesse dass sich die Situation entspannt.

Du hast 2 kl Kinder und das ist anstrengend genung, es kann nicht sein, dass die Familie Dir alleine diesen emotionalen Stress ueberlaesst !!!!

Alles Gute

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