stehe zwischen meinem Mann und seinen Sohn

Wir sind ne Patchworkfamilie (wie man das heute so nennt). Mein Mann (43) hat einen Sohn (12 - lebt bis jetzt bei der Mutter), ich (39) habe ich eine Tochter (9), die bei uns lebt. Zum KV meiner Tochter gibt es schon seit der Schwangerschaft keinen Kontakt. Er will mit seiner Tochter nichts zu tun haben.
Mein Mann kennt sie seit sie 3 jahre alt ist und hat sie mit aufgezogen. Ist ihr richtiger papa, mit dem sie schmust und kuschelt.
So ein inniges Verhältnis habe ich mit dem Sohn meines Mannes nie aufbauen können. Wir respektieren und akzeptieren uns beide, aber sonst gehen wir uns meist aus dem Weg. Wenn er bei uns ist haben wir nicht viele Berührungspunkte. Und ich kann noch nicht mal sagen warum. Er ist nicht ablehnend mir gegenüber, mehr so gelassen. Hatte auch nie das Bedürfnis verspührt ihm mehr als eine gute Bekannte und die Frau seines vaters zu sein. Klingt sicher kalt und hart, aber wir sind bisher gut damit gefahren.
Jetzt haben wir ein problem. Der Junge hat immer öfter schwere Probleme mit seiner Mutter und diese fühlt sich absolut überfordert. Mehrere Gespräche haben dies deutlich zum Ausdruck gebracht. Und wenn es nach ihr ginge könnte er gut bei uns leben, weil es auch um grosse schulische Probleme geht und mein Mann da einfach viel zielgerichter und konsequenter ist.
Gestern haben mein Mann und ich mal wieder ein langes Gespräch darüber geführt. Und er sagte mir deutlich das er ihn nicht hier her holen wird. Ich fragte nach einem Grund (obwohl ich ihn schon kannte). Und er antwortete mir, dass er mich nicht akzeptiert und denkt das grosse probleme auftauchen werden, wenn er hier wäre. Ich glaube aber, er wollte nur nicht so deutlich sagen,das er die Schuld bei mir sieht. Ich bin halt neutral ihm gegenüber. Und scheinbar denkt er das geht in den Ferien oder den einzelnen tagen wo er bei uns ist gut, aber nicht für länger oder immer.
Ich habe schreckliche Schuldgefühle, weil mein Mann sich so liebevoll um meine Tochter kümmert. Aber ich kann nicht aus meiner Haut. Und über die Jahre hat sich das auch so festgefahren dass kann man so schnell sicher nicht ändern.
Manchmal denke ich die einzigste Lösung wäre eine Trennung, weil ich weder meinem Mann noch seinem Sohn das Glück verbauen und ihnen im Weg stehen will. Wie soll ich jetzt noch glauben, dass er mich liebt, wenn er innerlich so verrissen ist.

1

Also ich hab auch nur 2 Vorschläge für dich
1. Rede mal in ruhe mit dem Jungen das du ihn sehr gerne magst und ihm helfen willst aber es auch für dich nicht immer leicht ist. Du meinst es nicht böse aber willst gerne für ihn da sein
2. versucht es mal für 1 Monat wie sich das entwickelt wenn du sozusagen die Mutterrolle übernimmst um es mal so zu bezeichnen.
DAs fällt mir als Idee halt so als erstes ein.
Ela

2

Hallo,

lass dir nicht den Schwarzen Peter zuschieben, ich glaube dein Mann will nicht die tägliche Auseinandersetzung mit seinem Sohn.
Wenn dein Verhalten so unpassend wäre, dann hätte dein Mann sich schon vorher äußern müssen.
Ich finde dein Verhältnis zum Sohn o.k., es ist respektvoll und du hast nie gegen ihn gearbeitet.
Und wenn dein Mann so zielgerichtet und konsequent mit im umgeht, würde es auch im Alltag funktionieren .
Natürlich wäre es für alle eine große Umstellung, aber mit gemeinsamen Gesprächen und Absprachen einen Versuch wert.
Will der Junge denn auch zu euch?
Allerdings wäre es erstmal wichtig, dass ihr 3 Erwachsenen offen und ehrlich mit einander sprecht.

Viel Glück
Patty

3

hey,

ich würd sagen, führe ein gespräch mit dem jungen, frag ihn, was er an dir mag und was nicht und sag ihm, was du an ihm magst.

du sollst keine mutterrolle übernehmen, das kann nur schiefgehen!

aber eine freundin zu sein, wäre doch okay, oder nicht?

wenn dein mann dich nicht lieben würde, wäre er doch schon lange ausgezogen und hätte seinen sohn zu sich genommen (?)

also kopf hoch, sprich mit dem jungen und "probiert" das ganze doch mal aus.

lg claudia

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Rede ehrlich mit Deinem Mann! Frage ihn, was er meint und sage ihm, was Du denkst.
Selbstverständlich kann man ein Kind nicht hin und herschieben, aber vielleicht könnt Ihr austesten, ob es funktionieren könnte, indem Ihr den Umgang zunächst einmal erweitert.
Dann wirst Du sehen, ob Dein Mann wirklich bereit ist den Löwenanteil der Verantwortung zu übernehmen und soviel Energie in seinen Sohn zu investieren, früher von der Arbeit heim zu kommen, sich zu kümmern... Vielleicht ist es ihm tatsächlich persönlich für sich zu viel.
Nach Deinen Schilderungen hört es sich nicht so an, als ob der Junge Dich nicht akzeptieren würde. Mensch, Du bist doch nicht die Mama, er hat ja eine. Bezugsperson reicht, er soll wenn bei seinem Vater und dessen Familie leben und nicht bei seiner Stiefmutter.
LG Mare

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Hallo,

von euren Problemen mal abgesehen sollte man bedenken, dass der Junge mit 12 Jahren an der Schwelle zur Pubertät steht. Das ist für jedes Kind - und auch für die Eltern - eine schwierige Lebensphase. Dass es dort zu Problemen kommt ist meiner Meinung nach ganz normal. Vielleicht wäre es besser dein Mann würde sich noch mal mit der Mutter des Kindes zusammensetzen und nach einer anderen Lösung suchen. Wo genau liegen denn die Probleme mit seiner Mutter?

LG Yoli

6

Was mich traurig macht ist die Tatsache das weder die Mutter noch der Vater geschweigen denn du wirklich den Jungen bei euch haben wollt.:-(
Wie heimatlos muss der arme Junge sich eigentlich fühlen?#kratz

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Danke für Eure Antworten. Vor der Schulzeit und auch noch einen Teil der Grundschulzeit besuchte er uns regelmäßig alle 14 Tage von Freitag bis Sonntag. Damals hatten seine Eltern aber auch noch grosse Probleme miteinander und so kam es vor das oft Wochen und manchmal Monate vergingen, in denen meinem Mann der Umgang mit ihm verweigert worde und alles nur über das Gericht lief. Zum Glück hat sich das gebessert. Seit zwei Jahren ist es jedoch so, das der Junge bedingt durch seine Hobbys und die lange Schule ( Hausaufgaben , lernen usw) kaum noch so am Wochenende zu uns kommt, sondern viel mehr in den Ferien. Oder er ruft halt spontan und wir holen ihn oder er unternimmt was mit seinem Papa. Das Verhältnis der Beiden ist dann sehr innig wenn er hier ist ( fast übermäßig stark). Zu allen weiblichen Wesen in der Familie hat er eher ein angespanntes Verhältnis. Wenn er älter wäre würde ich ihn glatt als kleinen Macho bezeichnen. (ganz das Gegenteil meines Mannes!).
Die Probleme die er mit seiner Mutter hat sind ähnlicher Natur. Er denkt er kann mit 12 alles allein entscheiden und nimmt sie nicht ernst. Kommt hinzu was ja oft passiert, nämlich das er jahrelang als gleichwertiger Partner seiner Mama gesehen worde mit dem Probleme besprochen werden. So sieht er sich ihr gegenüber mehr als gleichberechtigter partner als ihr sohn. Und fängt jetzt an zu rebellieren und versucht sie in die Rolle reinzudrängen, die er für sie für richtig hält.
Dazu kommen massive schulische probleme, wo von ihr nur kommt, das sie ihm nicht mehr helfen kann. Schulische Noten so um 4 und 5. Mein Mann könnte ihm helfen und wäre da auch viel konsequenter.
Kurz gesagt sie selbst sagt, sie ist ihm nicht mehr gewachsen und ich bin der Meinung, jetzt ist sein Vater dran. Dafür hat er ja zwei Eltern.

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hi,

ich würde dir raten das gespräch mit dem jungen zu suchen.
erkläre ihm die situation... warum er zu euch soll... und frag ihn auch wie er das findet.
ihr hattet doch bis jetzt keine probleme miteinander.
warum sollte es denn jetzt welche geben?
hat dein mann angst, dass der junge dich nicht akzeptiert?
erkläre dem jungen, dass wenn er in eurem haushalt lebt regeln eingehalten werden.. aber da sollte dein mann dabei sein!
du und dein schatz solltet einen einheit bilden, ein 12 jähriger braucht auch noch viel liebe und verständniss und vor allem grenzen und regeln um sich sicher zu fühlen.

liebe grüße und ich wünsche euch, dass ihr einen weg findet.

tine

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Hallo Tine,
danke für deine Antwort. Der Junge selbst hat mit seiner Mutter abgesprochen dass er zu uns zieht. Erst danach wurden wir (also auch sein Vater) darüber informiert.
Nein zwischen uns gibt es keine Auseinandersetzungen. Aber ich glaube auch das ich diesen durchaus gewachsen wäre. Ich meine dieser Satz, das ich nicht seine Mutter bin kommt wahrscheinlich bei 99 % der Patchworkfamilie und en find ich auch nicht schlimm. Aber vielleicht hat mein mann auch einfach nur Angst seine jetztige position eintauschen zu müssen, gegen den Elternteil der sich auch mal unbeliebt macht und der dann auch den ganzen Frust des Kindes aushalten muss. Am liebsten würde er in seinem Jungen noch den kleinen Jungen sehen der zu Papa voller Stolz blickt. Dadurch das die beiden sich nicht täglich sehen, ist da natürlich auch immer so was wie urlaub oder besonderes. Er nimmt sich Zeit und ist anders als im "normalen" Leben, soll er auch.
Ich bin so wie immer, denn mein Leben ist nicht so stark betroffen. Wenn er immer bei uns wäre würde er seine Besonderheit verlieren und müsste sich in unsere Familie integrieren und dann ist aber auch viel von dem Zauber weg, den Eltern haben, wenn sie ihr Kind nicht ständig sehen. Verstehst du was ich meine? Viele Dinge rechtfertigt mein mann damit dass er ihn doch so selten sieht. Da werden Ausnahmen gemacht und zwischen durch Dinge erlaubt, die bei uns im täglichen Leben auch selten sind. Und manchmal gibt es darum bei uns Streit. Und er will weder diesen Streit bei uns noch das Gefühl seinem Sohn dann weniger geben zu können.
gruss sarah-jane

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