Oh nein-bester Freund meines Sohnes hat Leukämie.Ich bin fassungslos.

Hallo.:-(

Es ist ein wahrer Schock und ich kann kaum mehr an etwas anderes denken. Der beste Freund (fast 8) meines Sohnes (7), den auch wir ins Herz geschlossen haben, hat einen Leukämie-Rückfall. Wir haben es am Mittwoch erfahren. Schon am Donnerstag musste er in die Uniklinik, am Freitag ging eine "Vor-Chemo" los. Ich kenne mich überhaupt nicht mit dieser Krankheit aus. Die Mutter sagte mir, er habe 40% Zellen nachgewiesen. Hört sich ja schon nicht gut an. Und, dass wenn die Chemo, die dieses mal noch aggressiver sein wird als die Erste, nicht anschlägt, dass jetzt schon über eine Knochenmarktransplantation nachgedacht werden müsste. Hallo? Wie schlimm steht es denn um den Kleinen. Ich fühle mich wie im falschen Film.

Gestern haben mein Sohn und ich ihn im Krankenhaus besucht. Man merkte ihm noch nichts an, das ist ja das Verrückte. Er tobte noch rum und sah auch sonst ganz gesund aus. Heute bekommt er einen Zugang, der auch schon für eine Knochenmarktranspl. benutzt werden könnte, einoperiert und morgen geht es mit der richtigen Chemotherapie los. Leider können wir ihn erst in der nächsten Woche wieder besuchen, aber wir wissen von mind. noch zwei Schulfreunden, die auch hingehen werden. Das finde ich so wichtig.

Aber ich frage mich auch, was kann ich meinem Sohn in seinem Alter zutrauen. Ich habe ihm das erklärt, was Blutkrebs ist. Und was die Nebenwirkungen sein können und wie wichtig jetzt gute Freunde sind und sowas alles. Und auch, dass manche Leute an Krebs sterben. Mein Sohn hat sehr geweint und wurde eine Stunde fiebrig. und war zwei Tage krank. Hat er sich wohl sehr zu Herzen genommen, ist auch sonst ziemlich sensibel. Wann soll ich daran denken, nicht mit ihm ins Krankenhaus zu gehen, oder ist das quatsch? Wenn der Freund leidet und bricht und ihm die Haare ausgehen? Das habe ich meinem Sohn alles erzählt. Oh du meine Güte, was passiert hier bei uns? Was, wenn er stirbt? Kann ein Kind sich von einem anderen "verabschieden" oder gibt das ein Trauma füs Lebens. Und warum muss ich immer daran denken, dass er vielleicht stirbt. Ich drücke doch so sehr die Daumen für ihn und "predige" jeden Tag, dass wir nur gutes Denken und dem Freund rüberschinken und das der liebe Gott aufpassen wird..... ich bin wirklich völlig durcheinander. Ich hoffe, mein Bauchgefühl trügt mich.

Und es gibt soviel nachzulesen im Internet. Aber Prognosen trifft keiner oder nicht genau. Wie liegen denn die Heilungschancen, eher gut oder eher schlecht. Ich kann doch sowas nicht die Mutter fragen. Ich beisse mir eh schon dauernd auf die LIppen, um ihr nicht noch mehr wehzutun ("Er sieht ja noch so gut aus" - ohje, das Wörtchen noch hätte ich mir wohl lieber geschenkt). Ich bin mit der Mutter aber auch nicht richtig befreundet, mit einer engen Freundin könnte ich sicher ganz anders sprechen - obwohl ich glaube, wir werden uns über diese schlimme Geschichte ziemlich nahe kommen. Ich verspreche es mir und meinem Sohn und dem Freund, wir werden uns kümmern. Ehrenwort. Keine Zeit gilt nicht. Und Angst zählt auch nicht....

Oh wirklich, wer von euch hat sowas schon durch?

Viele Grüße
pitti-lise

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Liebe Pitti-Lise,

mir kamen beim Lesen Deiner Gedanken schon die Tränen. Es ist verdammt schwer mit Kindern über dieses Thema zu reden. Allerdings weiß ich aus meiner Erinnerung, dass ich schon als Kind ein besseres Gefühl, und weniger Angst hatte wenn ich gebetet habe, und meinen Schutzengel gebeten habe auf mich, oder einen Kranken den ich sehr lieb habe zu achten. Es ist ein sehr trauriges Thema, dass schwer zu verstehen ist. Vielleicht solltest Du mal mit jemanden sprechen der mehr Erfahrung mit Trauerverarbeitung bei Kindern hat. Ich würde nicht zu sehr ins Detail dieser Krankheit gehen wenn ich mit meinem Kind darüber spreche, aber Du solltest Dir jetzt viel Zeit für Ihn nehmen, vielleicht gibt es auch Kinderbücher die Ihr lesen könnt. Kinder haben eine so viel Phantasie, und können Dinge aus den Büchern auf ihre derzeitige Situation übertragen.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und dem Kleinen alles Gute und eine baldige Genesung!

Liebe Grüße,
Kirsten #klee

2

Hallo,


ein Riesenkompliment, dass Du Dich so einsetzen willst für den Jungen und die Familie!

Das Dein Sohn arg mitgenommen ist, kann ich verstehen. Das ist auch ganz schön harter Tobak für einen siebenjährigen, dass sein Freund "vielleicht" stirbt.

Ich hätte ihm das vielleicht scheibchenweise beigebracht (nur wenn absehbar ist, dass es so kommt), aber auch dann hätte er sehr drunter gelitten. Klar - es geht um seinen Freund.


Das mit den Heilungschancen ist nicht das wichtigste. Das ist eine prozentuale Aussage.
Wenn es heißt, das 80% überleben, kann trotzdem kaum ein Arzt sagen, ob ein Einzelner nun zu den 80% oder zu den 20% gehören wird. Und Prognosen kann, wenn überhaupt, bloß das behandelnde Ärzteteam machen, da wird das Internet kaum weiterhelfen...

Ich wünsche Euch und der betroffenen Familie alles Gute.
halbnomadin

3

Puh ja, das ist schlimm!

Du kannst nur eines tun: mit Deinem Sohn im Gespräch bleiben! Vielleicht anbieten, dem Freund einmal pro Woche einen Brief zu schreiben, oder eine eigene kleine Kamera mitgeben und Dein Sohn kann Fotos machen - egal von was - von Dingen, die seinen Freund zum Lachen bringen könnten! Bilder malen, oder sowas!

Je nach Verfassung des Freundes diesen besuchen!

Ich habe ein ähnliches Problem hier: habe eine fast 7 jährige und eine 2 jährige! Die Kleine ist sehr krank (siehe VK) - und es stand mal nicht so gut um sie! Jetzt ist sie mit Hilfe der Medis eingestellt und wir warten ab was die Zeit bringt! Bei Kindern verläuft so eine Erkrankung auch oft viel zu schnell - aber die Große hadert doch ab und an damit! Besonders wenn die Kleine nicht gut drauf ist und scheinbar sich nicht wohl fühlt - oder wenn sie nur so krank ist und erbricht ... dann liegt meine Große abends im Bett und heult Rotz und Wasser aus Angst,m die kleine stirbt jetzt!

Ich erkläre ihr immer wieder dann neu, daß wir die Ärzte und Gott alles tun, daß es nicht soweit kommt. Sie muß uns vertrauen, daß wir alles tun! Aber ich sage ihr auch, daß man letztendlich niemals weiß, wann man geht! Ich erkläre ihr auch, daß andere Kinder nochmal schlimmer krank sind und dann echte Schmerzen haben und dass es dann besser wäre, sie könnten bei Gott und gesund und ohne Schmerzen sein - ich formuliere es entsprechend sensibel und vorsichtig!

Zum Glück redet sie nicht oft davon - sie weiß es ja jetzt schon seit 1 Jahr - und seitdem kommt sie damit zurecht - solange Lilli nicht gerade was hat!

LG Scrollan

4

Hallo,

erstmal Hut ab das du dich für den kleinen einsetzt.

Also heilungchancen bei leukämie sind so fern man es frühzeitig erkennt 100% heilbar.

Mein Vater ist an Leukämie gestorben innerhalb von 2 Wochen nachdem befund der allerdings schon früher festgestellt werden konnte. seinen Nachweis der Zellen waren beim Befund 80%. Hätte sein bruder damals Knochenmark gespendet. wäre er heute noch am leben.

Meine sister hatte im zarten Alter von 2 Monaten leukämie sie hatte damals ist nun 18 Jahre her 10 Chemos bekommen, dann musste meine ma dann 3 monate warten nachsorge termin der Befund komplett geheilt. sprich besiegt.

Du schreibst das du die Mutter des Kleinen nicht fragen möchtest wie die chancen stehen. Warum nicht?

In so einer situation ist es schön wenn andere sich auch gedanken machen. Frage sie einfach, ihr wird es mit sicherheit gut tun darüber zureden.
Sei auch für sie da denn es wird eine harte zeit für die Familie werden.

Lass dich doch testen ob du für die dkms in frage kommen würdest. vielleicht kannst du ihm sogar das leben retten wenn es soweit kommt.

ich selber habe vor 7 Jahren einem Kleinen Mädchen das leben gerettet.Bei ihr sah es ganz ganz schlimm aus.bei ihr waren es schon 90% und die spende hat ihr das leben gerettet.Ich bin sehr stolz auf sie dafür das sie so gekämpft hatte und sie war erst 4 Jahre alt. heute ist sie ein ganz normales mädchen. und ich bin auch stolz auf mich das ich es getan habe, habe mir zwar dadurch damlas eine kündigung eingehandelt, aber da war mir ein menschenleben wichtiger.


Auch wenn ihr nicht eng befreundet seit, aber so merkt sie hoppla da ist doch noch jemand der sich sorgt.

Steh der Familie und deinem Sohn bei.

Ich drücke ganz fest die daumen das der kleine Gesund wird(nein das tut er).


Lg
Marion

5

Hallo,
ich finde es klasse das Du für den jungen und seine Familie da sein möchtest.Nur zu,sie werden jede Hilfe gebrauchen können.Geht den Jungen besuchen,es wird sicherlich Tage geben wo ihr ihn nicht besuchen dürft.Schliesse deinen Sohn nicht aus,er ist auch betroffen,es ist schliesslich sein bester Freund,Dein Sohn wird bestimmt oft traurig sein und Angst um seinen Freund haben,aber stell Dir vor der JUnge stirbt(wollen wir nicht hoffen und meistens sind die Chancen ziemlich gut,zumindest wenn ein Knochenmarkspender gefunden wird)und dein Sohn hatte nicht die Möglichkeit im Tschüß zu sagen.Du wirst sicher merken wenn es deinem Sohn zu viel wird.Ich wünsche Euch und auch der anderen Familie ganz viel Kraft,die werdet ihr brauchen.
LG KImchayenne
P.S. ich war auch dankbar wenn jemand für uns mitgekocht hat oder mir die Kleinen abgenommen hat,oder für mich mit einkaufen war,die alltäglichen Dinge sind zusätzlich noch belastend,gerade wenn vielleicht noch mehr Kinder zur Familie gehören.

6

Schon wieder. Wieder diese Krankheit.

Ich finde es toll von dir, dass du dich nicht abwendest und deinem Sohn versuchst, die Krankheit zu erklären.

Im Bekanntenkreis von mir ist ein 15 Jahre altes Mädchen. Sie hatte letzten August einen Rückfall, es wurde ein 100%ig passender Stammzellenspender gefunden. Doch noch immer ist sie nicht gesund.


http://www.wir-helfen-sabrina.de

Auf diesen Seiten wird nicht nur Sabrinas Weg beschrieben, sondern dort sind viele Informationen über die Krankheit, viele Links.

Schau doch mal rein, vielleicht bekommst du dort Antworten auf deine Fragen.

Auch wenn einen Stammzellenspende nötig werden sollte, ich kann nur raten, zu einer Typisierung zu gehen. Geht auch über den Hausarzt! Kosten ca. 50 €


Alles Gute für den kleinen Mann!#liebdrueck

LG
Tina

7

Hallo Pitti-lise!
Erstmal finde ich Dein Mitgefühl ganz toll Deinem Sohn und dieser Familie seines Freundes gegenüber. Da ich Krankenschwester bin und in meiner aktiven Berufszeit viel mit Sterbebegleitung zu tun hatte (allerdings nicht bei Kindern), fällt mir noch eine Sache ein: Es ist total wichtig, daß man nicht mit irgendwelchen Phrasen daherkommt, die vielleicht gut gemeint sind und trösten sollen - trotzdem meistens ihren Weg gründlich verfehlen, frei nach dem Motto "Kopf hoch - wird schon" oder so ähnlich. Du glaubst nicht, was ich mir oft so alles anhören mußte, und den Betroffenen ist erstmal nur der Kiefer runtergefallen. Meistens flüchtet man sich in solche Sätze, nur um etwas tröstendes gesagt zu haben, weil man selbst recht ratlos ist in einer solchen Situation - ist sie doch nicht unbedingt alltäglich und wird von unserer modernen westlichen Gesellschaft verdrängt. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, weißt du nicht wirklich, was du die Mutter fragen kannst und wie du sonst mit ihr umgehen sollst. Wenn du nicht weißt, was du sagen sollst, sag ihr am besten genau das. Oder frag sie erst, ob es ihr recht ist, über die Geschichte zu reden. Oder signalisiere ihr, daß sie ganz ehrlich mit dir sein kann, wenn es ihr zuviel wird oder wenn du sie versehentlich verletzt hast. Frag sie, in welcher Form sie Hilfe braucht und biete ihr auf jeden Fall ein offenes Ohr. Manchen hilft es auch, wenn man sich einfach dazusetzt; und wenn ein paar Tränen Deinerseits fließen, auch wenn du dies gar nicht beabsichtigt hast, ist das oft effektiver als irgend ein schnell dahergeredeter Spruch, der halt trösten soll. Natürlich kenne ich Euch nicht und es kann sein, daß Du dies sowieso von Natur aus schon beherzigst.
Und der Patient selbst merkt meistens als erstes, wie schlimm oder wie gut es um ihn steht, auch Kinder! D.h., wenn er irgendeine Bemerkung über Tod, Himmel etc. macht, bitte nicht abwinken und sagen "ach, du wirst wieder gesund", oder so ähnlich. Lieber auf seine Fragen eingehen und Nöte eingehen. Denn der Betreffende merkt sehr schnell, ob man die Wahrheit sagt oder nicht. Ich hoffe, daß ich wenigstens den einen oder anderen hilfreichen Tip geben konnte. Euch alles Gute und viel Durchhaltevermögen!!#liebdrueck

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