Cholerischer Ehemann und Vater...

Mein Ehemann kann kein normales Gespräch führen. Sobald man nicht seiner Meinung ist oder er das gefühl hat, angegriffen zu werden fängt er S'OFORt an zu schreien, beleidigend zu werden und ordinär.
Ich vermeide es inzwischen, mit ihm reden zu müssen, aber manchmal lässt es sich eben nicht vermeiden. Ich hätte mich längst getrennt, denn sowas hält kein Mensch aus, aber das wäre der finanzielle Ruin und darum geht es hier auch nicht. Vielmehr würde ich gerne einen Tip von Euch kriegen, wie ich ihn zu einem normalen Ton in normaler Lautstärke bekomme. Er merkt gar nicht mehr, wann er schreit.
Ich mache mir eben sorgen, dass mein Kleiner (5J) sich das abguckt... , meine Grosse leidet schon sehr drunter. Letztens schrie er sie grundlos an, ob sie ihn verarschen wolle und schrie "raus hier". Obwohl sie nur eine ganz normale Frage gestellt hätte. Mit ihm in Ruhe drüber sprechen ist sinnlos. Erstens kennt er es nicht anders von seinem Vater, zweitens findet er es nciht schlimm, drittens meint er, dass es meine Schuld sei. (Oder auch jemand anderes Schuld, aber hptsächlich meine). Ich würde es anders auch nicht verstehen... aha... ich verstehe es wohl besser, je lauter und assozialer...
Warum macht er das nur???

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Wessen finanzieller Ruin wäre eine Trennung?
Dass du dich und dein Kind in den psychischen Ruin treibst, ist nicht so schlimm?
Ist egal, warum er das macht, er ist nicht einsichtig und wird sich darum nicht ändern.
Warum lässt du dich so behandeln?

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hallo,

spontan kam mir in den sinn:nimm sein gebrülle mal heimlich auf. und wenn er ruhige fünf minuten hat, spiels ihm vor. hilft der schock-effekt nicht, geh DU zu einer beratungsstelle und hol dir hilfe-egal was du vor hast.
weil hilfe wirst du irgendwann brauchen, ob es darum geht, ihm das schreien abzugewöhnen oder dass du dich trennen kannst.
lg

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Der Weg vom cholerischen Rumbrüllen zum ersten Schlag ist oftmals ein kurzer.

Vielleicht solltest Du Deinem Mann mal ganz ruhig sagen: "nur weil Du hier am lautesten brüllst, hast Du nicht automatisch Recht. Und wenn Du leise mit mir/unseren Kindern redest, können wir Dich viel besser hören."

Wenn Du schon nicht an Dich denkst, dann denk an Deine Kinder. So eine Kindheit wünsche ich keinem Kind.

Gruß
Mel

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>>Der Weg vom cholerischen Rumbrüllen zum ersten Schlag ist oftmals ein kurzer.<<

--> Das gleiche dachte ich eben auch!#pro

5

Hi!

Mein Opa war auch ein Choleriker. Und meine Mutter kamihm nach, zwar nicht ganz so schlimm, aber für uns Kinder schlimm genug.
Und es gibt da nichts was Du machen kannst um ihn "ruhiger" zu bekommen. Du kannst wirklich nur Zeichen setzen indem Du ihn verläßt (und wenn es nur auf Zeit ist, die Du viell. zu Deinen Eltern oder Freunden usw. ziehst, aber das es nur auf Zeit ist, darfst Du ihm dann auch auf keinem Fall sagen). Nur so wacht er VIELLEICHT auf. Denn seine Schreierei bekommt er nur mit fachlicher Hilfe in den Griff.

Vor allem aber lass Du Dich beraten, damit Du Dich und Deine Kinder schützen kannst. Es gibt Familienberatungsstellen, die Dir helfen: Caritas, Kinderschutzbund, die Gemeinden, Frauenhäuser usw. Und mir wäre ehrlich gesagt der Schutz meiner Kinder wichtiger als der finanzielle Aspekt. Denn wie schon jemand vor mir schrieb, vom cholerischen Schreien bis zum ersten Schlag ist manchmal nur ein kleiner Schritt.

Ich habe meinen Opa noch mitbekommen und es war nicht immer angenehm. Und auch nur vom Anschreien können Deine Kinder Folgen davon tragen wie zu wenig Selbstwertgefühl und später ebenfalls alles mit Schreien regeln.
Meine Mutter hat uns Kinder - genau wie Ihr Vater es gemacht hat- uns auch bei jeder Kleinigkeit angeschrien und für mich ist es ein harter Kampf, dass ich nicht allzuoft bei Trotzanfällen und Co. ausraste und meinen Kleinen anschreie und dass ich vor allem dann nur laut und nicht beleidigend werde (wie bist Du zu doof usw.) Aber es ist ein harter Kampf, da ich es in zwei vorhergehenden Generationen als Alltag erleben durfte, den ich aber meinen Kindern nicht weiter vermitteln möchte.

Lange Rede kurzer Sinn:

Auch wenn es finanziell schwierig wird, es gibt Stellen die Dir weiter helfen und schon im Namen Deiner Kinder solltest Du Dich wenigstens von Leuten vom Fach beraten lassen.

Ich wünsche Dir alles Gute und die nötige Kraft.

LG

curlysue

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Was bist Du für eine Mutter, dass Du Deine Kinder so einer Atmosphäre aussetzt?

Gruß

Manavgat

7

Wieso um Himmels Willen ist es immer noch für eine moderne Frau des 21. Jahrhunderts ein finanzieller Ruin, sich vom Mann zu trennen????

Wieso geht solchen Frauen das Finanzielle so nahe statt das Wohl der Kinder?????????????

Meine Güte: egal, WAS Du versuchen würdest: er wird sich nicht ändern und immer so bleiben! Das Schlimme daran ist: je älter er wird umso schlimmer wird es!!!!

Und DAS willst Du den Kindern mitgeben????

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Natürlich will ich den Kindern das nicht mitgeben...
aber was tue ich wenn ich mich trenne? mit Harz 4 leben? Er wird mir so gut wie keinen Unterhalt zahlen, wird auf Mindestlohn irgendwo arbeiten gehen.
Ich hätte kein Auto mehr, könnt ich mir nicht mehr leisten
Ich müsste ganztags arbeiten, wer betreut den Kleinen bis ich wieder da bin?
Fussballtraining, Turniere - wie soll ich das finanzieren, wie kommt er da hin?
Musikschule - zu teuer, würde dann eingestellt werden
Kino, Theater, Museen, sonstige Kurse - zu teuer, fällt flach
Klamotten - nur noch das nötigste - second hand
Kindergeburtstagseinladungen - und das Geschenk???
Klassenfahrten - wer zahlt das?
Meine Ehrenamtstätigkeiten - fallen flach - ohne Kohle muss ich für mich selbst sorgen...
Mit kleiner Wohnung würde ich zurechtkommen.
Ferien - wohin? Balkonia!
Ein Berg von Schulden, die ich mit unterschrieben habe...
also auch mit abbezahlen werde...
So, dann hätten wir den Stress mit den Papawochenenden, die ihm ja dann zustehen. Er wird unzuverlässig kommen oder auch nicht... Den dicken Molli spielen und SEINEN Sohn verwöhnen hoch zehn. Wenn er dann fix und fertig ist, krieg ich ihn wieder...
Der Zirkus hört sowieso nie auf...
Sind wir dann glücklicher? Wenn ein Junge ohne Vater aufwächst? Mit über 40 nochmal neu anfangen???
Vielleicht klappt es, wenn wir irgendwie um ihn herum leben oder er irgendwann mal einsieht, dass es mit Plärren nicht weitergeht. Zu körperlicher Gewalt neigt er nicht, aber das Schreien ist eben psychische Gewalt.
Ja, ich werde iihn mal filmen. Das ist ein guter Tip. Ich denke aber auch, dass er die Kontrolle über sich verloren hat. Aber bekennt sich ein Alkoholiker zum Alkohol?
Schwierig... - ja, ich weiss, jammern hilft nicht, sondern nur handeln.
Danke für die Tips...



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Hallo,

ich kann Dir leider nur einen Rat geben: Trenn Dich!
Selbst, wenn er Einsicht zeigen würde, dann wäre es ein ewiger (jahrelanger) Prozess, sein Erleben und Verhalten zu ändern. Und so lange können Deine Kinder nicht warten.
Finanzieller Ruin ist schlimm, aber Dir und Deinen Kindern das Leben zur Hölle zu machen ist wesentlich schlimmer.
Finanzielle Hilfe bekommst Du, da brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Kinder brauchen ein liebevolles und friedliches Zuhause und eine glückliche und lebensfrohe Mutter (oder Vater) und kein Haus, kein Luxus, keine 1000 Spielsachen.

Ihr lebt nur ein Mal, und zumindest Deine Kinder noch seeeehr lang. Gib Dir und ihnen die Chance, glücklich zu werden!

Viele Grüße und :
Du schaffst das!

Sophie

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Selbst schuld,wenn du dir das gefallen lässt. Es ist doch sein Pech, wenn es sein Ruin ist. Wenn er euch wegekelt, muss er halt zahlen!

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Hallo Lillatilla,
ich würde ihn mal heimlich mit den Handy oder einer DV-Kamera aufnehmen, ihm das vorspielen und dann Lösungen anbieten und Konsequenzen androhen, die du dann aber auch durchziehen musst.
1. Einzeltherapie für ihn zur Bewältigung seines Minderwertigkeitsgefühls, bzw. der narzisstischen Störung.
2. Paartherapie zur Entwicklung einer adäquaten erwachsenen Konfliktkultur.
3. Einen Boxsack, Sport und Stoppwort für ihn und Sohn, damit beide zukünftig ihre Aggressivität steuern lernen.
4. Bei Verweigerung erfolgt Trennung ohne weitere Diskussion. Seinen Ruin solltest du nicht zu deinem Problem machen.
Alternativ kannst du dich beklagen und jammern, was aber nichts ändern wird, du musst schon was tun.
Liebe Grüße
Mariella

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Ich hatte einen cholerischen Vater und ich kann dir sagen, dass es echt nicht einfach für uns Kinder war, mit ihm umzugehen. Wenn man ihn mal um Erlaubnis wegen etwas fragen musste (z.B. Klassenfahrt), musste man immer abpassen, dass er gut gelaunt war. Manchmal ist er auch von jetzt auf gleich explodiert und hat uns angeschrieen. Wir Kinder haben dann das Weite gesucht und sind meinem Vater regelrecht aus dem Weg gegangen. Geschlagen hat er uns aber nie!!! Wer weiß, was es damals war...

Mittlerweile habe ich ein recht gutes Verhältnis zu meinem Vater, aber diesen Charakterzug hat er nie ablegen können.

Mir kam auch spontan der Einfall, ihn heimlich zu filmen. Es wird bestimmt ein Schock für sein wenn er sieht, dass er sich wie ein wild gewordenes Tier benimmt.

Liebe Grüße,

cora

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