Konfirmation des Patenkindes, brauche Meinungen

Hallo,

ist jetzt vielleicht ein bißchen merkwürdig was ich nun schreibe, aber ich hätte gerne ein paar Meinungen wie ihr es handhaben würdet.

Also, mein Mann hat, bevor wir uns kennen lernten, sehr jung die Patenschaft für seinen Neffen übernommen.

Ich gehöre keinem Glauben an und meine 2 Kinder die ich mit in die Ehe brachte sind ebenfalls nicht getauft, da ich der Meinung bin, daß sie selbst entscheiden können, wann und welchem Glauben sie beitreten möchten. Für mich ist die Konfirmation eher ein Zwang o. der nette Beigeschmack weil man sich ja viel Geld erhofft. Wie auch immer.

Mein Mann ist mittlerweile (aus freien Stücken ;-)) aus der Kirche ausgetreten und wir haben 2 Kinder bekommen. Er vertritt bei seinen eigenen Kindern auch die Ansicht daß sie selbst entscheiden sollen.

Nun wird sein Neffe konfimiert, für mich steht fest daß ich zu dieser Feierlichkeit nicht erscheinen werde, weil ich nicht dahinter stehe. Die Eltern sind im übrigen auch nicht zur Einschulung meines Sohnes gekommen, aber das spielt hierbei nun keine Rolle.

Die Frage die ich mir nun stelle:

Die Eltern wissen nicht daß mein Mann aus der Kirche ausgetreten ist, was passiert mit der Patenschaft, ist sie weiterhin gültig?
Was wird von ihm an der Konfirmation von ihm erwartet? Würdet ihr Geld geben? Mir liegt das völlig fern, da ich nicht verstehe warum man Geld erhalten soll, nur weil man einem Glauben beitritt.

Klingt vielleicht alles ein bißchen komisch, aber mich würden eure Meinungen interessieren. Wie würdet ihr das handhaben?

LG

Kerstin

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Hallo Kerstin,

zunächst einmal würde mich interessieren, weshalb dein Mann die Patenschaft übernommen hat, wenn er nicht dahinter steht ? Patenschaft bedeutet, die Eltern darin zu begleiten, dem Kind den (kirchlichen) Glauben näher zu bringen....Wenn ich daran nicht interessiert bin - lass ich es..Allerdings hat die Patenschaft selbstverständlich nach wie vor Bestand. Es muss lediglich zum Zeitpunkt der Taufe ein Pate in der Kirche sein.

Unabhängig davon ist die Konfirmation eine Feierlichkeit, wie jede andere auch (Taufe, Konfirmation, Hochzeit etc.). Natürlich steht es jedem zu jeder dieser Feierlichkeiten frei, was er schenken möchte, ob Geld oder etwas anderes persönliches. Eine gute Möglichkeit wäre auch, mit dem Patenkind loszugehen und die Klamotten für die Konfirmation auszusuchen/zu kaufen, wenn man kein Geld geben möchte. Aber eigentlich - da gebe ich dir Recht - ist es üblich Geld zu schenken und so würde ich das auch handhaben.

Zu deiner Ansicht, dass man sich nur konfirmieren lässt, um sich Geld zu erhoffen oder aus Zwang kann ich nur Folgendes sagen: Ich habe mich aus freien Stücke konfirmieren lassen. Ich hatte damals die Wahl, jedoch hatten meine Eltern gesagt, ich solle es nicht nur wegen dem Geld machen. Wenn das für mich der einzige Grund gewesen wäre, hätten meine Eltern mir das Geld zur Verfügung gestellt, was sie ansonsten für die Einladungen/Feierlichkeiten ausgegeben hätten ! Ich konnte also entscheiden, ob ich mich konfirmieren lassen möchte und eine schöne Feier und die (Geld-) Geschenke von Freunden/Familie, wobei meine Eltern mir die Feier ausgestattet hätten oder aber keine Konfirmation und somit keine Feier, stattdessen das Geld, was meine Eltern dafür ausgegeben hätten...

Und warum willst du nicht zur Konfirmation erscheinen ??? Ich finde das Unhöflich ! Oder würdest du auch nicht zur kirchlichen Hochzeit von Verwandten gehen, weil du nicht hinter der Kirche stehst ???? So klingt das jedenfalls für mich !

- Ist nicht böse gemeint, sondern einfach nur meine Einstellung -:-p

LG Claudia mit Rouven (31.05.05)

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Hallo Claudia,

erstmal Danke für Deine Antwort.

Wieviel Geld meinst Du wird erwartet werden?

Ja, zur kirchlichen Hochzeit, Taufe ect, alles was mit Kirche zu tun hat, würde ich auch nicht erscheinen. Ist meine Einstellung, die kennt aber auch jeder.

LG

Kerstin

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Hallo,

aber es ist doch primär auch ein Familienfest. Ich bin auch weder katholisch noch evangelisch (gehöre aber einer Glaubensrichtung an) aber bin trotzdem gerne auf die Hochzeiten und Taufen meiner Freunde gegangen, weil ich gerne diesen schönen Tag mit ihnen verbringen wollte. Ist doch egal welche Einstellung man zur Kirche und Religion im Allgemeinen hat. Es ist ein Fest der Familie auf das sich viele freuen, warum sollte man da denn fernbleiben?

LG

Puck

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Du hast deine Ansichten - andere haben andere Ansichten. Religion ist KEINE Geldfrage. Die Konfirmation ist nicht dazu da, um Geschenke zu erhalten.
Es ist ein besonderer Tag für das KInd, welches im Mittelpunkt steht. Geschenke sind nur ein Nebenprodukt - aber natürlich auch eine nette Geste. Solange es nicht nur aus Pflichtgefühl heraus geschieht.

Du findest es nicht gut, dass die nicht zu der Einschulung deines Kleinen kamen - aber dein Verhalten jetzt ist auch nicht besser. Warum den Kleinen bestrafen? Du musst nicht dahinter stehen -aber man kann wohl zu einer familienfeierlichkeit gehen?

Ein Pate - der aus der Kirche ausgetreten ist - sollte weiterhin mindestens weltlich der Pate bleiben. Eine Art Vorbild - ein Vertrauter.

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So sehe ich das auch. #pro


Eva

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Um es noch ein wenig zu ergänzen:

Mein Mann war damals #kratz 20 Jahre alt und wurde mehr oder minder damit überrumpelt für das Kind seiner Schwester den Paten zu machen bzw. es wurde so von seinen Eltern erwartet.

Zu dem Kind haben wir überhaupt keinen Kontakt, außer zu den Geburtstagen und selbst das sind nur Pflichtbesuche.

Was ist denn dann bei der Firmung, muß mein Mann dort erscheinen (klar müssen muß er gar nichts)? Er ist ja ausgetreten, wird er dann überhaupt noch genannt?

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Mit 20 Jahren kann man das schon entscheiden, ob man das Patenamt ausüben möchte. Es liegt an ihm, den Kontakt zu suchen, ihr könnt nicht erwarten, dass das Kind auf euch zukommt.
Wenn das Kind konfirmiert wird, dann ist es evangelisch und hat keine Firmung (das gibt es nur im katholischen).
Dein Mann sollte in jedem Falle hingehen, und aus Liebe zu ihm, könntest du ja auch mal über deinen Schatten springen. Wenn du nicht möchtest, dann lass ihn alleine hingehen.

LG Sriver

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Schmeist Du evtl. etwas durcheinander?

Der Pate hat bei dem eigentlichen Konfirmationsgottesdienst keine Aufgabe, es ist allerdings Tradition, dass er mit dem Kind und den Eltern gemeinsam zum Abendmahl geht. Damit das Kind dabei nicht allein ist. Es ist schlicht und einfach ein Zeichen der Gemeinsamkeitsgefühls.

Schulterfestahlten so wie in der kath. Firmung gibt es bei uns nicht.

Wenn Du jetzt speziell nicht mit in den Gottesdienst gehen möchtest, dann mußt Du das ja nicht. Aber überhaupt nicht zur Feier erscheine, empfinde ich zwar als ehrlich, aber dennoch als extrem unhöflich!

Wenn Du da jetzt streikst, stellst Du Dich doch auf eine Stufe mit Deinen Schwiegereltern und bist genauso wie die. Willst Du das wirklich?

Kann man denn nicht auch einmal über seinen Schatten springen und mal etwas mehr machen, als andere Leute einem selber geben?

Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu.

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Hallo Kerstin,

dein Mann hat die Patenschaft angenommen - es wäre ein Armutszeugnis wenn er nun bei der Konfirmation nicht teilnehmen würde. Für den Konfirmanden sind die Paten neben den Eltern und Großeltern die wichtigsten Personen an diesem Tag. Schließllich haben sie sich ein Jahr lang darauf vorbereitet und habem im Unterricht sicherlich viel über die Taufe und die Paten gesprochen.
Ich kenne viele Konfirmanden und viele (auch viele Eltern) haben nicht zuletzt durch die Konfirmation wieder näher zum Glauben gefunden und gehen nun weiter in Jugendkreise oder ähnliches. Wenn man etwas nicht kennenlernt, kann man sich auch nicht dafür entscheiden.
Dein Mann sollte als Pate sich um das Kind bemühen, und ihm neben seinen Eltern eine Art Vertrauter und guter Freund sein. Ein Patenamt kann man nicht einfach niederlegen, auch wenn er mit dem Glauben im Moment nichts anfangen kann.
Mein Mann hat seinen Patenkindern zur Konfirmation kein Geld geschenkt, da wir finden, dass das etwas unpersönlich ist. Wir haben ihnen einen gemeinsamen Musicalbesuch "König der Löwen) in Hamburg mit Übernachtung geschenkt, und sie erzählen noch heute davon, wie toll sie das fanden. Vielleicht könntet ihr auch eine gemeinsame Untenehmung schenken, etwas, was man sonst nicht macht? Gemeinsame Kanufahrt, Besuch der DTM, Fußballstadion,gemeinsames Rockkonzert...., da findet ihr bestimmt was.

LG Sriver

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Also sorry

aber ich muss bei Deinen Worten ganz schön schlucken. Für mich klingt es so, als ob es dir hauptsächlich darum geht, das Geld zu sparen...

Klar - viele lassen sich konfirmieren, weil es alle machen - und sicher auch, weil sie sich Geschenke erhoffen... Klar - die Kinder sind 14!!! ALso mitten in der Pubertät! WIe hast du mit dem Alter gedacht? Aber davon abgesehen gehört die KOnfirmation auch zu unseren gesellschaftlichen Bräuchen - wenn man nicht gläubig ist, suchen die Eltern meist ein anderes Fest wie die Jugendweihe.

Selbst wenn dein Mann nicht Pate wäre - so wäre er immer noch der Onkel - und selbst dann würde es sich gehören, dass er zur Feier geht. Und eigentlich gilt das auch für dich als Tante...

Ich hoffe dass meine Schwester (Judiths Tante und Patentante) nicht so denkt, wenn es mal an die größeren Feierlichkeiten geht - weil ich weiss, dass Judith (unabhängig von den Geschenken) dann sehr traurig wäre. Aber zum Glück schätze ich meine Schwester so ein, dass ich mir da keine Sorgen machen muss... Bleibt zu hoffen, dass sie nie einen Partner hat, der versucht ihr sowas aus- oder einzureden...

LG
Frauke

PS Der Freund von meiner Schwester ist auch nicht getauft und nicht gläubig - meine Schwester ist auch nicht unbedingt gläubig - trotzdem waren beide bei Judiths Taufe da.

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Hallo Kerstin!

Ich finde deine Ansichten total albern!

Schon alleine der Satz:
"Die Eltern sind im übrigen auch nicht zur Einschulung meines Sohnes gekommen, aber das spielt hierbei nun keine Rolle."

zeigt mir, dass dies für dich schon eine Rolle spielt.

Aber wenn du schon mit diesen Albernheiten anfangen musst:
Vermutlich sind sie nicht gekommen, weil es sich um DEINEN Sohn handelt. Deinen Schilderungen nach sind sie nicht mit ihm verwandt. Also, was sollten sie dann dort?

Dein Mann jedoch ist Patenonkel und Onkel und es gehört sich einfach so, dann auch zur Konfirmation zu gehen.
Ich kenne euren finanziellen Verhältnisse nicht, aber so um die 100 Euro fände ich als Geschenk als angebracht.

Dass du dort nicht erscheinen willst, würde ich als Gastgeber befürworten. Erstens hast du eh eine merkwürdige Einstellung zu der Sache und zweitens müssen sie so für einen Gast weniger bezahlen. :-p

Gruß
Kati

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Hallo,

also ich weiß nicht was das eine mit dem anderen zu tun hat, aber um Dir noch ein paar Beispiele zu nennen wie es mit dem Kontakt bestellt ist:

Den ersten Geburtstag unserer Tochter haben die Eltern vergessen. Zur Geburt unseres Sohnes kam nicht mal ein Anruf. Klar, spielt das für mich dann auch eine Rolle.

Den Kontakt den wir halten ist schlußendlich nur damit es zu keinem Familienkrach zwischen den Geschwistern und Eltern kommt.

Im übrigen sind es zwar meine Ansichten, aber darüber hinaus ist es so, daß mein Mann (unabhängig von mir) dort nicht hingehen will.

100 Euro wären sowieso nicht drin, habe hier 4 Kinder eins davon mit Autismus und ADHS und mein Mann ist chronisch schwer krank. Wir müssen zusehen wie wir mit dem Geld zurecht kommen. Fand die eine Idee einer Userin hier aber gar nicht so schlecht, ihm einen schönen Tag zu bereiten und z.B. in einen Freizeitpark o. ins Kino zu gehen. Mal sehen, fällt mir bestimmt noch was ein. In die Kirche gehe ich jedenfalls nicht :-p

Gruß

Kerstin

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Die anderen Dinge hattest du in deinem Anfangs-Posting nicht erwähnt...

Aber, der Junge kann nichts dafür.
Viele Leute haben bekloppte Verwandte, aber in so einem Fall muss man über seinen Schatten springen und dem zuliebe auf der Feierlichkeit erscheinen.

Einen Kinogutschein finde ich übrigens auch gut!

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"für mich steht fest daß ich zu dieser Feierlichkeit nicht erscheinen werde, weil ich nicht dahinter stehe. "

Würdest Du auch nicht zu einer Hochzeit gehen, zu der Du eingeladen bist, nur weil Du selber vielleicht lieber ohne Trauschein lebst? Finde ich ziemlich intolerant, Deine Einstellung. Du behauptest, Du würdest Deine Kinder selber entscheiden lassen - Dein Neffe ist mit 14 religionsmündig und HAT jetzt selbst entschieden, das ist ja der Sinn der Konfirmation!

Zur Konfirmation würde ich einem Neffen so oder so was schenken, Patenschaft hin oder her. Technisch gesehen erlischt die Patenschaft übrigens mit der Konfirmation - und seit dem Austritt Deines Mannes "ruht" die Patenschaft ohnehin. Das ist aber nur die kirchenrechtliche Ebene, sozial werden die Eltern Deinen Mann weiter als Paten sehen.

Klar sollte man eigentlich kein Geld erhalten, weil man einem Glauben beitritt. Aber die Konfirmation ist eben (so wie die Jugendweihe) der Schritt in die Erwachsenenwelt, ein Übergangsritual. Und zu dem gibt es eben Geschenke, so wie man auch zu Geburtstagen, Hochzeiten etc. was schenkt.

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Hallo Kerstin,

schau mal was ich bei Wikipedia gefunden habe:

Die Paten vertreten gegenüber dem Täufling die christliche Gemeinde. Sie sollen für den Täufling beten, ihm in Notlagen beistehen und ihm helfen, ein lebendiges Glied der Kirche Jesu Christi zu werden.
Da die Konfirmation das bewusste Ja zur Taufe darstellt, endet das Patenamt formal mit der Konfirmation des Täuflings.

Also ist Dein Mann bald raus aus der Nummer, und das ist vielleicht auch ganz gut so.

Grüße
Nina.

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