Verhalten vom Jugendamt... ich versteh´s nicht!

Hallo Ihr Lieben... :)

ich muss mal ein paar Meinungen bzw. Erfahrungen einholen, denn das, was ich hier immer wieder lese und was man so aus dem fernsehen hört, passt mit meinen eigenen Erlebnissen so gar nicht zusammen!!!

Und zwar hört man ja immer wieder, dass sich das Jugendamt um nichts kümmert, auch wenn man da schlimmere Vorfälle meldet, passiert angeblich nichts, und alles dauert ewig lange, bis Hilfemaßnahmen in Gang kommen.

So... und nu zu dem, was mir passiert ist. Vorweg: ich bin vom Kindsvater getrennt seit Jahren, und er hat zwar Umgangsrecht, aber kein Sorgerecht. Da er ein sehr unberechenbarer Mensch ist, der wegen Kleinigkeiten austickt, kriegt er das Sorgerecht nicht, er würde wegen jedem Sch*** versuchen, das alleinige Sorgerecht zu bekommen um meinen Sohn bei sich zu haben.
Hat auch schon versucht, das Sorgerecht einzuklagen, wurde aber abgewiesen.

Aufgrund dieser Vorgeschichte war ich auch schon zwei Mal beim Jugendamt, weil die den Sachverhalt nur von meinem Ex kannten, der sich da Rat holen wollte wg. dem Sorgerecht.
Meine Seite wurde also angehört, und nach diesen zwei gut aber kurz verlaufender Gesprächen war die Sache erledigt.
Hatte mich damals gut mit dem Sachbearbeiter verstanden, war alles in Ordnung.


Dann dieses Frühjahr der Riesenschock: IRGENDJEMAND hat anonym eine Anzeige gegen mich gemacht beim JA, Vorwürfe waren unter anderen psychische Grausamkeit dem Kind gegenüber, dass ich es verwarlosen lassen würde, mein Sohn unterernährt sei usw.

Das Jugendamt kannte mich und meinen Sohn bereits, und wie gesagt - es gab nie Probleme. Nun aber kam alles Schlag auf Schlag.
Der Sachbearbeiter stand noch am selben Tag vor meiner Tür, am nächsten Tag musste ich mir frei nehmen, da ich zum Gespräch kommen sollte, der JAMitarbeiter sagte mir, wenn das nicht innerhalb der nächsten Tage zum Gespräch kommen würde, müsste mein Sohn erst einmal in eine Pflegefamilie... usw.

Also einfach ein HAMMER!


Mittlerweile sind alle Vorwürfe entkräftet, irgendjemand muss da einfach eine riesige Wut auf mich gehabt haben...

Aber mir wurden sofort Hilfeprogramme angeboten und ich hätte wenn es nötig gewesen wäre, alle Unterstützung vom JA bekommen.


Nun wundert es mich jedoch sehr, dass das JA ansonsten anscheinend nicht so flott reagiert...... und daher würden mich Eure Erfahrungen doch sehr interessieren!

Und noch eine Frage - gibt es denn für mich die Möglichkeit, heraus zu finden, wer diese Anschuldigungen in die Welt gesetzt hat? Denn ich finde das schon sehr, sehr krass.
Aber vermutlich geht das nur über eine Anzeige gg. unbekannt??



Danke schon mal für´s Lesen und Antworten, sorry, ist bisserl lang geworden ;-)

beansidhe

1

Das ist allerdings krass...

Und weisst du - genau das ist der Grund, warum ich manchmal so genervt reagiere, wenn hier die Frage kommt, ob man das Jugendamt verständigen soll, weil das Kind so oft schreit oder so... (Sowas in der Art war hier neulich...) Mit der Mutter hat natürlich keiner gesprochen - weil "die würde doch eh abblocken"... Am Ende kommt dann sowas dabei raus... (Damit meine ich NICHT, dass man gar nie das JA anrufen sollte, aber vielleicht ist es der richtige Weg, vorher mit der Mama zu sprechen...)

Ob du ne Möglichkeit hast, herauszufinden, wer da Mist erzählt hat? Ich glaube das wird schwierig... Das JA darf / will es wahrscheinlich nicht sagen, oder? Die Frage ist, ob das JA bei ner Anzeige gegen unbekannt wegen Verleumdung oder so Auskunft geben müsste. Wenn nicht, dürftest du kaum Chancen haben... Auch wenns bitter ist... Ich weiss aber auch nicht mal, ob das JA von den Anrufern die Daten aufnimmt...

LG
Frauke

2

Hi,
diese Möglichkeit hast du nicht und es ist ja auch alles in Ordnung bei euch. Wären anonyme Anzeigen nicht vertraulich, dann würde sich kaum einer trauen, auch im echten Notfall nicht. Du kannst aber sicher sein, dass bei unbegründetem Verdacht der Anzeigende dies auf Nachfrage mitgeteilt bekommt.
Mir berichten Familien oft Positives und ich glaube, dass die JÄ besser sind, als ihr Ruf. Lieber einmal zu oft kontrolliert, als einmal zu spät kommen.
Es fallen halt immer nur Ämter auf, wenn sie zu spät kamen, oder falsch eingeschätzt haben. Die vielen Kinder, die durch das Eingreifen des JA gerettet werden und die Familien, denen erfolgreich geholfen wird, über die wird nicht berichtet. Hund beißt Mann ist keine Story, Mann beißt Hund hingegen schon.
Hinzu kommt, dass jede Gemeinde ihre Jugendhilfe selbst organisiert, es gibt von vorbildlich bis vorsintflutlich alles in Deutschland. Deine Gemeinde scheint das sehr gut im Griff zu haben. Sei froh: Wenn du Hilfe brauchst, weißt du, wo du sie findest.
Liebe Grüße
Mariella

3

Sei froh das sich endlich mal jemand kuemmert und Hinweisen nachgeht.

Was ich allerdings krass finde ist die Tatsache das das Jugendamt dir direkt angedroht hat das dein Kind in eine Pflegefamilie kommt wenn du das nicht direkt klaerst?! Kann ja wohl mal gar nicht angehen, is ja schlimmer wie bei der GEZ #augen

Vielleicht hat dir dein Ex durch eine/n Bekannte/n einen reinwuergen wollen oder traust du ihm das nicht zu? Oder ein Nachbar?

Die einzigste Moeglichkeit die ich sehe wie man herausfinden kann wer die Anzeige gegen die gestellt hat waere einen Anwalt zu beauftragen (wenn nicht sowieso schon geschehen) Einsicht in die Akte des Jugendamtes zu nehmen.
Befugt waere der anschliessend glaube ich nicht dir das mitzuteilen, aber meist laesst der einen ja einen schnellen Blick mal draufwerfen bzw. teilt es dir mit.
Vielleicht auch eine Gegenanzeige wegen Rufmord?

Weiss ja nicht wie wichtig dir das ganze nu is, versteh zwar das es aergerlich ist (kenne das, allerdings von meinem Schwieger#drache) aber letztendlich zieht es doch einen Rattenschwanz mit sich. Du findest raus wers war, im besten Fall stellst du denjenigen zur Rede und es gibt Stress und im Endeffekt ist der Leidtragende dein Kind.

Mein Tip:
Lass es auf sich beruhen, sorge dafuer das immer alles ordentlich ist und dein Kind gepflegt rumlaeuft da jederzeit wieder ein Hausbesuch anstehen kann (Ohne Ankuendigung musst du eigentlich auch das Jugendamt nicht reinlassen, ausser sie haben eine Inobhutnahme aber dann muss die Polizei anwesend sein!) und es doch einen besseren Eindruck macht wenn du sie unangemeldet reinlassen kannst und zeigst das du kooperativ bist etc.

Beim KV koenntest du ja mal verlaute lassen das dir das JA in der Tuer stand, nicht drueber aufregen dabei sondern grinsend sagen das wohl die Rechnung desjenigen nicht aufgegangen ist wie es natuerlich auch anders nicht zu erwarten war. Anhand seiner Reaktion wirst du ja dann sehen ob er was davon wusste oder auch nicht.

LG Schnecke

4

Da kannst Du leider gar nichts machen. Ich hatte das vor ca. 20 Jahren auch mal und wegen der ganzen Aufregung eine Fehlgeburt. Die Akte vom Jugendamt habe ich zwar - über das Gericht - zur Einsicht bekommen. Aber der Name des Anzeigers war geschwärzt worden.

Das Jugendamt hat eine Macht wie früher die Stasi. Zumindest habe ich mich damals so gefühlt.

Gruß

Manavgat

5

Ich kann Dein Beispiel auch nur unterstützen!


Ich habe vor der Geburt meines Kleinen selbst im Jugendamt gearbeitet und weiß daher, daß die üblichen Vorurteile einfach NICHT stimmen - und wenn, dann in den seltensten Fällen.



Nahcdem mein Kleiner erst 7 Wochen alt war, bekam ich auch von gestörten Nachbarn das Jugendamt nach Hause geschickt - die kamen ebenfalls einen Tag, nachdem die Anzeige einging - und das war am 2.Januar!

NAtürlich löste sich dies alles auch in Luft auf!



LG, sapf

6

Hallo beansidhe,

meine Erfahrungen mit dem Jugendamt sind nicht die besten - die Sachbearbeiterin, die für unseren Landkreis hier zuständig ist, ist eine völlige Schlaftablette.

In kurzen Worten:
Die Tochter meines Freundes (8, wohnt bei uns) hat eine, sagen wir mal - wenig ambitionierte Mutter, die allergrößten Wert darauf legt, nicht auf ihren Spaß verzichten zu müssen.
Wir können beweisen, dass sie Drogen nimmt, anschaffen geht, die Kleine schon dorthin mitgenommen hat, mit einem Kerl aus dem Rotlichviertel zusammenlebt, nachts mit dem Kind im Schlepptau betrunken in der Weltgeschichte herumläuft....
In der Zeit, als die Kleine bei ihr war, kam sie ständig zu spät oder gar nicht in die Schule, Hausaufgaben wurden nicht gemacht, zu essen gabs nichts außer Chips etc. etc.

Vieles davon ist heute noch so, wenn sie sie übers Wochenende holt, zu essen gibts nur Cornflakes und, falls Mama sich aufraffen kann, das Haus zu verlassen, McD****, Hausaufgaben müssen keine gemacht werden, sie darf aufbleiben und fernsehen, so lange und was sie will ("ich hab da so einen Film gesehen, da war ein Mann, der hatte nur ein Bein und hat geblutet und man hat so den Knochen gesehen" - den haben wir auch geguckt in der Nacht, Horrorschocker, lief ab 24h etwa...), Mama ist desöfteren weggetreten ("ich hab gesagt wir müssen noch Taschentücher holen, aber dann hab ich mir die Nase mit dem Handtuch geputzt, und Klopapier war auch keins da"). Die Wohnung ist völlig vermüllt, die Gute ist seit Monaten "grade erst umgezogen", uns flattern hier immer noch Mahnungen und Gerichtsbescheide ins Haus, weil sie aus Prinzip keine Rechnungen bezahlt und offenbar immer noch gelegentlich diese Adresse hier angibt - ich könnte noch seitenweise so weitermachen. All das weiß das Jugendamt, sie hatte bis heute keinen Besuch von denen. Sogar die Schule hat schon gebeten, doch bitte vom JA aus eine Einschränkung des Umgangs zwischen Mutter und Kind durchzusetzen, weil der Lehrerin die nicht gemachten Hausaufgaben und das gestörte Verhalten nach den Mama-Wochenenden aufgefallen sind - passiert ist bis heute nichts.
"Na ja, das ist eben die Mutter, reden Sie doch mal mit ihr darüber." Tja, danke auch. Wenn hier das Wort Jugendamt jemand in den Mund nimmt, kommt uns die Galle hoch.

7

Hallo,

es gibt nicht "DAS Jugendamt". Natürlich haben alle Jugendämte die gleichen Aufgaben und Vorgaben - aber jedes einzelne Amt in jeder einzelnen Region Deutschlands ist halt nur so gut (oder schlecht...) wie seine Mitarbeiter.

Die ganz drastischen Fälle, in denen ein JA derart versagt hat, dass sogar Kinder zu Tode kamen, sind ja gross durch die Medien gegangen. Und ich denke mal, dass gerade diese ausführliche Berichterstattung dazu geführt hat, dass sich nun viele JA-Mitarbeiter keinesfalls vorwerfen lassen möchten, untätig gewesen zu sein, obwohl sie klare Hinweise vorliegen hatten, dass ein Kind in Gefahr ist.

Ich kann andererseits auch verstehen, dass sich viele Familien bevormundet und kontrolliert fühlen, wenn sie aufgrund einer Anzeige nullkommaplötzlich zum JA rennen müssen und dort Einblicke in ihr (eigentlich ja privates) Familienleben geben müssen. So etwas ist entwürdigend, und der Ausdruck "Stasi-Methoden", der oben verwendet wurde, ist vielleicht nicht ganz unzutreffend.

Aber der Staat ist halt in einer schwierigen Situation: Einerseits soll die Privatsphäre geschützt werden, und niemand sollte genötigt werden, Dinge preiszugeben, die niemanden sonst etwas angehen. Andererseits geht es um den Schutz von Kindern, und das JA kann sich nun einmal nur dann einen angemessenen Eindruck verschaffen, wenn es im Privatbereich von Familien "herumschnüffelt".

Ich persönlich finde, das JA hat in Deinem Fall richtig gehandelt. Es hat einen Hinweis auf Kindesmisshandlung gegeben, und dem MUSS man nachgehen - möglichst schnell. Kein JA-Mitarbeiter kann es sich leisten zu sagen: "Ach, die Frau XY kenne ich doch, und sie schien mir sehr nett und vertrauenswürdig. Bestimmt ist mit ihren Kindern alles in Ordnung. Wenn sie am nächsten Tag nicht zum Gespräch kommen kann, dann erscheint sie halt erst in einer Woche."

LG
lilas

8

Hallo,

grundsätzlich ist es ja gut, wenn das JA so schnell reagiert. Die können ja nicht von vornherein wissen, wer grundlos angeschwärzt wird und wer seinen Kindern wirklich nichts Gutes tut.

Aber ich verstehe dich, du hattest ja vorher schon Kontakt mit dem JA und da war alles in Ordnung.

Meiner Mutter ging es ähnlich. Sie hatte einige Pflegekinder, erst drei Geschwister, die dann wieder in ihre Familie konnten bzw. mussten, und dann nochmal zwei Schwestern. Sie hat sich für alle sehr aufgeopfert und der Kontakt zum vermittelnden JA (das an sie herangetreten war, ob sie die zwei Schwestern aufnehmen könne) lief bestens.
Eines Tages war meine ältere Schwester auf Besuch, und am Tag darauf, gleich morgens, kam ein Anruf vom JA, es liege eine Anzeige vor. Die Mitarbeiterin sagte aber gleich, die Anzeige sei von meiner Schwester, deshalb wussten wir Bescheid. Jedenfalls stand die Mitarbeiterin noch am selben Tag vor der Tür und wollte alles nachprüfen. Meine Schwester hatte behauptet, die Kinder würden behandelt "wie Untermenschen" #kratz. Sie habe auch gesagt, ihr sei es in der Kindheit genauso ergangen (dabei war sie von uns allen die Verwöhnteste). Jedenfalls konnte sich das JA davon überzeugen, dass alle Anschuldigungen haltlos waren. Trotzdem hat meine Mutter es bis heute nicht verkraftet, von der eigenen Tochter angezeigt worden zu sein. Und vom JA war sie auch enttäuscht, weil sie ohnehin in ständigem Kontakt zum Amt stand und sich oft in Pflegeelternkursen fortbildete.

Wenn du irgendwie rausfinden kannst, wer die Anschuldigungen gegen dich vorgebracht hat (vielleicht mit Hilfe eines Anwalts), kannst du viellecht eine Rufmord-Klage einreichen.

LG Kerstin

9

Du Ärmste, lass dich mal #liebdrueck

Ist ja alles ganz schrecklich, was du durchgemacht hast, aber ich fürchte diese böse Welt da draußen meint es nicht gut mit dir...

Top Diskussionen anzeigen