"Ehemaliges Schreibaby" schreit nachts

Hallo!
Ich hoffe hier vielleicht doch einen Rat zu finden, wir haben schon so viel probiert und überlegt, aber können keine Veränderungen oder Besserung feststellen.

Meine Tochter kam sehr schnell zur Welt, hatte (bis heute) zahlreiche Blockaden, Stillprobleme und war 4 Monate lang ein Schreibaby dass von früh bis spät geschrien hat. Seitdem sie 5 Monate alt war wurde das Schreien immer weniger. Seit etwa 1-2 Monaten wirkt sie nun mit ihren fast 8 Monaten tagsüber recht ausgeglichen, sehr sehr quirlig und meist zufrieden.

Nur nachts haben wir schon immer Probleme. Seit etwa 3 Monaten ist es immer schwieriger geworden.
Mittlerweile wacht sie oft stündlich laut schreiend auf, lässt sich schwer beruhigen, oft nur durch stillen. Sie wird dabei nicht richtig wach, wirkt wie im Halbschlaf und hat die Augen geschlossen.

Spricht man sie mit Namen mehrfach laut an (zB wenn ich sie eh wickeln muss), wacht sie auf und lächelt.

In den letzten Wochen war es so, dass sie meist schon nach 10 Minuten wieder wach wurde. Anfangs konnte sie dann wenigstens auf meiner Brust ruhig und fest weiterschlafen, aber seit ein paar Nächten funktioniert selbst das nicht mehr. Sie schläft nun ab ca. 23.00 Uhr immer zwischen uns, aber auch sehr unruhig. Sie wird oft wach, schreit oder windet sich hin und her im (Halb)Schlaf und wird dann davon wach.

Wir haben schon versucht es wärmer oder kühler zu machen, sie abzuhalten, zu pucken, verschiedene Schlafpositionen getestet, sie in der Federwiege schlafen gelegt, heller und dunkler usw., aber nie war irgendein Unterschied zu vernehmen.

Ich habe seit nun 3 Monaten nicht länger als 2 Stunden am Stück, oft nur 4-5 Stunden pro Nacht geschlafen. Es belastet mich nicht unheimlich, aber ich spüre dass es mir körperlich nicht gut tut und meine Tochter dadurch tagsüber einfach auch total übermüdet ist. Manchmal holen wir den verpassten Nachschlaf dann erschöpft morgens nach, schlafen dann allerdings beide bis mittags. Aber das ist ja keine Dauerlösung!

So langsam kann ich mir irgendwie auch einfach keine Ursache mehr herleiten, woran es liegen könnte und bin recht ratlos.

Mir geht es hierbei vor allem darum, dass meine Tochter auch mal wieder morgens entspannt aufwachen kann und nicht vollkommen übermüdet, schreiend und augenreibend in dem Tag startet.

Ich bin dankbar für jeden Rat!

1

Hallo.

Leider keine Hilfe. Wollte eigentlich nur sagen wie toll du bist und wie toll du das machst. Ich finde Eltern mit schreibabys wird viel zu wenig Respekt gezollt.

Deinen Ausführungen zu folge versucht ihr alles um es euch und euren Baby so angenehm wie möglich zu machen.

Haltet durch. Es wird bestimmt bald besser!

P.S.: Im Vergleich zu euch sind unsere schlafprobleme verschwindend gering.

2

Tausendfach lieben Dank für deine Worte, sie taten mir wirklich gut!

Als ich sie gelesen habe, hat mir mein Herz wohl doch bewiesen dass mir die Situation emotional näher geht, als ich dachte. Ich möchte mein Baby einfach nicht mehr jede Nacht so leiden sehen...

Ich hoffe jeden Abend, dass es besser wird. Auch jetzt! :-)
Ich danke Dir sehr! :-)

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Klingt nach Nachtschreck... hatte meine tochter fast 3 j immer mal wieder... da hilft nicht viel nur mit viel ruhe es ertragen... es wird besser! Toitoitoi

Lg

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Huhu, ich musste auch sofort an den Nachtschreck denken. Mein kleiner Bruder (ich bin 15 Jahre älter) hatte das auch ganz schlimm. Allerdings kenne ich den Nachtschreck nur so, dass sich das Kind daran gar nicht erinnert also er macht nicht unbedingt müder. Vielleicht googlest du einfach mal nach Nachtschreck und schaust ob das zu euch passen könnte.

5

Guten Tag,

diese nächtlichen Ereignisse, die aus dem Schlaf heraus auftreten, wie z.B. Schlafwandeln, Albträume oder Nachtschreckt treten meist im Rahmen einer normalen Entwicklung auf. Ich möchte Ihnen das sagen, dass Sie sich auf jeden Fall schon mal diesbezüglich keine Sorgen machen müssen, z.B. ob Kind krank ist und es keinen Grund zur Beunruhigung gibt.

Bei einem Nachtschreck (Pavor) wachen die Kinder in der Regel im ersten Drittel der Nach plötzlich mit einem gellenden Schrei, weit aufgerissenen Augen und intensiver Angst auf. Sie sind schwer aufzuwecken und danach desorientiert. Begleitet wird dies mit starken, körperliche Symptomen, wie Herzrasen und Schwitzen. Die Kinder haben keinerlei Erinnerungen.

Meines Wissens tritt der Pavor bei älteren Kindern auf, ab etwa 4 Jahren. Es scheint es aber wohl im Ausnahmefall bei so frühen Kindern zu geben.

Aber wie auch immer man es nennt. Die Frage ist ja was Sie tun können außer geduldig zu sein und darauf zu warten, dass diese Phase vorbeigeht (was übrigens von alleine auch passieren wird). Trotzdem folgende Empfehlungen:

Einführung regelmäßiger Bettliegezeiten die Ihrem Kind entsprechen

Regelmäßiger Schlaf- und Wachrhythmus, regelmäßige Mittagsschlaf
Altersangemessenes und adäquates Einschlafritual
Sicherheit vermitteln aber nachts nicht übermäßig viel Aufmerksamkeit zukommen lassen (hierdurch kann Aufwachen verstärkt werden)
Kind sollte nicht lernen: Mama und Papa geben mir nachts mehr Aufmerksamkeit als tagsüber. "Es lohnt sich nicht nachts aufzuwachen"

Beim Aufschrecken in der Nacht wieder ruhig zum Schlafen hinlegen, nicht aufwecken, wenn möglich.

Holen Sie sich auf jeden Fall den Schlaf tagsüber ohne schlechtes Gewissen zurück. oder durch Abwechseln in der Nacht, usw.

Denken Sie immer daran, je besser es Ihnen als Eltern geht, umso besser geht es auch Ihren Kind. Also tun Sie alles was möglich ist, damit es Ihnen so gut wie möglich geht.

Und denken Sie auch daran, es ist eine Phase und es wird sich auch wieder verändern. Ganz sicher!!

Wünsche Ihnen ein erholsames und entspanntes Wochenende

T. Köhler-Saretzki

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Vielen lieben Dank für Ihre sehr kompetente Antwort!!!

Sie haben mir damit viel Mut und Kraft gegeben und ich hoffe ich kann ihre Ratschläge (weiterhin) umsetzen!

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