Kind 2: 2x Fehlgeburt, Diagnose?

Hallo,

Ich bin neu hier im Forum, hi :).

Ich hoffe, Leute zu finden, denen es ähnlich geht und auch welche, die evtl. schon einen Schritt weiter sind als ich es bin..
Wir versuchen seit ca. 20 Monaten ein Geschwisterchen für unseren mittlerweile zweieinhalb jährigen Sohn zu machen. Hatte in der Zeit 2 Fehlgeburten (11. Woche mit AS, 6. Woche festgestellt mit natürlichem Abgang in der 8. Ssw). Nachdem ich beim ersten Kind ohne Probleme schwanger geworden bin, hat es bei den zwei Fehlgeburtsschwangerschaften viel länger gedauert (einmal im 8. Zyklus, danach im 5. Zyklus). Achja bin 31.
Seit der ersten FG mit AS habe ich extrem stark meine Periode, mit Bauchkrämpfen und großen Stücken drin. Nach den ca 4 Tagen Periode ca eine Woche Schmierblutung. Habe im Internet gelesen, dass das auf Östrogenmangel hindeuten könnte. Diagnostiziert wurde nur eine leichte Gelbkörperschwäche, weswegen ich Utrogest nach dem ES nehme. (Wenn ich Utrogest nehme, sind auch die Schmierblutungen weg, jetzt nach der 2. FG hab ichs einen Monat nicht genommen und zack sind sie wieder da.) Die Frauenärztin hat aber nur vor und nach dem ES das Blut untersucht, nicht zu Beginn des Zyklus (ich vertraue ihr immer weniger, warte auch ungeduldig auf meinen Kiwu-praxis-termin). Wäre da nicht Clomifen angebracht? Könnte es eine Eizellreifungsstörung sein? Ich merke auch an meiner Haut, dass evtl. hormonell etwas schief ist, meine Ärztin tut das aber ab.
Hat jemand schon ähnliches durch? Wie würdet ihr weitermachen? Auf die Untersuchungen warten (die Ärztin will jetzt Blutgerinnung und zum 4. Mal Schilddrüse (leichte Unterfunktion) untersuchen) oder gleich weiterüben, auch wenn es wieder eine Fehlgeburt werden könnte?

Liebe Grüße, Frieda

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Hallo Frieda,
es tut mir ehrlich leid um deine Verluste :-(

Ich kann dir nur empfehlen, eine BS mit GS machen zu lassen, um alles Organische abzuklären. Auch, wenn du schon ein Kind hast, können sich die Organe verändern. Nicht immer hat man typische Symptome für z.B. Endometriose. Aber schon die kleinsten Herde können ein Schwangerwerden und -bleiben verhindern. Deine Mensschmerzen und -stärke wären hier aber Indikatoren.
Auch die Gebärmutterschleimhaut könntest du untersuchen lassen, auf Killer- und Plasmazellen. Oft liegt hier der Fuchs begraben...
Dass Schmierblutungen von Östrogenmangel kommen, ist mir neu. Tatsächlich würde das eher für eine GKS sprechen, es gäbe aber auch viele andere Erklärungen. SB sind gar nicht so selten.
Clomifen aufgrund einer Eizellreifestörung wäre eher angebracht, wenn sich keine Follikel bilden würden. Das würde man dann per US an ZT 10-12 kontrollieren.
Wie hoch ist denn dein TSH?
Blutgerinnung ist ein guter Ansatz!

Weiterüben würde ich immer, man hat ja als Frau keine Zeit zu verlieren. Ich würde allerdings keine kostspielige Kiwu-Behandlung (IUI, IVF, ICSI) beginnen, bevor ich nicht in der Diagnostik abgeklärt bin. Das ist aber eine Sache der persönlichen Einstellung. Ich hab z.B. außer Humangenetik und KIR-Genen ALLES abklären lassen, bevor die IVF letzte Woche startete.

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Ich kann deine Sorgen sehr gut verstehen, ich habe nach der FG auch große Angst vor einer neuen Schwangerschaft. Allerdings habe ich mir folgendes gesagt: Wenn ich es nicht weiter versuche, dann habe ich sicher keine Kinder. Wenn ich es weiter versuche, selbst wenn ich noch einige FG durchstehen muss, dann habe ich zumindest die Chance auf ein Baby. Ich denke dafür lohnt es sich, stark zu sein. Niemals aufgeben, wenn man etwas wirklich möchte. Ich kenne ein Paar, die haben es unter sehr schweren Voraussetzungen 10mJahre lang probiert, hatten eine stille Geburt in der 40. Woche, sind danach wieder schwanger geworden und haben nun ein gesundes Kind, sogar natürlich gezeugt... Ich kann dir nur Raten bezüglich deiner Ängste professionellen Rat zu suchen. Wende dich an einen Therapeuten, das ist keine Schande. Trauer ist nur kritisch für die Psyche wenn die Gefühle unterdrückt werden. Man kann Trauer gesund verarbeiten und einen gesunden Bezug zur Angst bekommen für folgende Schwangerschaften.

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Hallo friedahuhn,

erst mal möchte ich dir sagen, wie leid mir deine Verluste tun.

Ich bin 33 und habe bereits eine wunderbare 3-jährige Tochter. Auch wir wollten ein Geschwisterchen für sie (und natürlich uns 😊). Wir haben im Oktober 2018 angefangen dafür zu „üben“. Schon vor unserer Tochter hatte ich einen Frühabgang in der 7. SSW, und seit Oktober 2018 inzwischen 5 weitere Frühabgänge zwischen der 5. und 8. SSW.

Wir sind inzwischen in einer Kiwu-Praxis und ich starte am 27.4. mit der Medikamenten-Einnahme im Vorzyklus zu unserer ersten IVF.

Eine Abklärung, warum es nicht klappt bzw. bleibt, hat ergeben, dass wir beide vollkommen gesund sind. Ich habe Gerinnung, Bauchspiegelung, Eileiterdurchlässigkeit, Hormonstatus in 1. und 2. Zyklushälfte, Schilddrüse, allgemeine Blutwerte und Genetik prüfen lassen. Mein Mann hat seine Blutwerte (inkl. Hormonwerte), Genetik und natürlich 2 Spermiogramme prüfen lassen.

Ergebnis: alles top! Aussage vom Doc: eigentlich müssten wir das Kind bereits haben, er versteht es nicht.

Also geht es für uns jetzt zur IVF.

Die anderen Frauen haben allerdings Recht. Lass auf jeden Fall vor Behandlung mal eine Bauchspiegelung machen. Gerade die deutlichen Regelschmerzen können auf eine Endometriose hindeuten. Die kann eine Schwangerschaft verhindern bzw. behindern dass es bleibt. Und ich habe solche Fälle in meinem Freundeskreis. Die wurden auch viel „rumgereicht“ bei der Endo-Behandlung. Und das schon lange vor dem Kinderwunsch.

Schmierblutung deutet wohl auf eine GKS hin. Also ist Progesteron sicher ab ES sinnvoll. Aber zu deiner Veränderung der Blutung mit der AS kann ich dir nichts sagen. Ich hatte das „Glück“, dass meine Abgänge alle natürlich erfolgten. Inzwischen mach ich nach so einem Abgang auch „nur noch“ einen SST nach dem Ende der Blutung. Wenn der dann blütenweiss ist, ist wohl alles weg. Bei den SSten, die meine FÄ bereits festgestellt hatte, hatte ich am Ende die Diagnose „Windei“ und sollte nach der Blutung zur Kontrolle mit US und Blutentnahme wg HCG-Wert.

Ich hoffe, ich konnte dir zumindest die ein oder andere Unterstützung geben. Und wenn nur mit der Aussage: du bist nicht allein!

Ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg!

Lg
Tanja

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Es tut mir leid für dich. Ich hatte dieses Jahr auch bereits 2 Fehlgeburten und daher gut nachvollziehen kann, wie es dir geht. Meine FÄ meinte, dass ganz viele Frauen eine oder zwei Fehlgeburten erleiden und dass das leider dazu gehört. Sie wollte bei mir daher noch keine Untersuchungen machen lassen. Ich habe darauf bestanden und die Schilddrüse und die Gerinnung untersuchen lassen. Sonst wurde nichts gemacht und es kam raus, dass wir wohl einfach Pech hatten. Ich achte aber seither sehr auf meine Ernährung, mache noch regelmäßiger Sport, trinke mit Bedacht Alkohol (rauchen tu ich sowieso nicht), nehme ein Multivitaminpräparat und Folsäure. Mit den Lösungsmitteldämpfen kenne ich mich nicht aus. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ihr dort arbeiten dürftet, wenn eine Gesundheitsschädigung zu erwarten wäre. Betreffend der Gelbkörperschwäche hat mir meine FÄ das gleiche gesagt wie deine und ich habs dann nicht untersuchen lassen. Sie meinte aber, dass sie mir zu meiner Beruhigung in der nächsten Schwangerschaft trotzdem Utrogest verschreiben könnte nach dem Motto: Nützt es nichts schadet es nichts. Ich wünsche dir alles Gute und das es bald klappt! Liebe Grüsse

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Liebe Frieda,

Erstmal tut es mir dolle leid, dass euer Weg zum zweiten Kind so schwierig ist und ihr die Fehlgeburten erleben musstet.
Deine Beschreibungen deuten schon auf ein hormonelle Ungleichgewicht hin, das sich genauer angeschaut werden sollte. Von daher auf jeden Fall auch gut, dass du dich mit einer Kinderwunschpraxis in Verbindung gesetzt hast, erst recht, wenn du nicht mehr so sicher bist, inwieweit du deiner Ärztin da etwas zutrauen kannst.

Nun aber trotzdem einmal kurz unsere Geschichte zum Mutmachen. Wir sind 2015 zum ersten Mal Eltern geworden, unkomplizierte Schwangerschaft, schnell schwanger geworden, alles super. 2017 dann der Schlag. Zwei Schwangerschaften, zwei Fehlgeburten. Untersucht wurden Blutwerte, Gerinnung, Schilddrüse. Alles ohne Befund. Ich habe trotzdem in der Folgeschwangerschaft Utrogest und ASS 100 ab positivem Test genommen, bis zur 14. Woche. Das Ergebnis ist nun 2 Jahre und 4 Monate, die Schwangerschaft war ebenfalls ganz unkompliziert und in wenigen Tagen erwarten wir nun Kind Nummer 3, ohne nochmalige Fehlgeburt zwischen den Kindern, ohne Komplikationen, einfach so. Ich kann es manchmal immer noch nicht glauben.

Ich wünsche euch von Herzen, dass sich der Wunsch nach einem zweiten Kind für euch bald erfüllt.

Alles Liebe

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