Meine Erfahrungen mit Prolaktinhemmer Bromocriptin

Hallo ihr lieben,

ich habe mich nun entschieden euch ein bisschen was über meinen bisherigen Weg zu erzählen und hoffe, dass es den Mädels mit ähnlicher Diagnose hilft. Ich habe alles mögliche gegoogelt und jeden Erfahrungsbericht aufgesaugt, dass möchte ich an dieser Stelle zurückgeben.

Wir üben nun seit etwas mehr als 2 Jahren und ich bin momentan noch nicht schwanger. In dieser Zeit habe ich einiges mitgemacht.
Ganz zu Anfang, die ersten 6-9 Monate war ich sehr entspannt, wir haben nicht nach Plan geherzelt und wir haben einfach alles auf uns zukommen lassen. Meine Zyklen waren einigermaßen regelmäßig mit 25-39 Tagen.

Nach ca. 9 Monaten habe ich dann angfangen (versucht) meinen Eisprung mit Ovulationstests zu bestimmen. (die billigen von Amazon) und da fing dann auch der Stress an.
Die normalen mit einer Nachweisgrenze von 20mUI/L haben bei mir meistens gar nichts angezeigt. Nach einem Monat bin ich auf die mit einer Nachweisgrenze von 10mUI/L umgestiegen. Das habe ich dann jeden Zyklus gemacht, fast ein Jahr lang. Das volle Programm: Mittags nicht viel trinken, zwischen 12 und 18 Uhr, immer ungefähr zur gleichen Zeit auf's Klöchen und Teststreifen rein. Ich habe Buch geführt um auch jede Veränderung in der Strichintensität zu ermitteln. Immer zur Mitte des Zyklus hatte ich die Hoffnung, dass der Test irgendwann positiv ist. Nicht jeden Zyklus hatte ich wirklich einen positiven Ovu, deshalb fing ich irgendwann an, meine Temperatur zu messen.

Schon in den ersten zwei Zyklen fiel mir auf, dass ich eigentlich gar keine richtige Hochlage habe, sondern meine Temperatur mehr oder weniger zwischen 36,3 und 36,6 Grade pendelt. (mittlerweile weiß ich, dass ich in 7 Monaten die ich gemessen habe, gerade 2 Mal einen Eisprung gehabt haben könnte, die restliche Zyklen waren ohne nachweisbaren Eisprung.) Die ganze Messerei und vor allem der Druck, dass mein Körper nicht richtig funktioniert waren da schon täglich spürbar. Auch ein Zyklusmonitoring hat leider nicht geholfen, ein einziger Wert, das Prolaktin war erhöht, der Rest in Ordnung.
Gegen den hohen Prolaktinwert habe ich einige Monate Mönchspfeffer genommen, der bei mir aber keine Verbesserung gezeigt hat.

Erst durch den Nachweis der fehlenden Eisprünge beim Frauenarzt mittels Temperaturkurven hat dazu geführt, dass ich aufgrund des hohen Prolaktinwerts (meiner liegt so bei 110 bis 125ng/ml , anstatt des Normwerts 3-20 ng/ml) zum MRT geschickt wurde. Eine Veränderung der Hypophyse sollte ausgeschlossen werden. Mittlerweile sind seit dem ersten Übungszyklus ganze 22 Monate vergangen. Im MRT wurde ein Prolaktinom (auch Hypophysenadenom genannt) von 6mm nachgewiesen und dies ist meine Erklärung für die Unfruchtbarkeit. Eigentlich sollte man sich gut fühlen, weil man nun einen Grund kennt, dem ist jedoch nicht so. Es nagt an einem, dass da etwas im Kopf ist, was da so nicht normal ist und die anstehende Behandlung mit Medikamenten machte mir auch Sorgen.
Ich habe dann sehr schnell Bromocriptin 2,5mg verschrieben bekommen und nehme seit 4 Wochen jeden Tag 1 Tablette (Abends). Vorher habe ich viel über die Nebenwirkungen gelesen und reichlich Foren zu den Erfahrungen durchsucht. Ich muss sagen, ich hatte richtig Angst vor den diversen Nebenwirkungen. Nichts desto trotz sind die Medikamente ja unsere einzige Chance auf Nachwuchs, daher nimmt man dann auch sowas in Kauf.

Die erste Woche war nicht ohne. Am ersten morgen bin ich aufgewacht, ins Badezimmer gegangen und musste mich dort erstmal hinlegen. Schwindel und Kreislaufprobleme haben mich für 2 Stunden komplett außer gefecht gesetzt. Es war unangenehm und absolut kein schönes Gefühl. Zeitgleich habe ich direkt am ersten Tag auch meine Periode bekommen. Im Nachhinein kann ich sagen, dass der Zyklus wohl dann anovulatorisch gewesen sein muss. Für die nächsten Tage habe ich mir morgens jede Menge Zeit genommen um meinen Kreislauf langsam an die Belastung zu gewöhnen, also erstmal 30 Minuten im Bett sitzen, bevor wirklich aufgestanden wird. Morgens nicht den Kopf nach unten halten beim Haare föhnen und alles solcher Kleinigkeiten. Nach ca. 3 Tagen wurde es direkt besser. Nur die relativ starken Kopfschmerzen blieben mir noch eine Weile erhalten.

Direkt im ersten Zyklus habe ich auch meine Temperatur gemessen und konnte eine ganz deutliche Tief- und Hochlage bestimmen, also die Wahrscheinlichkeit, dass ich zumindest einen Eisprung hatte ist sehr hoch. Die Tabletten nehme ich mittlerweile seit über 40 Tagen und vertrage Sie sehr gut, so lange ich das Bromocriptin abends nehme. Nehme ich die Tabletten morgen, dann stehen Kopfschmerzen und Schwindel auf dem Tagesprogramm.
Andere Nebenwirkungen außer diesen beiden konnte ich bei mir bisher nicht feststellen und damit kann ich ganz gut Leben. Nun hoffe ich, dass bei einer Kontrolluntersuchung in 3-4 Wochen die Blutwerte (der Prolaktinwert) im normalen Bereich ist und ich mit den Tabletten gut eingestellt bin.

Ich hoffe ich konnte euch die Angst vor dem Prolaktinhemmer etwas nehmen, mir persönlich hilft es sehr positiv an die Sache heranzugehen. Ich habe von Anfang an das Vertrauen gehabt, dass nach kurzer Eingewöhnungszeit die Nebenwirkungen zurückgehen und dass sich mit dem Zyklus auch alles schon einpendelt.


Liebe Grüße

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Guten Morgen,

ich habe selbst keine Probleme mit Prolaktin, aber ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es jetzt, wo die Ursache gefunden und behoben ist, ganz schnell klappt#klee#herzlich

LG Luthien mit #stern

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Danke dir :)

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Krass!!!! Genauso bei mir - nur ohne Prolaktinom aber mit vifl zu hohem Prolaktinwert.
Ich nehme bromocriptin jetzt seit Januar...bisher weiterhin ohne schwanger zu werden. Sind jetzt im ÜZ 18 und ich hoffe dass es bald klappt denn so langsam zehrt es an der Psyche obwohl man da versucjt alles positiv zu sehen.

Viiiiiel Glück dir!!!!!!!! 🍀🍀🍀

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Danke für deinen Beitrag. Werde die Tage auch mit Bromocriptin anfangen und hoffe dadurch meinen erhöhten Prolaktinwert wieder senken zu können. Warte seit 3 Monaten vergeblich auf meine Mens geschweige denn einen Eisprung.

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Hallöle! Mal ein kleines Status-Update von mir:
Ich musste vor einer Woche die Dosis noch erhöhen, mein Prolaktinwert ist auf 48 gesunken, was schon mal gut ist. Auch freut es mich sehr, dass ich jetzt schon 3 Eisprünge hatte. Vorher unvorstellbar! In den letzten beiden Zyklen war meine zweite Zyklushälfte etwas kurz, mit 10 und mit 7 Tagen. Heute bin ich wieder ca. ES+7, also abwarten.
Aber ich finde es ist schon ein großer Schritt in die richtige Richtung. Ende April gehen wir zum ersten Mal zur Infoveranstaltung in einer KiWuKlinik. Mein Männe möchte sich jetzt auch testen lassen und wir wollen wissen, ob wir noch etwas unterstützen können. Mal schauen.
Ich werde auf jeden Fall berichten.

Wie geht es euch denn bei der Einnahme bisher?

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Hallo ihr lieben!

Noch ein Update von mir, ich bin aktuell in der 10Ssw. Das Bromo musste ich ab der 6 Woche langsam ausschleichen.

Also ich bin im 3 Zyklus nach Beginn der Einnahme und direkt nach der dosiserhöhung schwanger geworden. (habe eine Woche vor ES die Dosis nachdem mein Prolaktinwert ermittelt wurde hochsetzen müssen)
Ich bin natürlich sehr happy, dass es mit dem Bromo so schnell geklappt hat und kein Körper anscheinend doch in der Lage ist Eisprünge zu generieren. Den ES habe ich mit dem Clearblue Advanced Monitor bestimmt.

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#herzlich Glückwunsch

freut mich dies nun zu lesen. Ich war gerade auf der suche nach Erfahrungsberichten.
Und zwar habe ich heute erfahren, dass mein Wert auch erhöht ist.

Die erste Probe war bei einem Wert von 10.4 und nach einer halben Stunde war der zweite Wert bei 193

Nun soll ich auch Bromocriptin eine halbe abends nehmen. Auf meine Frage hin, ob ich in ein paar Wochen noch mal zur Kontrolle soll verneinte er. Ich bin jetzt verunsichert, ob es nicht dann zu wenig sei nur eine halbe zu nehmen.
Zeit gleich habe ich mit der Behandlung in der KiWu angefangen. Wenn ich nun meine Periode endlich bekomme kann mit Gonal F gestartet werden.
Deine Erfahrung gibt mir wieder mut :-D

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