Nur noch genervt

Hallo!

Ich habe 2 Kinder im Alter von 10 Jahren und knapp 3 Jahren. Der Kleine ist ein besonderes Kind (Autismus).

Leider bin ich zu einer ewig genervten, motzenden und schlecht gelaunten Mutter mutiert!#heul So wollte ich nie sein!!

Seit 3 Jahren schlafe ich nicht mehr wie 4-5 Stunden (mit Unterbrechungen), dazu bin ich selbst chronisch krank und nehme Cortison.

Ich bin schon morgens genervt und möchte am Liebsten meine Ruhe. Meine Kraft reicht gerade noch für den Alltagsbetrieb. Lachen kann ich kaum noch. Ich habe mir immer eine fröhliche Familie gewünscht, und jetzt bin ich so ein Miesepeter!

Mein Mann ist viel im Ausland und daher keine große Hilfe.

Ich schreie meine Kinder nicht an, aber ich habe sehr oft einen genervten Ton drauf. Der Kleine ist wahnsinnig anstrengend und die Große fühlt sich ständig benachteiligt. Leider muß sie wirklich oft zurückstecken.:-(

Wenn ich dann MAL kurz verschnaufen könnte, kommt die Große mit irgend einem Anliegen an - und ich könnte losheulen.

Einerseits tun mir die Kinder (v.a die Große!) sehr leid - auf der anderen Seite kann ich einfach nicht mehr. Ich setze mich da selbst sehr unter Druck, weil ich es jedem recht machen will. Aber nicht schaffe!

Wir haben einen Babysitter für den Kleinen (2 Std./Woche), in der Zeit putze ich und fahre die Große zum Sport. Andere Betreuungsmöglichkeiten gibt es noch nicht.

Der Kindergarten beginnt im Herbst. Ich hoffe, daß ich dann wieder etwas Kraft tanken kann. (Allerdings muß ich auch wieder arbeiten. Ich weiß momentan nicht, wie ich das schaffen soll..)

Wie kann ich aus dieser Motz-Nerv-Spirale ausbrechen?

Wie schaffe ich es wieder, eine liebevolle und geduldige Mama zu werden?
Entspannungsübungen? Hoffen auf den Kiga Start?

Eine Kur scheidet aufgrund der Behinderung des Kleinen aus!

Vielen Dank und #sorry für s Jammern!

1

Hey du

Lass dich drücken.

Ich kann das gut nachvollziehen. Du bist oder wir sind nicht allein.
Meine große ist 10 Jahre und mein Sohn fast 14 Monate. Er ist wahnsinnig anstrengend und ich könnte nur noch heule .
Mein Mann und ich streiten auch ständig. Wegen jeder Kleinigkeit.

Ich steh morgens schon schlecht gelaunt auf. Im Moment ist alles zum weg laufen. Aber das bringt ja nichts.

Jeden Tag hoffe ich das es besser wird. Ich freu mich ach über kleine Sachen aber die anstrengenden überwiegen einfach.

3

Hallo!

Danke dir! Es tut gut zu wissen, daß man nicht alleine ist mit dem “Problem“.
Bei anderen sieht der Alltag immer so easy aus. Ich beneide oft andere Mütter um ihre Energie! :-(
Da frage ich mich immer, wie die alles gewuppt bekommen, durchgestyled sind und dann noch Zeit für ihr Hobby haben...

Ich drück dich auch und schicke dir ein Packet KRAFT! :-*

Liebe Grüße!

5

Hey motzi ????

Lass dir gesagt sein auch bei anderen ist mehr schein als sein.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf das es besser wird.

Ich kann aber auch sagen dass mein mann und ich uns auch wieder in den Haaren hatten auch nur wegen einer kleinigkeit

Ich bin so empfindlich zur zeit und ich denke er versteht das nicht.

Srin Argument, Ich geh arbeiten und Spiel mir nix.

Hatte ich auch nie behauptet.
Aber es ist irgendwie wie schwer.

Ich kann das gar nicht beschreiben wie es mir so richtig geht.
Oft bin ich abends einfach nur müde und traurig.

Ich drück dich.

2

Liebe NervMotz...,
da steckst du wirklich in einem besonders kräftezehrenden Alltag. Zwei Kinder und die zusätzlichen Herausforderungen, die der Autismus mit sich bringt, das erfordert besonders viel Energie!

Und das ist auch schon das Thema, das ich dir näher bringen möchte.

Die Gereizt- und Genervtheit ist ein Zeichen dafür, dass du am Limit bist. Sozusagen mit dem Ersatzrad auf dem Felgen fährst. Deine Kinder und die üblichen Haushalts-/Familienaufgaben ziehen soviel Aufmerksamkeit, Leistung und somit Energie ab, dass du momentan nicht damit nachkommst genügend aufzufüllen. Deine Energiereserven schrumpfen und sind diese ganz aufgebraucht, ist der Organismus nicht mehr überlebensfähig.

Entschuldige bitte, dass ich hier dieses Szenario aufbaue. Aber ich möchte dir nur verdeutlichen, dass es hier nicht um eine "schlechtgelaunte Mutter" geht, sondern vielmehr um Überforderung, die, wenn sie nicht behoben wird, lebensbedrohlich ist.

Aber du kannst etwas dagegen tun. Und erst, wenn du dich um dich und deine Kraft, Energie kümmerst, dann kannst du auch wieder die Mutter sein, die du immer sein wolltest und den unterschiedlichen Bedürfnissen deiner Lieben gerecht werden.

So, wie füllst du nun dein Energiereservoir wieder?
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) geht man davon aus, dass wir Energie vorwiegend aus drei Faktoren gewinnen:
- Luft
- Schlaf
- Nahrung

Luft bedeutet, dass wir gut und tief atmen sollen, uns also regelmäßig an der frischen Luft bewegen und/oder lernen richtig zu atmen z.B. durch QiGong. Regelmäßige Spaziergänge im Park tun aber auch schon Wunder.

Der Schlaf sollte gut und ausreichend sein. Das scheint mir, so wie du schreibst, bei dir nicht der Fall zu sein. Du schreibst von regelmäßigen Unterbrechungen und zu wenig Schlaf seit drei Jahren. Hierauf würde ich mich zuerst konzentrieren:
- wie kannst du zu mehr Schlaf kommen? Früher schlafen gehen? Kurze Mittagsschläfchen (Powernapping)
- wie können die Unterbrechungen reduziert werden? (ich nehme an, die hat dein Kleiner zu verantworten?!?) gibt es da Szenarien, die ihm das Durchschlafen erleichtern? Vielleicht auch Szenarien, die jetzt erst mal helfen und irgendwann, wenn du wieder zu mehr Energie gekommen bist wieder verändert werden können?
Welches förderliche Maßnahmen für einen gesunden Schlaf sind, findest du ausführlich in der Fachliteratur dazu ( z.B. "Buddhas kleines Buch vom Schlaf" Joseph Emet,

"Schlaf erfolgreich trainieren: Ein Ratgeber zur Selbsthilfe" Tilmann Müller, Beate Paterok)

Gesunde Nahrung: auch da gibt es eine fast unüberschaubare Anzahl von Fachliteratur. Wenn du auf regelmäßig (3x am Tag), gesund (Vitamin- und nährstoffreich) und abwechslungsreich achtest und gennügend trinkst, dann ist das schon mal sehr gut!!!

Tja und dann ist das noch das Thema der Unterstützung:
Da dein Mann im Alltag keine Unterstützung bieten kann, müsst ihr euch nach Alternativen umschauen. Der regelmäßige Babysitter ist da schon ein sehr guter Ansatz. Allerdings solltest du dir ihn auch gönnen, um Zeit für dich zu bekommen, um Dinge zu tun, die dir Erholung, Zufriedenheit, Freude bringen. Wenn das das Putzen und der Fahrdienst sind, OK. Aber wenn nicht, dann überlege dir, wie der Babysitter "freudebringend" einsetzbar ist.
- Abendessen mit Mann?
- Kaffeetrinken mit Freundin?
- Bummeln mit Tochter?
- Sauna?
- 2 Stunden im Park alleine Zeitung lesen?
- Meditation, Entspannungsverfahren?
-...
Du weißt am besten, was dir gut tut, was du gerne magst. Und frage nicht, ob du dir das erlauben darfst, es ist überlebensnotwendig!

Wäre eine Putzhilfe finanzierbar?

Bei all den Komponenten, die deinen Energiehaushalt auffüllen, muss es um Regelmäßigkeit gehen. Denn die Energiefresser sind auch nicht nur am Wochenende aktiv oder zwei Wochen im Sommer. Deine Energie schwindet von Stunde zu Stunde und deshalb musst du täglich dafür Sorgen dass du Luft, Schlaf, Nahrung und FREUDE aufnimmst.

Du schreibst: "Der Kindergarten beginnt im Herbst. Ich hoffe, daß ich dann wieder etwas Kraft tanken kann. (Allerdings muß ich auch wieder arbeiten. Ich weiß momentan nicht, wie ich das schaffen soll..)" Fang jetzt schon damit an, für dich zu sorgen, die Arbeit wird eine Abwechslung für deinen Alltag sein, aber auch ein Mehr an Logistik mit sich bringen. Prüfe genau, wieviel du arbeiten wirst, sollst, musst...und wie du deine Erholungszeiten dabei unterbringst.

Vielleicht kann dich in all den Veränderungen auch ein Theratpeut/Therapeutin begleiten.

Liebe NervMotz, ich wünsche dir, dass du deine Ansatzpunkte und Energie-Spender erkennst und somit deinen Alltag wieder etwas entspannter und freudiger begehen kannst. Und ich freue mich schon darauf, dir im Netz dann unter einem anderen Benutzernamen zubegegnen;-)#blume

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Hallo!

Vielen Dank für die Antwort und die Tipps!

Die Bücher werde ich mir holen.
Putzfrau ist leider finanziell nicht mehr drin.

Mein Schlafmangel kommt hauptsächlich vom Kleinen. Allerdings auch krankheitsbedingt von mir selbst. (Das Cortison ist auch nicht schlaffördernd..).
Selbst wenn der Kleine mal durchschläft, KANN ich nicht schlafen. Liege wach und grüble über alles Mögliche...

Meine Arbeitszeiten sind leider sehr blöd gelegt. Aber anders geht es aus Zeitgründen nicht. Aber ich versuche, eine andere Beschäftigung ( Pflege) zu finden.

Vielen Dank und alles Liebe!

6

Ich habe auch einen autistischen Sohn. Unterschätze nicht die zusätzliche Belastung die diese Besonderheit mit sich bringt. Hat der kleine einen Pflegegrad? Wenn nicht, solltest du das unbedingt beantragen. Dann bekommst du Pflegeleistungen und kannst auch zusätzliches Geld für Verhinderungspflege beantragen und damit weitere Babysitter-Stunden bezahlen. Seid ihr durch ein Autismus Therapie Zentrum oder ähnliches betreut? In unserem Autismuskompetenz-Zentrum gibt es Betreuerinnen die einfach nur zuhören. So habe ich es aus einer tiefen Krise geschafft. Schon sein Leid jemandem zu klagen, der zumindest annähernd weiß wovon man redet, tut sooo gut.

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