Wie Senioren zum Umzug in eine barrierefreie Wohnung motivieren ?

Einen alten Baum verpflanzt man nicht, so heisst es... aber manchmal wäre ein Wohnungswechsel sinnvoll... Ich habe folgende Sorgen mit meinen Eltern, Vater 81 sehr gebrechlich, kann kaum noch laufen, Mutter 77 mit Herzschrittmacher und Defibrillator auch gesundheitlich angeschlagen, ansonsten aber noch so fit, dass sie ihren Haushalt noch alleine wuppt... So weit so gut. - Sie wohnen seit mehr als 40 Jahren in einer Zechenhauswohnung, diese wurde vor ca. 10 Jahren an einen privaten Eigentümer verkauft.
Dieser bewohnt mit seiner Familie das DG, meine Eltern im Parterre. Seit 2014 gibt es mit dem Vermieter immer wieder Probleme:
- Fehlerhafte Nebenkostenabrechnung
- Rückzahlungen ( Heizkosten) werden nicht gemacht, bzw. nur nachdem ein Verfahren per Gericht erfolgte.
- Der Gerichtsvollzieher stand auch schon vor der Tür, meine Eltern und die anderen Mieter waren als Drittschuldner verpflichtet, als gegen den Vermieter Forderungen vom Energielieferanten ( Heizung) vollstreckt wurden...
- Zum 1.7. diesen Jahres hat der Vermieter mündlich meinen Eltern die Kündigung ausgesprochen, da er selbst ins Erdgeschoss will... Ich weiss, er kommt damit nicht durch, meine Eltern haben Wohnrecht auf Lebenszeit und es greift auch die Härtefallregelung..

Nun hat der spitzfindige Vermieter seinem ältesten Sohn die Wohnung überschrieben.
wir vermuteten als erstes nun einen erneuten Kündigungsversuch wegen Eigenbedarf...
Aber nein, welch Überraschung, nun möchte der Vermieter meinen Eltern was Gutes tun und ihr altes Bad ( ca. 30 Jahre alt) sanieren und eine barrierefreie Dusche einbauen..
ich weiß gerade nicht was ich davon halten soll? ich befürchte er plant m eine Eltern auf ewigen Baustelle weichzukochen, um sie dann doch zum Auszug zu bewegen.

ich selber wünsche mir für meine Eltern, dass sie in eine altengerechte Wohnung ziehen, meine Eltern verhalten sich aber sehr störrisch und wollen keinen Umzug. Obwohl sie von der ganzen Situation völlig gestresst sind - und ich auch. - Wie kann ich Ihnen vermitteln, dass ein Umzug das geringere Übel ist und die Chance besteht in einer neuen schönen Wohnung die Lebensqualität doch deutlich besser ist... als in einem Mietverhältnis zu bleiben, was in der Vergangenheit schon arg durch den Vermieter strapaziert wurde? - Ich bin mit meinem Latein am Ende...

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Erstens kann es durchaus sein, dass die Eltern durch das Verhalten des Vermieters noch weichgekocht werden. Wenn er nun wirklich eine Dauerbaustelle hochzieht, werden sie eventuell von selbst sagen, dass sie das jetzt genug genervt hat. Dann kannst Du ihnen schöne alternative Wohnmöglichkeiten aufzeigen.
Zweitens würde ich mich vor Umbaubeginn noch erkundigen, was man unternehmen kann, falls es wirklich zu "Bauverzögerungen" kommt. Es gibt wohl immer die Möglichkeit, dem Vermieter im Ernstfall eine Frist zu setzen, die ihn zwingt, endlich fertig zu werden. Im Zweifel dürfen Deine Eltern auf seine Kosten im Hotel wohnen, wenn er es zu bunt treibt. Macht Euch schlau.

Ansonsten lass Du Dich nicht stressen, es ist die Entscheidung Deiner Eltern und ich würde mich auch nicht ohne Weiteres von so einem Kasper vertreiben lassen. Dass sie es ihm möglichst schwer machen, ist ihr gutes Recht - so wie es Deines ist, ihnen zu sagen, dass Dich das Ganze nervt und Du ihre Entscheidung zwar akzeptierst und ihnen hilfst, Dir aber kein dauerndes Gejammer anhören wirst.

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hmm, der Vermieter muss für eine Alternative sorgen, Ersatzbad in freigezogener Wohnung...
oder sogar Pension oder Ersatzwohnung. Aus der leidiger Erfahrung weiss ich, er wird nichts bezahlen und seinen Pflichten nicht nachkommen.
Auf jeden Fall werde ich meinen Eltern raten, sich einen schriftlichen Plan über den Zeitraum und ggf. den folgenden Kosten ( Mieterhöhung) geben zu lassen. Ohne einen Beleg sollten Sie keine Umbaumaßnahme dulden. Auch eine Mietkürzung während der Badsanierung bis zur Fertigstellung sollte den Vermieter motivieren, zügig zu sanieren...

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Eben, im Grunde wäre das Bad toll für Deine Eltern. Er würde allerdings wohl hinterher die Miete erhöhen, könnten sie das denn bezahlen?

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Vielleicht will er mit der Renovierung die Miete (massiv) erhöhen.. oder wollte einfach einen Weg finden, in die Wohnung zu kommen (Neugier, Abchecken des Zustands?).

Wenn ihr ein ungutes Gefühl habt, dann übe sanften Druck auf deine Eltern aus und präsentiere ihnen bessere Optionen. Biete Hilfe an. Ältere Menschen denken: Oh, wie schaffe ich einen Umzug. Packen, putzen, usw. Die Message gegen Aussen lautet dann einfach, sie "wollten" nicht.. dabei kann es schlicht Überforderung sein.

Ansonsten ist da wenig zu machen, wenn sie stur sind.

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Das klingt wirklich nicht gut.
Das Thema mit dem Vermieter klingt danach, als würde man irgendwann eine Klage laufen haben und Nerven opfern müssen.

Ich weiß nicht, wie deine Eltern auf ein Gespräch reagieren, ob sie sofort abblocken.
Man könnte sich auch Betreutes Wohnen suchen, wo sie alles selbständig machen können, aber bei Bedarf auch schnell Unterstützung bekommen. Ich vermute, dass dein Vater schon mobile Pflege bekommt, wenn er kaum laufen kann? Zum Duschen u. ä.?

Ich kenne viele, die solche Eltern haben, und zusehen müssen, wie sie sich eigentlich immer mehr quälen und schnell kaum noch alleine klarkommen, aber nichts ändern wollen.
Du kannst ihnen nur darstellen, was die Vorteile wären, ihnen etwas zeigen, Internet, was möglich wäre etc.

Ich bin echt total froh, dass meine Mutter sehr rational ist und mir direkt gesagt hat, dass sie Hilfe braucht und dass sie ihre Ruhe will und in ein nettes Pflegeheim. Ich sollte ihr nur bei all dem helfen. Jetzt ist sie wirklich zufrieden und auch sehr erleichtert, sie tatsächlich endlich richtig entspannt.

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Hm, ich habe da eine etwas andere Einstellung zu dem Thema. Ein Umzug ist nicht das Allheilmittel. So sehen wir das oft, einfach weil wir Umzüge gewohnt sind. Wenn uns Jüngeren etwas nicht passt packen wir gerne unsere Kisten und ziehen weiter.
Deine Eltern sind noch eine andere Generation, sie denken und handeln anders als wir. Von daher finde ich, muß man ihre Entscheidung akzeptieren. Für sie ist es nun mal nicht eine schöne neue Wohnung, die ihre Lebensqualität erhöht. In dem Alter ist es auch das Umfeld, die Menschen um sie herum, der gewohnte Alltag inklusive dem Schnack beim Bäcker. All das ist für sie wichtiger als eine moderne Wohnung. Und im Erdgeschoß leben sie ja schon...also aus ihrer Sicht ist alles gut. Nicht jeder Mensch ist nur rational und pragmatisch unterwegs.

Die andere Baustelle ist da nun der Vermieter. Ich weiß nicht ob ihnen bewußt ist, was da heutzutage wirklich auf dem Wohnungsmarkt los ist. Ja, sie sind gestresst, aber ist das schlimm? So lange es für sie okay ist, solange mußt du das kazeptieren. Und glaub mir, deine Eltern sind robuster als du denkst....sie haben schon ganz andere Zeiten hinter sich und anscheinend gut überstanden. Wenn es dir zu stressig ist, sie da zu unterstützen, dann sorge dafür das andere Leute das machen. Eine vernünftige Rechtschutzvers. oder zusammen mit dem Mieterschutzbund. Besorge ihnen einfach eine Anlaufstelle, die ihnen den Streß vermindert und wo jemand ein offenes Ohr hat, dem es keinen Streß bereitet.

Was du dir für deine Eltern wünschst, in allen Ehren, ist nun mal nicht das, was sie sich wünschen. MAchst du weiter, dann kann es passieren, das sie ganz auf stur stellen und auch dich mit ihren Problemen außen vor lassen...ob das in deinem Sinne ist?

Ich denke jeder Mensch wird fuchsig, wenn jemand anderes meint zu wissen, was gut oder schlecht für einen ist. Oder anders ausgedrückt, würdest du freudig zustimmen, wenn deine Eltern deine Lebensweise als schlecht befinden, obwohl du im Grunde glücklich und zufrieden bist?

Vergiß einfach nicht, das deine Eltern trotz einiger Schwächen, noch im vollen Besitz ihrer geistigen Kräfte sind. Handel bitte auch so und bevormunde sie nicht. Ünterstütze sie bei ihren Plänen, aber falle ihnen nicht in den Rücken.

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*Vergiß einfach nicht, das deine Eltern trotz einiger Schwächen, noch im vollen Besitz ihrer geistigen Kräfte sind. Handel bitte auch so und bevormunde sie nicht. Ünterstütze sie bei ihren Plänen, aber falle ihnen nicht in den Rücken.*

Das finde ich zwar auch wichtig, aber wenn es um das ganze Gekümmere geht, dann wird ER alles machen müssen.
Seine Eltern werden die Probleme, die auf sie zukommen, niemals allein lösen können.

Ich habe seit letztem Jahr eine ganze Menge an Stress hinter mich bringen können, obwohl meine Mutter mitgemacht hat so gut sie konnte.
Pflegegrad bestimmen lassen, mit der Pflegekasse und Krankenkasse auseinandersetzen, mit den ganzen Fachärzten, Mutter nach der Arbeit überall hinfahren, sich um Rezepte kümmern, Ärzte telefonisch nicht erreichen, 2x KH 2x Rehaaufenthalte betreuen, beliefern.

Alles am WE und nach der Arbeit, Wohnung kündigen, leerräumen, streichen, Sachen verkaufen....etlichen Papierkram erledigen.

Ehrlich gesagt, ich bin echt völlig alle und mein Mann und mein Bruder haben auch noch mitgeholfen.

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Was ich sagen will, die Entscheidung seiner Eltern wird sich immer in Massen auf auch den TE auswirken und ihn vereinnahmen.

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Hallo,

ich kann aktuell aus eigener Erfahrung sagen, dass alte Menschen sich keine Gedanken machen, dass sie mit einem Umzug auch ihre Kinder oder Enkelkinder entlasten würden. Nein, da bleibt man im zu großen Haus wohnen oder im 5. Stock ohne Fahrstuhl, weil man ja dort seit 40, 50 Jahren wohnt. Was man der eigenen Familie zumutet, wollen sie nicht wissen - engstirnig, stur und auch eine gewisse Altersboshaftigkeit. Alte Eltern haben alte Kinder. Und so habe ich aktuell den Fall, dass ich für die 95jährige Oma nach einem Sturz und den KH-Aufenthalt auf die Schnelle ein Pflegeheim suchen muss, weil die sture Dame ja erst jetzt ein Einsehen hat. Danke...wer darf sich darum kümmern? Ich.
Und nicht zu vergesse meine 81jährige, sehr übergewichtige Oma, die dank mangelnder körperliche Bewegung über 130 kg wiegt, aber man soll sie ja stützen, falls sie stürzt. Ich frage mich, wer diese Körpermasse bei einem Sturz aushalten soll. Aber sie jammert über Treppen, über jeden Weg, den sie gehen muss...zwei neue Knie in den letzten Jahren bekommen, aber unbeweglich. Tja, wenn sie stirbt, tut mir der Bestatter schon leid. Ich bin es leid mich um die Alten zu kümmern, weil sie vor Jahren nicht hören wollten.

LG

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Hier solltest du sagen, dass es alte Leute sind, die du kennst, aber bitte verallgemeinere das nicht.

Meine Mutter ist zum Glück ganz und gar nicht so.

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Leider muss ich sagen, dass die Mehrheit der alten Leute sich keine Gedanken machen und dann sich einfach drauf verlassen, dass die Familie im Notfall das schon händelt. Nur es ist schwer in Alten- und Pflegeheime schnell einen Platz zu bekommen. Diesen Satz "Einen alten Baum verpflanzt man nicht" kann ich nicht mehr hören. Es ist eine Sturheit und Verweigerung von Veränderungen. Dabei muss man nicht komplett aus der Stadt ziehen, aber es ist leichter eine altersgerechte Wohnung zu finden, wenn man sie noch nicht so nötig braucht. Schön, wenn es noch Menschen wie deine Mutter gibt. Leider selten.

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Hi,
Ich kenne Altersstarsinn.

Du redest an Deinen Eltern, wie an einem toten Gaul 😕

So viel Glück, wie Lothar, haben nicht vielleicht mit ihren alten Eltern.

Mein Vater hatte als Jugendlicher, Kinderlähmung, die kam jetzt mit 18 Jahren, volle Lotte zurück. Es wird sich geweigert, egal welches Hilfsmittel Erleichterung bringen würde.

Sie könnten ins Erdgeschoss ziehen, aber der Blick, ins Dorf hinein hätten sie nicht!
Mit Gewalt haben wir sie jetzt zu einem Treppenlift überredet.
Die gute Treppe!! Die ist ja noch neu, erst 45 Jahre alt, Marmor, wird 2x im Jahr gebohnert, ob es sau glatt ist, und gefährlich, oder nicht, egal.
Es wird 5 x die Woche die Küche geputzt und 2x unten die. Das Bad 2x, das Treppenhaus 4 x, alle anderen Räume 2x die Woche.
Meine Mutter ist Donnerstag an der Netzhaut operiert worden. Sie darf nicht schwer heben.

Die Wäsche hab ich mir mal unter den Nagel gerissen, auch die Betten beziehe ich, aber soviel putzen, kann ich nicht, das macht mein Iliosakralgelenk gar nicht mit.

Unser Trommellehrer hat mitten im Corona seine 87 Jahre alte Mutter aus dem Ruhrgebiet, in ein Altersheim am Rhein geholt. Sie ist so glücklich. Nach 14 Tagen Quarantäne, hat sie jetzt Gesprächspartner. Bekommt jeden tag ein lecker esse , die Aussicht aus dem Zimmer ist Top. Der einzige Sohn mit Familie wohnt vor Ort, kann sie, dank Garten, auch immer besuchen, Fenster auf und raus brüllen.

Mit dem Autofahren, hat sich jetzt mit meinem Vater jetzt gezwungenermaßen
Gsd von selbst erledigt.

Die wenigsten sind so einsichtig. ......

Lieber TE, mal die schlimmsten Szenarien aus, über kurz oder lang, müssen deine Eltern raus, das weißt du und alle die hier geantwortet haben. Such mal ohne sie Altersheime, mache Besichtigungstermin aus, und dann die Herrschaften mitnehmen. Vielleicht hast du ja Glück, und sie werden einsichtig.

Meine Schwiegereltern sind auch so stur, seit März nur noch die Schwiegermutter, erst 72, aber sturer, unbeweglicher und noch uneinsichtiger als meine Eltern.

Uns allen wünsche ich gute Nerven!

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*Unser Trommellehrer hat mitten im Corona seine 87 Jahre alte Mutter aus dem Ruhrgebiet, in ein Altersheim am Rhein geholt. Sie ist so glücklich. Nach 14 Tagen Quarantäne, hat sie jetzt Gesprächspartner. Bekommt jeden tag ein lecker esse , die Aussicht aus dem Zimmer ist Top. Der einzige Sohn mit Familie wohnt vor Ort, kann sie, dank Garten, auch immer besuchen, Fenster auf und raus brüllen.*
#pro#pro#pro

Das ist genau das, was meine Mutter auch so gern selber wollte.
Sie kam das erste mal ins KH, als Corona im März gerade losging und es war sch...
Sie wollte einen Pflegegrad und einen Platz im Seniorenheim. Das haben wir auch alles hinbekommen, war allerdings wegen Corona etwas schwierig..

Und sie wollte auch gern ein schönes Zimmer, mit Essen immer schön bedient werden, überall Leute, Gesellschaft. Und das genießt sie jetzt auch.
Es ist wirklich ein Vorteil, aber nur, wenn man es so will.

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Für eine Unterbringung im Seniorenheim ist meine Mutti noch zu fit, ein Pflegeservice daheim für meinen Vater ist erstmal völlig ausreichend...

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Nun, aus meiner wissenschaftlichen Kenntnis der Alters Forschung wird es höchstwahrscheinlich schon so sein, dass deine Eltern intellektuell sehr schnell abbauen werden, sobald Sie aus ihrem gewohnten Umfeld wegziehen müssen... Mietverhältnis & objektive Qualität ist da einfach nicht mehr wichtig - sondern all die Erinnerungen & das gewohnte Umfeld.... und von anderen Menschen gestresst zu werden - das ist deinen Eltern wahrscheinlich relativ egal... also lass sie machen & lass DICH nicht vom Vermieter einspannen!!

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