Selbstmord wie steht Ihr dazu ?

Guten Morgen,

ich habe ja seit einiger Zeit eine Kindle-Flatrate und wie das so ist, man liest ein Buch und bekommt Vorschläge für das nächste und irgendwann landet man bei Büchern, die man sich selbst im Laden so vermutlich nicht ausgesucht hätte.

Auf alle Fälle hatte ich nun letzte Woche ein Buch in dem es um einen jungen Mann ging, der nicht mehr leben wollte. Alle Selbstmordversuche wurden verhindert. Entweder durch Freunde, Nachbarn oder Kollegen.

In dem Buch wurde aber auch geschildert, wieso der Mann nicht mehr leben wollte. Schlechts Elternhaus dadurch kaum sozialen Kontakte usw. Für die zwei Freunde, die er hatte, war es praktisch ein Full-Time-Job darauf aufzupassen, dass er sich nicht umbringt.

Je länger ich in dem Buch gelesen habe, desto mehr kam in mir die Frage hoch, wieso das alles ? Wieso darf er sich nicht umbringen, solange er niemand anderes gefährdet ? Was gibt fremden das Recht dazu zu entscheiden, ob ich leben möchte oder nicht ?

Wieso werden Menschen in die geschlossene eingeliefert, weil sie sich umbringen wollten ?

Nachdem ich das Buch nun ausgelesen haben, bin ich für mich zu der Entscheidung gekommen, dass es eigentlich nicht fair ist, jemand der lieber sterben möchte, zwangshaft von seinem Suizid abzuhalten. Denn alle, die das zu verhindern versuchen, müssen ja nicht mit den Problemen des Selbstmörders leben.

Ich bin mal gespannt, wie das Rest der Welt so sieht.

Wie steht Ihr zu Suizid ? Findet Ihr man sollte ihn nur irgendmöglich verhindern um die betreffende Person heilen zu wollen ?

Oder seit ihr eher Gegner, so nach dem Motto: Ich muss mir die Sch.. hier auch an tun, wieso sollte ein anderer fliehen dürfen.

LG

Tiffy

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Ich bin der Meinung, dass jeder, der sich wirklich umbringen will, die Gelegenehit findet.
Kein Mensch kann 24/7 permanent überwacht werden, so lange er sich in Freiheit befindet.

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deshalb das hier

>>Wieso werden Menschen in die geschlossene eingeliefert, weil sie sich umbringen wollten ?<<

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Du kannst aber keinen Menschen auf ewig wegsperren.

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>>Wie steht Ihr zu Suizid ? Findet Ihr man sollte ihn nur irgendmöglich verhindern um die betreffende Person heilen zu wollen ?<<

ihn heilen zu wollen würde ja voraus setzen, dass die Person krank ist. Dann müsste erst mal geklärt werden, bedeutet es krank zu sein, wenn man Selbstmord begehen möchte?

Nun, wir werden nicht gefragt, ob wir geboren werden wollen, da ist auch gut so;-) Aber leider dürfen wir auch nicht entscheiden, ob und wann wir gehen wollen, weil "ein Leben zu retten" oberste Priorität zu haben scheint, völlig egal, ob der jenige gerettet werden will und aus welchen Gründen er aus dem Leben scheiden will

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Vielleicht wäre er irgendwann sehr dankbar, dass ihn "damals" jemand abgehalten hat? Vielleicht geht irgendwann eine Tür für ihn auf, hinter der Positives steht und er ist sehr froh darüber?

Ich kenne jemanden, der sich vor den Zug geworfen hat und Frau mit zwei kleinen Kindern hinterließ ........ das ist fast 20 Jahre her und die Kinder haben jahrelang gelitten und mussten mit dieser Bürde zurecht kommen. Das war damals ein sehr großes Drama und ich habe mich gefragt, wie man sowas seiner Familie antun kann.

Natürlich kann man niemanden in den Kopf kucken, und niemand kann nachempfinden, wie hart es vielleicht sein muss, solch einen Schritt zu gehen.
Aber man kann sich auch fragen, ob sowas nicht verdammt feige und mies den Angehörigen gegenüber ist, die damit leben müssen.

Schwieriges Thema.

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Ich habe mich genau bei diesem Gedanken auch ertappt, dass ich wohl offensichtlich Unterschiede mache, ob der Selbstmörder weitestgehend alleine ist, oder gegebenenfalls vielleicht sogar noch Kinder hinterlässt. Letzteres finde ich nämlich auch egoistisch und feige. Allerdings bin ich in der glücklichen Situation, mich noch nie wirklich näher mit der Thematik auseinander setzen zu müssen. Weder ich, noch ein mir nahe stehender Mensch tragen sich, meines Wissens mit suizidalen Gedanken um.

Allerdings hat ein Freund von mir vor 20 Jahren seinen Vater tot auf dem Dachboden gefunden, erhangen! Mir ist es unbegreiflich, dass man sich überhaupt umbringt, wenn man kleine Kinder hat, aber dass man dann sogar noch in Kauf nimmt, von eben diesen gefunden zu werden, macht mich unglaublich wütend.

Wirklich ein schwieriges Thema.

Liebe Grüße, Kokosmilch

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Als Teenager war ich selbst Selbstmord gefährdet. Der Tod übte einen ungeheuren Reiz auf mich aus und es war unglaublich tröstlich zu wissen, dass ich das lebrn nicht zwingend ertragen müsste sondern mir der Tod immer als letzter Ausweg bleibt, wenn ich es gar nicht mehr aushalte. Eigentlich wollte ich auch nicht wirklich sterben sondern nur nicht mehr unglücklich leben. Von daher verstehe ich jeden, der den Wunsch nach Selbstmord äußert. Nun bin ich aber auch nicht mehr nur allein für mich verantwortlich sondern habe Menschen, die mich lieben und mich brauchen. Menschen, die ich durch meinen Tod unglücklich machen würde und dieser Punkt ist es, der mir seit ich erwachsen, erst bewusst wurde. Man würde durch seinen Tod andere unglücklich machen, die einen lieben. Als Teenager denkst du nur an dich selbst, bist halt egoistisch und überlegst gar nicht, was du allen, die dich lieben damit antun würdest. Inzwischen bin ich selbst Mutter und es würde mir das Herz brechen, mein Kind, meinen Mann und natürlich auch meine Eltern so dermaßen im Stich zu lassen. Diese Menschen lieben mich, sind teilweise auf mich angewiesen, da KÖNNTE ich niemals so dermaßen egoistisch handeln und mich bewusst für den Tod entscheiden. Nicht, dass ich jetzt noch solche Phasen hätte, aber selbst wenn würde mich die liebe zu meinem Kind und meinen Mann definitiv davon abhalten, es zu tun. Ich kann die Verzweiflung immer noch nachvollziehen und verurteile niemanden, der sich zu diesem Schritt entschließt. Denn schließlich ist es sein lebrn und somit auch seine Entscheidung, ob derjenige lebrn oder sterben will. Ich selbst sehe es nämlich auch so. Ich entscheide, ob ich leben oder sterben will. Aber die liebe zu meiner Familie ist ein Grund für mich zu leben. Lebrn zu wollen.

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Bei definitiv tödlicher schwerer Krankheit mit Leiden ohne Ende bin ich dafür, dass dieser Mensch sein Leiden beenden darf, wenn er einfach nicht mehr kann.
Ansonsten würde ich dafür plädieren, einem Lebensmüden therapeutisch aufzuzeigen, wie auch sein Leben noch positiv weitergehen kann.
Ich würde mir nie anmaßen, über jemanden zu richten, der seinem Leben ein Ende gesetzt hat, aus Jux und Dollerei macht das keiner.
Ich selber würde es allerdings - nach heutiger Sicht - meiner Familie nicht antun, denn die leiden lange darunter und machen sich Vorwürfe.
Leider habe ich schon vollkommen sinnlose Selbstmorde aus Kurzschluß heraus im Bekanntenkreis miterleben müssen - einfach nur schrecklich, wie die Familien leiden.
Und nebenbei - mein erster Freund hat sich ebenfalls das Leben genommen, wegen eines Streits mit seinem Vater.....das lässt einen nie mehr los, da war ich 15, einfach nur schlimm.
LG Moni

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Hi
die Frau meines Chefs hat Suizid gemacht, ABER davor war sie lange in Therapie wg. Depressionen und das war für die Familie noch schlimmer zu sehen, wie die Frau immer weniger wurde, immer kränker, ein Schatten von sich selbst, ....das hätte auf Dauer die Familie und Personen ebenfalls zerstört.
Die Frau war einst eine extrem lebensbejahrende tolle Frau, die Krankheit kam urplötzlich.

Nicht jeder kann oder will geheilt werden.
Manchmal ist ein Ende mit Schrecken auch besser.

Aber wegen eines Streites sich das Leben zu nehmen....dazu sage ich mal nix.

LG
Lisa

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>>Bei definitiv tödlicher schwerer Krankheit mit Leiden ohne Ende bin ich dafür, dass dieser Mensch sein Leiden beenden darf, wenn er einfach nicht mehr kann.<<

ja, das sehe ich auch so. Aber leider darf man das nicht. Jeden falls nicht in Deutschland

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Hi,

jeder kann mit seinem Leben anfangen was er möchte.

Es gibt viele Selbstmörder, die Langzeittherapien hinter sich haben und es hat nichts geholfen.

ABER wenn man schon Selbstmord macht, bitte keine zweiten/dritten...damit einbeziehen, sprich vor dem Zug werfen, etc.

Genauso finde ich Sterbehilfe wichtig!

LG
Lisa

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Hallo,

ich sehe das so...

In erster Linie soll man versuchen dem suizidgefährdeten Menschen durch professionelle Therapie zu helfen. Wenn er dennoch sterben will, ist es seine Entscheidung dies zu tun.
Vielleicht handelt er im Affekt oder es ist ein Hilfeschrei...

Ich hatte 2 Fälle in der Bekanntschaft erlebt:
1. Fall. Teenager 19 Jahre alt hat den Tod des Vaters nicht verkraftet und hat 3 Therapien gemacht. Ohne Erfolg, letztendlich hat er sich das Leben genommen, in dem er von einer Brücke gesprungen ist.

2. Fall. Meine damals gute Freundin wollte sich das Leben nehmen, nachdem sie im Job extrem gemobbt wurde, dann ist noch ein Familienmitglied gestorben und sie wurde depressiv. Ihr Mann hat sie bei ihrem Vorhaben (Badewanne + Fön) beobachtet und sie in die geschlossene eingewiesen. Zum Glück! Das sagt sie auch selbst. Sie ist durchgedreht und wollte nicht mehr leben. Sie ist sehr froh, dass ihr Mann sie damals bei ihrem Vorhaben sich das Leben zu nehmen, daran gehindert hat.

LG

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Hallo!

Wer sich wirklich umbringen will, schafft das auch früher oder später.

Gerade solche Menschen sind oft sehr intelligent, reflektiert und sensibel. Sie finden einen Weg auch gerade bei Ärzten und Therapeuten so gut "zu spielen", dass sie wieder "lebensfroh" sind und dann zack in der Freiheit, haben sie dann "Erfolg" beim Suizid.

Bestimmt hat jeder schon mal gehört: "XY ging es doch gerade besser! Warum hat XY es dann doch gemacht!"

Tja, weil geplant und gespielt!

Lg Sportskanone

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>>Wer sich wirklich umbringen will, schafft das auch früher oder später.<<

Menschen, die hilf los ans Bett gefesselt sind, ab hängig von Maschinen und die nicht mehr leben wollen, wie schaffen die es. Dieses früher

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Da würde dann die passive sterbehilfe greifen. Man darf einen Menschen auf dessen eigenen Wunsch nicht töten (also aktiv etwas tun wie ihm die Pistole reichen), man darf aber Maschinen abstellen, WENN diese Person dies entsprechend einer patientenverfügung so notiert hat. Man darf den Patienten nicht umbringen, auch, wenn er sterben will es aber selbst nicht tun kann. Aber man darf die lebenserhaltenen Maßnahmen abstellen. Das hängt aber wirklich von der patientenverfügung ab. Genau dafür gibt es die nämlich. Passive sterbehilfe ist erlaubt, aktive nicht. Wobei ich das manchmal wirklich gut fände, aktiv sterbehilfe leisten zu dürfen.

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Hallo,
ich kann trotz meiner jahrelangen Erfahrung mit Krankheit, Sterbebegleitung und auch Leid immer noch nicht eine klare Meinung zum Thema für mich finden.

Jeder einzelne Fall ist für mich immer wieder neu anzuschauen und entsprechend zu beurteilen.

Ein gewählter Freitod aufgrund von Verzweiflung, Depression und Lebensmüdigkeit kann ich nur schwer akzeptieren.
Ich denke, es ist möglich einen Weg zu finden.

In der Diskussion wurde das Thema Patientenverfügung erwähnt.
Eine Patentenverfügung greift erst, wenn sich der Mensch in dem unmittelbaren Prozess des Sterbens befindet.
Wie erwähnt, sind viele Verfügungen so unglücklich formuliert, dass diese erstmals nicht greifen.

Vor 20 Jahren haben die Pflegekräfte einen Anfall bekommen, wenn sich eine Bewohnerin die Magensonde gezogen hat. Der Rettungsdienst musste her und sofort ins KH und neue PEG legen.
Bewohner die, - wie wird gerne beschrieben, dahindämmern, ziehen sich Magensonden um ihren Wunsch zum Ausdruck zu bringen.
Vor 20 Jahren undenkbar, den Wunsch zu respektieren und die Bewohnerin verhungern zu lassen.
Heute, würde sich jeder dafür einsetzen, diesen Wunsch umzusetzen und den Willen zu akzeptieren.
Wie hier schon gesagt, wo kein Kläger........

Ich denke aber, dass sehr viele Menschen noch in ihren Körpern gefangen sind und sich den Tod wünschen, aber nicht können.
Gerade im Bereich der Heilpädagogik für Kinder und auch junge Erwachsene sind manchmal Grenzfälle, die einem das Herz still stehen lassen.

Aber wer sollte da über Sterbehilfe entscheiden? Ab wann besteht keine Lebensqualität mehr? Hat da nicht jeder seine ganz eigene Philosophie und Einstellung?

Gerade weil dies nicht regelbar ist, ist es vielleicht zum Schutz oder aber auch zum leid von betroffenen Menschen besser keine aktive Sterbehilfe zu zulassen.

Ich bin mir immer noch nicht sicher.

Es sind große Unterschiede im gewählten Suizid.
Gruß

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Das hast Du schön geschrieben - und es hat mich nachdenken lassen.

Es ist natürlich viel offensichtlicher, wenn eine vorangehende körperliche Erkrankung sichtbar ist, als wenn Depressionen oder ähnliches voranging.

Mancher wird nicht mehr gesund ...

LG

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