Kindheit in den 70ern/80ern

Hallo zusammen,

Ich bin auf Fotos aus meiner Kindheit gestoßen und da kamen einige Erinnerungen hoch.
Ich finde, dass es doch krass ist was früher normal war und heute kaum mehr vorstellbar ist.
Wir sind 18 Stunden im Auto in den Urlaub gefahren, nicht angeschnallt, Eltern haben im Auto geraucht . Kindersitze?
Gab es nicht.

Ich durfte schon mit 4 alleine zum Kindergarten gehen. Heute undenkbar.

Wir haben drn ganzen Tag draußen gespielt, ohne dass unsere Eltern wussten wo wir waren und das schon mit 8 oder 9 .
Wenn der Bus nicht kam, mussten wir zu Fuß von der Schule nach Hause.

Niemand hätte uns abholen können, da die Mütter die zu Hause waren, meist kein Auto hatten...das waren 12 km.
Man hatte auch kein Handy um Bescheid zu geben was los ist....ich kam dann einfach erst spät nachmittags nach Hause.
Meine Mutter hat sich dann zwar auch Sorgen gemacht, aber hat jetzt keinen hysterischen Anfall bekommen oder die Polizei gerufen.

Bei Familienfeiern durften wir Kinder nicht ins Wohnzimmer, weil die Gespräche nichts für Kinderohren waren.

Es wurde geraucht und viel Alkohol getrunken.

Ich erinnere mich an viele Bier- Wein und Schnapsflaschen...und keiner war mehr nüchtern.

Was sind eure Erinnerungen an diese Zeit?

Ja genau so war es.

Und für mich klingt es ganz so nach Facebook" Früher als wir noch Kind waren, war alles besser......"

Ganz erlich: meine Kinder wurden nicht mit Samthandschuhen angefasst.
Meine Kinder haben noch Respekt vor Erwachsenen gelernt.
Mit meinen Kindern konnte ich einkaufen gehen ohne das sie mit Roller durch die Gänge fahren mussten .Wir sind mit den Kindern ins Restaurant ohne das es da da Spielecken gab , genau wie beim Arzt und sie mussten die ganze Zeit still sitzen, dasselbe bei Feiern, nein da gab es keinen Kinderanimateur.

Meine Kinder waren den ganzen Tag draußen und sie durften sich auch richtig schmutzig machen.
Meine Kinder durften bei Familienfeiern wo es nicht nur Tee und Kaffee gab auch rausgehen wenn es zu viel wurde und ja die rauchenden Gäste blieben im Wohnzimmer.

Ich finde es liegt nicht an der schönen alte Zeit.Und auch nicht das die armen Kinder heute ein Smartphone oder Pc haben.
Nein es liegt an den Kindern die in den 70ger und 80ger so eine "schöne Kindheit "hatten. An deren Erziehung und Gemache um alles.
Es fängt mit der Geburt an. man schaut nicht mehr auf sein Kind sondern auf alles rundherum um Fehler der anderen zu suchen und zu kritisieren.
Früher hat sich das Kind mit der Welt gedreht heute dreht sich alles ums Kind und nicht nur damit es dem Kind gut geht, klar ist das sehr wichtig.

Wo ist heute noch Respekt voreinander. Steht heute noch einer im Bus für ältere Leute auf? nein da heißt es mein Kind hatte Stress in der Schule es muss sitzen.
Müttis meckern rum wenn sie nicht sofort einen Mutter Kind Parkplatz bekommen weil sie ja mit ihren Kindern sonst laufen müssen.
Wenn sich auf dem Spielplatz zwei Kinder streiten dann gehen sofort die Mütter aufeinander los. früher haben sich die Kinder die Kinder dann richtig gezofft und wieder vertragen, heute hängen sich die Mütter rein und die Kinder bekommen Kontaktverbot

Früher haben Lehrer, Erzieher und Eltern an einem Strang gezogen. heute wird gegen alles agiert. und das Kind lernt es nicht anders.

Du hast vollkommen recht!!
Meine Kinder lernten, bitte und danke zu sagen und die Nachbarn usw. zu grüßen - sonst hätte es einen Rüffel vom Feinsten gegeben. Heute darf das Kind rüpelhaft sein wie es will, ist ja "seine Entscheidung". Dass Lehrer und später Ausbilder extrem glücklich über solche Bratzen sind, versteht sich von selber.#gruebel Meine hatten mit Höflichkeit nie ein Problem, sie halten eine Türe auf und knallen sie niemandem ins Kreuz (alles schon erlebt).
Sie hatten ganz klare Zeiten, wann sie zuhause sein mussten, wenn nicht - siehe oben. Deswegen haben sie trotzdem herrliche Ferien verbracht mit ihren Freunden, den ganzen Tag draußen. Wenn sich die Meute gestritten hat und es wurde zu dolle, hat IRGENDEINE Mutter das Fenster aufgemacht und einen Brüller losgelassen, dass alle miteinander die Köpfe einzogen. Nein - die Mütter gingen nicht aufeinander los und die Kinder brauchten dann auch keine Therapie, sondern wussten, dass nun Schluß war mit lustig.
Bei einer verhauten Klassenarbeit gab es zuerst mahnende Worte und dann ein Gespräch, wie man es am besten anpackt, das zu verbessern. Nein, nicht der böse böse Lehrer war schuld, sondern der Sprößling musste sich eben auf den Hosenboden setzen.
Da könnte man noch viel schreiben. Auf alle Fälle kann nicht alles falsch gewesen sein, denn meine Tochter samt Mann machen es mit ihrer Maus ganz genau wieder so.:-D
Natürlich mit Anpassungen, besonders beim Gebrauch von Elektronik und PC. Smartphone hat sie noch keines.
Und Leonie weiß, dass sie Probleme in Schule und mit Freundinnen erstmal selber versuchen muss zu lösen, bevor die Mama was unternimmt.
Gottseidank gibt es schon noch ein paar Mütter, die noch keine Helikopterflügel haben und deren Kinder durchaus auch mal Rüffel kriegen.Ist im Sommer dann wieder lautstark in der Nachbarschaft zu hören #hicks
LG Moni

Im Kontext zu Höflichkeit und grundsätzlichen Dingen wie Pünktlichkeit und Respekt fällt mir wieder mein

"Malte -Kevin " Erlebnis ein

Kind spielt selbstvergessen auf dem Spielplatz im Sand.
Mutter teilt ihm mit das sie gehen müssen wegen eines Kinderarzt Termins.
Malte Kevin entscheidet "NEIN!"

Die Mutter zuckt mit den Schultern, setzt sich wieder auf die Bank und sagt entschuldigend zu mir

"Wir erziehen Bedürfnissorientiert, naja, kommen wir eben zu spät"

Das sind die Momente wo ich sprachlos da sitze - und mich frage wie unsere Gesellschaft später funktionieren soll ....

wenn Malte-Kevin morgens um 7 Uhr das Bedürfnis hat weiter im Bett zu liegen, statt zur Arbeit zu gehen...

weitere 3 Kommentare laden

Solche Debatten gab es ja hier schon oft. Leider haben sich die Zeiten gravierend geändert. Als ich ein Kind war, fuhren wir ab der 3. Klasse mit dem Rad zur Schule. Heute nicht mehr möglich wegen des unwahrscheinlichen Verkehrs.

Wir hatten keine Handys. Richtig. Dafür kannte auf dem Land aber jeder Jeden und jeder warf ein Auge auf die Kinder, die so im Ort rum liefen. Die Rentner waren ja immer daheim und fast jeder hatte eine Oma vor Ort, die als Ansprechpartner oder Aufpasser diente. Heute gibt es so viele Zugezogene, die man nicht mehr kennt und auch die Omas und Opas wohnen woanders, sind heute älter als die Generation unserer Großeltern usw.

Kindersitz kann ich mich auch nicht dran erinnern. Dennoch werden wohl kaum alle Eltern ihre Kinder vollgequalmt haben. Das ist auch nicht zu entschuldigen, finde ich. Solches Verhalten war damals wie heute einfach nur asozial!

Auch, dass man nicht zu Familienfeiern ins Wohnzimmer durfte, kenne ich so nicht. Ich wüsste nicht, was es für Gespräche bei einer Feier geben könnte, die für Kinder so schlimm sind.

Wenn wir Besuch bekamen, gab es Kaffee und Kuchen und natürlich saß man als Kind dabei. Wenn man sich auch schnell absetzte, um wieder spielen zu können.

Die Kinder waren früher selbstständiger. Das ist wohl wahr. So viele Eltern-Taxis und Verabredungen über die Mütter gab es nicht. In der Hinsicht war die Zeit wirklich sehr viel schöner als heute.

Mich nervt es, dass ich immer whatsapp-Nachrichten anderer Mütter bekomme und meine Kinder dann lang und breit mit den ihrigen verabreden muss. Aber wir wohnen leider außerhalb, so dass ich meine Kinder immer fahren muss.

Blöd finde ich auch, dass die Tante-Emma-Läden ausgestorben sind, wo wir uns als Kind noch versorgten. Und "Tante Emma" natürlich kannten.

Bei unserem "Dorf-Penny" ist das Publikum nicht immer fein. Da würde ich meine 5- und 7-jährigen nicht ganz alleine hin schicken. Und auch sonst gibt es in unserem Dorf außer einem Schreibwarenladen, einem Getränkeladen und einer Bäckereikette nix mehr. Dazu ein großer, unübersichtlicher Parkplatz, sehr viele Kunden usw.

Wir saßen früher am Dorfbrunnen, gingen zu "Tante Emma" und riefen aus der Telefonzelle daheim an, wenn es sein musste.

Ja, es waren schöne Zeiten.

Jaja, der Mythos der 70er und 80er, als die Welt noch n Ordnung war .....

Aber was ist dran an diesem Mythos ? Klar sind wir ohne Gurte und Kindersitze mitgefahren, meistens gings ja auch gut, wenn eben nicht, Pech gehabt. 18 Stunden sind wir nie in den Urlaub gefahren, nach 3 Stunden war mir meist schlecht. Dass überall geraucht wurde stimmt, gesoffen wurde bei uns früher auch nicht, zumindest nicht mehr als heute. Und wir Kinder waren bei Familienfeiern immer dabei, da gab es nichts, was Kinderohren nicht hören durften.

Wenn der Bus weg war, hat man auf den nächsten gewartet oder angerufen, man musste aber erst ein Telefon finden, ne Telefonzelle oder in einer Kneipe bitten, das Telefon benutzen zu dürfen. Meine Mutter hatte nen Führerschein, notgedrungen mussten wir abgeholt werden. Nie hätten unsere Eltern uns 12 km alleine nach Hause zu Fuß gehen lassen. Notfalls hat man bei einem Klassenkameraden geklingelt, der in der Nähe der Schule wohnte.

Bei meinen Kindern wusste ich mit 8 oder 9 auch nicht immer, wo sie waren, ich hatte zwar eine ungefähre Ahnung, aber in dem Alter sind sie auch mal alleine losgezogen, konnte mich aber darauf verlassen, dass sie nicht durch die Gegend streunen.

Alles in allen wird die "früher" heute viel zu sehr glorifiziert, es gab auch Probleme, Ängste und Sorgen, wir haben heute nur den Vorteil, dass wir wissen, wie es ausgegangen ist ;-)

Einzig die ständige Erreichbarkeit über Handy, das war früher anders. Aber soooo viel im Vergleich zu früher hat sich auch nicht geändert.

Ach, das Thema kommt hier ständig, und ständig von Frischlingen...lässt hier Regensburg etwa grüßen?

>>Ich durfte schon mit 4 alleine zum Kindergarten gehen. Heute undenkbar.<<
Mit 4 durfte ich natürlich auch damals nicht allein zum Kiga #kratz
>>Wir haben den ganzen Tag draußen gespielt, ohne dass unsere Eltern wussten wo wir waren und das schon mit 8 oder 9 .<<
Da hätte ich aber mächtig Ärger bekommen #kratz
>>Wenn der Bus nicht kam, mussten wir zu Fuß von der Schule nach Hause.<<
Wir sind immer zu Fuß zur Schule, ca. 45 min Wegzeit.
>>Niemand hätte uns abholen können, da die Mütter die zu Hause waren, meist kein Auto hatten...das waren 12 km.<<
Doch, gab es damals auch schon.
>>Man hatte auch kein Handy um Bescheid zu geben was los ist....ich kam dann einfach erst spät nachmittags nach Hause.<<
Ich hatte feste Zeiten, wann ich da sein musste #kratz
>>Bei Familienfeiern durften wir Kinder nicht ins Wohnzimmer, weil die Gespräche nichts für Kinderohren waren.<<
Schon sehr übertrieben #kratz
>>Es wurde geraucht und viel Alkohol getrunken.<<
Das gab es damals, wie heute, je nach Familie....
>>Ich erinnere mich an viele Bier- Wein und Schnapsflaschen...und keiner war mehr nüchtern.<<
OK das tu ich auch, aber meine Eltern waren Alkoholiker, Deine dann sicher auch? Normal ist das nämlich weder für damals, noch für heute....

Hallo,

Darüber denke ich auch oft nach und ziehe den Vergleich zu heute.

Und ja, mir ist das heute auch alles zuviel. Mütter sind mir im allgemeinen zu besorgt und übertreiben es vielfach.

Klare Sache sind Dinge wie rauchen und Alkohol. Ich rauche selbst, in den Schwangerschaften natürlich nicht, aber danach war das keine Frage wieder anzufangen.

Allerdings ist genauso klar das ich nicht in der Wohnung oder dem Auto rauche.

Früher mein Schulweg zur Grundschule 3 Kilometer lang und den ging ich täglich 2 mal (im Winter mit Taschenlampe) da wir auf dem Land wohnten.

Käme heute keiner mehr auf die Idee das Kind um 7 Uhr morgens im Dunkeln alleine los zu schicken.

Im Kern drehte sich nicht alles so um den Nachwuchs wie heute. Kinder waren nicht der zentrale Lebensinhalt, sie gehörten dazu.

Austausch gab es auch, jedoch nicht so komplex wie durch das Internet.

Das alles könnte man eeeendlos in hunderten Beispielen weiter ausführen.

Was ich mir aus diesen Unterschieden raus ziehe ist die Quintessenz das man lockerer an alles dran gehen sollte.

Meine Kinder sind mir wichtig, dennoch nicht Lebensinhalt. (Oh gleich bin ich die Rabenmutter!)

Wenn sie krank sind oder Probleme bestehen bin ich sofort da, keine Frage, aber ich bin trotzdem auch noch ein Mensch mit Bedürfnissen.
Und die Freiheit nehme ich mir raus, auch an mich alleine zu denken!

Kind krank. Geht es zum Kinderarzt und nicht ins Internet zu Google oder in Foren posten.

Ich habe keine Krabbelgruppen usw besucht, mich haben diese Mütter alle wahnsinnig gemacht mit diesem immer ums Kind rum flattern und die Diskussion um stillen, Pastinake pürieren und die Entwicklungstabelle auswendig aufsagen.

Ist mir einfach zu anstrengend.

Man wird quasi in Diskussionen gezogen und hört zwangsläufig das man ja ganz falsch erzieht,ernährt usw... (weil es da immer jemand gibt der pro oder contra ist)

Meine Kinder rennen über den Spielplatz und kommen zu mir wenn sie was wollen. Nicht umgekehrt.

Sie rufen mich wenn sie Hilfe benötigen. Ich zappel da nicht unten ums Klettergerüst und wiederhole im Mantra "Pass auf das ist gefährlich!"

Für mich ist loslassen nie ein Problem gewesen. Für meine Kinder ist Mama der Felsen der da ist, der aber nicht dauerhaft hinterher rollt.

Unsere Kinder werden in der heutigen Zeit ANDERS groß als wir.

Wichtig finde ich das man beachtet wo heute Gefahren lauern die es früher nicht gab, und das man die positiven Aspekte von damals heute nicht vergisst.

LG

Für meine Kinder ist Mama der Felsen der da ist, der aber nicht dauerhaft hinterher rollt.

Ein super Satz!!!! Den kannst Du Dir auf ein Shirt drucken lassen - und bitte trage es, wenn Du wieder mit einem Haufen Mütter zusammenkommst. Ich fände das einfach nur klasse.
Wenn ich überlege, war ich auch so bei meinen Kindern. Da, aber nicht dauerpräsent.

Mal philosophisch gesehen...ein Felsen, der dauernd hinterher rollt ....da besteht doch die Gefahr, dass er ein Kind auch "über"rollt ?!?!?!?! #cool
LG

Jetzt musste ich lachen - die Vorstellung der Reaktionen dieser Mütter ist wirklich lustig

Shitstorm auf dem Spielplatz!

Und das Bild des "über"rollenden Felsen passt wirklich gut

In meiner Kindheit ging ich bereits alleine in den Kindergarten und wieder nach Hause, später auch alleine zur Schule und wieder nach Hause. Der weg lief quer übers Feld, im Winter war es morgens noch dunkel. Allerdings machten wir das nicht aus Spaß, sondern weil meine Ma alleinerziehend war und es einfach nicht anders ging.

Wenn ich morgens aufstand, aß ich alleine Frühstück und nahm meine vorbereitete Brotdose mit, so später auch in der Schule. Anziehen, fertig machen, der Weg zum Bus, das musste alles alleine gehen.

Nachmittags machte ich meine Hausaufgaben alleine, meine Mutter kontrollierte sie auch nicht. Hatte ich schlechte Noten oder einen blauen Brief, bekam ICH Ärger, nicht meine Lehrer.

Ging ich zum Spielen weg, schrieb ich meiner Mama einen Zettel, denn Handys gab es keine. Wir Kinder streiften stundenlang über Felder und durch Wälder, kein Erwachsener hätte sich deswegen Sorgen gemacht.

Wir hatten tatsächlich auch noch Zeit zum Spielen, denn es ging nicht an 4 Nachmittagen in der Woche noch in 4 verschiedene Vereine, um uns "zu fördern". Wir konnten froh und dankbar sein, wenn wir EIN Hobby ausüben durften.

Hatten wir früher Schule aus, dann sind wir mehrere km nach Hause gelaufen, wenn wir Glück hatten, nahm uns ein Lehrer mit. Konnten meine Eltern mich nicht zu meinen Freunden fahren, bin ich auch dorthin gelaufen und zwar mehrere km, teilweise durch den Wald.

Bei uns gab es Geschenke tatsächlich nur zu Anlässen und dann auch durchaus mit 11 noch Barbiesachen und keine Smartphones für 400 €.

Hallo,

du weißt schon, dass ein paar der Änderungen auf traurigen Erlebnissen beruhen?
Kindersitze und Gurte wurden nicht zum Spaß zur Pflicht!

Ich komme aus einer Kleinstadt alleine zum Kindergarten ist da keiner gelaufen. Ohne Eltern ja aber dann mit Schulkindern.

Alleine zur Schule gab es auch nicht, wir waren ein riesiger Haufen von Kindern. Wir sind extra im Zickzack zur Schule um alle mit zu nehmen.

Wehe ich bin abends zu spät nach Hause gekommen, dass gab einen Anschiss vom feinsten, weil meine Eltern sehr wohl einen Panikanfall bekommen haben.

Mittags wäre es keinem aufgefallen da Schlüsselkind.

Bei Familenfeiern durften wir nach Kaffee und Kuchen das weite suchen. Wer bleibt den auch freiwillig still sitzen, wenn er sich auch mit Dreck einsauen darf? Unsere Mütter hatten alle ganz entspannt Weckselkleidung mit. Ich erinnere mich an die Gesichter als wir die Mal nicht gebraucht hatten, die waren ALLE misstrauisch hoch 10.

Gruß Sol

Außer der Raucherei (und wie ich das gehasst habe!!!) kenne ich das so eigentlich nicht. Und das könnte heute genausogut der Fall sein, wenn Kinder in Raucherfamilien aufwachsen.

Ich bin von Mitte der 70er. Wir hatten natürlich Kindersitze (diese schwarzen Styropordinger mit den quietschorangenen Oberflächen?), allerdings nicht so lange wie heute viele Kinder drin sitzen. Anschnallen mussten wir uns IMMER.

In die Grundschule sind wir alleine gegangen, in den Kindergarten sicher nicht. Draußen gespielt haben wir nur bei passendem Wetter, bei Regen haben wir (und alle Kinder die ich kannte) drinnen gesessen und unsere Eltern genervt #cool. Im Fernsehen (3 Kanäle) lief ja nie was. Ich hätte damals getötet für ein Tablet!

Natürlich wusste unsere Mutter nicht exakt, wo wir waren, das heißt aber auch nicht dass wir uns gottweißwo rumgetrieben hätten in dem Alter. Wenn sie uns gesucht oder gerufen hat und wir nicht aufzufinden gewesen wären, dann hätte es aber Donnerwetter gegeben. Und wenn ich nach der Schule noch wohin wollte, hatte ich anzurufen. Es gab nämlich schon Telefonzellen. Und Telefonkarten. Und ein Telefon im Sekretariat.

Und sorry, 12 km zu Fuß? Spielt dir da vielleicht die Erinnerung einen Streich? Ja, wir mussten mehr laufen, ich bin mit der Bahn in den Nachbarort zur Schule gefahren und hatte noch einige Strecke hin und zurück zu laufen. Aber 12 km? Das sind bei dem Tempo eines Kindes locker 3 Stunden ...

Insgesamt finde ich meine Kindheit gar nicht soo anders als die meines Sohnes. Klar, manches an Technik gab es noch nicht, aber da hatte ich dann meine Mutter die mir IHRE Kindheit vorgehalten hat, wo es ja nicht mal Telefon gab ...
Wir hatten keine Handys, dafür haben wir halt stundenlang übers Festnetztelefon gequatscht. Musik im Radio gehört, wo mein Sohn youtube nutzt. Etwas anders, aber schon irgendwie gleich.

LG

So ungefähr kenne ich das (Jahrgang 71) auch.
Und meine Kinder kennen das auch ähnlich, nur mit einem moderneren Kindersitz und ein paar Fernsehprogrammen und einem Tablet mehr, dafür ohne Zigarettenqualm. Also, ob die jetzt so viel schlechter dran sind...?

Hallo
Und auch damals war "früher" schon vieles besser und auch damals gab es Dinge die sich geändert haben. Ich sehe jetzt das Handy zum Beispiel eher als sehr positiv und eine Möglichkeit das Freiheit erlernen besser zu gestalten.
Hier vor Ort geht auch vieles noch wie "früher", Vorschulkinder dürfen alleine heim, den ganzen Tag draußen spielen (aber schon etwas abgesprochen, war bei mir persönlich aber auch früher so),von der Schule wird der Heimweg selbst bestritten außer es gibt einen Notfall,...
Wenn wir die alten Dias von damals anschauen war es auch hier tatsächlich so dass viel Alkohol auf dem Tisch stand und geraucht wurde, ich persönlich habe daher das Gefühl dass heute weniger Alkohol getrunken wird.
Ich bin als Kind umgezogen und wir hatten dort dann quasi keine der Freiheiten mehr die wir aus Deutschland kannten. Das sieht auch heute dort noch so aus. Spielt das Kind "alleine" vor dem Haus, kann es schwerwiegende Folgen haben usw.
Ich finde hier in Deutschland hat man/Kind es nicht wirklich schlecht.

LG

Hallo,

Ich sage mal es war früher nicht besser sondern anders.

Wir hatten früher noch Guten Respekt vor Eltern, Großeltern und Lehrern.
Das ist heute vielen abhanden gekommen.
Viel Rumdiskutiert wurde auch nicht.

Wir haben was selbstverständlich auch DANKE und BITTE gesagt. Heute heißt es doch oft nur HER DAMIT.
Und oft ist vielen das Taschengeld zu wenig. Und vor allem muss ja fast alles Geld direkt um die Ecke gebracht werden. Sparen ist kaum dran.

Auch war der Druck nicht da Markenkleidung zu haben. Die Sachen mussten stabil und haltbar sein. Heute muss es ja oft diese und jene Hose oder Schuhe sein. Und zu schätzen wissen viele nicht mehr was sie haben.
Mal ein eigenes Bsp von früher:

( In den 80ern waren ja diese kurzen Turnhosen so beliebt von adidas oder Puma. Klar wollte ich gerne mal so eine haben. Aber es wurde einem dann erklärt dass die teuer sind und das verstand ich auch. Zur Freude bekam ich dann doch mal eine geschenkt und was war ich stolz auf diese eine Hose )

Auch werden Kinder oft in Watte gepackt. Auch dazu mal ein Erlebnis :

( Ich glaube ich war 7 Jahre alt und wir waren im heißen Sommer auf dem Spielplatz. Ich habe mir ne ziemliche Schramme geholt und was war ? Mutti sprühte was drauf und weiterspielen hieß es. Heute wird ja oft direkt zum Arzt gerannt )

Ich finde auch das heute das Verantwortungsbewusstsein bei vielen fehlt, sowohl Kinder als auch Eltern. Viele Eltern sind überfordert, schaffen sich aber 3 oder 4 Kinder an obwohl Sie mit einem nicht zurecht kommen.

Ich glaube es geht auch gar nicht so sehr darum ob es Kinder hier in Deutschland gut geht sondern wie Sie sich verhalten.
Ich finde viele Kinder heute nicht mehr gut erzogen, weil man auch vieles durchgehen lässt.

Man könnte nochmehr sagen aber ich denke das reicht soweit.

Was ich hier schrieb soll im übrigen keine völlige Verallgemeinerung sein.

Liebe Grüße

Andy

Da kenn ich fast nichts davon.

Früher hieß es oft "weil ich das sage", und bei mir darf heute durchaus diskutiert werden. Find ich auch nicht verkehrt, und ich überlege dann durchaus, was (mit Erklärung, warum) durchgesetzt werden muss und was ich verzichtbar finde, bzw. wo das Kind seine Konsequenzen selbst tragen kann.

Mehr Respekt hatte ich früher nicht. Höchstens manchmal Angst vor langen Strafpredigten oder Strafen. Ich finde es nur natürlich Respekt vor jemandem zu haben, der einen auch respektiert. Kam in meinen Augen früher seltener vor als heute, dass Erwachsene auch Respekt vor Kindern hatten.

Den Markenkleidungsdruck kenne ich weder von früher (in meiner Klasse war das eher verpönt) noch heute, ich mag aber manche Markenkleidung lieber.

"Her damit"-Kinder gibt es in meinem Umfeld nicht. Mein Sohn spart mehr als ich damals.

Und mehr als ein Pflaster bei einer Schramme kenne ich weder von früher noch von heute.

Was ich früher besser fand war hitzefrei. Und weniger Nachmittagsunterricht. Sonst fällt mir wenig ein zum Nachtrauern. Ich finde viele Kinder heute besser erzogen, und rüpelige Kinder, die sich nicht benehmen konnten gab es früher auch schon.

Ist deine Meinung, auf die du ein Recht hast.

Meine Meinung ist es aber nicht.

Gruß Andy

weitere 12 Kommentare laden

Hallo!

Zum Thema Autokindersitzte - die gab es sehr wohl, waren aber nicht Pflicht, und somit haben sich viele Eltern das Geld gespart - meine nicht! Ich hab schon mitte der 70er Jahre im Römer Peggi gesessen (der Schwarze Sitz mit dem organgenen Fangkörper). Römer baut übrigens schon seit 1966 Kindersitze, Storchenmühle war 1963 sogar noch früher.
http://www.storchenmuehle.de/start/
http://www.lunamag.de/2016/12/30/der-erste-kindersitz-von-britax-roemer/

Alleine zum Kindergarten durften wir auch gehen, allerdings hat immer eine Erzieherin die Fußgänger und Fahrradfahrer (wir durften tatsächlich schon mit dem Fahrrad alleine zum Kindergarten fahren) über die Hauptstraße gebracht.

Und natürlich waren wir den ganzen Nachmittags im Dorf unterwegs - wenn wir allerdings zum Abendessen nicht pünktlich waren, setzte es gehörig etwas, nicht selten gabs auch einmal ne Ohrfeige (die hat schließlich noch niemanden geschadet *ironie off*). Meine Kids sind bei gutem Wetter allerdings auch oft den ganzen Nachmittag draußen, und ganz genau weiß ich da auch nicht, wo sie sind. Aber ihr Bewegungsrahmen ist - wie unserer damals im Grunde auch - überschaubar.

Ein Handy hatten wir natürlich noch nicht - ab der weiterführenden Schule aber IMMER 30 Pfennige zum telefonieren im Ranzen.

An viele Bierflaschen erinnere ich mich auch, aber trotzdem durften wir als Kinder ins Wohnzimmer, wenn die Eltern besuch hatten - wollten wir aber gar nicht, meist hatte der Besuch auch Kinder und wir haben lieber im Kinderzimmer gespielt.

Sicher gab es Dinge, die früher schöner waren als heute, aber alles war ganz bestimmt nicht besser. Ich fand es jedenfalls nicht besonders schön, wenn meine Mutter mich übers Knie gelegt hat. Und ich fand es auch nicht schön, wenn ich auf Biegen und Brechen meinen Teller leer essen musste, auch wenn es mir fast zu den Ohren wieder raus kam (und das Leibgericht meines Vaters mag ich heute noch nicht). Trotzdem erinnere ich mich schon gerne an meine Kindheit zurück, aber das werden unsere Kids in 20 oder 30 Jahren sicher auch machen, und auch dann sind die Dinge, die es heute gibt, vermutlich furchtbar antiquiert.

LG

Ich wollte das gar nicht glorifizieren oder fand die gurwn alten Zeiten toll oder die Kindheit besser.
Es ging mir nur um die Unterschiede, ohne in besser- schlechter zu werten. ..

jaaaa Römer Peggy, genau den hatte ich auch #pro

Meine Eltern haben weder übermässig getrunken noch geraucht, aber es wurde mehr gegessen. Es wurden noch 2-3 Stücke Kuchen verzehrt beim Kaffeklatsch (von den Damen!)

Backe ich heute einen Kuchen für meine Freundinnen bleibe ich drauf sitzen. Wenn überhaupt wird ein Stück gegessen.

Kindersitze gab es in meiner Jugend auch nicht, aber wir mussten uns anschnallen. Immer!!

Es gab mehr Kinder und Spielplätze waren immer gut besucht. Die sind heute alle leider verwaist- denn die meisten Kinder sind Vollzeit in Betreuung. Das ist der größte Unterschied in meinen Augen- die Mütter blieben Jahrelang zuhause.

Meine Mutter war zuhause wenn ich von der Schule kam- und damit alles andere als ein Einzelfall. Hausaufgaben haben wir selbstständig gemacht, zum Kindergarten bin ich auch gelaufen und zur Schule natürlich auch.

Wir haben uns telefonisch verabredet und waren dann zum vereinbarten Zeitpunkt am vereinbarten Ort. Natürlich haben wir draußen gespielt ohne das unsere Mütter genau wussten wo wir sind. Dafür hatten wir Armbanduhren und feste Zeiten wann wir zurück kommen mussten.

Heute soll die Schulzeit viel anstrengender für Kinder und Eltern sein als früher. Da mein Sohn noch nicht zur Schule geht weiß ich noch nicht was uns da genau erwartet..#zitter

Früher war die Schule ein Selbstläufer- meine Mutter hatte da nicht viel zu regeln. Heute wird wohl erwaret das die Eltern den Lernstoff mit den Kindern zuhause ausiebig nacharbeiten..

...Es gab mehr Kinder und Spielplätze waren immer gut besucht. Die sind heute alle leider verwaist- denn die meisten Kinder sind Vollzeit in Betreuung. Das ist der größte Unterschied in meinen Augen- die Mütter blieben Jahrelang zuhause...

Ich glaube nicht mal, dass es an der Betreuung liegt, dass die Spielplätze verwaist sind.
Wenn man sich die handtuchgroßen Gärten in den Neubausiedlungen ansieht - da hat gefühlt jeder einen Spielturm mit Rutsche, ein Trampolin und andere Gerätschaften stehen.
Wozu also noch auf den Spielplatz, wenn man den Spielplatz vor der Haustüre hat.

Was hatten wir?
Mit Glück ne Teppichstange an der man eine Schaukel befestigen konnte. Und Schaukeln durfte man nur, wenn an der 2 Meter entfernten Wäschespinne nicht grade die Wäsche hing.

Na wir sind wegen der anderen Kinder auf den Spielplatz gegangen. Bei schönem Wetter war dort die halbe Schulklasse versammelt.

Mit einem oder zwei Geschwistern auf dem heimischen Klettergerüst rumzuturnen ist da doch vergleichsweise öde..

weiteren Kommentar laden

Ich erinnere mich an eine Urlaubsfahrt vom Bodensee (da wohne ich) nach Dänemark 1976. Kindersitz - Fehlanzeige. Die Rückbank unserer Ente wurde ausgebaut und der ganze Bereich mit Polstern und Decken ausgelegt. Das war mein Schlaf-, Sitz- und Spielplatz für die lange Fahrt.
Später hatte ich dann diesen schwarzen Kindersitz mit dem orangen "Fangkörper". Der Sitz war federleicht, da aus Styropor und der Bezug war so synthetisch, dass es im Sommer eine wahre Freude war, drin zu sitzen. Gekratzt hat es wie Hulle.

In unserer Straße konnte man Fußball spielen, da sie noch nicht mit Autos zugeparkt war. Die Familien hatten in der Regel ein Auto und das stand ordnungsgemäß in der Garage. Somit war Platz im Hof und auf der Straße.
Wenn dann beim Spiel eine Scheibe zu Bruch ging, gab es Kollektivohrfeigen für alle vom Besitzer der Glasscheibe und zusätzlich noch Ohrfeigen von den Eltern, weil es eigentlich verboten war, in der Nähe des Gewächshauses zu spielen.

Ich erinnere mich an stundenlanges Verstecke spielen auf der Wiese des unbebauten Nachbargrundstücks. Das Gras war meterhoch und wurde selten gemäht. Heute stehen da zig Reihenhäuser mit Minigärten.

Wir waren ständig draußen, haben und die Knie aufgeschlagen und von Mama dann ne fiese Jodtinktur draufbekommen. Boa, hat das gebrannt.

Mein Bruder hat im Garten das Indianerzelt in Brand gesetzt, weil er drin ein echtes Lagerfeuer gemacht hat. Das Feuerzeug hat er unserem Vater gemopst, der zuhause und auch im Auto alle zugequalmt hat. Im Nachhinein betrachtet, nicht schön - mir wurde auf langen Fahrten immer schlecht - aber es war halt so.
Mein Vater ist mittlerweile seit mehr als 30 Jahren Nichtraucher.

Ich weiß noch, dass man bei meiner besten Freundin nicht immer im Garten spielen durfte. Wenn der Rasen frisch gemäht war, durfte man nicht und wenn das Gras zu hoch war (es war eigentlich immer Streichholzkurz), dann durfte man auch nicht.
Wir wollten mal im Garten bei ihr zelten - da waren wir so 12 oder 13. Da hat ihr Vater uns den Termin vergeben - das Gras musste eine bestimmte Wachstumsphase überschritten haben#rofl

Ich erinnere mich an unser graues Telefon mit Wählscheibe und dann - Fortschritt pur - ein grünes Tastentelefon mit ner (für mich) zu kurzen Strippe, die direkt hinter der Wohnzimmertür endete.
Wenn ich also als Teenager ungestört telefonieren wollte, dann hockte ich in ziemlich gekrümmter Haltung direkt an der geschlossenen Wohnzimmertür. Ging meinen Eltern das Gespräch zu lang, wurde der Stecker gezogen.

Was mir bei alten Fotos auffällt - wir tragen sehr psychedelisch gemusterte Kleidung - viel in braun/orange und sitzen vor einer ebensolchen Tapete:-p

Das grüne Telefon hatten wir auch und natürlich war auch bei uns das Kabel zu kurz und wir hatten auch ein gepolstertes Lager hinten im Auto #rofl

Meine Erinnerungen: zu fünft im Trabbi nach Polen an die Ostsee. Das war weeeeeiiiitttt...
Ich bin schon sehr zeitig alleine in die Kita, habe aber immer den langen Weg gewählt, da ich bei der Abkürzung Angst hatte. Kam ich zu spät, gab es was hinter die Ohren, denn meine Mama hat sich wahnsinnig Sorgen gemacht.
Wir haben draußen gespielt, wenn es rein ging, kam ein Pfiff von oben. Telefon hatten wir nicht, im Osten gab es das nicht für jeden, also sind wir los und haben geguckt wer spielen kommen konnte.

Wir haben Briefe geschrieben. Brieffreundschaften waren der Hit.
Ich kann mich an Pioniernachmittage erinnern, den Fahnenappell an der Schule.
Geraucht haben meine Eltern nicht, Alkoholtechnisch läuft es auf Feiern noch immer gleich.

Ich bin sehr dankbar für meine Kindheit. Ich war 9 als die Wende kam, habe also unter dem System noch nicht gelitten, konnte aber dann als es für mich weiter ging Freiheit genießen.

Mein Sohn wächst sicher behüteter auf. Der Straßenverkehr hat zu genommen, über Idioten auf dieser Welt und die Gefahren sind wir wesentlich informierter als damals und darauf reagiere ich. Und klar, wenn man sich jetzt vorab verabreden kann, ist es doch nett.
So wie wir hier wohnen, kann ich ihn nicht allein raus lassen... aber er ist auch erst drei. Wie es mal aussieht wird sich zeigen.

Hallo,

meine Erinnerungen an die Zeit sind sehr gemischt. Ich glaube, so toll war es nicht.

Es stimmt, dass wir "freier" waren. Ich bin mit meinen beiden Geschwistern auf dem Dorf großgeworden, meine Mama hat sich einfach wenig Gedanken gemacht. Wir kamen von der Schule heim, machten Hausaufgaben und dann war sie froh, wenn wir wieder wegwaren. Wir sind viel gestromert, haben viel draußen gespielt oder Freunde besucht, die Bauernhöfe daheim hatten, da haben wir dann auch viel gelernt (Gartenarbeit, Brot backen ...). Die Oma meiner Freundin brachte uns Sockenstricken bei und wo es im Wald wilde Himbeeren gibt ... da kamen wir uns sehr erwachsen vor und haben viel "Allgemeinwissen" gelernt, durften später dann auf dem Feld auch mal Traktor fahren.

Wir sind oft mit dem Fahrrad in die Bibliothek gefahren und haben in den Sommerferien oft mal 30 Bücher oder mehr gelesen - wir waren als Kinder genügsamer, haben im Winter manchmal mit den Freunden von Montag - Freitag das gleiche Monopolyspiel gespielt, bis endlich der Gewinner feststand und konnten uns über Kleinigkeiten sehr freuen. Die Bücherlesezeit damals war super, wir konnten uns so richtig in die Fünf Freunde und so reinphantasieren. An Weihnachten gab es eine neue Hose, einen Pulli und für alle Kinder zusammen noch ein Spiel. Das war's.

Kleider mussten wir oft von Verwandten auftragen, und wenn es nicht ganz passte, sah man halt auch mal ein halbes Jahr voll doof aus. Froh war ich, als meine Cousins Levis Jeans trugen, die wir dann vererbt bekamen und Adidas Schuhe, die fanden wir voll cool, aber meine Eltern hätten sie uns nie gekauft.

Bei uns war es so, dass sich daheim niemand auch große Gedanken um unsere "Förderung" gemacht hätte. Wir hatten Schwimmunterricht und Flötenstunde. Als mein Bruder und ich dann Klavier lernen wollten, wollten meine Eltern ans Haus anbauen ... das war's. Gesundheit war auch nicht so hoch im Kurs - als Tschernobyl passierte, schickte uns meine Mama auch gleich wieder zum Spielen raus.

Es gab Themen "nicht für Kinderohren" und wir durften weder die Nachrichten sehen, noch wurden wir anständig aufgeklärt. Wir sind in vielen Bereichen sehr unbedarft ins Erwachsenenleben gegangen. Ich hatte lange das Gefühl, dass ich das Erwachsensein nicht so wirklich blicke ...

Probleme wurden einfach "ignoriert" - wenn das ging. Wenn der Onkel Alkoholiker war, hat man da einfach darüber hinweggeschwiegen. Zugezogene wurden mit Argwohn betrachtet und auch das geistig behinderte Kind der Nachbarn - da war man zwiespältig - wenn man mit ihm mal spielte, okay (die Eltern des Kindes waren superdankbar). Meine Cousine durfte ihren italienischen Gastarbeitereltern-Freund nicht heiraten, weil sie evangelisch war und er "ein Ausländer". Da griff die gesamte Verwandtschaft sehr energisch ein.

Unsere Familie (und viele andere auch) war patriarchisch aufgebaut. Mein Vater kam um 18.00 Uhr von der Arbeit - dann mussten wir daheim und alle Freunde weg sein. Meine Mutter wusste jahrelang nicht, was mein Vater verdient und es gab ständig Knatsch um das Haushaltsgeld. Da wir nur ein Auto hatten, saßen wir alle auf dem Dorf fest, wenn mein Vater das Auto brauchte. Überhaupt entschied mein Vater ziemlich viel - Urlaubsziele, Ausgaben, ... Wenn ich denke, was meine 15 Jährige Tochter heute schon mitreden darf - das gab es bei uns nicht. Für meine Mama ist mein Vater und das ganze Dorfleben nur Plan B gewesen, sie war sehr schnell überreizt, müde, Sie war oft launisch, unzufrieden, oft beschuldigte sie uns, dass wir daran Schuld seien, dass sie nun auf dem Dorf festsitzt und wir bekamen auch oft erzählt, wie schrecklich schmerzhaft schon unsere Geburt war - daher sollten wir uns nun zusammenreißen und den Spinat aufessen.

Die Struktur der Familie war vorgegeben "weil man es halt so macht". Meine Mutter musste sich als Hausfrau z.B. auch viel um alte Verwandte kümmern, die im Gegenzug noch nicht mal nett zu ihr waren. Von daher verstehe ich auch ihren damaligen Frust.

Es war auch so, dass das Selbstbewusstsein eher gedrückt wurde - meine Eltern (und Verwandte) waren oft kritisch und sehr offen kritisch. Es wurde auch sehr für Mädchen das Frauenbild "gut heiraten - versorgt sein" propagiert. Ich war als Teenager doch etwas moppelig und ich weiß noch, wie ich auf der Firmung eines Cousins zwei Stückchen Torte gegessen habe - das gab es bei uns nie, ich fand's lecker und meine Tante hat mich vor allen gerügt "wenn du so weiterfrisst, dann wirst du nie einen Mann finden". Das ist so einer der übelsten Momente meines Lebens, v.a., wenn ich die Bilder von damals sehe, ich war "moppelig" (hatte Kleidergröße 40), aber nicht "fett". Das und anderes hat dazu geführt, dass ich wirklich für zehn Jahre ein ganz komisches Verhältnis zu meinem Körper hatte und essenstechnisch dann auch im Studium "falsch abgebogen" bin. Außerdem war es total peinlich, weil es wirklich alle mitbekommen haben. So als "Langzeitwirkung" kann ich wirklich bei keiner Familienfeier mehr einen Nachtisch essen.

Dann erinnere ich mich noch sehr deutlich daran, dass ich, mit gleichem Notenschnitt wie mein Bruder, keine Gymnasialempfehlung bekam. Ich wollte auch Französisch und Latein lernen, Geige spielen und habe wirklich viel gelernt. Ich habe mal beim Aufräumen mein Grunschulzeugnis gefunden (Schnitt 1,3). Da war "Gender" ein großes Thema, all meine Cousins gingen aufs Gymnasium, aber keine Cousine. Als ich dann Abi gemacht habe und studiert habe, war mein Großvater auch total befremdet ... so nach dem Motto "was soll denn der Blödsinn - findest du keinen Mann?": Ich habe damals wirklich tagelang geheult. Aber mein Vater und die Grundschullehrerin (v.a. die), hatten so entschieden. Was ich wollte, war total egal.

Mein Vater war mit Erziehung schnell fertig. Wir waren höflich erzogen und nicht so aufmüpfig wie Kinder heute - dafür setzte es daheim bei der kleinsten Kleinigkeit mal eine Watschn oder zwei oder drei ... Ich hatte immer Angst vor meinem Vater und war auch immer in Panik, etwas falsch zu machen. Daher war ich die gesamte Kindheit über angespannt und versuchte permanent, Konflikte zu vermeiden. Wir bekamen auch permanent eingetrichtet, dass das Fehlverhalten einzelner schlecht für die gesamte Familie wäre.

Meine Eltern hielten Haus und Hof immer piekfein in Ordnung und zogen auch sonntags um 7 die Rollläden hoch (und gingen oft wieder ins Bett) #schein - dass man sie für eine nette, anständige Familie hielt. Die Meinung der Nachbarn zählte da viel!

Von daher - bin ich froh, dass 2017 ist!

GLG
Miss Mary

Meine Eltern waren da anders.
Ich habe Abitur gemacht und meine Eltern haben mir immer vermittelt dass ein Studium bei entsprechender Leistung selbstverständlich ist.

Sachen wie: Mädchen heiraten eh und brauchen keine aufwendige Ausbildung gab es nicht.
Mein Vater und meine Mutter haben mich immer unterstützt und geradezu gefordert dass ich studiere.
Wen und ob ich heirate war nie Thema, auch wenn ich in meiner wilden Zeit mal andere Mädchen mit nach Hause zum Übernachten brachte war das kein Problem. ..also Homophobie war meinen Eltern fremd.
Meine Mutter war eine sehr selbstbewusste , selbständige Frau die wusste was sie will und das auch durchsetzen konnte.

Als Kind war ich nie ihr Lebensinhalt, sie hat gearbeitet, war viel unterwegs, hat einige Ehrenämter gehabt und sich sozial engagiert.
Mein Vater ist sehr offen und gar nicht patriachaisch.
Ich denke vieles hing auch damals davon ab wie das Umfeld und die Eltern so drauf waren...
Ich durfte mit 14 schon mit einer Freundin verreisen, hatte ein Mofa und bin generell sehr zur Selbständigkeit erzogen worden.
Es wurde nicht jeden Tag gekocht oder jede Woche geputzt.
Wenn ich saubere Wäsche wollte, musstw ich mich ab ca 12 Jahren da selbst drum kümmern.

Auch hab ich da schon oft gekocht und eingekauft.

Schule war eh mein Ding. Da hatten meine Eltern keinerlei Arbeit mit.
Es war halt anders früher, aber nicht schlechter bzw.besser.

Hallo
Wow, ich sehe eben ich bin nur wenige Jahre jünger als du (werde im Sommer 37), habe bei deinem Text aber echt gedacht es geht um einige viele Jahre vor meiner Geburt #zitter
Bei uns war das wirklich komplett anders, auch die ältere Generation der Familie war nicht so drauf.

Der Vater meiner Oma zB. ist im Krieg gefallen und selbst als er noch bei der Familie war, war meine Urgroßmutter keinesfalls das stille Hausmütterchen hinterm Herd. Sie hatten einiges hinter sich, wie viele in dieser Zeit, und meine Urgroßmutter war eine echt starke Persönlichkeit. Heutzutage würde man sagen sie hat sich den A... aufgerissen und das stimmt wirklich. Ihr Wunsch für die Zukunft ihrer Tochter, also meiner Oma, war auch ganz klar. Und der entsprach definitiv nicht dem klassichen Frauenbild #schein

LG

weitere 3 Kommentare laden

Erwachsenengespräche bei Tisch und Kinder mussten sitzen bleiben und ruhig sein.

Draußen spielen war ok, gefordert. Drinnen durfte nichts schmutzig werden. Draußen hatte kaum jemand ein Auto.

Das Geld reichte von einem Verdiendenen Erwachsenen. Viele hatten kein oder ein Auto. Entsprechend war es ruhig draußen.
früher fuhren zwei Autos pro Stunde durch die Straße - wenn VIEL los war. Heute sind es locker 100 Autos pro Stunde, viele davon mit deutlicher Geschwindigkeitsüberschreitung (Messungen werden regelmäßig veröffentlicht).

Früher war meine Mutter eine Ausnahme, weil sie ein Auto hatte.
Heute bin ich ein Alien, weil ich KEIN Auto habe. Geduldig auf den Bus warten ist out. Geduld haben oder auf etwas zu warten, kann man sich selbst und seinem Kind nicht antun.

Ich erinnere mich an Zeiten, da haben ERWACHSENE beim Bäcker noch Bitte und Danke gesagt.
Jetzt wird geschimpft, dass es überall Automaten gibt und Bitte und Danke höre ich häufig nur noch in der Form von Erwachsenen mit Kleinen Kindern "sag mal bitte" und selbst schroffen sie die Verkäufer an, dass es nicht schneller geht....

ich erinnere mich unbebaute Flächen, an Freunde mit mehreren Kindern im Zimmer, an Telefonzellen! (wenn es die noch gäbe, hätte ich kein Handy :-p)

an Öffnungszeiten an Nachmittagen und Feierabende abends.
(heute ist es schon Luxus, wenn einer von zwei Elternteilen um 19 Uhr zu Hause ist)

Autositz hatte ich schon. Dafür fuhren Autos insgesamt langsamer und es war weniger los.

Fußgängerwege.
Tante Emma Läden.

Es gibt ja bei FB und Co. alle Nase lang Postings zu dem Thema....
Ich bin 1975 geboren und hatte auch so eine typische Kindheit ohne Autositze, draußen bleiben bis es dunkel wird und und und....
Im Gegensatz zu anderen Eltern meiner Generation lasse ich meine Kinder auch frei, aber genieße die Sicherheiten der heutigen Zeit: anschnallen, Kindersitze, Helme, Nichtraucherauto ( 2 Stunden Autofahrt, meine Oma und mein Vater die ganze Zeit geraucht, Fenster zu-ich hätte kotzen können) und auch Handys (wir können uns gegenseitig erreichen).
Ich finde, dass es Eltern heute durchaus selbst in der Hand haben, was sie ihren Kindern zugestehen. Wer sein Kind dauer bewacht und dann jammert, dass man ja in der bösen bösen Zeit heute (statistisch der totale Unfung) seine Kinder nicht mehr raus lassen kann, da kann ich dann auch nur noch den Kopf schütteln.
Oder wer sich über den Medienüberfluss aufregt und seine Kinder stundenlang davor setzt, da fehlen mir auch die Worte....

Hallo :-)

Das ist doch immer wieder ein schönes Thema :-)

Ich erinnere mich ungern an so Sätze wie : Es wird gegessen , was auf den Tisch kommt. Die Kinder in Afrika wären froh sie hätten etwas.
Und wenn es noch so widerlich war ( wars natürlich nicht ^^ ) man musste sitzen bleiben , bis der Teller leer war.

Zu Erwachenen musste man immer höflich sein und in der Öffentlichkeit sich anständig benehmen. Was könnten denn sonst die Leute denken ^^

Und wir mussten immer super pünktlich sein , sonst gab es Ärger / Hausarrest/ kein TV o.ä.
Und zu Teeniezeiten dann natürlich der allseits beliebte Satz : solange Du Deine Füße unter meinen Tisch streckst wird gemacht , was ich sage .......

Aber ich erinnere mich gerne an die stundenlangen Streifzüge über Felder und Wiesen bei meiner Oma auf dem Land.

Wir haben Sauerampfer vom Wegrand gekaut, Äpfel von den Bäumen, den Mais vom Feld etc und ungewaschen in den Mund gesteckt.

Alle Kinder von klein bis Teenager ( die dann etwas weniger ) haben sich irgendwo zentral getroffen und haben Verstecken , Faul Ei , Hans guck um , Himmel Hölle Erde u.ä. gespielt.

Wir sind in Scheunen rum geklettert und die Größeren haben heimlich geraucht.

Wenn wir zu laut oder zu wild waren hat irgendein Erwachsener was gesagt und wir haben gehorcht .

Bei uns in der Stadt haben sich immer alle auf dem Schulhof getroffen. Die meisten hatten noch ihre kleineren Geschwister mit im Schlepptau und dann wurde dort Tisch-Tennis gespielt oder mit den Rollschuhen/ Fahrrad gefahren. Oder wir sind alle miteinander wandern in den nächsten Wald gegangen. Wir waren pünktlich zurück und gut wars.

Auch erinnere ich mich an stundenlanges Gummihüpfen...in jeder freien Minute :-)

In Urlaub sind wir selten gefahren . Dafür bekamen wir eine Saisonkarte fürs Freibad und das war die schönste Zeit im ganzen Jahr.

In der zweiten Klasse hatte ich Masern ( oder Windpocken? ) Meine Mutter war zu der Zeit alleinerziehend und ich war alleine zu Hause . Zwar mit allem versorgt und Telefon neben dem Bett, aber alleine. Heute undenkbar!

Es war nicht alles schön, aber ich denke wir waren mit weniger zufrieden.

Im TV gab es nur 3 Programme, dafür habe ich viel gelesen . Jede Woche bin ich in die Bücherei und habe gehofft , daß bestimmte Bücher da sind.

Zum Spielen gabs eine überschaubare Menge Spielzeug, da musste man halt kreativer werden und sich selber etwas ausdenken.

Ach ja .....lang , lang ists her :-p

Ich (geboren 1976) bin in einer Großstadt aufgewachsen, kenne aber auch das Landleben sehr gut.

In den Kindergarten durfte bei uns keiner gehen. Zur Schule schon. Meine Tochter geht allerdings seit der Einschulung auch alleine hin und zurück. Hin mit den Nachbarskindern und zurück alleine, da sie in der Ganztagsbetreuung sind und sie nicht.

Meine Mutter ist 8 Wochen nach der Geburt wieder arbeiten gegangen und ich war ab der 2. Klasse mittags allein zu Hause, weil ich nicht mehr in die Betreuung wollte.

Meine Eltern haben auch im Auto geraucht, das Fenster nur einen Spalt offen. Würden sie selber heute nie mehr so machen, aber damals war es so.

Als Kindersitz hatte ich, wie viele andere hier schon geschrieben haben, den schwarzen mit dem orangefarbenen Tischchen. Allerdings durften wir uns auf längeren Fahrten, sobald wir auf der Autobahn waren, abschnallen.

Viel Alkohol wurde nicht getrunken und bei Besuch waren wir dabei bis wir satt waren, dann sind wir spielen gegangen.

Ich musste nach Hause kommen, wenn die Laternen angingen. Habe ich meistens verpennt und war zu spät. Dann gab es ne Ansage und gut war. Wir haben überwiegend draußen gespielt, so wie meine Kinder heute auch. Auch die Spielplätze sind hier gut gefüllt, trotz Gärten mit allem möglichen Zeug.

Ich war mit der kleineren in einer Krabbelgruppe, mit der größeren beim PeKip und fand es toll. Es wurde nicht über typische Dinge wie sie hier so oft genannt werden, gesprochen, sondern wir haben uns einfach unterhalten und ausgetauscht, am wenigsten aber über die Kinder.

Meine Welt dreht sich um unsere Familie und unser Leben, so wie es für uns am besten passt. Vieles mache ich wie meine Eltern, aber eben nicht alles, weil ich einiges selber blöd fand und es mir anders gewünscht hätte. Bei vielem sagt mir meiner Mutter, dass sie das toll findet und sie gar nicht verstehen kann, dass sie so etwas mit uns früher nicht gemacht hat.
Vieles findet sie heute viel besser als es damals war.

Respekt und Höflichkeit bringe ich meinen Kindern auch bei, da es mir sehr wichtig ist und ich es schlimm finde, wenn es so auf der Strecke bleibt.

Auch die Klamotten waren anders. Früher sah ich lange aus wie ein Kind. Mit bunten Farben bekleidet halt. Mama hat mir die Sachen ausgesucht und angezogen, fertig.

Heute gibt es für meinen 3-jährigen in Größe 104 schon Batman, StarWars, Spiderman-Kram. Außerdem Trainingshosen und Sneakers wie für Jugendliche.

Oh, ernsthaft?

Ich bin ein Kind der 70er und ich erinnere mich an all die Sachen, die du beschreibst. Das meiste davon fand ich als Kind schon schrecklich.

Diese ewig langen Autoreisen in den Süden, kettenrauchende Mutter auf dem Beifahrersitz. Zum Kotzen. Damals wie heute. einziger Vorteil: Ich habe aus diesem Grunde mein ganzes Leben lang nicht eine Zigarette geraucht und werde das auch nicht tun.
Wir verreisen gern mit den Kindern und überlegen vor jeder Reise, was für jeden von uns das Angenehmste sein könnte. Dann entscheiden wir GEMEINSAM, ob Auto, Bahn, Flugzeug....was weiß ich. Damals waren meine Wünsche und die meiner Schwester herzlich egal. Schön war das nicht, an die Urlaube erinnere ich mich nicht gern. Ich war auch nie wieder da, wo ich mit meinen Eltern war. Noch nicht mal in der Nähe.

Der eher sorglose Umgang mit Alkohol war damals ebenso sinnfrei wie heute. Ich erinnere mich gut an Partys, auf denen gesoffen wurde bis zum Verlust der Muttersprache. Was wir in der Zeit machten, war auch wieder allen egal. Am nächsten Tag wurde de der rausch ausgeschlafen und wir konnten mal gucken, was wir machen. Verklären kann ich das nicht. will ich auch nicht.

Bis heute wünsche ich mir, meine Eltern hätten sich nur ein einziges Mal Sorgen gemacht. Ist schon irgendwie doof, wenn man mitten in der Nacht als Jugendliche nach Hause kommt und keinen interessiert es.

Das bedeutet nicht, dass ich eine überbesorgte Mutter geworden bin, aber ich denke einfach, man darf den Kindern zeigen, dass man an sie denkt, dass sie Wünsche äußern dürfen, dass sie ernst genommen werden und auch, dass man sich manchmal eben Sorgen macht. Ich fühlte mich oft einfach gar nicht wahrgenommen.

Ich glaube, meine Kindheit verlieft weitgehend normal. Ich war weder besonders glücklich noch besonders unglücklich. Für meine Eltern war der aufkommende Wohlstand wichtig. Satt und sauber reichte damals. War DAMALS auch in Ordnung. Heute haben wir Zeit, Gelegenheit und Wissen für mehr. Darf man anwenden. Früher war nicht alles besser. Echt nicht.

Meine Kinder werden später andere Dingen fürchterlich finden und andere Dinge anders machen.

LG

Hallo,

geboren 1965 kann ich mich dran erinnern, dass ich in unserer Kleinstadt nicht allein mit 4 Jahren zum Kindergarten gegangen bin. Abwechselnd mit den Nachbarmüttern (es waren 5 Kinder im Kindergartenalter, so dass jeden Tag eine andere "Bringdienst hatte) gingen wir Kinder dorthin und wurden auch wieder von denen abgeholt.
Die meisten Mütter waren selbstverständlich "Hausfrau".

Unsere Verwandschaft wohnte 150 km weit von uns weg - sind wir dorthin gefahren, war es selbstverständlich, dass Samstag und Sonntagvormittag sämtliche Onkel & Tanten mitsamt den Cousins und Cousinen abgeklappert wurden... Sonst war derjenige, wo man nicht war leicht pikiert - sah man sich doch nicht so oft im Jahr.

In Urlaub ging es für uns das erste Mal 1970 an die Ostsee, ab 1972 nach Langeoog und das meist die kompletten Osterferien, die damals noch 3 Wochen dauerten.
Im Auto gab es für mich keinen Kindersitz; wir hatten einen VW Käfer, der hatte hinter der Rückbank so ein Gepäckfach. Das wurde kurzerhand mit Decke und Sofakissen als "Kinderfach" umfunktioniert. Darin habe ich die Autofahrt verbracht, meine jüngere Schwester saß mit meiner Mutter auf der Rückbank...

Wir waren als Kinder viel draußen; im Winter direkt nach dem Mittagessen bis zum Dunkelwerden. Danach wurden im Schulalter dann Hausaufgaben gemacht. "Kinder brauchen Frischluft" war der einhellige Tenor der Eltern. So gab es am nahegelegenen Schlittenberg regen Andrang und Schlangen von Kindern, die mit ihren Schlitten dorthin zogen...

Auch im Sommer - wir brauchten nur Bescheid geben wo wir hingehen und die Heimkommzeit war im Sommer auf 18.00 Uhr beziffert - unternahmen wir viel draußen. Mit den kindern aus der Nachbarschaft spielten wir im Gebüsch der nahe gelegenen Schule, hatten Baumbuden unter den Büschen gebaut; gingen auf den Sportplatz (d. h. wir quetschten uns durch die Streben des Zaunes, war ja eigentlich verboten dort ohne Schule oder Verein zu sein), fuhren Fahrrad, spielten Stunden mit Hingabe am Bach, liefen Rollschuh...
Abends gabs von den Müttern für die Kinder ein Butterbrot auf die Hand und man spielte noch bis zum Hereinrufen - in den Ferien je nach Alter dann zwischen 20 und 22 Uhr... Die Eltern wussten ja wo man ist. Gespielt wurde bei uns auf der Straße dann Räuber und Gendarm, Völkerball, Brennball, Verstecken. Klingelmännchen (wehe man war nicht schnell genug, dann gabs ne Ohrfeige vom Hausbesitzer...)

Wohnzimmer war die gute Stube, die meist nur Sonntags benutzt wurde. Zumindest bis ich so 8 oder 9 war.

Samstags war Badetag... Abends wurde Badewasser eingelassen und danach gabs ein Butterbrot, wir durften anschließend noch ein wenig Fernseh gucken und ab ins Bett.

Schule ging ja nur bis 13.00 Uhr und somit war der komplette Nachmittag frei, bis auf Sportverein oder Musikschule. Und natürlich Hausaufgaben.
Die ersten Jahre war noch jeden Samstag Schule, später reduzierte sich das auf ein um den anderen Samstag.

Und ich erinnere mich, dass wir Kinder viel mehr mithelfen mussten.
Auch sehr ungeliebte Aufgaben: zum Frühjahr und zum Herbst mussten wir immer mit meinem Vater die Kellerschächte säubern. Das war sooo eklig, weil natürlich ich immer in die Dinger klettern musste und ich hatte (und habe) schreckliche Angst vor Spinnen... Da hieß es dann immer nur: Stell Dich nicht so an, die haben viel mehr Angst vor Dir... nur komisch, dass sie mir das nie zeigten und fleißig um mich rumkrabbelten...

Irgendwelche Freunde zum Spielen oder Treffen anrufen? Pustekuchen, Telefon war für Notwendigkeiten da und nicht zum Quatschen oder Verabreden mit Freunden, das man schon in der Schule hätte erledigen können. Man ging dorthin und entweder hatte man Glück, dass besagte Freunde auch Zeit hatten, oder man ging unverrichteter Dinge heim.

Der Tante Emma Laden am Ende unserer Straße war gut besucht von Kindern, weil man dort einzelne Brausewürfel, Lollis, Leckmuscheln, Himbeerbonbons,e tc., p.p. erstehen konnte - bei 2 Pfennigen ging das los... Wir hielten die Augen auf in der Stadt, um ab und an mal ein Pfennigstück zu finden!

Doch ich denke, wir sind immer geneigt, die weniger schönen Dinge zu verdrängen und die tollen Erinnerungen legen sich in unserem Gedächtnis weiter nach vorn, so dass wir schneller zum "früher war alles besser" neigen...

LG

Genau wie bei dir. Es gab auch keine Fahrradhelme. Finde dieses überbehütete von heute total schrecklich...

In Deutschland machen Fahrradhelme durchaus Sinn. Die Infrastruktur für Fahrradfahrer ist einfach nicht so gut und die Autofahrer hier denken sich oft sie sitzen im Auto, die anderen sollen springen.

Ich habe ja nicht geschrieben, dass Fahrradhelme sinnlos sind. Ich sagte nur damals gab es die nicht. Dennoch bin ich der Meinung, dass dieses Unbeschwerte, was wir damals hatten, heute sicher auch seinen Platz haben sollte

Ich liebe es sowas zu zerfleddern

ich wurde 75 geboren und

- hatte einen Kindersitz. Dieser war sicherlich vom heutigen Standard weit entfernt, entsprach aber damals dem neuesten Stand der Dinge

- ich durfte mit 4 nicht alleine in den Kindergarten gehen, unser Kindergarten erlaubte das erst den Vorschulkindern.

- meine Mutter wusste immer ungefähr wo ich unterwegs war. Ich hatte einen Schulweg von 250 Metern. Bus fuhr bei uns so gut wie keiner.

- bei weiteren Wegen fand sich immer jemand der uns gefahren ist. Eltern, Großeltern, Eltern von Freunden o.ä.

- Handys haben meine Kinder und mein Mann auch nicht.

- wäre jemand aus meinem Freundeskreis unangemeldet mehr als 20 oder 30 Minuten zu spät, hätte man ihn gesucht. So halten wir das heute noch.

- geraucht hat hier höchstens Besuch und Alkohol wurde nicht mehr oder weniger getrunken als heute.

-Fahrer waren hier immer nüchtern und es standen definitiv nicht viele Alkoholflaschen bei einer Familienfeier herum. Wir Kinder waren immer gern gesehen.

Das was du so schilderst klingt für mich nicht nach nostalgischer Romantik, sondern eher....zweifelhaft bis unsozial.

Gruß

Andrea

Top Diskussionen anzeigen