Vermieter will bei weiteren Nachwuchs kündigen

Hallo Leute,

Folgendes Szenario:

Familie mit 5 Kindern wohnt zur Miete in ein 130 qm Haus. Sie fühlen sich dort sehr wohl. Kinder teilen sich die zwei großen Kinderzimmer, da sie selbst alle noch klein sind. Schönes Wohnzimmer, großer Garten. Eigentlichd das perfekte Haus.
Neulich kam der Vermieter und wollte das schrifliche Versprechen, dass kein weiteres Kind hinzukommt, da er sonst wegen Überfüllung das Mietverhältnis kündigen wird.
Die Familie ist geschockt, denn ein sechstes Kind ist in der Planung nicht ausgeschlossen, sie wollen aber in dem Haus bleiben.

Nun die Frage: Darf der Vermieter auf so ein Schreiben bestehen? Und ist ein weitere Nachwuchs denn tatsächlich ein Kündigungsgrund?

Die Familie ist übrigens sehr gepflegt, keine Messis, das Haus sieht ordentlich aus, der Garten im Top Zustand.

Danke für eure Antworten.

Ganz ehrlich: Sollte ein weiteres Kind geplant sein, würde ich mich erstmal nach einem neuen Haus umsehen. Das kann mit fünf Kindern jetzt schon schwer sein. Wir sind eine ebenso große Familie und haben deutlich mehr Platz zur Verfügung. Und wir brauchen jeden der 250qm. Im Moment muss ich sogar um mein Büro kämpfen, das mein Mann zu einem dritten Bad umfunktionieren möchte. #aerger

Mit kleinen Kindern mag das alles noch schön und gut sein, aber das wird nicht mehr lange so sein. Wenn es erstmal anfängt mit Übernachtungen von Freunden oder gar später die Freundinnen/Freunde dazu kommen, das geht einfach nicht mit so wenig Platz. Unsere zwei Großen haben den Luxus, die Dachgeschosswohnung für sich zu haben und selbst da gibt es jetzt schon Streit, weil der Älteste seine Schwester gerne ausquartieren würde, wenn seine Freundin da ist und unsere Tochter zählt die Tage, bis er zum Studieren unter der Woche weg ist.

Hi,

das ist eine gute, objektive Antwort.#pro

Das andere ist alles "Schöngerede", denke ich und eher wenig den Bedürfnissen der Kinder geschuldet. Wir leben nicht mehr in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, wo eine Familie sich auf engsten Raum zusammenpferchen musste mit einem Klo auf dem Gang usw.

Davon abgesehen: wenn ich Vermieter wäre, würde ich jetzt fristgerecht kündigen und damit versuchen, einer Härtefallregelung aus dem Weg zu gehen.

VG
Gael

"Davon abgesehen: wenn ich Vermieter wäre, würde ich jetzt fristgerecht kündigen"

Hallo,
mit welcher Begründung des Vermieters sollte eine Kündigung deiner Meinung nach denn rechtlich möglich sein?

Gruß
Demy

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Hallo,

ich würde gar nichts unterschreiben und schnellstens in den Mieterschutzbund eintreten.

Das weiterer Nachwuchs ein Kündigungsgrund ist, wage ich zu bezweifeln. Zumal anscheinend ja auch genügend Platz vorhanden ist.

lg

Kann minimix nur zustimmen, nichts unterschreiben, sofort beim Mieterbund anmelden.... Bis die Rechtsschutz greift, dauert das 3 Monate.

Hallo,

bitte nichts unterschreiben und nein, der Vermieter darf natürlich keinen Nachwuchs verbieten, max. die Haltung von Haustieren, aber das ist so ein Kind ja zum Glück nicht #schwitz

LG

Das ist ja witzig, was der Vermieter da möchte. Von ungeplanten Schwangerschaften hat der wohl noch nicht gehört? Oder denkt er, dann muss halt ne Abtreibung erfolgen?

Definitiv würde ich mich jetzt sofort rechtlich absichern und auch beraten lassen. Entweder über Mieter-Rechtschutzversicherung oder eben Mieterschutzbund/Mieterverein. Falls der Vermieter vorher Druck macht, würde ich mir erstmal alles schriftlich per Post zusenden lassen und auch eine entsprechend offizielle schriftliche Begründung erbitten. Im Gegenzug aber keinerlei Aussagen machen, wie ich gedenke, weiter vorzugehen.

Generell ist so eine Vereinbarung mit Sicherheit sittenwidrig, eben weil die Familienplanung privat ist. Das dürfte sich im selben Bereich befinden, wie die Frage eines Arbeitgebers nach dem Kinderwunsch. Ist aber meine Laienmeinung, bin kein Jurist.

Ich würde den Vermieter darum bitten, seinen Wunsch schriftlich zu äußern:)

Ein solches Anliegen ist gegen die guten Sitten, und nicht rechtskräftig, selbst wenn beide Seiten einen solchen "Vertrag" schon unterzeichnet hätten.

Der Vermieter muss nur schriftlich davon in Kenntnis gesetzt werden, dass jetzt ein Kind da ist. (Informationspflicht als Mietnehmer)

Diese Thematik zählt übrigens zum allgemeinen Gebrauchsrecht des Mieters und ist speziell in diesem Fall durch Artikel 6 Grundgesetz (Schutz von Ehe und Familie) geschützt. Fragen nach einem Kinderwunsch und einer geplanten oder bestehenden Schwangerschaft sind unzulässig. Diese verletzen das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Mieters.

(Quelle:https://www.anwalt.de/rechtstipps/auf-wohnungssuche-wenn-der-vermieter-fragen-stellt_017318.html))

Hallo,

unterschreiben würde ich jetzt auch nichts, aber grundsätzlich darf ein Vermieter schon bei Überbelegung einer Wohnung die Kündigung aussprechen.

Wann es jetzt zur Überbelegung kommt ist anhängig vom Bundesland - es gibt verschiedene Richtlinien.

Viele Grüße,
lilavogel

Bei zwei Erwachsenen und möglichen sechs Kindern auf 130 qm liegt keine Überbelegung vor.

(Pi mal Daumen: 10 qm pro Erwachsener, 6 qm pro Kind.)

Er wird vor Gericht schlechte Karten haben, nur will man die letzte Instanz ja eigentlich vermeiden. Schliesse mich dem Tenor an, in den Mieterschutzbund beizutreten.

Hi,
rechtlich hat der Vermieter natürlich nichts in der Hand.

Aber schon 2 Kinder pro Zimmer, ab Schuleintritt finde ich persönlich schon ziemlich grenzwertig.

Kindergarteneltern haben auch das Mietverhältnis gekündigt bekommen, als das 2. Kind unterwegs war. Das Haus würde zu sehr abgewohnt werden.

Die haben sich ne neue Bleibe gesucht und fertig.

Ein perfektes Haus, wäre es, wenn jedes Kind ein eigenes Zimmer hat und nicht 2 und 3 Kinder, sich eines teilen müssen. Egal wie groß. Es ist immer scheiße.

Und bei 130 m² Wohnfläche, werden die "großen Zimmer" auch keine 40 m² pro Zimmer haben. Wo man mit Raumteiler bißchen Privatsphäre schaffen könnte.

Jedes Kind ein eigenes Zimmer, und wenn es nur 4 m lang und 2 m breit ist. Ich durfte mir, bis ich fast 16 Jahre alt war, das Zimmer, 16 m², mit meiner 3,5 Jahre jüngeren Schwester teilen. Später konnte ich 1,20 m gerade stehen, der Rest war schräg - aber es war mir, mir ganz alleine.

Gruß Claudia

Jedes Kind ein eigenes Zimmer ist wirklich schön. Aber ab einer gewissen Kinderzahl ist es halt nicht immer einfach, eine Wohnung/Haus mit entsprechender Zimmerzahl zu finden. Schaue dir mal an, wie viele Kinder sie hat. Ich hoffe, du kannst dann ihren Engpass nachvollziehen und ein bisschen Verständnis ihr gegenüber bringen.

Ne, ich habe aus Sicht der Kinder überhaupt kein Verständnis. Es ist nämlich total ätzend, sich das Zimmer teilen zu müssen.

Und aus Sicht des Vermieters, leider vermieten wir ein Haus an Personen :-[, würde ich auch sagen, ne sorry.

Aber da der Vermieter leider kaum Rechte hat, ist es halt so.

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Naja, ich denke schon ,dass er zumindest für ihn möglich ist dagegen vorzugehen. Es sind jetzt schon sehr viele Personen für die Größe Haus. Haus wird schneller verwohnt, egal wie ordentlich die Familie ist. Eventuell kann er die Miete erhöhen, weil bei der Zimmeranzahl mit sovielen Leuten nicht zu rechnen war.
Da müsste man mal einen Anwalt befragen.

Ich würde keinen Rechtsstreit wollen und die Augen ab jetzt nach etwas anderem offen halten.
Was bringt es denn, jetzt jahrelangen Ärger anzufangen?

>>Haus wird schneller verwohnt, egal wie ordentlich die Familie ist.<<
nun, alles und jedes zeigt mit der Zeit Zeichen von Benutzung. Was meinst du mit "schneller verwohnt?"

Abnutzung entsteht mehr bei sechs anstatt bei zwei Kindern + Eltern ; )

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Soweit ich weiß, kann der Zuzug von Angehörigen generell nicht verboten werden und ist auch kein Kündigungsgrund.
Angehörige sind sowohl neugeborene Kinder, adoptierte Kinder, schon mal ausgezogene Kinder, aber auch die Eltern, Geschwister, Verlobte etc.
Das Ansinnen ist also totaler Quatsch, zumal 130 qm für 7 bis 8 Personen sicher nicht zu eng sind.

Zu eng bestimmt nicht, aber schlecht Aufgeteilt. Wenn nur 3 Schlafzimmer vorhanden sind, und nur 2 für die Kinder bestimmt sind.

Und wenn der Vermieter Angst vor was auch immer, großer Abnutzung etc. dann ist das so.

Ich würde dem Vermieter jetzt nicht ans Bein pinkeln, im Endeffekt sitzt der Vermieter am längeren Hebel und kann kündigen. Aufgrund eines weiteren Kindes DARF er aber, soweit ich weiß, nicht kündigen.

Was ich machen würde: Den Vermieter bitten, dass er selbst das von ihm gewünschte Schreiben aufsetzt und euch (am besten von ihm unterschrieben ;) ) zukommen lässt. Ihr könnt euch dann eine Bedenkfrist erbitten und hinterher Bescheid geben, dass ihr euch entschieden habt doch nicht zu unterschreiben. Dann habt ihr wenigstens den Zettel in der Hand und hättet im Falle einer Kündigung bei weiterem Nachwuchs etwas in der Hand.

Beratung beim Mieterschutzbund wäre aber vermutlich die beste Idee, bevor man selbst irgendwas in die Hand nimmt..

"Ich würde dem Vermieter jetzt nicht ans Bein pinkeln, im Endeffekt sitzt der Vermieter am längeren Hebel und kann kündigen."

Hallo,
mit welcher Begründung könnte der Vermieter denn deiner Meinung nach kündigen?

Gruß
Demy

Ist das nicht eigentlich egal, aus welchem Grund er kündigen könnte? Der Vermieter möchte, warum auch immer, in seinem Eigentum nicht so eine große Anzahl an Bewohnern haben. Vermutlich ist ihm die bisherige Menge der Kinder schon ein Dorn im Auge. Unterschreiben würde ich so einen Schrieb auch nicht, aber ich an Stelle der Familie würde mich nach etwas anderem umsehen. Sie stehen doch jetzt nicht unter Druck und könnten in Ruhe nach größerem Wohnraum ausschau halten.

LG
Malafide

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5 Kinder teilen sich also 2 Kinderzimmer! Bei einem 6. Kind sind also pro Zimmer 3 kinder?

Denken Sie denn auch mal dran das alle Kinder älter werden und das jedes Kind ab einem gewissen Alter seine Privatsphäre braucht und es eine selbstverständlichkeit sein sollte das man seinem Kind ein eigenes Zimmer "bieten kann"

Wie stellen sie sich das denn vor wenn sie nicht vorhaben umzuziehen?

Hallo,

wir haben selbst drei Kids und einen nicht kleinen Hund. Netterweise wohnen wir nicht zur Miete. Aber ich weiß wie in der Nachbarschaft geschaut wurde wie zu dem niedlichen Baby, noch ein weiteres kam, dann noch eines und dann ein reichlich 30kg Hundebaby #cool
Inzwischen sind unsere Babys im pubertären Alter und kurz vor der Einschulung und der Altersunterschied ist nicht nur für uns spürbar. Es wird nicht mehr lange dauern und wir werden gefragt zu wem der weibliche Besuch gehört.

Selbst wenn Kinder sich gut benehmen können aber Türen im emotionalen Höhepunkt doch ab und an mal zugeworfen. Ebenso wird die Nachbarschaft mit unterschiedlichen Musikrichtungen beschallt. Die Bandbreite reicht bei uns von Hexe Lilli, über Klassisch Rock zu AC/DC. Wie gut das unsere Nachbarschaft absolute AC/DC Fans sind.

Bevor die Familie nochmal einen Glückstreffer hat würde ich schauen ob es nicht sinnvoller ist in ein größeres Objekt zu ziehen, ggf auf gewisse Annehmlichkeiten verzichten und dafür aber einen Vermieter haben dem weiterer Nachwuchs nicht stört. Es bleiben ja nicht nur die fünf Kinder sondern da ist meist noch der eine oder andere Kumpel da und trotz aller Bemühungen wird es da nicht immer ruhig zu gehen.

Rechtlich wird der Vermieter nichts gegen ein weiteres Kind machen können. Aber er kann sehr viel dafür tun dass der Wohnkomfort im Rahmen seiner rechtlichen Möglichkeiten erschwert wird.

VG Geli

Danke an alle für euren Antworten. Die Familie hat sich sofort rechtlich abgesichert und tatsächlich ist die Drohung des Vermieters nicht rechtskräftig und ein Nachwuchs auch kein Kündigungsgrund. Geschockt war die Familie eher über die feindselige Haltung des Vermieters, so kannten sie ihn garnicht. Ein neues Haus zu suchen bzw. zu finden ist dort wo sie wohnen schier unmöglich (HH). Erstens wollen die Eigentümer keine Kinder (war damals bereits bei 3 Kindern sehr schwierig, alle sagten max. 2 Kinder) und außerdem sind die Mieten so unverschämt teuer, dass sie sich nichts Größeres leisten könnten (Eigenkapital für Hausbau ist auch nicht vorhanden).

Die Familie und auch die Kinder sind es übrigens gewohnt, dass nicht jeder ein eigenes Zimmer hat. Da wo sie herkommen ist überhaupt so ein großes Haus zu haben bereits Luxus. Die Familie ist froh und dankbar über ihr Glück. Ja, sie sind alle sehr glücklich :-), die Eltern wegen ihre tollen Kindern, die Kinder wegen der Geschwister an ihrerer Seite. Gespielt wird eh die ganze Zeit im Garten :-)
Lg an alle.

"Ein neues Haus zu suchen bzw. zu finden ist dort wo sie wohnen schier unmöglich (HH)."

Kann ich bestätigen, nichteinmal mit Dringlichkeitsschein gibt es zeitnah eine adäquate Wohnung schon gar kein Haus für eine große Familie.

Das ist aber eine zum Teil selbst verursachte Situation und da kann und vielleicht sollte man sich mal die Frage stellen, muss ich in dieser Situation noch weitere Kinder bekommen?

Wenn man sich diese Frage nicht stellt, weil man seine eigene Familienplanung über die vorhandene Ressourcenmöglichkeiten stellt, dann muss man schlicht mit den Konsequenzen leben.

Gruß
Demy

Hm, naja selbstverursachte Situation weiß ich nicht. Warum sind die Mieten so teuer? Warum sind mehr als zwei Kinder unerwünscht? Warum dürfen nur "Reiche" das Recht haben, mehr als zwei oder drei Kinder in die Welt zu setzten?

Diese Probleme gäbe es doch garnicht, wenn das Kinderkriegen mittlerweile nicht so verpönt wäre.

Die Familie will doch in dem Haus bleiben, selbst mit 5 Kindern fühlen sie sich wohl, zahlen Miete, halten Ordnung. Das Problem ging doch vom Vermieter aus. Und zwar aus heiterem Himmel.

https://www.youtube.com/watch?v=9Uoh3bE6-0U

so lange es nicht so aussieht..

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