Wie nehme ich meinem Kind Angst vor dem Fliegen?

Guten Morgen,

nach dem Anschlag von Istanbul(Flughafen) ist das jüngste Kind total panisch und will partout in kein Flugzeug mehr steigen- die Terroranschläge und Abstürze machen ihm sehr viel Angst.

Wir haben viel gesprochen- Urlaub absagen? Daheim bleiben ist keine Lösung, die Restfamilie möchte unbedingt auf die Insel. Auto und Fähre gehen auch nicht mehr.

Gebt mir mal Ratschläge wie ich dem Kind die Angst nehmen kann?
Wie gehen Eure Kinder damit um?

Besserwisserische klugschwätzer und Tiefschläger bitte hier nicht mitmachen, tobt Euch woanders aus, danke!

Wie alt ist denn dein jüngstes Kind?

Meiner zum Beispiel ist 6, und ich halte ihn von solchen Nachrichten einfach fern. Aktuell aus gegebenem Anlass, mein Mann ist nämlich gerade geschäftlich nach Mallorca gefahren. Da reicht mein mulmiges Gefühl, das muss mein Sohn nicht auch haben.
Außerdem werden wir alle zusammen im Februar wegfliegen, das wird seine erste Flugreise werden. Ich hab schon auch etwas Angst davor, kann das aber mit mir selbst ausmachen .

LG

9 Jahre alt, er liest Zeitungen, hört gerne Radio- ich kann ihn nicht fernhalten.

Wir fliegen auch nach Mallorca, wohl ist mir auch nicht gerade, was ich aber vor meinem Kind in dem Sinne auch nicht zugebe bzw zeige!

Denn wo fängt es an, wo hört es auf, dann darf man ja gar nicht mehr aus dem Haus#zitter

>>Denn wo fängt es an, wo hört es auf, dann darf man ja gar nicht mehr aus dem Haus<<
sag ihm das doch genau so!

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Zeige ihm kindgerechte Statistiken, die zeigen, dass z.B. Autofahren viel gefährlicher ist, als mit dem Flieger abzustürzen und die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt sofort wieder etwas passiert ist auch sehr gering.
Dass dann Kindgerecht verpackt, natürlich mit dem entsprechenden Verständnis für sein Empfinden.

Wann fliegt ihr denn? Normalerweise läßt eine akute Angst so nach 2 Wochen nach.

Du solltest aber auch davon überzeugt sein, Dein Kind merkt unbewußt ob Du dieselbe Panik schiebst.

>>>Zeige ihm kindgerechte Statistiken, die zeigen, dass z.B. Autofahren viel gefährlicher ist, als mit dem Flieger abzustürzen <<<

Dann bekommt er auch noch Angst vor dem Autofahren. ;-)

Im Ernst, ich habe auch Flugangst, da kann mir jemand mit 178 Statistiken kommen, das mindert die Angst nicht.

Flugangst ist aber doch was anderes als die Angst vor einem Bombenanschlag

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Was genau macht Deiner Lütten Angst?

Ja....die Ereignisse sind schlimm, keine Frage...aber es gibt immer einen ganz bestimmten Punkt, der diese Angst auslöst.....und den solltet ihr finden.

ich habs so raus gelesen, dass das Kind der TE zum jetzigen Zeitpunkt Angst vorm Fliegen hat wegen Anschlagsgefahr, da ihm diese Gefahr bei einem Flugzeug höher erscheint als auf dem heimischen Balkon

Hallo,

das einzige Argument was ich habe, ist, dass man sich dann eigentlich nur in einen Glaskasten setzen kann, wie Howard Hughes und sein Leben dort fristen kann.

Ob das Spaß macht?

Zumal man den Terroristen damit nur in die Hände spielt.

Außerdem kann einen auch vor der Haustür ein Auto überfahren oder ein Zug, in dem man sitzt, verunglückt (die Wahrscheinlichkeit ist deutlich höher).

Meine Neffen sind gerade in Frankreich bei der EM. Klar macht man sich da Gedanken, die Public Viewing Stätten sind geradezu prädestiniert dafür.

Aber wie gesagt, es kann überall was passieren.

Meine Tochter ist eine begeisterte Fliegerin, auch in diesen Zeiten.

GLG

Ich hab seit meiner Kindheit Angst vorm Fliegen und ich fliege bis heute nicht.
Wenn jemand richtig schlimme Angst hat, dann wirst du daran auch mit vielen guten Worten nichts ändern können. Auch Logik bringt dich da nicht weiter.

Mir hat bis heute keiner die Angst gekommen..........

LG Dany

Dann hattest Du vielleicht einfach noch nicht den richtigen Therapeuten?
Ängste sind behandelbar.

Wenn das Flugzeug abstürzt und ich tot bin, hab ich da nicht mehr viel davon....

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Ich kann deinen Sohn verstehen. Selber ist mir auch nicht wohl daher fliegen wir nicht. Meine Kinder haben aber beide eine Reise nach Malta gewonnen.... In einer Gruppe ohne Eltern. Mir ist jetzt schon Angst und Bange. Der Vergleich mit der Gefahr im Auto oder sonstwo zählt bei mir nicht. Denn diese muss man im Alltag ja in Kauf nehmen. Wohingegen eine flugreise nicht lebenswichtig ist.

Ganz ehrlich..... Ich würde mit ihm in Ruhe reden aber keinesfalls zwingen mitzufliegen. Wenn er die Option bekommt daheim bei Oma oder Tante oder so zu bleiben fühlt er sich ernstgenommen und kann dann noch entscheiden.

Mona

Hallo, mein Sohn ist 10 und hat auch Angst, ich teile seine Bedenken.

Bevor der jüngste Flugzeugabsturz nicht aufgeklärt ist, bleiben wir am Boden.

Wenn ich beruflich fliegen müsste, okay, aber im Urlaub möchte ich nicht viel riskieren.

Wir waren jetzt ein Wochenende im Allgäu und fahren im Sommer irgendwohin zum Zelten innerhalb Deutschlands, wo das Wetter gut ist, letztes war Brandenburg traumhaft.

LG

Letztes Jahr meinte ich

Du kannst ihm die Angst nicht nehmen, aber Du kannst ihm helfen, sich seiner Angst zu stellen.
Sprich mit ihm über Angst, wofür ist Angst gut, was passiert im Körper, was genau macht ihm Angst, was passiert im Gehirn, wie verfestigt sich Angst und wie geht Angst auch wieder weg? Warum gehen wir ruhigen Gewissens über die Straße, aber mit pochendem Herz in den dunklen Keller?
Findet einen Umgang, der für Euch passend ist.

Als Angstpatient kann ich dir versichern dass es nicht hilft zu wissen wie Angst "passiert " oder was es mit dem Körper macht.
Ich habe eine Phobie vor Spritzen. Obwohl ich weiß woher das kommt, auch ursprünglich in den Genen liegt, kann ich mich nicht überwinden und lasse nur im Notfall eine Nadel an mich heran. Also wenn Op nötig, Schwangerschaft oder absolut was dringendes

Habe auch Flugangst und jetzt noch mehr als früher.
Da kann man mir tausendmal sagen dass Auto fahren gefährlicher ist, Autounfälle habe ich schon ein paar überlebt!

Ich habe Angst vor Terrorismus und meide seit Jahren Menschen Ansammlungen...warum sollte ich mich dieser Angst stellen. Es wird mir in diesen Momenten nicht besser gehen und danach ebenso wenig.

Nur weil Menschen vor etwas Angst haben, helfen nicht immer Vergleiche mit anderen Situationen.

Ich finde mein Leben sehr lebenswert auch ohne flugreise oder Massenveranstalltungen.

Ich denke man darf Angst auch annehmen, selbst wenn sie lästig sein können und einem manches im Leben verwehren..... Aber echte Angst ist mehr als ein flaues Gefühl im Magen. Ich glaube dass viele Menschen das nicht nachvollziehen können dass man dann eben einfach nicht fliegt sondern fährt. Klar passieren auf der Straße mehr Unfälle.... Aber man fällt nicht.

Es sind Urängste die uns Menschen gegeben wurden.
Fällt man, stirbt man evtl.

Sticht man sich, kann man sich vergiftet haben oder an einer Sepsis sterben.... Solche Ängste haben uns Menschen beigebracht auf sich zu achten und Gefahren aus dem Weg zu gehen. Und bei manchen Menschen sind diese Urinstinkte einfach mehr da als bei anderen.

Und ja.... Man kann Ängsten einfach aus dem Weg gehen. Fliegen ist nicht wichtig im Leben :)

Und Verstand hat bei einer Angsttherapie eh keinen Platz..

Mona

Hallo

Du sprichst mir, auch mit Angststörung lebend (damit lebend aber nicht mehr darunter leidend - wörtlich genommen!).

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da konnte ich nicht mal mehr Auto fahren (als Beifahrer wohlgemerkt); ich saß zitternd im Wagen, mir liefen die Tränen und war kaum ansprechbar.
Mit Hilfe einiger Therapien bin ich nun soweit, dass ich gut in Ko-Existenz mit meiner Angststörung leben kann und nicht mehr unter ihr leiden muss.
ABER das war ein harter und mit unzähligen Rückschlägen versehener Weg.

Ich habe festgestellt, dass mir persönlich ausführliche Gespräche über die Angst halfen und auch helfen. Im Gespräch baue ich Stress und Ängste eher ab, als wenn mir jemand mit sachlichen Argumenten kommt.

Da der Sohn der Threaderöffnerin scheinbar nicht generell Angst vorm Fliegen hat, sondern Angst auf Grund der sich mehrenden terroristischen Ereignisse, die immer näher rücken, vielleicht immer wieder über den Urlaub reden, wie schön es dort ist, etc. p.p. und das Schöne in den Vordergrund stellen.

Nachvollziebar ist, dass man durch den Flugverkehr an sich vernetzter ist und man fühlt sich irgendwie näher dran.
Der gesunde Verstand sagt, es kann immer und überall etwas passieren; die Angst lässt aber den gesunden Verstand außen vor und man ist für Argumente nur noch schwer empfänglich. Es baut sich regelrecht eine "und wenn das nicht ist, dann kann das sein..." Spirale auf.

Ich würde die Angst ernst nehmen und, wie auch schon einmal gelesen, ggf. überlegen, ob ich die Option ausspreche, sofern möglich von der Betreuung her, das Kind daheim zu lassen wenn sich nichts ändert.

Man muss nicht auf Biegen oder Brechen gegen die, durchaus begründete Angst, anzugehen.
Ich selbst würde z.B. nie und nimmer mit meiner Spinnenphobie eine gezielte Therapie machen. Wenn ich nur dran denke, fängt mein Herz an zu rasen und Ekel steigt auf. Muss ich so'n Viech an mir herum krabblen lassen?? Mir reicht, dass ich die Viecher bis zu einer gewissen Größe beseitigen kann; die Chance, dass mir eine Tarantel hier im heimischen Landen begegnet, ist gering, so dass ich mit der Angst leben kann....

LG

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Hallo,

jetzt ist es wichtig, dass die Sorge/Angst Deines Sohnes nicht bagatellisiert und heruntergespielt wird. Vielmehr muss er sich in seinen (natürlichen) Empfindungen ernst genommen fühlen und das wird ihm schon viel helfen. Sprecht mit ihm darüber, wenn er das möchte. Ansonsten würde ich das Thema nun nicht "überthematisieren", also nicht ständig das Thema von Eurer Seite aus aufgreifen.

Was mir noch einfällt: Vielleicht hilft es Deinem Sohn, wenn Ihr gemeinsam beim Reiseveranstalter anruft und herausfindet, ob für Barcelona eine Reisewarnung vorliegt. Da keine vorliegen wird, könnte das für Entspannung sorgen. In diesem Sinne, einen schönen Urlaub Euch :)

Für die Türkei gibts aber auch keine Reisewarnung.

Danke Euch für Eure zahlreichen Antworten, hoffe mein neunmalkluger Sohn und ich finden eine Lösung wie er seine Angst überwinden kann:-)

ängste kann man niemandem "nehmen" und mit Argumente helfen nur auf Umwegen und nur dann, wenn sie für denjenigen plausibel sind und er sich seiner Angst stellen will.

Die beste methode wäre, mit ihm regelmäßig zum Flughafen zu gehen (weiß natürlich nicht, wie realistisch das ist). also wenn prakikabl, dann jeden tag mal dort flugzeuge beobachten.
wenn so nicht machbar, dann vielleicht 2-3 wochenendausflüge machen. in frankfurt kann man wunderbar bei Mc doof sitzen und draußen aus dem fenster die Flugzeuge anschauen.
Da einfach mal nen gemütlichen nachmittag vrbringen.

die nachrichten suggerieren uns "erfahrungen". er hat also jetzt die erfahrung gemacht, daß flughäfen etwas gefähliches sind.
aus dieser "erfahrung" heraus ist es nicht dumm, angst zu verspüren und die gefahrenquelle zu meiden.
es müssen also viele andere erfahrungen her, die zeigen, daß der ort eben nicht stärker gefahrenbesetzt ist als andere orte.

das ist schon für uns erwachsene nicht einfach. für Kinder oftmals noc hviel schwieriger, weil sie noch weniger abstrahieren können und mit eienr statstik noch weniger anfangen können.

schaut euch fotos an von flugzeugen, erzähl vom letzen urlaub und dne postiven erfahren, geht zu tante erna und laßt euch die dias vom letzen äygptenurlaub zeigen etc..
verknüpfung von positiven erfahrungen mit flugreisen sind jetzt das einzige, was (wenn es über einen längeren zeitraum richtig "gegenkonditioniert" wird) die gefühlslage verändern könnte

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