Schlechte Noten - durch Tod des Vaters in der Schule abgesackt...

Hallo Ihr Lieben,

ich benötige dringend Hilfe... Mein Sohn kam heute mit dem schlechtesten Zeugnis aller Zeiten nach Hause. Mathe 4, Deutsch 4, Englisch 3, Technik 4 (gut, da kann ihn die Lehrerin nicht besonders leiden... Ich hatte sie schon als Schülerin und musste seinerzeit mit ihr vor das Schulamt, da sie mit einem Schlüssel nach mir geworfen und mich am Kopf getroffen hatte...), Arbeit-Wirtschaft-Technik 2, der Rest wieder nur 3er und 4er.
Ach ja, er geht nur auf die Hauptschule!

So jetzt zum Problem... Es ist das Zeugnis mit dem er sich um einen Lehrstelle für 2015 bewerben muss. Er hat zwischenzeitlich zum Glück 3 sehr gute Praktikumsbestätigungen von Autohäusern (er möchte KFZ-Mechatroniker werden)...

Sein Vater ist vor 3 Jahren gestorben und das hat ihn/uns mächtig gebeutelt... Seitdem ist er ein ruhiges, zurückgezogenes Kind (jetzt 14 Jahre alt). Er hat einen besten Freund und nur mit dem unternimmt er etwas - mehr lässt er nicht an sich ran...

Seine Lehrerin, die er seit der 5. Klasse durchgehend hat, kreidet ihm das jetzt (jetzt 8. Klasse) an. Er war früher so aufgeweckt und fröhlich und jetzt ist er in sich gekehrt, macht keinen Spaß mehr mit... Wortlaut der Lehrerin mir gegenüber: Irgendwann muss es auch mal gut sein, er kann sich nicht immer auf dem Tod seines Vaters ausruhen..." (Hat auch keiner gesagt - es hat halt ihn und sein/unser Leben verändert!) :-[

Ich bin seit dem Tod seines Vaters mit ihm ich psychologischer Behandlung. Fabio hat ihn nach einem Herzinfarkt als erstes in der Wohnung gefunden. Er war da 11 Jahre alt und kam von der Schule nach Hause, ich war mit unserer Tochter einkaufen...

Der Professor sagt alle 3 Monate: Ich bin sehr zufrieden, er geht gut damit um. Allerdings wird der Verlust prägend für sein weiteres Leben sein. Aber es ist alles in Ordnung. Er ist ein ruhiger, freundlicher Jugendlicher...

So egal wie - auch die Beurteilung in seinem Zeugnis ist niederschmetternd... Ruhig, zurückgezogen, nimmt an der Klassengemeinschaft nicht teil...
Das gute sind wirklich die Praktikumsbestätigungen, die sind sehr herausragend.

Die Betriebe haben mitgeteilt, dass er freundlich, hilfsbereit, höflich und aufgeschlossen ist.

Aber wie kann er die schlechte, schulische Leistung evtl. in die Bewerbung einbauen? Hat jemand eine Idee wie das formuliert werden könnte?

Klar, jede Mutter lobt ihr Kind, aber er ist wirklich ein lieber und hilft mit im Haushalt, kümmert sich um seine kleine Schwester (6 Jahre) mit... Ich bin verzweifelt und glaube nicht, dass mit diesem Zeugnis ihm jemand eine Chance gibt wenn keine passende Erklärung abgegeben werden kann...

Sorry für das viele #bla#bla#bla. Evtl. fällt ja jemandem ein heißer Bewerbungstipp ein....

Vorab #danke#danke#danke
und liebe Grüße von einer schwarz sehenden Mama... #heul

2

Hallo,

warum macht dein Sohn nicht den erweiterten Hauptschulabschluss dann hat er noch 1 Jahr Zeit um seine Noten zu verbessern und der Schulabschluss ist auch ein etwas besserer.
Damit hätte er dann auch evtl. die Chance eine Lehrstelle in seinem Traumberuf zu finden.
Denn es ist ja nicht nur die Ausbildung die dein Sohn wuppen muss sondern auch die Berufsschule.
Sprich mal mit deinem Sohn darüber und ermutige ihn dazu.

LG

1

Hallo,

das ist traurig für Euch #liebdrueck

Für Deinen Sohn ist das sicherlich ein einschneidendes Erlebnis gewesen, das sich eben nicht mal so einfach wegwischen lässt.

Wir Erwachsene können ja vieles kompensieren, aber ein schweres Trauma ist auch für unsereins nur sehr schwer zu bewältigen.

Ist er in psychologischer Betreuung? M.E. braucht er hier noch ganz viel Hilfe und Unterstützung.

Wenn er ein Praktikum in einem Betrieb macht, in dem er seinen Berufswunsch verwirklichen kann, und dort gut ankommt, schauen die dortigen Ausbilder auch nicht mehr so auf die Noten.

GLG und alles Gute für Euch #klee

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Es tut mir leid mit seinen Vater, aber als ausrede wuerde ich es bestimmt nicht zaehlen lassen nach 3 jahren, da hat er halt pech und wird fuer seine faulheit bestraft und muss wenn er pech hat was anderes lernen, dass war ja vorher klar.

Sorry, aber die Lehrerin hat recht, so hart wie es ist, aber er kann sich nicht immer mit den tot rausreden, waere ja auch noch schoener.

eine passende Erklärung fuer seine schlechte noten und seine art in der schule gibt es nicht,da ja auch die praktkums beorteilungen anders aussehen, als ist es desintresse an der
Schule und seinen Klassenkameraden und faulheit was das lernen angeht, wie soll er mit der einstellung eine Ausbildung schaffen, wenn er nur mitmacht, wenn er lust hat. So wuerde ich die zwei unterschiedlichen beorteilungen auslegen.

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Sag mal, geht es noch? Alles klar bei Dir?

Wie kann man nur so einen Stuss schrieben, wenn es um einen traumatisierten Jugendlichen geht, dass in psychologischer Betreuung ist und seit dem Trauma zurückhaltender und verschlossener ist und mit den Noten etwas abgesackt ist.

Echt, ich habe hier selten so etwas empathieloses und dreistes gelesen und hoffe die TE nimmt sich davon NIX an.

Es gibt genug Teenager, die nach so einem Erlebnis ganz anders reagieren, Drogen nehmen, komplett rebellieren und gar nicht erst zur Schule gehen, geschweige denn sich in einem Praktikum engagieren.

Hier schreibt ein Junge nur ein paar 4er und zieht sich zurück!

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Danke fräuleinblume... Das baut mich jetzt auf. Er ist nicht stinkfaul, er hat eine Dyskalkulie (Rechenschwäche) und daher ist die 4 in Mathe berechtigt. Dyskalkulie wird in Bayern nicht anerkannt... Ist halt so. In Deutsch gab es (manch einer mag es nicht glauben - ist aber so... nur ein Diktat im halben Jahr und das hat er mit der 4 vermasselt) Zwischenzeugnis 3 + Diktat 4, also 3,5 aufgerundet auch 4...

Es wird immer Menschen geben, die schnell über andere urteilen ohne selbst in deren Schuhen gelaufen zu sein...

Fühl Dich gedrückt & Danke

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Hallo.

Wie schon geschrieben wurde ... gibt es nicht die Möglichkeit, dass er noch (ein Jahr) länger zur Schule geht, um a. einen wertigeren Abschluss zu machen und b.) seine Noten zu verbessern?

Das Problem ist einfach, dass Dein Sohn nur einen Hauptschulabschluss machen wird und dazu, wie es derzeit aussieht, auch noch einen schlechten, bzw. er sich eben mit einem schlechten Hauptschulzeugnis bewerben muss ... und damit hat er meines Erachtens so gut wie keine Chance.

Ausbilder schauen weniger auf Praktikumszeugnisse, da diese erfahrungsgemäß besonders wohlwollend sind (niemand will erfahrungsgemäß einen jungen Mensch mit einem schlechten Zeugnis brüskieren, vor allem weil ja so ein Praktikum eh nur von kurzer Dauer war), sondern vielmehr auf Schulnoten, da man während der Ausbildung einfach keine Probleme in der Berufsschule haben will.

Auch die Matheschwäche oder den Tod des Vaters als Erklärung bei der Bewerbung anzubringen, finde ich schwierig ... ich persönlich habe durchaus schon Bewerber mit Defiziten eingeladen, aber diesen sozialen Gedanken hat nicht jeder, insbesondere nicht in einer so "kernigen" Branche wie in einer Kfz-Werkstatt. Und gerade ein kleinerer Betrieb kann, bzw. will sich einen "eingeschränkten" Auszubildenden nicht leisten.

Ich drücke die Daumen, dass Ihr eine gute Lösung findet.

LG

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Hallo,

erstmal tut es mir Leid, dass ihr euren Mann/ Vater verlieren musstet.

Warum ist eine Beurteilung denn niederschmetternd, wenn das Kind ruhig ist?
Zurückgezogen, nun gut, muss ja nicht jeder Paris Hilton sein und im Sekundentakt twittern ... Hast du da Gefühl, dass er sich in der Klasse wohl fühlt?

Kann er nicht die achte Klasse freiwillig wiederholen? Natürlich ist das bei den Noten nicht angezeigt, aber vielleicht kommt er in einer anderen Klasse bessern zurecht oder er bekommt einen verständnisvolleren Lehrer. Auch kann er so nochmal in Praktikas sein Können unter Beweis stellen und vielleicht entstandene Wissenslücken schließen. Das neunte Schuljahr ist sehr, sehr kurz und der Lehrplan dafür viel zu voll, da bleibt Lehrern nicht viel Zeit, um zu wiederholen.

Ansonsten sollte er bei potentiellen Ausbildern nachfragen, wie wichtig ihnen das Zeugnis noch ist, wo sich sich doch schon von seiner Arbeitsweise überzeugen konnten. Die Technik 4 ist natürlich nicht sehr vorteilhaft :-(.

LG und alles Gute
delfinchen

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Und nochmal .... : )

Gibt es bei euch die Möglichkeit von 9 Plus 2?

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Kannst du nicht den Psychologen diesbezüglich fragen?

Ansonsten würde ich versuchen, die Ausbildungsstelle über private Kontakte zu finden, da kann man ja durchaus was zu dem Zeugnis dazu sagen.

Ach Mensch, ihr tut mir echt leid.

Mein Sohn ist so alt wie deiner und hat keine gravierenden Probleme, trotzdem wäre er aktuell zum zweiten Mal fast sitzengeblieben und hat beschissene Noten. Und dreist ist er noch dazu...

Gibt es bei euch in der Stadt nicht so Stellen die "schwachen" Schülern bei der Ausbildungsplatzsuche helfen? Arbeitsagentur?

Ich denke in so einem Fall wäre es wirklich superwichtig eine persönliche Beziehung zu einem potentiellen Ausbildungsbetrieb aufzubauen - und in der Regel ist das besser, wenn es durch Außenstehende passiert, nicht durch Betroffene.

Und die Lehrerin - echt ein Volltreffer. Ich mein in dem Alter sind die Kids schon ohne Elternverlust oft total durch den Wind - von daher find ich den Spruch wirklich unterste Schublade.

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Wirklichen wirklichen Rat habe ich nicht - aber vielleicht baut es Dich etwas auf, dass manchmal trotzdem alles ok wird...

Unser Vater ist auch sehr früh verstorben als wir noch in der Schule waren. Ich habe mich eher ins lernen gestürzt, mein Bruder ist total abgesackt und im laufe der Zeit von vier (!) verschiedenen Schulen geflogen. Er sagt heute selber, dass es ihn einfach nicht interessiert hat und er auch faul war. Ich finde daher den Ansatz nicht so verkehrt, die Möglichkeit zumindest in Erwägung zu ziehen.

Schlussendlich ist mein Bruder dann von der Realschule (wo er schon für einen Referendaren gehalten wurde, weil er durch Ehrenrunden der mit Abstand älteste war) auf das Wirtschaftsgymnasium in der nächstgrößeren Stadtgegangen und hat sein Wirtschaftsabi gemacht.

Anschließend hat er eine Lehre zum Versicherungskaufman gemacht, hat diverse Auslandsaufenthalte hinter sich und ist inzw Direktor bei einer der ganz großen Versicherungen in Deutschland

Hättest Du mich zwischendurch gefragt - ich hätte es nie (!) gedacht - aber es hat sich alles zum guten gewendet.

Was sagt denn Dein Sohn wo die schlechten Noten herkommen? Lernt er und ist fleissig? Meint er, dass er es besser kann? Wenn er wirklich sein möglichstes tut müsst ihr wahrscheinlich mit dem Ergebnis leben. Ansonsten ist es vielleicht wirklich noch eine Möglichkeit das Jahr zu wiederholen.

Ich möchte keine Grundsatzdiskussion anzetteln aber vielleicht ist das Modell Gesamtschule eine Möglichkeit? Er hätte einen Neuanfang, die Lehrer kennen ihn nicht und er hat nicht den Stempel "toter Vater" weg.

Ich wünsche Euch alles gute!

#liebdrueck

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Hallo,

Vielleicht könnte dein Sohn wirklich noch ein Jahr dranhängen.

Ansonsten aber ein positives Beispiel.

Ich kenne jemanden, der in der Schule einfach nur schlecht war. Er lernte Kfz-Mechaniker. Das machte ihm Spaß und lag ihm. Er war darin einfach gut.
Dann machte er den Techniker und bekam eine Stelle bei Porsche. Seitdem arbeitet er dort in der Entwicklung.
Inzwischen hat er sogar studiert.

Dein Sohn hat gute praktikumszeugnisse. Wenn er jetzt noch jemandem zeigen kann, dass ihn der beruf wirklich begeistert und er eine super Bewerbung hat, hat er bestimmt Chancen.

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