Rechtlich Frage - "Zwangesmedikation"

Hallo,

wenn ein Mensch noch bei klarem Verstand ist und seine Medikamente in vollem Bewusstsein, dass es sein Ende sein könnte, nicht nimmt, dann würde ich sagen, es ist sein volles Recht.

Ich wüsste auch nicht, wo steht, dass jemand zwangstherapiert werden müsste, außer er wäre minderjährig oder stünde unter Pflegschaft.

GLG

Nur weil jemand nicht mehr Leben will, heißt das nicht, das er nicht bei klarem Verstand ist.

Ich persönlich sehe das genau so, stand aber bislang immer ziemlich alleine mit dieser Meinung da.
Mir wurde versichert, dass man nach einem Suizidversuch, bzw schon bei der Androhung auf der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie landet, und das von jemandem der - wie ich dachte - Fachwissen hat.

Danke für die ausführliche Erläuterung!

Hallo

Nein, du kannst niemanden, der bei klarem Verstand ist, dazu zwingen. Und das ist auch gut so. Jeder soll über sein Leben selber entscheiden dürfen.

Bianca

Danke für deine Antwort!

Ich bin davon ausgegangen, dass bei versuchtem Suizid grundsätzlich davon ausgegangen wird, dass derjenige NICHT bei klarem Verstand ist und von daher "zwangstherapiert" wird.

Wenn dem nicht so ist, erübrigt sich natürlich meine Frage.

Das ist aber kein "versuchter Suizid". Suizid wäre eine aktiver Handlung, z.B. die absichtliche Überdosierung eines Medikaments.

Läuft aber doch letztlich auf das Selbe hinaus.

Nehme ich lebensnotwendige Tabletten nicht mehr, sterbe ich.

Nehme ich zuviele ebendieser Tabletten, sterbe ich. Geht nur schneller.

Ist aber rechtlich NICHT das selbe.

So wie "Maschinen abschalten" bei Todkranken erlaubt ist, "Morphiumdosis auf tödlich erhöhen" aber nicht.

Bei dem Beispiel ist es dann ja auch wieder ein anderer der handelt und nicht man selbst!
Aber ich habe mir das auch schon gedacht, dass man niemanden zwingen kann Medikamente zu nehmen.

Finde es trotzdem unsinnig, das eine zu "verbieten", das andere aber zu akzeptieren. Die Folge ist schließlich die Gleiche.

Wer bei klarem Verstand ist, darf auch lebensnotwendige Behandlungen ablehnen.

ich frag mich, wer bestimmt denn, ob jemand bei klarem Verstand ist. Viele sind der Meinung, dass jemand, der lebensnotwendige Behandlungen ablehnt unmöglich bei klarem Verstand sein könne

>>auch wenn es anderen als unvernünftig erscheint.<<
es ist aber ein Unterschied, ob jemand bei klarem Verstand etwas für andere unvernünftiges tut oder ob dann behauptet wird, der jenige sei auf grund dessen, eben nicht bei klarem Verstand. Deshalb meine Frage

Wie gesagt, die Tatsache, dass jemand eine medizinische Behandlung ablehnt, reicht nicht für "der ist irre".;-)

Auch dir danke ich für deine Antwort!

Woher kommt wohl der Irrglaube, dass man grundsätzlich weg geschlossen wird, wenn man sein Leben beenden möchte?
Oder habe das etwa nur ich geglaubt?!?

Das ist aber auch moralisch ein großer Unterschied #rofl

Ich sehe es ja ein, verstehe die Begründung. Trotzdem finde ich die Unterscheidung unsinnig.

Ist aber auch eine ziemlich bescheuerte Überlegung, ich gebs ja zu.Aber es hat mich interessiert und habe im Internet nicht wirklich viel dazu gefunden.

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