Panikmache berechtigt?

Lieber Dr.,

ich bin nun das dritte mal schwanger.

Meine Große kam damals bei 38+3 mit zarten 2480 Gramm auf die Welt. Trotz engmaschiger Blutzucker Kontrollen aufgrund meiner Insulinresistenz wurde ein Gestationsdiabetes nach der 32. Woche ausgeschlossen. Bei der Geburt wurde der Gestationsdiabetes dann aber bestätigt. Meine Tochter hatte außerdem Reifezeichen aus der 32. Woche und reifte demnach kaum. Sie hatte große Blutzuckerprobleme und lag 3 Tage auf der Neo. Die Geburt ging sehr schnell und bis zu einer Muttermund Öffnung von 6cm bemerkte ich kaum, dass ich Wehen hatte.
Bei der zweiten Schwangerschaft war der OGTT schon in der 16 SSW positiv und ab der 18 SSW musste ich nachts spritzen. Ab der 22 SSW auch zu den Mahlzeiten. Die zweite Schwangerschaft trat schon nach vier Monaten ein.

Bei 31+3 bekam ich plötzlich Wehen. Bis dahin war alles unauffällig und ich hatte bis auf normale Schwangerschaftbegleiterscheinungen keine Probleme. Man konnte im Krankenhaus die Geburt noch eine Woche aufhalten. Ich lag die komplette Zeit an der Tokolyse. Zur Welt kam meine zweite Tochter bei 32+3 (11 Monate nach der ersten Geburt) als Sturzgeburt nach Entfernung der Tokolyse. Sie war fit und durfte nach drei Wochen nach Hause.
Heute, 3,5 Jahre später bin ich in der 22 SSW und war am Dienstag bei der Feindiagnostik. Der Oberarzt begleite mich engmaschig in der Woche des Krankenhausaufenthalts. Er legte mir trotz fehlendem Befund eine Haushaltshilfe ans Herz. Mein Frauenarzt allerdings sieht das nicht so. Mein Gebärmutterhals ist bei 4cm und alles ohne Befund. Damals wurde vermutet, dass ich Kinder nur bis etwa 2 kg austragen kann. Gibt's so was? Ich glaube eher, dass die Frühgeburt an der raschen Reihenfolge liegt.

Meine Fragen. Was sollte ich möglichst für Bewegungen vermeiden, um keine Zervixverkürzung zu begünstigen. Ist die Einnahme von Magnesium sinnvoll? Wenn ja wie hoch dosiert? Ich habe aktuell keinerlei Beschwerden. Welche Untersuchungsintervalle beim Frauenarzt sind sinnvoll, um eine evtl. Zervixinsuffizienz rechtzeitig zu erkennen? Momentan sind wir noch bei alle 4 Wochen.

Lieben Dank fürs Lesen.

Hallo,
ich beantworte Ihre Frage einfach mal, da Dr. Jahn Kinderarzt ist und alle gestellten Fragen das geburtshilfliche Gebiet betreffen.
Aus Ihren Schilderungen heraus lässt sich bei Ihnen nicht grundsätzlich ein Risiko für eine Zervixinsuffizienz herauslesen. Ihr erstes Kind kam in etwa am Termin zur Welt und das zweite aufgrund vorzeitiger Wehen, welche in der Folge zur Geburt geführt haben. Eine klassische Zervixinsuffizienz bedeutet eine Verkürzung der Zervix ohne Wehen.
Aber:
Grundsätzlich sollte zu schweres Heben (>5kg) und Sport vermieden werden, bei dem die Bauchpresse zu sehr aktiviert wird. Viel trinken und ballaststoffreiche Ernährung, um den Stuhlgang zu regulieren.
Beim Magnesium gilt eine Dosierung von 15 mmol oder 300 mg pro Tag als wirksam und sicher. Die Dosis kann meist ohne Bedenken auch gesteigert werden. Einzige Nebenwirkung wäre dann bei zu hoher Dosis Durchfall.
Wenn der Gebärmutterhals 4cm lang ist reicht m.E. aktuell ein Untersuchungs-Intervall von 4 Wochen aus.
Bei Beschwerden (Druck nach unten, Hartwerden des Bauches, Rückenschmerzen) stellen Sie sich jedoch unverzüglich Ihrer Frauenärztin vor.

Bei Unsicherheiten befragen Sie bitte immer Ihre behandelnde Frauenärztin.

Alles Gute!

Vielen Dank für die positive Rückmeldung. Das bestätigt mich im eigenen Empfinden und beruhigt mich zusätzlich

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