Wie geht es nur weiter?

Hallo,
ich schreibe hier für meine Freundin, weil sie nicht bei Urbia angemeldet ist.

Kurz zu ihrer Geschichte; im Mai 2012 hatte sie ihre erste große Myom- OP. Mehrere kindskopfgroße Myome wurden entfernt und die ganze Gebärmutter wieder zusammen geflickt. Danach sollte sie erstmal ein Jahr mit dem Kinderwunsch pausieren weil ein sehr großer Bauchschnitt gemacht wurde.
Ende 2013 kam dann die nächste große OP. Acht Myome saßen wieder in der Gebärmutter (die größten ca. so groß wie ne Mandarine) Jetzt soll sie wieder warten mit dem Kinderwunsch aber nur 3-6 Monate weil es ja inzwischen ein Spiel gegen die Zeit ist. Jeder Arzt fragt sie auch sofort ob sie überhaupt noch Kinder möchte, weil sonst die Gebärmutter sofort raus kommen würde.

Wie realistisch ist da überhaupt noch eine Schwangerschaft? Meine Freundin ist da sehr optimistisch eingestellt und wünscht sich 3 Kinder. Ihre Ärztin sieht es auch nicht dramatisch und greift nicht zu anderen Mitteln um eine Schwangerschaft zu beschleunigen. Ich werde dann immer ganz panisch und wäre an ihrer Stelle schon zehnmal in der Kiwu Klinik gewesen.
Gibt es überhaupt noch andere Möglichkeiten um eine SS zu beschleunigen? Ist überhaupt Platz in der Gebärmutter um ein Ei einzunisten, wenn schon die Myome wieder wachsen?

Vielen Dank für Ihre Antwort
Rinchen

Hallo, Rinchen,
also erst einmal vielen Dank, dass sich so sehr für Ihre Freundin einsetzen.
Aber, mehrere kindskopfgroße Myome klingt unwahrscheinlich, und die Wartezeit nach der OP wurde nicht wegen des großen Bauchschnitts von den Ärzten vorgeschlagen, sondern
weil die Narben an der Gebärmutter erst einmal verheilen müssen, bevor eine Schwangerschaft angegangen wird.
Jetzt schon wieder eine Myom-Op. 3 Monate Wartezeit ist bei Myomen dieser Größe ausreichend. Aber wichtig wäre zu wissen, ob bei einer dieser Operationen die Gebärmutterhöhle eröffnet gewesen ist oder nicht. Bei einer Eröffnung können sich anschließend sog. Synechien (Verklebungen bilden), die die Einnistung eines befruchteten Eis erschweren können. Das könnte durch eine Hysteroskopie (ambulant durchführbare

Spiegelung der Gebärmutterhöhle) erkannt bzw. ausgeschlossen werden.
Ansonsten gibt es keine Bedenken gegen eine Schwangerschaft. Wenn Ihre Freundin einen regelmäßigen Zyklus hat, auch schon einmal mittels morgendlicher Aufwach-Temperatur festgestellt hat, an welchen Tagen der Eisprung stattfindet, dann ist aus meiner Sicht eine
Kinderwunschbehandlung noch nicht indiziert.
Man sollte aber in der Tat nicht mehr lange mit dem Kinderwunsch warten, da sich erneut Myome bilden könnten.
Viel Glück für Ihre Freundin
Dr. D. Masson/mothers-talk.de (dort sind übrigens weitere 20 Fragen zum Thema Myome niedergeschrieben).

Hallo,

meine Geschichte ist ähnlich wie die von Rinchens Freundin.
Im Sommer 2012 wurden mir zwei sehr große Myome per Bauchschnitt (längs) entfernt.
Bei der Nachuntersuchung stellte meine Ärztin fest, dass weitere zwei Myome verblieben waren. Da diese nun gewachsen waren wurde mir empfohlen auch diese entfernen zu lassen (sie waren beide ca. 5 cm groß).
Die zweite OP sollte per Bauchspiegelung durchgeführt werden. Während der OP wurde ein weiteres Myom festgestellt und entfernt. Die Größe dieses Myoms ist mir nicht bekannt.
Die OP konnte leider nicht per Bauchspiegelung beendet werden. Es wurde ein Querschnitt gemacht.
Bei der Abschlussuntersuchung wurde mir geraten mit einer Schwangerschaft 3-6 Monate zu warten, meine Frauenärztin rät eher zu einem Jahr. Zudem wäre laut dem Arzt im Krankenhaus eine Entbindung per Kaiserschnitt angesagt aufgrund der vielen Narben an der Gebärmutter.

Bei der ersten OP wurde die Gebärmutterhöhle nicht eröffnet, zu der 2. OP, die jetzt gerade 2,5 Wochen zurückliegt, liegt mir der OP Bericht (noch) nicht vor.

Können durch die Narben an der Gebärmutter und evtl. durch Verwachsungen im Bauchraum, die durch die Bauchschnitte entstanden sind, Probleme während einer Schwangerschaft auftreten?

Wäre ein Kaiserschnitt wirklich zwingend erforderlich?

Vielen Dank für eine Antwort
loody

So, bin nun wieder aus dem OP zurück und kann antworten:

Sehr schwierige Frage von Rinnchen, da die Gebärmutter offensichtlich durchsetzt ist von Myomen. Ich würde hier auch nur zu 3 Mon. Pause raten und dann AKTIV auch mit Hilfe einer Kinderwunschbehandlung schwanger werden. Mehr als 3 Monate rate ich nie!
Da die Einnistung eines Embryo durch kleine Verletzungen in der Gebärmutterschleimhaut GEFÖRDERT wird, ist es ratsam eine Gebärmutterspiegelung direkt vor dem Versuch schwanger zu werden zu machen (7-50 Tage davor).
Dann kann man gleich feststellen, ob die Gebärmutterhöhle überhaubt noch für eine SS taugt.

Bei großen Operationen an der Gebärmutter und Entfernung großer Myome, die auch sehr tief in der Muskulatur gelegen sind, empfehle ich immer einen Kaiserschnitt ohne vorherige Wehen. Die Gebärmutter kann sonst bei der Geburt reißen, was tödlich für Mutter und Kind ausgehen kann.

Verwachsungen im Bauchraum machen keine Probleme IN der SS, nur evtl. Probleme beim schwanger werden.

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