Schilddrüsen-OP

Hallo!
Meine Schilddrüse muß entfernt werden, weil sich dort Knoten befinden. Wer hat eine Schilddrüsen OP hinter sich und kann mir sagen, wie das so abgeht. Wieviel Tage muß ich im KH bleiben? Wie schmerzhaft ist das ganze? Ach, einfach alles!!! ;-)

LG und #danke Tina

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Hallo Tina,

also: bei mir hat die SD-OP an sich etwas über 6 Stunden gedauert und das aufwachen war auch nicht gerade das schönste, ich konnte mich nicht bewegen, hatte überall schmerzen und das schlimmste waren die Schläuche in meinem Hals wo dann diese Flaschen (kenne den Fachausdruck net mehr) dran hängen! Die ersten 2 tage nach der OP konnte ich nicht groß laufen und auch meinen Kopf nicht weiter bzw. nicht lange halten (wegen der Überstreckung bei der OP). Ich konnte nicht essen, nicht Trinken, meine Spucke nicht schlucken und die ersten 2 Tage auch nicht weiter sprechen! Ich weiß es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und es kann sein das das alles bei dir nicht zutreffen wird, den jeder Mensch empfindet anders, aber mir wurde damals gesagt so schlimm ist das nicht und ich bin durch die Hölle gegangen!! Ich will dir damit auch keine Angst machen, ich möchte nur nicht das du dich drauf einstellst das es ein Spaziergang wird und dann doch alles ganz anders kommt!
Bei mir wurde leider die komplette SD noch dazu entfernt (weiss ja nicht ob das bei dir auch der Fall ist) und kann sein das es deshalb so schlimm war!
Habe hier in meiner Stadt eine kennen gelernt, die das alles auch so empfunden hat! Bin dann glaube ich nach 5 Tagen auf eigenen Wunsch nach hause, ich habe eine kleine Tochter und hatte tierisch Sehnsucht nach ihr (und natürlich meinem Mann) Ich hasse Krankenhäuser und habe es da einfach nicht länger ausgehalten!
Wenige Tage später wurden dann auch die Fäden gezogen! hatte lange Zeit Probleme mit meiner Narbe, immer wieder schmerzen und da ich ja jetzt gar keine SD mehr habe muss ich den Hormonbedarf komplett mit Tabletten abdecken und ich bin heute erst nach 2 Jahren richtig eingestellt, war auch eine harte Zeit mit schlimmen Stimmungsschwankungen und so!

Ich hoffe ich habe dir nicht all zu viel Angst gemacht, aber das ist leider meine Geschicht und ich hatte damals leider keine Wahl, denn ich hatte 2 Knoten a´ 5 cm groß die mir auch schon Atem probleme bereitet hatten!

Wünsche Dir alles alles Gute, das du alles gut überstehst und würde mich freuen von dir zu hören wenn du dann wieder zu hause bist!

Ganz Liebe Grüße
Alexandra

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Hallo Alexandra!

Viele Dank für Deine ausführlich Schilderung. Ja, Du hast mir Angst gemacht, aber das ist egal. Alle sagen, das ist nicht so schlimm usw. Nun bereite ich mich einfach doch auf was schlimmeres vor und wenn es dann besser wird, ist es doch gut. Einige unter Dir haben ja geschrieben, daß es evtl. doch nicht so schlimm wird und ich hoffe einfach mal, daß es bei mir dann auch nicht ganz so schlimm wird. Aber durch Deine Schilderung bin ich wenigstens auf das Schlimmste vorbereitet.

LG Tina

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Hallo,


nach meiner ersten OP musste ich meine Hand hinten in den Nacken legen, wenn ich mich aufrichten wollte. Mehr nicht. Ich konnte ganz normal essen und trinken. Den kleinen Schlauch am Hals hab ich nicht gespürt. Das Fädenziehen war auch ok. Nach einer Woche durfte ich wieder nach Hause. War dann aber noch 6 Wo krank geschrieben wegen Kreislaufproblemen.

Daran war aber meine Ärztin Schuld, da sie mir keine Tabletten gab.

Ihre Schuld war es auch, weshalb ich ein zweites mal operiert werden musste. Nach dieser OP hatte ich überhaupt keine Probleme und konnte nach 6 Tagen gehen.

Ich muss jetzt bis an mein Lebensende Tabletten nehmen.


Schmerzen hatte ich absolut keine.


Alles Gute!!!


lg

angel

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ich sage ja es ist von mensch zu mensch unterschiedlich. das mit dem Kreislauf hatte ich auch, konnte die ersten Wochen nie lange laufen oder irgendetwas machen! ach so und man bekommt im Krankenhaus jeden tag eine Thrombose spritze...mein Bauch sah vielleicht aus als ich wieder nach hause bin.....

Das mit den Tabletten fande ich anfangs schrecklich, jeden morgen...aber man gewöhnt sich dran....

lg

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Beim ersten mal bekam ich keine Thrombosenspritzen. Beim zweiten mal dann auch, aber auch die hab ich gut weggesteckt.

Ja, es ist schon Routine geworden jeden morgen die Dinger zu nehmen.

Wie oft musst du zur Kontrolle?

Mein Hausarzt will mich alle 3 Monate sehen, natürlich mit Blutabnahme. Auch das ist bei mir nun schon Routine...


lg

angel

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Hallo Tina,

wird bei Dir die komplette SD entfernt oder nur die Seite, wo die Knoten sitzen.
Bei mir wurde alles entfernt incl. angrenzte Lymphknoten, weil es bösartig war.
Ich bin Dienstags ins KH, dann fanden noch mal alle notwendigen Untersuchungen statt. Am Mittwoch bin ich operiert worden (5 Std) und am Samstag vormittag wurde ich dann entlassen. Am Montag wurden die Fäden gezogen.

Es ist sicherlich in den ersten Stunden, die erste Nacht kein angenehmes Gefühl. Allerdings weiß ich nicht mehr, was größer war der Schmerz am Hals oder der Schmerz gehört zu haben, dass etwas bösartiges in mir war.

Lasse Dir in jedem Fall nach der KH-Entlassung von Deinem Arzt Massagen verschreiben. Die tun Deinem Nacken gut, denn durch die Überdehnung ist alles verkrampft.

Lass Dir auch Calcium geben, denn in den ersten Stunden / Tagen wirst Du sicherlich in die Unterversorgung geraten. Ich bekomme nach meiner Total-OP das Calcium auf Rezept, so muß ich es nicht selbst kaufen.

Falls Du in der Nähe von Nürnberg wohnst, dann kann ich Dir eine gute Klinik empfehlen.

Viele Grüße
Andrea

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Wie wurde bei dir denn weiter behandelt?

LG
Simone

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Danke Andrea! Es wird die komplette SD entfernt. Mit den Massagen werde ich mir merken. Die sind ja immer gut ;-) Und auch das Calcium werde ich mir merken. Ich wohne nicht in Nürnberg. Aber ich habe schon eine gute Klinik hier in der Nähe empfohlen bekommen.

LG Tina

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Hi,
ich hatte 2004 eine Komplettentfernung der SD, inkl. Lymphknoten und leider auch der Nebenschilddrüsen. Wenn Du über die SD-OP aufgeklärt wirst, wird dir das kleine Risiko der Verletzung/Zerstörung/Entfernung der NSD als Risiko mit aufgezählt werden - ich glaube aber, dass es da heute eine andere OP-Methode gibt, wo zumindest bei Komplettentfernungen der SD die NSD vorher entfernt und danach re-implantiert werden. Ist zwar keine Garantie, dass die später funktionieren, aber doch sicherer als der andere Weg.

Die Nebenschilddrüsen gehören halt leider zu den Körperteilen, von deren Existenz und Wichtigkeit man erst weiß, wenn sie nicht mehr funktionieren :-(.

Ich bin am Tag vor der OP ins Krankenhaus, dort wurden dann diverse Untersuchungen gemacht - EKG, Blutabnahme, und eine unangenehme Untersuchung der Stimmbänder (ging aber schnell).

Die OP selbst sollte eigentlich nur ca. 3 Stunden dauern, und eigentlich sollte nur die Seite mit dem Knoten entfernt werden. Als ich stolze 7 Stunden später wieder aufgewacht bin und einen Blick auf die Uhr im Aufwachraum werfen konnte brauchte mir der Arzt die Diagnose "bösartig" eigentlich gar nicht mehr zu sagen, das war mir dann schon klar.

Während der OP wurde ein Schnellschnitt gemacht, und der hat schon ein eindeutiges Ergebnis geliefert. Also wurde halt weiter operiert und alles entfernt.

Das Aufwachen war unangenehm, aber schmerzfrei. Erinnern kann ich mich an das Ziehen vom Tubus, zumindest bilde ich mir das ein ;-), aber das ging ja sehr schnell.

Die erste Nacht habe ich auf einer Wachstation verbracht, quasi ein Mittelding zwischen normaler und Intensivstation. Die Nacht würde ich gerne aus meiner Erinnerung streichen, 4 Leute im Zimmer, einer zur Überwachung wegen extremen Schnarchens (so was habe ich noch nie gehört), eine alte Dame, die immer gejammert hat, und eine "mittelalte", der der Pfleger nichts recht machen konnte. Sehr erholsam, wirklich.

Mein Kopf war mit Klebestreifen fixiert, ich hatte im Hals zwei Drainagen - sah zwar recht brutal aus, hat aber nicht weh getan. Überhaupt ging es von den Schmerzen her, bei Bedarf habe ich erst mal einen Eisbeutel bekommen, erst wenn dann noch nötig ein Schmerzmittel (war glaube ich ein mal der Fall).

Hauptsächlich tat mir halt die Nackenmuskulatur weh, was durch die Fixierung nicht besser wurde. Am Tag 1 nach der OP konnte ich ohne Hilfe aufstehen, normal (am Tisch sitzend) Essen, und schon ein paar Schritte herumlaufen. Am Tag 2 wurden die Drainagen gezogen, die Klebestreifen entfernt, Duschen war mit speziellem Pflaster erlaubt, ansonsten sollte ich möglichst viel komplett ohne Pflaster bleiben - an der frischen Luft heilt doch alles am besten. Schmerzen hatte ich keine mehr.

Und so ging es dann weiter...mir ging es recht schnell nach der OP von der SD her gut, nur hatte ich ein massives "Calciumproblem", das die Ärzte lange nicht in den Griff bekommen haben. Es hat 11 Tage gedauert, bis der Wert so gut war, dass ich nach Hause durfte. Allein die Schilddrüse wäre Grund für ca. 5 Tage Aufenthalt gewesen, ich meine, dass so nach 5-6 Tagen auch die Fäden raus kamen.

Nach der OP bin ich ziemlich schnell in eine Unterfunktion gerutscht, war ja auch beabsichtigt, 3 Wochen nach der OP musste ich zur ersten Radiojodtherapie. Danach wurde leider immer noch eine Restaktivität festgestellt, also folgte ein halbes Jahr später die zweite.

Seitdem ist mein Tumormarker nicht mehr messbar, ich muss halbjährlich zur Kontrolle und habe die berechtigte Hoffnung, dass nie mehr was nach kommt.

Die Einstellung der SD-Werte mit Tabletten war bei mir nie ein Problem, selbst in der Schwangerschaft nicht. Alle Probleme, die ich habe oder hatte beruhen allein auf der vollständigen Zerstörung bzw. Entfernung der Nebenschilddrüsen - ansonsten würde es mir genau so gut gehen wie vor der OP. Aber das passiert ja hoffentlich nicht ;-). Es wird ja auch so viel über Stimmbandprobleme berichtet - damit hatte ich keine Probleme!

Viele Grüße und alles Gute,
Miau2 mit #baby Maximilian *12.05.06

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Vielen Dank für Deinen Bericht! So langsam blicke ich durch. Ich werde gleich mal googlen und mich über die Neben-SD informieren. Von der habe ich bis jetzt nämlich noch gar nichts gehört.

LG Tina

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Hi,
die nsd sind ungefähr stecknadelkopfgroß und liegen rund um die sd. mit derselben haben sie nur dem namen nach was zu tun, ansonsten nichts. man hat normalerweise 3-5 stück davon, und eigentlich reicht eine aus - daher ist das risiko des totalausfalls relativ gering. der fachbegriff lautet epithelkörperchen.

diese kleinen teile steuern den blutcalciumhaushalt. nicht zu verwechseln mit dem knochencalcium, dort könnte eine störung zu osteoporose führen - ein gestörter blutcalciumhaushalt bringt ganz andere probleme mit sich und muss auch anders behandelt werden.

ohne nsd kann mein körper kein ca mehr aus der nahrung ins blut bringen, und das hat ziemlich schnell folgen - angefangen mit kribbeln in den händen, bis hin zu krämpfen in allen muskeln (schlimmstenfalls ohne behandlung kann z.b. auch das herz als muskel probleme bekommen). die symptome einer tetanie werden leider selbst von ärzten gerne mal mit einem epileptischen anfall verwechselt, wenn niemand da ist, der über die grunderkrankung aufklärt - ist halt recht selten, daher kommen die nicht sofort drauf.

behandelt wird das zweigleisig: zum einen über ein medikament, dass meinem körper eben die aufnahme von ca aus der nahrung ermöglicht. da gibt es verschiedene möglichkeiten. zum anderen, wenn das nicht reicht, um den blut-ca wert auf ein ordentliches niveau anzuheben, über zusätzliche calciumgaben.

wenn die einstellung vernünftig ist, ordentlich überwacht wird und man einen arzt findet, der die krankheit und mögliche folgen ernst nimmt (und das tun eben leider nur wenige), dann ist auch damit ein total normales leben möglich.

bei mir gab es probleme, vor allem während der schwangerschaft, das hätte auch ganz anders ausgehen können. ist aber zum glück gutgegangen, und leider hat mir das wieder bestätigt, dass man mit der geschichte besser selbst bescheid weiß, als sich auf ärzte zu verlassen. nun gut, beim nächsten mal wüsste ich es vorher...

aber wie gesagt, das risiko ist relativ gering. und kein vergleich zu dem risiko, das ein weiter wachsender, evtl. bösartiger knoten in der sd mit sich bringt! und es hat sich bei der op technik einiges getan in den letzten jahren, auch, weil sd-ops eben heute routine sind. als ich operiert wurde, war neuromonitoring (soll die stimmbänder schützen) noch der letzte schrei - heute ist es standard. es gibt heute eigentlich in allen größeren städten sd-spezialisten unter den chirurgen, und damit sollte natürlich auch die quote der probleme sinken.

wenn du dich über die folgen einer nebenschilddrüsenunterfunktion informieren willst, kann ich dir die website
http://www.insensu.de
empfehlen. das ist eine interessensgemeinschaft von betroffenen.

allerdings sollte das wirklich nicht abschrecken - die folgen, die eintreten können, wenn man wegen eines solchen risikos auf die op verzichtet, sind schlimmer. letztendlich hat jede op ihr risiko - und diese geschichte lässt sich in den griff bekommen, das problem sind leider hauptsächlich die ärzte.

viele grüße und ich hoffe, ich habe dich nicht abgeschreckt - war nicht meine absicht!
Miau2

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