Blutgerinsel und Wasserbildung im Kopf nach Sturz - Hilfe!!

Ich habe gerade einen Anruf von meiner Schwiegermutter erhalten das mein Schwiegervater auf der Intensiv liegt.
Er ist auf der Treppe gestürzt und hat sich den Kopf aufgeschlagen. Seitdem ist er nicht mehr ansprechbar gewesen.
Er wurde ins Schlafkoma gelegt.

Er hat ein Blutgerinsel im Kopf und es bildet sich wohl nun auch Wasser.

Meine Schwiegermutter konnte mir nicht viel sagen über das was nun noch passiert mit ihm etc... wahrscheinlich stand sie noch unter Schock.

Wie ist der "Regelfall" bei einem Blutgerinsel im Kopf ??
Was wird evtl gemacht??
Was könnte passieren??
Welche Folgen etc.??

Mir schwirren ganz viele Dinge durch den Kopf. Wird er wieder aufwachen? Was ist wenn er Schäden davongetragen hat - nicht mehr sprechen kann oder sonst was...

Ich hab im Internet nach Antworten gesucht aber keine gefunden.

Vielleicht kann mir hier jemand etwas sagen...

LG
Judy

1

Hallo Judy,
erstmals muß ich dir sagen, es ist immer sehr schwer „Ferndiagnosen“ und „Prophezeiungen“ zu machen.
Ein Blutgerinnsel im Kopf ist immer ein schweres Problem, das Intensivmedizinische Maßnahmen mehr als notwendig machen. Wenn die Therapie (Lyse zB.) gut anschlägt, kann es gut ausgehen und er trägt keine Schäden davon (das will man hoffen auf jeden fall), es kann aber auch sein das er nach der Akutphase Schädigungen von Sprache bis Motorik (kommt immer drauf an wo das Gerinnsel das Gehirn geschädigt hat) davon trägt, dies wäre in jedem fall auch zu bewältigen mit Therapien die Zwar zeitaufwendig sind aber Besserung bringen (können – da es auch hier wieder das Problem gibt das nicht alle Maßnahmen greifen und die Gundschädigung auch zu groß sein kann).
Das Schlimmste was es danach noch gibt ist das er ins „Wachkoma“ fällt und dort „gefangen“ bleibt – kommt leider häufiger vor als man denkt, sollte dies der Fall sein, kann ich dir nur raten den Kopf nicht in den Sand zu stecken sondern jede Therapie und Maßnahme zu ergreifen um ihn in dieser Phase zu unterstützen. Das klingt vielleicht blöd aber ich war lange Zeit auf einer Spezialstation für „Wachkomapatienten“ ich habe dort viele Menschen begleitet, die in jungen Jahren nach „Pille und Rauchen „ Gehirnschlag /Gehirnblutung erlitten haben und Jahr dann bei uns verbrachten mit kleinen Erfolgen.
Sollte dies wirklich so kommen kannst du mich per VK anschreiben und ich kann dir (wenn du willst) Menschen nenne die auf diesem Gebiet „spitze“ sind und Therapien entwickelt haben die dir und deiner Familie (einschließlich deines Schwiegervaters) tolle Unterstützung geben können damit ihr dies auch schafft.
Zu deiner Frage wegen „Wasser im Kopf“ vermute ich mal das du ein Hirnödem meinst, das auf einen zu hohen Druck im Kopf hinweist, dies kann man Medikamentös und wenn das nichts hilft operativ mittels „Trepanation“ lindern/komplett heilen.
Hier gilt genauso das selbe wie ich oben schon sagte.
Ich hoffe das alles geht gut für deinen Schwiegervater aus
Gute Besserung und wenn du willst kannst du dir deine Sorgen gerne von der Seele schreiben

Lg aus Österreich
Alexandra

2

Vielen Dank für deine Antwort.

Die Vorstellung das es wirklich nach dem Koma Probleme geben könnte, egal in welcherlei Hinsicht, macht einem schon große Angst.

Momentan bleibt uns nichts anderes übrig als zu hoffen und zu beten das alles gut ausgehen wird.

Sobald sich in irgendeiner Weise etwas ergeben sollte, würde ich mich freuen wenn ich mich dann an dich wenden könnte!?

LG
Judy

5

Es tut mir leid das meine Antwort nicht positiver ausgefallen ist, aber ich denke mal du siehst es auch realistisch.

Du und deine Familie könnt auch in diesem Zustand einiges für deinen Schwiegervater tun!!!
Wenn ihr ihn besucht, redet mit ihm (auch wenn die Schwestern und Ärzte sagen "er kann sie nicht hören" - sie wissen es nicht besser)
Es gibt Studien wo Patienten mit Gehirntraumen von Anfang an angesprechen wurden und diese haben bessere Vortschritte und Therapieerfolge als die Patienten die nicht angesprochen wurden. Redet über alles, nur nicht über "Negertivprognosen" (keine Informationen vom Arzt/Schwester vor dem Patienten) ihr werdet merken wenn er euch hört (Atmung wird anders, Augen und Muskelspannungen,...) gebt nicht auf!!!
Wenn er eine bestimmte Pflegelinie zuhause verwendet, fragt die Schwester ob ihr diese ihm mitnehmen dürft (Geruchssinn wird oft unterschätzt) und diese auch in der Pflege verwendet werden.
Es hört sich jetzt blöd an aber auch eure Gedanken sollten am Krankenbett positiv sein - Patienten in diesem Zustand haben ein sehr gutes Kenntis der Körpersprache (da sie ja nicht mit allen Sinnen arbeiten können, werden gewisse Sinne sehr hervorgehoben und ausgeprägt) sie merken wenn ihr "lustig tut und es aber schlecht steht".

Versucht das beste draus zu machen.

Ich wünsche Euch alle Kraft und hoffe auf einen guten Ausgang.

Lg Alexandra

Ps: Du kannst dich jederzeit bei mir melden.

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Hm.... es ist wirklich sehr schwer dazu was zu schreiben ! Erst mal ist es gut das sie ihn ins Koma gelegt haben . Mein Mann hatte vor knapp 3 Jahren eine Hirnblutung , er wurde damals operiert und wurde dann auch gleich ins Koma gelegt ! Das Wasser das sich bildet im Kopf ist Hirnwasser , das wirkt natürlich einen ungemeinen Druck auf das Hirn aus, so das es im Moment warscheinlich besser ist das er im Koma liegt ! Er würde eh nur schlafen durch den Hirndruck ! Blutgerinsel gehn meistens von alleine weg , so wurde mir das gesagt ! Mein Mann hatte ein Aneurysma das musste man operrieren ! ist echt schwer zu sagen .... das blöde ist wenn er grosses Pech hat dann kommt noch ein schlaganfall dazu, er ist auch nicht mehr der Jügste aber dem vor zu beugen bekommt er sicher Medikamente . man kann da nur abwarten, was die Ärzte warscheinlich auch machen werden ! Folgen kann man jetzt noch nicht sagen, es kommt dran an wo das Gerinsel ist .

Wenn Du mehr fragen hast dann kannst Du mich gerne anschreiben ...

Schmusi mit Max und Felix

schmusi_bt@hotmail.com

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Hallo liebe Judy! Klar, dass Dir tausend Gedanken durch den Kopf gehen! Ist ja auch eine schlimme Nachricht. Vielleicht kann ich Dir aber etwas Mut machen.

Vor einem Jahr musste bei meiner Tochter (7 Jahre) eine Not-Op gemacht werden, da es bei einer Probeentnahme ihres Hirntumrs zu Komplikationen kam und das Gehinr innerhalb von Minuten stark eingeblutet war:-( Sie wurde nach der OP auch für eine Woche ins Koma gelegt. Ihr Hinrdruck ist durch Hirnwasser stark angestiegen und bei Ihr hat man eine Drainage gelegt, eine Art Venil im Kopf, wo Wasser auslaufen konnte, wenn der Druck zu hoch wurde. Meine kleine Maus war halbseitig gelähmt nach dieser OP. Aber heute rennt sie wieder durch die Gegend und wenn man es nicht wüßte, würde man dieses schlimme Jahr nie vermuten. Ich muss dazu sagen, wir waren danach für 4 Monate in einer neurologischen Reha. Als wir das alles so einigermaßen verkraftet haben, kam der Anruf im Juli, dass meine Schwiegermama (63 Jahre) die Kellertreppe gestürzt ist und Einblutungen im Kopft hat und einen Schädelbruch! Sie hat einen kompletten Tag verschlafen. Konnte zu Anfang schlecht reden (etwas wirr) und nicht laufen, da der Schwindel unerträglich war. durch den Hirndruck musste sie sich auch ständig übergeben. Als ihr Zustand stabil war, ist auch sie in eine Reha gekommen. Mittlerweile ist sie wieder zu hause und fährt sogar schon wieder Fahrrad:-) Einige Dinge gehen vielleicht etwas langsamer aber sie kommt wunderbar zurecht. Ich schicke Dir viele gute Gedanken und wenn Du unsicher bist, dann frage die Ärzte.Das habe ich auch oft und viel getan! Liebe Grüße, Heike

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