Mutter schwer Alkohol und psychisch krank wie kann ich meinem Vater helfen?

Guten Morgen ich hoffe ich bin in diesem Forum richtig, eigentlich nutze ich Urbia nur für Kinder Themen aber es gibt zur Zeit ein Thema das mich sehr bedrückt und ich nicht weiß was ich tun kann.
Es geht um meine Mutter vorweg muss ich sagen dass ich nie ein gutes Verhältnis zu ihr hatte sie auch nie die typische Mutterrolle für mich übernommen hat und meine Kindheit Jugend nicht gerade schön geprägt war. Ich würde mal behaupten ohne es böse zu meinen dass meine Mutter schon von früh an psychische Probleme hatte. Ich bin mittlerweile 35 sehr früh ausgezogen verheiratet und habe eigene Kinder. Zu meiner Mutter habe ich immer wieder Jahre lang keinen Kontakt weil ich es nicht einfach ertragen kann, Wie sie mit mir umgeht. Ich bin ein sehr friedliebender Mensch immer wieder kamen grundlos böse Beschuldigungen ihrerseits bitter böse E-Mails Beleidigungen etc.

seit ein paar Jahren weiß ich dass sie alkoholkrank ist zuerst war es noch halbwegs aus haltbar. Meine Schwester lebte bis vor einem Jahr noch zu Hause sie hat die Hölle durchgemacht meine Mutter dreht regelmäßig durch, randaliert, beschimpft,wird handgreiflich und hat auch schon sehr viele Anzeigen und auch den Führerschein entzogen bekommen. Wir haben lange versucht auf sie einzureden dass sie sich in Therapie begibt leider erfolgt.
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Zum Glück kann meine Schwester nun auf eigenen Füßen stehen und hat eine kleine Studenten WG.
Wenn ich über die Situation meines Vaters nachdenke wird mir ganz schlecht dass ist doch kein Leben mehr 😞 das sagt er mittlerweile auch selber..es wird immer und immer schlimmer. Ich frag mich was alles noch passieren muss damit man etwas tun kann (auch wenn es gegen ihren willen ist). Sie ist eine Gefahr für sich und andere.
Mittlerweile sagt er auch dass er es nicht mehr aushält, am liebsten würde er für eine Zeit lang ausziehen aber da die Eigentumswohnung auch noch nicht ganz abgezahlt ist (fast das ganze Leben lang hat mein Vater für die Familie gesorgt meine Mutter hat hin und wieder kleinere Jobs gehabt aber das Grund Geld kommt alles von meinem Vater. Sie hat Geld von meiner Oma geerbt dass sie natürlich jetzt verprasst 600 € aufwärts im Monat für Alkohol ist da noch gar nichts. Mein Vater hat sich nun ein eigenes Konto eingerichtet was ich auch absolut vernünftig finde aber das macht sie auch noch aggressiver weil sie jedem jetzt erzählt dass mein Vater ein Mistkerl wäre.
Kurz gesagt schafft er es fast nicht noch eine Wohnung zu finanzieren beziehungsweise auch nur ein Zimmer selbst nach WGS hat er schon geschaut… (andersrum sieht er es natürlich auch nicht wirklich ein ;dass er derjenige ist der das Feld räumen muss und sie alles zerstört.) Ich weiß dass er große Hemmungen hat sie zu verlassen, er kümmert sich ja trotzdem immer um sie kocht Essen etc.
Aber ich kann da nicht mehr zuschauen weiß aber überhaupt nicht wie ich ihm helfen könnte… Meinne Idee war erst mal übergangsweise für zwei vielleicht drei Monate auszuziehen sowas wie Wohnen auf Zeit( wo wir aber wieder beim finanziellen Probleme wären). Jeder sucht Therapeut sagt einem das jemand der so krank ist noch tiefer fallen muss um einzusehen endlich Hilfe anzunehmen… Weil ich persönlich wenig Hoffnung habe.

Die andere Sache wäre darüber macht sich mein Vater mittlerweile auch Gedanken versuchen sie zu entmündigen… ihr könnt euch nicht vorstellen wie durchgedreht sie mittlerweile ist,(Das Verhalten ist wirklich nicht mehr von dieser Welt sowas kannte ich bisher nur aus Schlechten Filmen)

nach normalen menschlichen Ermessen müsste das doch möglich sein. aber ist alles so Verdammt schwierig und natürlich scheut sich mein Vater auch für diesen endgültigen Schritt. Wenn er das macht dann ist wirklich Ende Gelände und er müsste zu dieser Zeit auch ganz dringend raus aus der Wohnung, denn wenn ein Schreiben von Anwalt käme dreht sie völlig durch. Es zerreißt mir das Herz in welcher Situation mein Vater der wirklich ein guter Vater war und auch immer ein Familienmensch war, alles geopfert hat er immer für uns 😭 ich bin mittlerweile ,so traurig wie es ist der Meinung lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende…
Und ihr Ideen oder Tipps egal welche Art ob Anlaufstelle Unterstützung was ist für Möglichkeiten gibt ,ich wäre so unendlich dankbar !!!

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Hallo!
Also, erstmal tut es mir leid, was Ihr da gerade durchmacht und dass das wirklich schlimm ist. Ich kann deinen Leidensdruck verstehen und den deines Vaters, aber so einfach lässt sich da wirklich nichts machen. Deine Mutter ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Sie zu entmündigen klingt immer gut, ist aber in Deutschland nicht möglich. Man müsste einen Rechtlichen Betreuer für sie beantragen, aber da gibt es strenge Auflagen, wann, warum und für welche Aufgabenkreise dieser zuständig sein sollte. Schwierig!

Was deinen Vater betrifft, spricht man von einer Co-Abhängigkeit. Er kümmert sich um sie, kocht, kauft vielleicht sogar ein?! Das macht es deiner Mutter leichter in ihrer Sucht und ihrem Störungsbild zu verbleiben.

Ich würde dir/Euch raten, Euch mal an den Sozialpsychiatrischen Dienst zu wenden oder an eine Suchtberatungsstelle wie das Lukas Werk zum Beispiel. Dort bekommt man ggf. Unterstützung, wie man sich verhalten sollte/könnte.

Alles Gute für euch!

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Erst mal danke für deine Tipps!#herzlich
Ich gebe dir absolut recht mit dem erwachsen sein und für sich selber verantwortlich, Fakt ist doch nur dass sie nicht mehr sie selbst ist, wenn sie einfach nur betrunken in der Ecke liegen würde und keiner Fliege was zu leide tun wäre das ihr persönliches Problem. Aber sie gefährdet nicht nur sich.. wie schon gesagt sie hat schon ein paar Anzeigen, unter anderem ist sie auch Stock besoffen Auto gefahren

ich möchte nicht drüber nachdenken wenn dein Kind über die Straße gelaufen wäre… oder wenn sie plötzlich die Idee hat auszahlen die Wohnung ab zu Fackeln.
Leider muss in Deutschland scheinbar immer erst etwas schlimmes passieren damit man eingreift. Vor einem halben Jahr schmiss sie ein großes Glasbild nach meiner Schwester dieses hat nur ganz knapp ihren Kopf verfehlt

Von dieserCo Abhängigkeit habe ich schon gehört. Da sind die Ratschläge der Suchtberater immer gleich ..

aber was soll der Mann denn machen , er hat nur dieses eine zu Hause , dank Corona kann er nicht mal großartig raus , was er früher sonst gemacht hat wenn es zu schlimm wurde:

und keiner möchte gern in seiner Haut stecken wenn er auf die Arbeit geht und nie weiß was ihm zu Hause heute wieder erwartet ..die ständigen Beleidigungen Aggressionen ihm gegenüber hinterlassen auch Spuren:-(

wenn du dann nicht genug Reserve auf der Bank hast , hat man schlichtweg die Arschkarte gezogen.
Mittlerweile sagt er passieren ihm dadurch auf der Arbeit auch ständig Fehler er hat furchtbar Angst dass es sich zu sehr häuft und er mitbald 60:arbeitslos mit alkoholkranke Frau auf der Straße steht. eh ein Wunder dass er den Job noch hat , er arbeitet an einem ziemlich angesehenes Weingut(Ironie des Schicksals). Sie ruft dort auch pausenlos an.

Das ist alles echt nicht mehr zum aushalten

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Informiere dich zum Thema Co-Abhängigkeit
und zu Suchterkrankungen bei Angehörigen.

So lange dein Vater Wege findet, warum er bei ihr bleibt, wird er bleiben.

Wenn er wirklich gehen will, kann er das tun. Den Schritt muss er machen.
- vor eurer Türe stehen. Egal ob tagsüber oder mitten in der Nacht
- Anrufen: holt mich ab, ich will hier weg !

Finanzen kann man regeln. Schuldnerberatung, sonstiges.

Meint ihr, es wird besser, wenn sie die Wohnung zerstört und dann zwar alles abbezahlt ist, aber kaputt?

Wenn er WIRKLICH will, selbst will, kann man sich beraten lassen. Da kannst du ihn begleiten.
Findet er aber Ausflüchte, noch bevor er Infos hat, dann will er nicht, sondern lügt sich selbst nur vor, dass er wollen würde.... aber an seiner vertrauten Rolle klammert.

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Du hast absolut recht danke dir#liebdrueck

Das mit dem Wohnung abfackeln hab ich entweder falsch geschrieben oder du hast es falsch gelesen… Damit meinte ich was ist wenn meine Mutter auf die Idee kommt.

Beziehungsweise hat es schon mal ziemlich gequalmt in der Küche als sie eine Pizza oder Ähnliches vergessen hatte. Als sie stark betrunken war

Mein Vater schläft aus Angst schon unten in einem Zimmer im Keller und sperrt ab .

zuzutrauen wäre ihr dass sie irgendwann mit dem Messer vor ihm steht.

Ich finde es traurig dass Angehörige so allein gelassen werden und gar keine Unterstützung bekommen

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Mein Gedankengang war eher, dass sie im Suff unberechenbar was zerschlägt, auf den Boden uriniert usw.

"Ich finde es traurig dass Angehörige so allein gelassen werden und gar keine Unterstützung bekommen "

Will er denn Unterstützung?

Im Moment ist es einfach zu sagen: es ändert sich nichts, weil nichts passiert. Weil andere nicht .....

Da kommt dein Vater ins Spiel. Er sperrt ab, bleibt aber doch.

Was würde passieren, wenn
- du ihn schnappst und sagst: Vater, heute schläfst du bei uns! Morgen gehen wir zur Polizei?

Lass mich raten. Das kann er seiner Frau nicht antun, er will lieber bei ihr bleiben, Keller ist ihm gut genug.
Du wirst ihn lassen, weil du ja nichts für ihn tun kannst.

Und dann jammert er, dass sich nichts ändert
und du bleibst in der Positiion verharrend, dass nicht geholfen wird.

- Was würde passieren, wenn etwas schlimmeres passiert und sie von der Polizei abgeholt werden würde?

Akzeptiert es dann? Dann besteht Hoffnung.
Oder macht er es wie viele Co-Abhängige?
Die arme Frau, er muss ihr beistehen. Das hat sie nicht verdient. So schlimm war der Keller doch gar nicht. Ach komm liebe Tochter, bitte bitte hilf uns, gib uns das Geld für die Kaution. Sie kann doch nichts dafür.
Oder er nimmt das Geld für die Wohnungsraten, stellt die Kaution und jammert dir die Ohren voll, wie es nur soweit kommen konnte - ihr aber keiner hilft.
Während du von ihm co-abhängig ihm zuhören wirst und ihn bedauerst, dass er keine Hilfe bekommt, jetzt da die Polizei sie abgeholt hat, evlt. Therapeuten zur Verfügung stellt, die sie ablehnt, er ablehnt und du nicht weißt, was du tun kannst, weil der arme Vater keine Hilfe annimmt. .......

Zeige mir ein anderes Szenario auf, wenn es anders REALISTISCH denkbar ist !

Handelt ihr so, wie beschrieben, dann seid ihr alle co-abhängig. Er von ihr. Du von ihm. Und keiner tut was, weil man es ja dem armen anderen nicht antun kann.....

Schnapp ihn dir und lass ihn bei dir wohnen!
Dann hat er Abstand und kann klar denken.
ABer lass mich raten. Du hast keinen Platz, es passt nicht in die Familie, er würde nicht wollen und spätestens nach zwei Tagen ist er bei seiner armen Frau, die er herzzerreißend nicht alleine lassen kann ......

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Hallo AnonymaTochter!

Das was du beschreibst klingt für mich sehr bekannt.

So schlimm es ist, leider -und da haben wir schon ganz viele Versuche und bitterböse Enttäuschungen erleben müssen -kann man in Deutschland niemanden entmündigen solange dieser zeitweise noch bei klarem Verstand ist. Auch wenn er sich und andere gefährdet.

Mein Tipp ist: wende dich an den Hausarzt/Hausärztin deiner Mutter. Rede offen und ehrlich. Sie können dann eine Einweisung in eine Entzugsklinik veranlassen -sofern deine Mutter zustimmt. Zwangseinweisung ist unmöglich. Hier ist es so, dass 60 Tage Entzugsklinik im Jahr erlaubt sind. Leider ist unser "Fall" eher so, dass der Betroffene freiwillig 2-3 Tage (wenns gut läuft auch mal 1-2 Wochen) sich in die Klinik begibt und sich dann selbst wieder entlässt um dann nach dem nächsten Absturz sich wieder selbst einzuweisen. Nach den 60 Tagen ist dann finito und er sich zu Hause absolut selbst überlassen. Ab und zu schauen nahe Verwandte nach ihm, bringen neue Windeln (da wegen der Sucht einkotet). Kurzum: es ist kein Leben mehr.

Kann denn dein Vater nicht bei dir unterkommen bzw. in einem Männerhaus (ja es gibt nicht nur Frauenhäuser) in dem er vor Gewalt Zuflucht finden kann?

Wie steht denn deine Mutter in den nüchternen Phasen zu ihrer Sucht, sieht sie es ein?

Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft!

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Danke für deine Antwort #herzlich

In dem deinem größeren Abschnitt , kann ich dir nur Recht geben! Ganz genau so läuft es dann :-(

Deine Idee mit dem Männerhaus finde ich interessant!! Davon habe ich noch nie gehört.
Ob und wo es sowas gibt müßte ich mal herausfinden.
Ob es auch am Ende des Tages das Richtige für uns ist, wird sich rausstellen.

Aber herzlichen Dank für deine Idee.
Im Prinzip wäre es auch echt Unfähige wenn nur Frauen Hilfe angeboten werden würde.. klar sind wir vermeintlich das „schwächere“ Geschlecht aber natürlich gibt es auch Männer die stark unter ihren Frauen leiden.. auch wenn es vielleicht in der Gesellschaft belächelt oder tabuisiert wird

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So leid es mir tut, aber in meinen Augen hat dein viele Jahrzehnte einfach nur zugeschaut. Er hat euch nicht vor eurer Mutter beschützt, weder dich noch deine Schwester. Er hat immer nur ihr Verhalten versucht auszugleichen.
Selbst jetzt, wenn er all die Jahre für das Familieneinkommen gesorgt hat, ist es mir schleierhaft warum er sich keine kleine Wohnung mieten kann. Die Eigentumswohnung wird verkauft, davon die Schulden bezahlt und dein Vater hätte ein ruhiges Leben. Er verdient doch eh das Geld oder hat mittlerweile seine Rente.
Ja, genau deiner Mutter ging es all die Jahre gut, sie konnte sich in ihrer Sucht und der Erkrankung suhlen...er hat ihr nie Grenzen gesetzt. Er hätte euch schützen müssen, auch das hat er nicht getan. Nicht mal jetzt, wo es mittlerweile unerträglich ist, ist er wirklich bereit zu handeln. Also, warum tut er dir so leid? Er will doch anscheinend gar nichts ändern.
Und genau jetzt kommt die Co-Abhängigkeit ins Spiel, ihr drei solltet euch intensiv damit auseinandersetzen. Als Außenstehende habe ich ja schon klar gemacht, das für mich dein Vater nicht der tolle,liebevolle Mensch ist, wie du ihn siehst. im Grunde hat doch all die Jahre nur Pflaster auf ganz tiefe Wunden geklebt, anstatt sie vernünftig zu behandeln. Deine Schwester wird auch geprägt sein und hat ihre Zukunft erst vor sich. Ihr alle habt viele Jahre in einem kranken Familienkonstrukt gelebt. Du hebst deinen Vater auf einen Thron, aber hat er diese Position wirklich verdient?

Ja, ihr müsst euch von eurer Mutter abwenden, im Grunde kann/sollte euch allen egal sein, was aus ihr wird. Das nennt man fallen lassen und wäre schon vor vielen Jahren fällig gewesen. Ist dein Vater da nicht wirklich bereit zu, dann ist das so und du wirst nichts daran ändern können. Das einzige was passieren wird, du wirst dich an ihm aufreiben.

Wenn du jemanden helfen willst, dann deiner kleinen Schwester. Sie steht noch am Anfang ihrer Unabhängigkeit, ihre Prägungen sind noch frisch. Und all der Schaden wird erst noch zu Tage kommen.

Deinem Vater kannst du beim Umzug helfen, wenn er den Absprung geschafft hat, fertig. Mehr sollte da eigentlich nicht nötig sein. Naja, die Adresse eines guten Therapeuten vielleicht noch, aber den braucht ihr drei.

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Okay das sind klare Worte.
Manches klingt schon hart ,aber in vielen Aussagen hast du auch recht.

So habe ich das noch nie gesehen.

Ehrlich gesagt wenn ich mit meinen Kindern so umgehen würde wie meine Mutter mit mir, hätte ich ein Problem mit mein Mann.

Trotzdem denke ich dass er nicht aus Dummheit nur reingerutscht ist

man wird halt irgendwann voneinander abhängig , beziehungsweise ist zu bequem aus dieser Situation raus zu gehen.

Und ich kann nicht auf einen Mann eintreten der sowieso schon am Boden liegt.

Oft wünsche ich mir meine Mutter würde einfach verschwinden :(

nicht das ist schon viel in meiner Kindheit/ Jugend kaputt gemacht hat .

jetzt habe ich meine eigene Familie glücklich, hab ein ganz anderes Verhältnis zu meinen Kindern auf dass ich auch stolz bin, muss mir trotzdem immer noch diese Scheiße geben..Es belastet mich immer und jeder Zeit. Deshalb auch oft Jahre lange Funkstille
Viele werden sagen ,wie kannst du es ist doch eine Mutter

für mich ist es auch nicht mehr meine Mutter war es wahrscheinlich auch nie.Eigentlich nur die Frau die mich geboren hat

Wahrscheinlich werde ich diese Last mit mir tragen bis ich selber alt bin und meine Mutter nicht mehr lebt... aber das soll ja eigentlich gar nicht das Thema sein

Mir tut mein Vater , ich habe für ihn mehr Gefühle/ eine Beziehung auch Wenn es vielleicht auch nicht 100% gerecht ist oder wie du sagst ich eigentlich keine schuld Gefühle haben sollte.
Sowas hat niemand verdient :(

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Es sollte ja auch ein Denkanstoß sein, mal die Perspektive wechseln. So etwas geht selten ohne klare Worte#sorry.
Natürlich hast du ihn lieb, hast eine Bindung zu ihm, das ist doch logisch und völlig normal.

Trotzdem gilt für ihn eigentlich dasselbe, wie für deine Mutter. Du kannst ihm nur helfen, wenn er einen konkreten Plan hat. Bisher kamen da anscheinend nur Lippenbekenntnisse. Also gehe ich davon aus, das er da so tief mit drin steckt, das er gar nicht wirklich Hilfe will. Das Muster kann nur er selber durchbrechen, erst dann kannst du helfen und unterstützen.

Sie wird nicht einfach verschwinden, gerade weil sie in einem sicheren Hafen lebt. Ihr müsst die Kraft finden, euch davon zu distanzieren. Auch davon hält euch das Verbindungsstück "Vater" eigentlich ab.

Hast du dich eiegntlich schon mal an eine Beratungsstelle für Co-Abhängige gewandt? Das und eine Therapie wären die Schritte, die du für dich machen müsstest, um die emotionale Distanz auf die Kette zu bekommen. Nur dann kannst du deinem Vater helfen, wenn du es dann noch für nötig hältst. Eigentlich schreien so viele Sätze in deinem Text danach, das du selber noch so tief drin steckst und auch du das Muster deines Vaters schon übernommen hast. Pflaster drauf und hoffen das alles gut wird/bleibt, obwohl man ständig merkt, wie sehr die Wunde eigentlich brodelt.

Alleine die Tatsache, das du denkst, das dich hier (und somit auch im echten Leben) jemand wegen dem Kontaktabbruch zur Mutter, verurteilen könnte....das jagt mir echt kalte Schauer über den Rücken. Du und deine Schwester, ihr tut mir sehr leid....bitte holt euch Hilfe.

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Hallo,

eine Entmündigung gibt es in Deutschland nicht.
Der Schritt wäre die Anregung einer rechtlichen Betreuung für Deine Mutter. Dies tust Du beim Amtsgericht. Die Anregung kann jeder vornehmen. In meiner Stadt dauert das Prozedere allerdings ewig und wenn der Betroffene nur einmal sagt, er möchte das nicht, dann ist das so. Beraten lassen kannst Du Dich bei der zuständigen Betreuungsbehörde in Deiner Stadt/Deinem Kreis.

Ich arbeite seit Jahren für abhängige Menschen. Und, ich muss es auch hier den Angehörigen immer wieder sagen, solange sie nicht am Boden sind, passiert selten etwas aus eigenem Antrieb der Abhängigen.

Sprich, Dein Vater muss ausziehen, im schlimmsten Fall die Wohnung verkaufen, da Deine Mutter ihn sicher nicht auszahlen kann.

Er müsste jetzt knallhart nur an sich und seine noch verbleibende Lebenszeit denken, aber das wird hart. Eine Möglichkeit wäre, den Kredit für die Wohnung nicht mehr zu bedienen und sich stattdessen eine Wohnung anzumieten. Wenn er alleiniger Eigentümer ist, könnte er Deine Mutter auch der Wohnung verweisen. Ob er das "kann" ... k.A., ein bißchen Gewissen schlummert ja immer in jedem von uns.

Eventuell lässt er sich auch örtlich beraten oder geht zu einem Anwalt.

Grundvoraussetzung ist und bleibt allerdings die emotionale Trennung im Vorfeld.

LG, Frisbee.

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Das sind sehr viele nützliche Tipps ,vielen Dank !!! #herzlich
Werde mir das heute Abend alles noch mal ganz in Ruhe durchlesen und nachdenken aber vielen Dank für den Input

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Ich kann Dir auch nur den sozialpsychiatrischen Dienst dringend empfehlen. Schnapp Deinen Papa und nimm ihn mit. Lasst euch bitte beraten. Noch was, klingt fies, aber ich würde es tun, Information an die Führerscheinstelle des Landratsamts, dass sie besoffen fährt. Ich möchte mich nicht mitschuldig fühlen müssen, wenn sie jemand über den Haufen fährt.
Sie müssen auch anonymen Anzeigen nachgehen und eine MPU kann angeordnet werden. Dass sie die nicht schafft, ist logisch.
Alles Gute, nicht einfach für Dich.
LG Moni

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Hey!

Meine Mutter ist auch suchtkrank und der Vater co-abhängig.
Er meckert zwar immer und beklagt sich- aber wenn es darauf ankommt, hält er halt zu ihr.

Nun. Du kannst dich an den sozialpsychiatrischen Dienst wenden. Das wurde schon gesagt.
Das Thema Co-Abhängigkeit ist auch angesprochen worden. Im Grunde ist dein Vater abhängig von deiner Mutter, sodass er keinen Schlussstrich zieht. Dadurch ändert sich bei deiner Mutter auch nichts. Und ja, Cos finden immer Gründe- in dem Fall die Wohnung.

Bei der Wohnung läuft es darauf hinaus, dass er sie auszahlen müsste, da beide verheiratet sind. Dann wäre es seine Wohnung. Oder er muss sie verkaufen, dann wäre er frei- wird er aber bestimmt nicht.

Warum sollte ein Brief eingehen, wenn der Vater nicht zu Hause ist? Nö. Wenn sie austickt, muss er oder jemand anderes die Polizei rufen. Dann wäre es möglich, sie der Wohnung zu verweisen.
Sie muss merken, dass ihr Handeln Konsequenzen hat. Das bleibt aber aus, wenn sich alle wie Duckmäuschen verhalten und wie auf Eierschalen um sie herum tapsen.
Letztlich bekommt man in einer solchen Beziehung das, was man einfordert. Schlecht wird es, wenn man sich passiv gibt.
Letztlich kann dein Vater deiner Mutter nicht helfen, genau so wenig, wie du deinem Vater helfen kannst.
Beide müssen selbst wollen.


Liebe Grüße
Schoko

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Leider kann ich zu diesem Thema aus eigenen bitteren Erfahrungen berichten.
Deine Mutter muss nicht entmündigt werden und wie Du unten irgendwo schreibst, es müsse erst was passieren, bis in Deutschland jemand eingreift ist einfach ein Hilferuf Deinerseits, weil Du nicht mehr weiter weisst.

Dein Vater muss da raus. Egal wie, egal wohin. Punkt.
Deine Mutter soll ruhig weiter abstürzen. Hört sich hart an. Aber wenn sie die Kurve überhaupt noch bekommt, dann nur dann, wenn sie ganz unten ist. Und auch wenn ihr meint, noch weiter unten geht nicht...... sie muss IHREN persönlichen Tiefpunkt erreichen und dort hoffentlich erkennen, dass das so nicht weitergeht. Dieser Tiefpunkt ist bei jedem Alkoholiker ein anderes Ereignis. Sei es das Abwenden der Kinder, die Scheidung, oder "ganz banal" der Führerscheinverlust, wie es hier der Fall war.

Ich habe über 20 Jahre gekämpft und irgendwann kam auf der anderen Seite die Einsicht. Die Person ist seit 15 Jahren trocken. Und das im höheren Alter.
Sollte nur der kleinste Rückfall erfolgen........ bekommt sie einmal von mir die Hand gereicht. Und sollte das nicht reichen..... sind wir fertig. Egal wie es ausgeht. Ich habe keine Kraft mehr.

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