Der Tumor und ich.

Heute Mal lieber in schwarz und hoffe das der Beitrag nicht verschoben wird.
Wird ein bisschen länger. Vor drei Wochen habe ich abends in meiner linken Brust einen sehr großen Knoten entdeckt. Am nächsten Morgen beim Frauenarzt angerufen und für den nächsten Tag einen Termin bekommen. Die hat es bestätigt ein Tumor 4 cm groß so wie sie es einschätzt gutartig. Überweisung in ein Brustzentrum. Heute morgen hatte ich den Termin. Und die Bestätigung gutartiger Tumor der operative entfernt werden muss. Im Juni ist der Termin. Jetzt zu meinem Anliegen. Ich hab von dem Moment an wo ich den Knoten entdeckt habe bis heute nicht eine Sekunde lang irgendwas emotional gespürt. Diese Sache läuft wie ein Film an mir vorbei ich bin total ruhig. Keine sorge um mich, Angst oder ähnliches. Nichts. Muss vielleicht noch anmerken das ich eine kleine Tochter habe 2 Jahre alt die mich tagsüber gut auf Trab hält. Mein Mann meinte heute zu mir ob wirklich alles ok sei da ich so wirke als sei Nichts. Aber für mich ist es auch nichts es läuft irgendwie total an mir vorbei. Hat jemand mit sowas Erfahrung? Einen Tipp für mich?
Danke fürs lesen.

Ich glaube mir ginge es ähnlich.
Das Ding ist ja gutartig.
Da hätte ich entsprechend wenig Sorgen.
Was soll passieren?

Ich hatte mal den Verdacht auf einen Tumor am Eierstock.
Kurz vor der nächsten künstlichen Befruchtung. Das Ding ist kurz vor dem OP-Termin von allein verschwunden.
Ich muss gestehen, da war ich auch recht entspannt.
Obwohl wir nicht wussten, was es genau ist.

Nutz deine Resilienz.
Du wirst merken, wenn es dich doch belastet

Hi,

das kann auch einfach ein Schockzustand sein, in dem du alles negative verdrängst.
Vielleicht bricht es in den nächsten Tagen aus dir raus, vielleicht erst nach der OP, wenn wirklich alles gutartig war und alles positiv verlaufen ist.

Ich wünsche dir alles Gute 😊

Hallo, also als aller Erstes möchte ich dir alles Gute für die Operation wünschen! 🍀

Als ich 20 war hatte meine Mama bei einer Routine-OP eine schwere Narkosenebenwirkung. Sie wurde ins künstliche Koma versetzt und es war 4-5 Wochen lang fraglich ob sie es überlebt bzw. eventuell mit massiven Hirnschäden. Ich habe 3 kleinere Geschwister (damals 11 und Zwillinge mit 15), meine Mutter war seit jeher Alleinerziehend, die Oma im Ausland. Ich wusste dass ich mich kümmern musste, nahm mir "Pflegeurlaub".

Als 30 Minuten nach OP-Beginn ein Anruf vom KH kam wusste ich sofort Bescheid. Und komischerweise war ich am Telefon kühl und sachlich. Ich versorgte meine Geschwister, tröstete sie, wir machten an den Wochenenden sogar Ausflüge. Selbst auf der Intensivstation, wie ich meine Mama da so liegen sah, blass, die ganzen Schläuche, dieser komische Geruch im KH — NICHTS, ich fühlte rein gar nichts. Meine Geschwister weinten in meinen Armen - mir tat es weh, sie so leiden zu sehen, aber ich selbst litt einfach nicht. Ich dachte mit mir ist etwas nicht normal, stellte die Liebe zu meiner Mutter in Frage, schämte mich.

ABER als der Anruf vom KH kam und mir gesagt wurde, dass meine Mama wach ist und sie soweit stabil ist - da kam der Zusammenbruch. Als ich ins KH fuhr und sie mich anlächelte von da an hatte ich massive Verlustangst, ich war fertig mit den Nerven...


Ich bin fest der Überzeugung, dass unsere Psyche für schwere Zeiten einiges ausblenden kann/muss damit er funktionieren kann...

Dir alles Liebe

Ja, die Psyche ist ein ganz vertracktes Ding. Es gibt Momente da setzt die einfach aus und man funktioniert einfach, erst später kommt dann der Moment wo man drüber nachdenkt. Da dein Tumor aber gutartig ist kann das auch wegfallen.
Bei Krebspatienten ist das gar nicht so selten, die sind stark, kämpfen wie die Löwen und wenn sie gesagt bekommen "Herzlichen Glückwunsch, geschafft, Therapie erfolgreich", wo jeder erwartet jetzt brechen sie in Jubel aus, nein, dann brechen sie zusammen und sind vollkommen am Boden. Weil sie in dem Moment erst die Gedanken daran was hätte passieren können zu lassen.
Aber dein Tumor ist gutartig. Warum sollst du dir unnötig riesig Sorgen machen oder Angst haben? Ärzte treffen Aussagen über gutartigkeit oder bösartigkeit nur dann wenn sie sich da sehr sicher sind. Und wenn dir jetzt jemand sagen würde "Ihr Blinddarm muss raus" oder "Die Weisheitszähne haben keinen Platz, die müssen wir raus holen" würdest du ja auch nicht in Panik ausbrechen.

Hallo,

erstmal die wichtige Info für dich, die dir zu Recht ein gutes Gefühl macht ist ja, dass der Knoten gutartig ist.
Wenn du möchtest kann ich dir meine Situation damals beschreiben. 2015 habe ich einen kleinen Knoten festgestellt. Natürlich schon erstmal Panik (kurze Zeit). Bis zum Arzttermin habe ich mich im Internet erkundigt und bin darauf gestoßen, dass es ein Fibroadenom, also ein gutartiger Knoten sein muss. Bin ein überaus optimistischer Mensch und das half mir auch, dies für mich als Fakt stehen zu lassen.
Die später folgende OP bestätigte meine Recherche.
Wer mich aber in der Zeit wahnsinnig gemacht hat war meine Chefin. Der ich das natürlich alles erzählen musste, weil ja die Krankmeldung folgte. Wir hatten sowieso ein zwiespältiges Verhältnis. Sie hat mir ständig ihre Fehler untergeschoben und in der Zeit war es noch schlimmer. Sie sagte, da ich so große Sorgen hätte, könnte ich mich nicht richtig konzentrieren :-[ . Dabei ging es mir gut. Und soll ich dir was verraten? Ich habe mich sogar auf die 3 Tage stationär im Krankenhaus gefreut. Endlich mal Ruhe vor allem :-) Einfach Buch lesen und Fernsehschauen so viel ich will. Das war wie eine kleine Kur.

Mein Tipp: Vertrau deinem Gefühl! Dein Körper signalisiert dir: Kein Grund zur Panik - alles gut! Das ist doch Klasse! Die OP wuppst du, wenn sie dann ansteht und vielleicht kannst du dir dann (so wie ich damals) auch endlich mal Zeit für dich rausholen ;-)

Ganz liebe Grüße
und alles gute!

Jenny

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