Schwangerschaftsdiabetes geblieben :-(

Hallo Ihr,
mein Kind ist jetzt schon bald 4 Monate alt. Beim OGTT nach 2 Monaten hatte ich einen deutlich erhöhten Nüchternwert (116) und einen um 5 Punkte erhöhten 2-h-Wert. Wenn ich zwischendurch mal messe (nicht regelmäßig, ich kann mir die Stäbchen nicht dauernd leisten!) habe ich nach einem normalen Frühstück mal 111, mal 155 (exakt gleiches gegessen zur gleichen Uhrzeit). Und nach einer nicht sonderlich großen Portion Nudeln 145 - da hätte ich durchaus viel mehr verputzen können. Also erhöhte Werte, obwohl ich stille!
Besteht noch die Chance, dass der Spuk nach der Stillzeit aufhört?

Ich komme absolut nicht klar mit Diabetes. Ich arbeite sehr viel und hart (bin selbständig) und habe wirklich keine Zeit noch zu kochen, die Zeit, die mir bleibt, möchte ich mit meinem Kind verbringen. Und ich kann mir auch nicht dauernd so teure Sachen wie Blaubeeren kaufen. Von Vollkornbrot etc. kriege ich Bauchweh, Fleisch, was erlaubt ist, esse ich nicht. Ich bin eigentlich kein komplizierter Esser, normale Brotsorten esse ich alle, jede Sorte Pizza, alles Obst, jede Sorte Eis,... aber ist ja alles verboten. Und Salat macht mich echt nicht satt. Schlimm ist auch, mit Freunden in ein Café zu gehen, ich kann denen nicht beim Kuchen zuschauen. Und mein Mann kocht oft abends, aber fast immer Pommes, Lasagne oder Spätzle - er mag halt auch lieber so etwas, und ich kann dann nur drei Häppchen essen und muss danach Scheiß Salat futtern, wovon ich Kilos essen müsste, um satt zu werden. Bin dann natürlich übel gelaunt. Darunter leidet auch unsere Ehe.
Hat jemand Erfahrung mit der Situation?
Darf man mit Metformin etwas normaler essen? Ich bin übrigens schlank.

Merci für Eure Tipps, macht mich gerade total fertig, die Situation...
charly

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Von Kohlehydraten wie Pommes, Spätzle, Nudeln, Pizza wird der Blutzuckerspiegel in kurzer Zeit hochgepuscht, das ist großer Stress für die Bauchspeicheldrüse. Die nun mal bei dir schlapp macht.

Bei Vollkorn würde der ganze Prozess zeitlich viel milder verlaufen, weil Vollkorn langsamer verdaut wird.

Wenn du davon Bauchweh kriegst, liegt das wahrscheinlich daran, dass du auch Süßes ißt, weil Vollkorn und Zucker/Süigkeiten nun mal Blähungen verursachen. Bei mir ist das jedenfalls so.

Mit der Zeit gewöhnt sich die Verdauung an die Vollkornernährung.
Ich würde dir raten, dich explizit mit den ernährungspyhsiologischen Vorgängen im Körper zu beschäftigen. Mir hat ein Vollwert Kochkurs die Augen geöffnet. Wenn man die Zusammenhänge versteht, dann ist man auch eher bereit seine Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Schließlich will doch niemand eine so schlimme Krankheit wie Diabetes lebenslang mit Insulinspritzen etc. oder gar die Folgen Erblindung, Amputation von Gliedmaßen usw, Organtransplantation.

Und bei eurer derzeitigen Ernährungsgewohnheit ist es nicht verwunderlich, dass deine Bauchspeicheldüse schlapp macht.

Mehr Gemüse, mehr Rohkost, mehr Vitamine!

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Hallo,

zuerst einmal musst Du verstehen, dass Du Dir den Diabetes angefressen hast.

Deine aktuelle Ernährungsweise (zu viel schlechte Fette, viel zu viel Salz und Zucker, viel zu wenig Vitamine, Ballaststoffe) macht Dich krank. Du magst zwar schlank sein, aber die Folgen von jahrelangem Diabetes kannst Du ja mal googlen. Das ist alles andere als gesund.

Normales essen ist auch nicht das, was Du praktizierst. Normal ist, was aus der Natur kommt: Gemüse, Obst, Nüsse usw.

Je stärker ein Nahrungsmittel verarbeitet ist, um so unnormaler ist es und um so weniger sollte davon gegessen werden.

Nun kann man debattieren über "Scheiß-Salat" und "schmeckt nicht" usw.

Gesundheit beginnt im Kopf und Tipps werden Dir nur helfen, wenn Du das verstehen kannst.

Dein Post liest sich leider nicht danach, dass Du WIRKLICH etwas ändern möchtest. Du möchtest Tricks wissen, wie Du - u. a. mit Medikamenten - weiter die Dinge essen kannst, die Dich krank gemacht haben. Diese Tricks gibt es aber nicht.

Diabetes Typ II ist übrigens heilbar. Denn sobald Du wirklich gesund isst (viel Gemüse und Salat, ausreichend Obst, viel Wasser trinken, selbst salzarm kochen mit natürlichen Lebensmitteln) verschwindet der Diabetes.

Dann wärst Du wieder gesund.

Möchtest Du das? Dann melde Dich doch nochmal für Tipps, wie das wirklich klappen kann.

LG

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Sehr guter verständlicher Kommentar. Genauso ist es.
Hoffentlich nimmt sie es sich zu Herzen.

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bitte akzeptiert doch bei euren Antworten: ich habe KEINE ZEIT ZUM KOCHEN und KEIN GELD, TEURES ESSEN ZU KAUFEN.
so ist es nun einmal, daran lässt sich nicht diskutieren. nein, ich ruhe mich nicht auf hartz IV o.ä. aus, ich bin gut ausgebildet, aber das Leben ist kein Ponyhof.

ich snacke seit der Diagnose viel weniger Süsses, esse viel mehr Obst (was ich auch gerne mag, aber was sich im Portemonnaie bemerkbar macht, aber auch nicht so gesund sein soll), viel mehr Nüsse (ebenfalls teuer, wenn es nicht nur Erdnüsse sein sollen) und Gemüse - die Lebensfreunde ist damit deutlich gesunken und es bleibt noch weniger im Portemonnaie, um mal irgendetwas Nettes zu unternehmen. DENNOCH sind meine Werte kein STück besser geworden, im GEgenteil. Es gibt Grenzen, was an Diät ich halten kann und möchte, diese Grenze habe ich erreicht. Und ja, Freundschaften und Familie leidet auch darunter, und erzählt mir nicht, ihr schnubbelt gerne euren teuren Salat, während ihr Freunden/Familie bei der günstigeren und sättigerenden Pizza zuschaut. MIR tut das sehr weh und macht mich noch missgelaunter. Dann geht der Teufelskreis los - ich bin unglücklich und hungrig, kann mich nicht auf meine Arbeit konzentrieren, brauche noch länger für alles, habe weniger Zeit für die Kinder etc.etc.etc.

ich wollte mit diesem Thread auch keine Diskussion über Ernährung lostreten! Ich wollte wissen, ob es bei der einen oder anderen weggegangen ist nach der Stillzeit.

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Geh mal zu einem Diabetologen und besprich mit ihm die Sache genau. Und grundsätzlich ist fettes Essen bei Diabetes kein Problem, sondern die leicht verdaulichen Kohlehydrate (helles Mehl, Reis, Kartoffeln, helle Nudeln). Also lieber Vollkornnudeln als normale, lieber Sahnetorte als Rührkuchen, lieber Sahnequark als Pudding.
Wie hoch ist denn der HbA1c, also der Langzeitzucker?

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mein langzeitzucker ist in Ordnung - aber kein Wunder, in der SS musste ich ja viel engere Werte halten als jetzt...
Ich esse schon deutlich fettiger als vorher - habe aber Angst, dass ich davon dann irgendwann zunehmen werde (bisher bin ich leicht untergewichtig, aber ich finde mich so gut und möchte nicht zunehmen).

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Zum Thema "Salat und nicht Sattwerden" - wenn man halt ausschließlich Grünzeug in den Salat macht, wird man nicht satt. Man muss ihn schon anreichern. Getreide (Horse, Quinoa, Amaranth z.B.), Hülsenfrüchte, Nüsse - die Liste an sättigenden Möglichkeiten ist (auch für Diabetiker) lang. Man muss es halt nur wollen.

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Hirse natürlich ;-)

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Hallo!

Wenn man den Diabetes mit Medikamenten oder Insulin einstellt, dann kann man auch weiter essen wie vorher.

Wichtig ist: keine süßen Getränke und kein Saft, nicht dauernd Kaffee mit Milch und Zucker, nicht zwischen den Mahlzeiten naschen. Sonst hälst du halt dauernd den Blutzucker zu weit oben. Wenn Du aber nur drei große Mahlzeiten am Tag isst, dann kannst Du da ruhig normal essen. Und auch Schokolade als Nachtisch ist ok.

Wegen Metformin müsstest Du nachfragen, ob es in die Muttermilch übergeht.

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Wenn man den Diabetes mit Medikamenten oder Insulin einstellt, dann kann man auch weiter essen wie vorher.

hasi, da gibst du ja was von dir.

Wenn man mit Medikamenten gegensteuert, dann kann man auch weiter sündigen und weiter die Bauchspeicheldrüse ruinieren.

Schon mal davon gehört, dass auch Diabetes in milder Form wieder heilbar wäre? Dazu gehört aber dringend die Änderung der falschen Ernährungsgewohnheiten, die einem die Krankheit eingebrockt haben.

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Man kann mit Medikamenten nicht weiter essen wie bisher. Zwar kann zusätzlich Insulin eingespritzt werden, um den Einfachzucker aus der Blutbahn in die Zellen (oder die Leber - wenn die Zellen gesättigt sind) zu transportieren.

Das zusätzliche künstliche Insulin wird gebraucht, weil die Bauchspeicheldrüse selbst kaum noch Insulin produzieren kann aufgrund Erschöpfung - weil sich jahrelang zu schlecht ernährt wurde.

Jedoch werden auch die Körperzellen gegen Insulin immun und "öffnen" sich nicht mehr, um den Einfachzucker aufzunehmen.

Dies bedeutet, dass dann sogar noch mehr Insulin benötigt wird, wenn weiter so gegessen wird, wie bisher.

Dieser Teufelskreis geht so lange, bis die Körperzellen gar nicht mehr "aufmachen". Die Folge sind irreparable Schäden, die direkt zum Tod führen können.

Hinzu kommt, dass Insulin in hohen Dosen ein toxisches Nervengift ist.

Ein Diabetiker tut also gut daran, sich eben nicht weiter so zu ernähren, dass sein Körper noch mehr Funktionen einstellt. Er kann aus gesundheitlicher Sicht nicht weiter essen wie bisher, sondern moderat und sehr gesund isst.

Andernfalls droht der Verlust von vitalen Körperfunktionen.

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