Bandscheibenvorfall - seit Monaten Schmerzen, fühle mich hilflos!

Hallo :)
Ich weiß mir mittlerweile kaum noch zu helfen und hoffe hier auf ein paar Tipps und Ratschläge.

Mein Freund hatte vor über 6 Monaten einen Bandscheibenvorfall und seitdem jeden Tag Schmerzen. Er macht mittlerweile 5 Mal die Woche Sport, laufen und schwimmen im Wechsel, um seinen Rücken zu trainieren. Vor kurzem hat er auch Schmerzen in der Hüfte bekommen und ist zum Doc. Der hat festgestellt, dass sich sein Becken verschoben hat und ihm Rückenschule verschrieben. Dazu war er noch bei einem Orthopäden um sich Rat zu holen und wegen einer OP zu fragen. Der hat ihm aber, genauso wie sein Doc, davon abgeraten.

Diese Woche will er bei einem Arzt anrufen, der Osteopathie durchführt, welchen ich ihm ausgesucht habe.

Das schlimmste an allem sind jedoch nicht die Schmerzen, sondern dieses emotionale Tief in dem er sich immer mal wieder befindet. Da kann ich mir dann anhören wie er sein Leben hasst, dass er lieber tot wäre und, dass ich mein Leben nicht auch noch kaputt machen soll und er es verstehen würde wenn ich gehe. Zudem meint er, dass er jetzt für immer arbeitsunfähig sein wird und dahin vegetiert, dabei ist er erst 26!

Ich habe ihm schon oft geraten noch psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, aber bisher hat sich nichts getan. Ich kann leider auch nur begrenzt etwas machen und bin irgendwann auch am Ende.

Bisher versuche ich einfach für ihn da zu sein, ihn aufzumuntern (was echt nicht leicht ist), mich zu informieren was man alles noch machen kann, ihm Tipps geben.... Ich wünsche mir so sehr, dass es ihm endlich besser geht - physisch und psychisch!

Ich wäre echt für jeden einzelnen Tipp unendlich dankbar!!!

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Laufen ist ja nicht so der tolle sport beim Bandscheibenvorfall... er sollte lieber ein ganzheitliches muskelaufbautraining machen. Was die Psyche angeht, muss er leider auch von ganz alleine drauf kommen, dass es so nicht so toll ist und er evtl Hilfe braucht. Du solltest aber sehr auf dich aufpassen, dass du nicht in eine co-Depression rutschst. Das geht sehr schleichend und man merkt es meist erst, wenn man mittendrin steckt. Alles Gute

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Danke dir!

Als ich zu ihm gemeint hab (vor ein paar Monaten), dass er vielleicht mal zum Psychologen sollte klang er Einsichtig, aber wer weiß ob das so gestimmt hat :/ Er meint immer, dass es schon besser geworden ist, aber solche Aussagen von ihm lassen mich da stark dran zweifeln.

Ich habe es dann ihm überlassen und es hat sich nichts getan. Ich werde ihm wohl nochmal ins Gewissen reden müssen!
Ich passe auf, dass ich in keine Co-Depression gerate :) Er ist auch nicht dauer-betrübt, gibt durchaus auch schöne, fröhliche Momente :)

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So lange andauernde Schmerzen können einen Menschen zermürben, das ist absolut klar, habe ich bei meinem Mann auch erlebt. Aber - die Behandlungsmöglichkeiten für Deinen Freund sind noch lange nicht ausgeschöpft, wie ich das lese.
Als erstes würde ich mir eine Überweisung holen in eine renommierte Sportklinik oder Fachklinik für Bandscheiben in eurer Nähe, Adressen gibt es von der Krankenkasse oder eben im Internet. Schau mal z.B. hier
http://www.schoen-kliniken.de/ptp/medizin/ruecken/verschleiss/bandscheibenvorfall/news/
Da mein Mann vor vielen Jahren eine Bandscheiben-Op hatte, wundere ich mich, dass Dein Freund läuft.....das wurde meinem Mann damals verboten. Und beim Schwimmen weiß er hoffentlich, dass er NUR Rückenschwimmen darf? Brustschwimmen ist absolut kontraproduktiv. Wer hat dies angeordnet?
Osteopath kann sicher auch nicht schaden.

Warum kommt für Deinen Freund keine Op in Frage? Bei so langer ergebnisloser Behandlung würde ich mich auch darüber informieren - auch hier wäre eine Sportklinik oder Fachklinik der beste Ansprechpartner.
In dem Moment, wo Dein Freund Hoffnung schöpft, dass man ihm helfen kann, werden auch seine depressiven Anwandlungen weniger werden oder weg sein.
Psychologische Hilfe sehe ich bei "austherapierten" Patienten eher angeraten, noch soll er sich lieber aktiv eine Klinik/ einen Arzt suchen, der ihm vielleicht endlich helfen kann.
Außerdem bekommt man leider ohnehin keinen schnellen Termin bei Psychologen - 6 Monate Wartezeit sind drin. Alles Gute!
LG Moni

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Den Sport hat ihm keiner verordnet, er macht das von sich aus. Aber abgeraten hat ihm aber anscheinend auch niemand und er war erst letztens beim Arzt!

Und nein, er macht natürlich kein Rückenschwimmen, sondern Brustschwimmen!

Ich weiß auch nicht, warum keine OP in Frage kommt. Schätze mal, das kommt, weil er noch sehr jung ist und eben noch nicht alles ausgeschöpft hat.

Meinst du mit Klinik, dass er sich dort beraten lassen soll? Ich hoffe, dass der Mut bei ihm wieder kommt, ich ertrage das nicht auf Dauer, wenn er immer sagt er setzt dem bald ein Ende/ wäre lieber tot :(

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>>Den Sport hat ihm keiner verordnet, er macht das von sich aus<<
und das, ohne sich entsprechend informiert zu haben. Da braucht er sich nicht zu wundern, dass er mehr statt weniger Schmerzen hat!

https://www.dr-gumpert.de/html/bandscheibenvorfall_sport.html

>>wenn er immer sagt er setzt dem bald ein Ende/ wäre lieber tot :( <<
mach dir keine Sorgen, wenn er sich bei dieser Thematik genau so informiert wie bezgl. seines Bandscheibenvorfalls.
Entschuldige bitte, falls ich jetzt etwas derbe klinge, aber das Schreiben hilft gegen den Schwindel vom Kopfschütteln.
Alles Gute euch!

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Hallo

google doch mal nach einer, auf Bandscheibenvorfälle spezialisierten Praxis für Neurochirugie.In Hessen könnte ich dir eine empfehlen.Ich habe damals ( 20 Jahre her ) Schmerzmittel/Infusionen direkt in die Wirbelsäule erhalten.Nach der ersten Infusion war ich fast schmerzfrei, nach der zweiten waren die Schmerzen weg.
Bis heute hatte ich keinen Bandscheibenvorfall mehr. Treibe allerdings regelmäßig Sport.

Sport ist später natürlich sehr wichtig-aber der richtige.

Warum läuft er denn über ein halbes Jahr damit herum?
Wenn er richtig starke Schmerzen hat( ich weiß von was ich rede )kann er weder Sport machen noch es so lange aushalten.Sollte man meinen.
Hat er schon mal eine Wirbelsäulenvermessung machen lassen?
Besteht vielleicht eine Beinlängenungleichheit?Das kann auch Schmerzen verursachen.
Um eine gescheite Diagnostik sollte er sich in seinem eigenen Interesse bemühen. Dauerschmerzen zermürben bekanntlich das Nervensystem und sind immer schlechter zu behandeln.
Natürlich sollte auch die Psyche behandelt werden.Der Zusammenhang ist bekannt.

L.G.

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Ich kann natürlich nicht einschätzen wie stark seine Schmerzen sind, er nimmt auch Schmerzmittel.

Bisher haben wir aber immer alles unternehmen können, waren auch schon im Urlaub und er macht wie gesagt Sport. Beim laufen auf dem Laufband schafft er in 1h fast 10 km!

Ich meinte zu ihm, dass er das mit dem Laufen lieber lassen soll. Er lässt jetzt die Gewichte weg, die er immer dabei benutzt hat, will aber weiterhin laufen.

Sein Becken hat sich verschoben und die Beine sind dadurch quasi ungleich :/ Ehrlich, ich verstehe es einfach nicht, warum er dann noch weiter laufen will.....

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Bei so viel Aktivität und sport mag ich nicht so recht an einen Bandscheibenvorfall glauben ehrlich gesagt. Für mich hört es sich eher nach der Psyche an, mit der etwas nicht stimmt.

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Hallo,

Ich hatte vor kurzen einen Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule. Ich habe Physiotherapie verordnet bekommen und eine ambulante Reha gemacht. Vielleicht könnte Dein Freund seinen Arzt auf eine solche Reha ansprechen.

Dort habe ich, neben Krankengymnastik, vor allem viel Sport (rückengerecht) gemacht. Man bekommt eine super Anleitung worauf es sportlich ankommt und kann sich mit den Trainern entsprechend austauschen. Der derzeitige Sportprogramm Deines Freundes erscheint mir wenig geeignet. Neben physischen Rehabilitation ging es auch um die Themen Stress- und Schmerzbewältigung. Auch Einzelgespräche bei einem Psychologen wären möglich gewesen. Das ganze dauerte 3 Wochen, in denen man sich ganz auf sich konzentrieren konnte.

Ist denn der Bandscheibenvorfall richtig mittels MRT diagnostiziert oder nur anhand der Beschwerden? Nicht das die Beschwerden doch eine andere Ursache haben. Ggf. könnte er sich auch mal eine zweite Meinung einholen und die MRT-Aufnahmen von einem Neurochirurgen beurteilen lassen.

Liebe Grüße und gute Besserung

Nenea

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Das mit der Reha klingt super! Sowas in die Richtung, z.B. in einer Sportklinik, hab ich auch schon gedacht. So eine Rundumversorgung wäre villt wirklich nicht schlecht. Werde ihm das mal vorschlagen :)

Er wird jetzt erstmal Rückenschule machen, zum Osteopathen gehen und so eine Art "Streckbank" machen, die ihm der Orthopäde vorgeschlagen hat. Trotzdem kann man so ne Reha mal im Hinterkopf behalten.

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HI,

weißt Du eigentlich, wie das Leben ist, wenn man nur Schmerzen hat?
Wenn man nur noch Tabletten in sich hineinstopft, sich kaum bewegen kann und die Nächte gruselig sein können? Wenn man Nachts schreiend vor Schmerz auffwacht?
Ja, man fällt auch da in ein Loch und ich hatte einen Partner, der mich da unterstützt hat und niemals gejammert hat, wenn ich total schlecht drauf war.
Und ja, man hat das Gefühl, das man nichts mehr wert ist, wenn der Bewegungsapparat ausfällt. Vor allem hat man Angst, ob es überhaupt wieder besser wird! Zukunftsängste sind nicht zu unterschätzen!
Was soll ein Seelenklempner da bitte machen? Er hat Schmerzen ohne Ende!!!!

Sucht Euch neue Orthopäden, es gibt für Bandscheiben Fachärzte, Fachkliniken, und auch gute Osteopathen. Oftmals muss man hat 5 Ärzte ausprobieren, um an den richtigen zu gelangen. Leider sind 80% der OPs überflüssig, bringt nur gutes Geld! Genauso mit Sport und Physio Therapie braucht man sehr gute Leute und nicht unbedingt den von nebenan.
Da kann ich nur Spezialisten empfehlen, die im Sportbereich aktiv sind! Meine Physio betreut einige sehr gute Fußballmannschaft, ist ständig auf Fortbildung und weiß so einiges, was normale Physio gar nicht wissen.

Lg
Lisa

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Ich kann es, wie schon gesagt, nicht abschätzen wie schlimm seine Schmerzen sind. Aber er kann noch sehr viel machen und ist keineswegs bettlägrig.

Was ein Psychologe tun kann? Der könnte helfen mit den Schmerzen und der derzeitigen Situation umzugehen und vielleicht auch neue Sichtweisen eröffnen.

Ich bin auch jemand, der schneller in Panik gerät und bei mir kommen auch ab und zu Dinge vor, die mir Angst machen. Da meine Schilddrüse kaputt geht, muss ich jeden Tag Tabletten nehmen und trotzdem reagiert mein Körper manchmal negativ. Erst vor ein paar Monaten hatte ich schlimmen Haarausfall, meine Haut war unglaublich schlecht (obwohl ich alles versucht habe) und ich hatte allgemein ein sehr unwohles Gefühl, was mich lange begleitet hat - dazu noch eine depressive Phase. Tut mir Leid, aber da bin ich dann auch irgendwann mal angenervt, wenn mein Freund wieder anfängt zu jammern. Vor allem ist es dann gleich mega krass mit "ich will sterben" und "werde für immer Krüppel sein" und jegliche Aufmunterungsversuche prallen ab.

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Hi,

ich hatte über ein Jahr Schultersteife und niemand hat es mir von außen angesehen, meine Füße konnte ich bewegen aber ich habe gebrüllt vor Schmerzen, konnte nur noch im sitzen schlafen, etc. etc. Konnte mit Müh und Not die Zähne putzen, Haushalt war kaum zu bewältigen.....
Was soll da ein Psychologe bitte machen? Handauflegen und die Schmerzen besprechen?
Andere Sichtweise wie das Leben ablaufen soll?

Sorry, ich bin froh, das mein Mann 10000% zu mir stand und auch meine schlechten Launen teils ertragen hat, ohne zu bocken.

lisa

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Hallo,

Reha ist sicher nicht schlecht, dauert aber einige Monate, bis man anfangen kann. Ansonsten gibt es auch orthopädische Schmerzkliniken, die konservativ multimodal behandeln und in die man innerhalb weniger Tage oder Wochen aufgenommen werden kann. Multimodal heißt, dass sie verschiedene Therapieansätze kombinieren und ausprobieren. Z.B. Schmerzmittel, Gymnastik, Wasserbehandlungen, Facetteninfiltrationen (Einspritzungen bei der Wirbelsäule), Psychotherapie...Die meisten, die ich kenne und die in solchen Kliniken waren, wussten danach besser Bescheid, was mit ihnen los war, weil dort endlich gescheite Diagnostik gemacht wurde, und kamen dauerhaft besser klar. Ansonsten kann man ja zeitgleich eine Reha beantragen (benötigst dafür ein Schreiben vom Facharzt, dass er die Reha für sinnvoll hält). Die haben dann in der Reha-Klinik auch Sozialarbeiter und können gut einschätzen, welche beruflichen Möglichkeiten er mit der Erkrankung hat und ob eine Umschulung (z.B. auch über die Rentenversicherung) nötig ist.

Und natürlich hilft auch eine begleitende Psychotherapie, mit chronischen Erkrankungen besser klar zu kommen.

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Warum dauert Reha einige Monate bis man anfangen kann?

Meine erste Reha wurde ab Beantragung nach 3 Wochen bewilligt und meine zweite Reha 3 Jahre später schon nach 2 Wochen. Angetreten bin ich jeweils kurz nach der Bewilligung!

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Hallo,

Da hast Du großes Glück gehabt. Das kommt auch auf die Rentenversicherung an. Bei der DRV-Bund dauert es von der Poststelle bis zum entsprechenden Schreibtisch eine Woche. Ab da gilt die Bearbeitungsfrist von einem Monat. Diese Zeit nimmt sich die DRV auch meist. Dann dauert es nochmal etwa eine Woche, bis der Bescheid das Haus verlässt. Also kann man gut mit 6 Wochen rechnen, bis man den Bescheid bekommt. Wenn die Reha genehmigt wird, dauert es meist noch etwas 3 Monate, bis die entsprechende Klinik einen aufnehmen kann. Zumindest sollte laut Rentenversicherung die Reha innerhalb von 3 Monaten angetreten werden. Manchmal geht das bei orthopädischen Rehas auch schneller, bei Asthma oder psychosomatischer Reha...kann es gerne auch mal deutlich länger dauern. Wenn die Reha abgelehnt wird und man Widerspruch einlegt, kann es viele Monate dauern, da der Widerspruchsausschuss nicht so oft tagt und die Rentenversicherungen keine Fristen einhalten muss. Bei einer AHB(Anschlußheilbehandlung) sieht die Sache anders aus. Die sollte ja zeitnah nach einem Krankenhausaufenthalt angetreten werden. Da dauert es meist nur weinge Tage bis 2 Wochen nach der Entlassung, bis man die Maßnahme antreten kann. Manchmal gibt es auch eine Direktverlegung.

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Eine multimodale Schmerztherapie oder eine Reha wären angebracht. Da lernt er wie es sich verhalten soll.

Weiterhin lege ich euch das Forum

www.diebandscheibe.de

ans Herz.

Liebe Grüße

Mona ( seit 7 Jahren chronische Schmerzen und seit 3 Wochen mit neuen. Bandscheibenvorfall... ))

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Die Schmerztherapie klingt sinnvoll, sofern es nicht doch noch besser wird. Morgen ist der erste Termin auf der Streckbank, was der Orthopäde empfohlen hat. Ich hoffe sehr, dass es zumindest etwas linderung bringt!

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So, hier ein aktueller Bericht der Lage:
Osteopathie und die Streckbank schienen wirklich gut zu helfen, nur meint er, dass es jetzt wieder anfängt mit den Schmerzen :/
Die negative Einstellung ist leider immer noch da und mal mehr mal weniger präsent. Mir fällt es schwer unter diesen Umständen eine Zukunft aufzubauen....

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Man kann ja nur spekulieren:
Hypochonder? Aufmerksamkeit fordernd?
Depression ( sicherlich bei bei andauernden Rückenbeschwerden ) falsche Work-Live-Balance?
Auf jeden Fall könnte er sich für dich auf dauer zum Energieräuber entwickeln.
Wie lange du das mitmachst, kannst nur du allein entscheiden.

L.G.

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