Arthrose in Großzehgelenken - wer noch ?

Hallo....

vor etwa 4 Jahren wurde festgestellt, dass ich in beiden Großzehgelenken Arthrose habe. Zum damaligen Zeitpunkt taten mir die Gelenke ab und an mal weh wenn ich lange gelaufen bin oder zu enge Schuhe anhatte.

Mittlerweile fühl ich mich aber echt stark eingeschränkt. Eigentlich tut es immer weh beim Laufen, dadurch roll ich unbewusst den Fuß zur Seit ab was aber auch nicht gesund ist. Bin vor 3 Monaten Mama geworden und würde bei dem schönen Herbstwetter lange Spaziergänge mit dem Kinderwagen machen. Aber nach spätestens einer Stunde langsam laufen kann ich nicht mehr und hinterher plagen mich wieder die Schmerzen.

Was aber das Schlimmste ist, ich finde keine Schuhe mehr ! Ich trage nun schon keine Absätze oder sonstiges, wäre im Traum nicht machbar, aber auch bei Sneakers wird es immer schlimmer welche zu finden, die nicht schon beim Anziehen Schmerzen verursachen.

Der Arzt sagt er kann da nicht viel machen, außer Tabletten verschreiben. Allerdings helfen die nur bedingt. Habe mal gelesen dass man das Gelenk versteifen lassen kann. Aber jetzt schon in meinem Alter ??

Weiß jemand Rat oder hat das gleiche Problem ?

LG Susann

1

Hallo!

Eine Versteifung birgt Risiken, da Metall eingebracht wird. Besser wäre eine Gelenksresektion, die ohne Verschraubung so belassen wird. Es wird das Gelenk mit Kopf und Pfanne komplett entfernt und einfach frei gelassen. Es bildet sich ein Knorpel im Zwischenstück. Die Beschwerden sind im Anschluss weg.

Ich habe dieses einseitig am linken Fuß machen lassen, allerdings wegen einer bakteriellen Infektion im Gelenk. Habe seit dem keine Probleme mehr. Alles wunderbar.

Der Zeh wird dadurch nur etwas kürzer. Und der innere Fußballen wird etwas schmaler, da der Gelenkkopf genommen wird.

Bei der Versteifung ist zwar im Anschluss die Gelenkbelastung geringer, da keine Bewegung mehr drin ist, aber wie gesagt, a) Problem der möglichen Bakterien und, wenn es schlecht versteift wird, in schlechter Position für immer fest steht. Was wiederum Druckbeschwerden beim Laufen machen kann.

Ein Orthopäde wird immer für eine Versteifung plädieren. Ein Fußchirurg eher für das Freilassen. Ich würde mich immer wieder für das Freilassen entscheiden. Ist im Anschluss so, als ob nie was gewesen wäre, außer der kürzere Zeh.

Und keine Schmerzen mehr :-)

Du solltest Dich allerdings im Anschluss komplett von Schuhen mit Hacken verabschieden. Sind so wie so total ungesund für die Füße und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit hast Du dadurch Dein Problem.

Dir alles Gute,

Janette

2

Hallo :)

erstmal vielen Dank für deine Antwort.
Das hört sich ja wirklich ganz gut an, weiß gar nicht mehr wie es ist ohne Schmerzen zu laufen.

Das Problem kommt übrigens nicht vom Laufen in hochhackigen Schuhen. In solchen Teilen konnte ich noch nie laufen und hab einmal in meinem Leben ein Paar Schuhe besessen mit 3 cm Absatz. (für festliche Anlässe)

Der Arzt konnte sich auch nicht erklären warum das bei mir so schlimm abgenutzt ist.

Wer hat denn das bei dir entschieden, dass eben diese Resektion gemacht wird und keine Versteifung ? Hat man da "Mitentscheiderecht" ?

Und wie lange hat es gedauert, bis du nach der OP wieder laufen konntest ?

Wäre schön wenn du mir darüber noch Auskunft geben könntest.

Danke und liebe Grüße, Susann

3

Du hast natürlich als Patient immer das letzte Wort, was passiert und wie es passieren soll.

Bei mir war das Entscheidungskriterium, dass ich schon Bakterien im Gelenk hatte und somit die Gefahr bestand, beim Einbringen von Metall in den Knochen, dass sich die Baktieren an den Knochen setzen und eine Knochenvereiterung auslösen. Das hätte mich schlimmstenfalls den ganzen Zeh gekostet.

So, mein Orthopäde damals hätte mich trotzdem lieber mit Schraube und Versteifung operiert. So eine Versteifung ist aber nicht mehr rückgängig zu machen. Hat man damit im späteren Verlauf Probleme, ist der Zeh häufig ab. Da dann in der 2. OP zu viel Knochensubstanz fehlen würde.

Bei der Methode, wo man das Gelenk einfach mit Pfanne und Kopf nimmt und nichts einsetzt, kann man, wenn es jetzt ganz blöd läuft, in einer 2. OP nochmal versteifen. Ohne den kompletten Zeh zu verlieren.

Bei der Versteifung wird der Zeh in eine entgültige starre Position gebracht. Ist diese Position ungünstig für das Laufen, so hat man im Nachhinein andere Probleme. Nämlich überall Druckstellen, die sich wiederum böse entzünden können.

Beide Wege haben den Nachteil, dass sich die Statik des Fußes verändert. Bei der Versteifung kann es passieren, dass Du aufgrund des Drucks den Fuß wiederum mehr über die Außenkante belasten musst. Bei der kompletten Entnahme kann es passieren, dass Du einen Tick mehr in die Innenkante beim Laufen kippst, da die Stütze fehlt, des großen Gelenkkopfes, der dann nicht mehr da sein wird.

Beides kann man mit Einlagen korrigieren. Ich habe Einlagen, komme damit auch sehr gut klar. Wichtig war und ist mir nur, dass der Schmerz weg ist. Und zwar dauerhaft.

Bei den Zehengelenken handelt es sich ja um sehr kleine Gelenke. Leider zu klein, um anderweitige feinere Abtragungsarbeiten oder Korrekturarbeiten durchzuführen. Hat man solche Probleme an großen tragenden Gelenken, z. B. Hüfte oder Knie, kann man bei einer beginnenden Arthrose immer noch versuchen, dass Gelenk zu glätten oder komplett künstlich zu ersetzen. Das kann man bei kleinen Gelenken leider nicht.

Ich habe die OP letztes Jahr im April machen lassen. War ca. 1,5 Monate danach wieder voll auf den Beinen. Es ist eigentlich ein sehr kleiner Eingriff. Manche stolzieren auch nach 14 Tagen wieder unter Vollbelastung durch die Gegend. Bis die Schwellung entgültig zurück geht, dauert es ca. 1,5 Monate. Vorher hilft viel den Fuß hochlagern und 3 - 4 Mal am Tag mit dem Eispack kühlen für ca. 15 - 20 Minuten.

Kleiner Tipp: Solltest Du es machen lassen, lass es nicht von unten operieren. Hat man unterm Fuß eine offene Wunde, so heilt es sehr schlecht. Man kann den Druck beim Auftreten auch nicht verhindern, so können sich schnell Komplikationen, bezüglich der Wundheilungsstörung einstellen. Immer von oben oder von der Seite.

Ich wurde von der Seite operiert. Die Narbe ist so klein, man sieht sie auch schon fast gar nicht mehr.

Ich habe es damals auf Anraten der septischen Chirurgie des Krankenhauses Hamburg Eilbek so operieren lassen. Mein Orthopäde ist immer noch anderer Meinung ;-) Aber ich bin glücklich mit der Variante.

Orthopäden wollen immer Einsteifen. Verbergen aber oftmals das Risiko der Infektion am Knochen. Und das Risiko ist enorm hoch, wenn Metall in den Knochen getrieben werden muss. Egal, ob vorher schon Bakterien da waren oder nicht.

Allein schon aus diesem Grund würde ICH es nicht im ersten Wege einsteifen lassen.

Ich muss dazu auch sagen, dass ich in Bezug auf Knochenentzündungen (Osteitis) familiär ein gebranntes Kind bin. Meine Mutter hatte vor Jahren einen komplizierten Bruch des Sprunggelenkes (Weber-C-Bruch). Bei der OP musste der Knochen verschraubt werden. Was raus kam war eine schwere Knochenentzündung, bedingt durch die Fremdkörper. Es hätte sie fast den ganzen Fuß gekostet. Sie war im Anschluss 11 Monate fast nur stationär und musste in dieser Zeit 14 Mal nachoperiert werden.

Ich wünsche Dir eine weise Entscheidung :-) Such Dir dann ein Krankenhaus, welches diese OP schon oft durchgeführt hat.

LG Janette

4

Hallo,

mit dem Tipp "Zeh versteifen" wäre ich sehr vorsichtig! Ich habe reichlich Patienten erlebt, die nach solch einem Eingriff (wider der Natur).

Tabletten sind für kurzzeitige Schmerzanfälle sicher manchmal unverzichtbar,- auf langer Sicht sind die Folgeschäden für die Nieren zu hoch (die meisten Wirkstoffe bauen sich niemals ab).

Sinnvoll ist es, bei den geschilderten Zehenproblemen zunächst die Ursache zu finden,- meist ist es ein falsches Abrollverhalten, das bereits im Kindesalter so erworben und nicht therapiet wurde.
Im Laufe der Zeit hinterlässt die Überbelastung der Großzehen im Zeh selbst und auch im Vorfuß Schäden, die erst nach dem Auftreten der Arthrose deutlich spürbar werden.

[k]Ich predige seit Jahren, dass man bereits im Kindesalter diese Beschwerden vermeidet,- allerdings ignorieren die meisten Eltern die Vorosorgemöglichkeiten [/k]

Zurück zur Frage:

Ich empfehle, genau das Gegenteil von einer Versteifung der Zehen und zwar BEWEGUNG ! Viel auf Zehenspitzen gehen, mit den Zehen "winken" und greifen usw. Am Anfang kann das sehr weh tun, aber da muss man durch!

Dann muss ggf. durch spezielle therapeutisch wirkende Schuheinlagen das Gangbild eingestellt werden, so dass der Fuß natürlich = mittig abrollt.

Kurze Zeit später ist das Thema Schmerzen erledigt!

Gruß
Andreas Herr

5

Hallo,

das Problem ist eigentlich schon fast ein "alltägliches" und es ist fast bei allen Betroffenen ganz leicht nachvollziehbar.

Machen wir erstmal ein Test:

1. Wie laufen sich die Spitzen der Schuhsohlen ab?-

Ich schätze, so wie bei der Mehrheit der Betroffenen, innen (an der Großzehe).

2.Lassen sich die Zehen gut bewegen,- sind sie schon recht steif oder noch locker? (einfach mal bitte mit den Zehen winken).

3. Wird beim Stehen auf Zehenspitzen (egal wenn´s gleich etwas weh tut ;) die Mittelfußsehne besonders wahrgenommen? (ziehen oder leichtes kribbeln)

4. Falls Birkis oder ähnliche Fußbettsandalen vorhanden sind, kann mal schnell angetestet werden, ob das innere Fußgewölbe bei Belastung (also im stehen) auf der Innenseite der Schuhe ganz aufliegt oder nicht.

Ich kann mir zwar aus prozentieller Sichtweise die Antwort schon vorstellen, bin aber dennoch gespannt.... Ich melde mich dann wieder !

Gruß
Andreas Herr

Top Diskussionen anzeigen