Bin total enttäuscht von der TAGESKLINIK, überhaupt kein Programm

Hallo zusammen,

ich gehe seit dieser Woche in die Tagesklinik.
Aber ich bin total enttäuscht bzw. habe ich mehr erwartet.

2x pro Woche 60 Minuten Gruppen-Gesprächs-Therapie mit 4 Patienten (15 Min. pro Person)
1x pro Woche 45 Minuten Einzel-Gesprächs-Therapie
1-2x pro Tag 30 Minuten Entspannungsübungen

Das war's!

Teilweise sitzt man 3 (!) Stunden am Stück nur rum und wartet, bis zum nächsten Termin.
Morgen ist z.B. nur Entspannungsübungen von 14 Uhr bis 14.30 Uhr. Und dafür soll ich den ganzen Tag dort sein? Im Aufenthaltsraum sitzen und ein Buch lesen oder Fernsehen schauen oder puzzlen? Dafür gebe ich meinen 2jährigen Sohn 9 Stunden am Tag in den Kindergarten?

Ich bin total enttäuscht, echt.

Und die Gruppengespräche sind auch Mist. Ich hatte echt Hemmungen, meine Geschichte vor den anderen zu erzählen. Vor allem bin ich die einzige mit einer Angststörung.

War von euch schonmal jemand in einer Tagesklinik und kann mir berichten, wie es bei euch so abgelaufen ist?

LG Lena

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Hallo Lena,

hui, da wird aber ne Menge angeboten #freu :-[

Ich war auch schon 3 Mal in einer Tagesklinik ( Zwangsweise ) und ich bin auch nicht wirklich begeistert gewesen...

Mit meiner Krankheit konnten die fast nix anfangen, bis auf der Arzt da... Ansonsten war ich total Fehl am Platze da...

Therapien ? Sowas ist da Luxus, da wird man in die Ergo gesteckt und soll den ganzen Tag basteln, wunderbar #augen

Wir hatten da

1 x wöchentlich 45 Min Gruppe
1 x wöchentlich 15 Min Einzelgespräch
1 x wöchentlich 5 Min Visite
3 x wöchentlich Ergo
1 x wöchentlich 1 Std Reiten ( pro Person 5 Min und das nur alle 3 mal im Laufe des Aufenthalts )
1 x wöchentlich 30 Min. Entspannung
1 x wöchentlich 2 Std kochen ( jeder 1 mal während des Aufenthaltes

Ansonsten rumgammeln, Karten spielen ( TV ist Luxus sowas gabs da nicht ), Kreuzworträtzel...

Und dafür bekommen die von den Kassen ne Menge Kohle #kratz

Kopf hoch, die Zeit hat auch mal ein Ende ;-)

Lg Nordseeengel

http://mein.urbia.de/club/Borderline+Mamis ( Thema Borderline, PTBS, Depressionen )

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Ich wünschte, ich hätte wenigstens Ergo oder Bastelstunde. Aber nur rumsitzen und daran denken, dass mein Sohn im Kindergarten versauert, das ist echt doof. Nein, mein Sohn ist dort gut aufgehoben, er hat Spaß und ihm tut es gut. Aber ein schlechtes Gewissen habe ich natürlich.

"Kopf hoch, die Zeit hat auch mal ein Ende" Naja, ich WOLLTE ja in die Tagesklinik. Ich habe mir so viel davon versprochen. Ich brauche nunmal Hilfe/Therapie und wenn die Zeit vorüber ist, dann stehe ich wieder am Anfang.

LG Lena

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Hallo

Ich war zwar nicht in einer Tagesklinik sondern 5 Wochen in Reha.Die erste Woche war auch nícht viel,da wurden uns dann die ganzen Sachen wie Muskelentspannung und Verhaltenstherapie usw. erklärt.
Ich hatte manchmal Vormittags nur einen Termin.Allerdings hatte ich dort ein Zimmer und da konnte ich lesen und nachdenken.Ich hatte dann Gruppentherapie und 4 Stunden später war ich Arbeitslos #huepf.In der Freizeit habe ich über mein Leben nachgedacht und zum Entschluss gekommen das die Arbeit einer der Auslöser war.
Ich würde jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken und die nächste Woche abwarten.
Allerdings habe ich erst in der Reha gemerkt das die körperlichen Probleme Angst und Panikataken sind.Hin und wieder bekomme ich noch eine.Eigentlich würde ich gerne wieder arbeiten aber mit vier Kindern(eine Tochter ist selber ab März in Therapie wegen einer Angststörung)bekomme ich das garnicht geregelt.
Du hast aber schon was gutes gemacht.Du hast deine Probleme angesprochen und du suchst dir Hilfe.
Das ist ganz toll und irgendwann wird es bestimmt wieder besser.#liebdrueck

Wegen dem Arbeiten da kommt bei mir wieder die Sprüche wie ich sie damals in der Ausbildung zu hören bekomme habe:Das schaffst du nicht,das kannst du nicht#schock.Das bremst mich noch immer.
Aber einmal die Woche gehe ich ehrenamtlich zur Caritas.

Alles Gute für dich

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Ich habe seit 22 Jahren (seit ich 6 bin) eine Angststörung, im Laufe der Zeit dann mit Panikattacken, Agoraphobie und ganz neu (ca. 1 Jahr) eine Herzneurose. Die Diagnose "psychisch" habe ich erst 2002 (mit 20) bekommen und bin sofort in Therapie gegangen. 7 Monate Psychotherapie (1x die Woche 50 Minuten) und 2,5 Jahre Medikamente. Von 2005-2009 war ich komplett beschwerdefrei und vor einem Jahr kam alles mit voller Wucht und noch viel stärker zurück. Dass es irgendwann besser wird, daran glaube ich nur nicht mehr, sondern ich weiß, dass es mich ein leben Lang begleiten wird.

Unsere Wochenpläne sind fortlaufend, da kommt nichts mehr hinzu, außer mal 5 Minuten Visite oder eine Blutabnahme nächste Woche.

Rumsitzen, lesen und Nachdenken kann ich auch daheim, dafür muss ich nicht 8 Stunden in der Klinik sitzen und mein Kind 9 Stunden in den Kindergarten abschieben.

"Das schaffst du nicht,das kannst du nicht" das höre ich fast täglich von meiner Mutter, wenn ich mit ihr über meine berufliche Zukunft reden will, tolle Motivation.

LG Lena

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Hallo

Das tut mir leid für dich,ehrlich.Bist du auf deine Mutter angewiesen???In deinen anderen Postings schreibst du mehr von deiner Oma #liebdrueck.Eure Familiengeschichte scheint auch so doof zu sein wie bei uns.Mir hat es geholfen den Kontakt zu minimieren oder ganz einzustellen.
Ich bin da mittlerweile auch etwas egoistisch eingestellt.Ich möchte das es mir gutgeht und meiner eigenen Familie.

lg

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Hallo Lena,

#schock

Sehr seltsam...Hatte Dir ja schonmal geschrieben.

Ich hatte u.a. Sport, Ergotherapie, Gruppentherapie, Einzelgespräche, Tanzgruppe, Angstbewältigungsgruppe etc etc.

Finde das was die bei Dir in der Tagesklinik anbieten ein bisschen Mau!

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Jo, das kenn ich.

Dachte gerade, dass bei so ner Tagesklinik der Fokus auf Einzelgesprächen liegt. Hatte in 4 Wochen gerade mal 4. Eigentlich nur 3, weil das erste der Diagnoseeröffnung galt.

Hab auch nur rum gegammelt, ab der 3. Woche. Fand es total daneben. Und hab mich sehr geärgert. Zudem ich auch von der Oberärztin bezüglich Agoraphobie therapiert wurde. Draußen auf der Straße, Praxisübungen, sie uns regelrecht gezwungen hat, Dinge zu tun, die wir partout nicht wollten und am Ende der Stunde einräumte, sie habe einen schweren Behandlungsfehler gemacht. Was fällt einem dazu noch ein..

Zumindest beruhigt es mich, dass es in anderen Tageskliniken ähnlich läuft, auch wenn Dir das grad gar nicht hilft. Sorry #liebdrueck

LG Spatzl

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Könntest Du Dir eine vernünftige Klinik suchen und Dich stationär aufnehmen lassen?

Gruß

Manavgat

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Genau DAS hat auch meine Neurologin vorgeschlagen. Zumal bei mir momentan mehrere Dinge aufeinander treffen, die eine stationäre Behandlung fast unumgänglich machen. Aber ich habe einen 2jährigen Sohn, um den sich sonst niemand kümmern kann. Stationär geht also nicht.
Das einzige, was mir noch einfallen würde, wäre eine Mutter-Kind-Kur. Ich muss meine Ärztin darauf mal ansprechen.

Gruß Lena

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Mu-Ki-Kur hatte ich meiner Neurologin auch vorgeschlagen, aber sie meinte, dass ich dabei zu kurz käme. Besser stationär oder Reha ohne Kind. Ging aber bei mir auch nicht.

Wenn Du was Mutter-Kind-Kur-mäßiges raus bekommst, kannst Du mir mal bitte Bescheid geben?

LG Spatzl

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Ich war auch mal in so einer Tagesklinik, wurde von einer Ärztin gewungen.
Es war schrecklich, ich war die einzige mit guter Laune dort, trotz Angsterkrankung.
Jeden Tag Beschäftigungstherapie, den ganzen Tag nur Gesülze bei Gruppengesprächen a la mir gehts ja so schlecht- die anderen sind daran Schuld, die Therapeuten waren auch nicht ganz dicht, hab manchmal gedacht die nehmen Drogen.
Ich bin gegangen.
Mein jetziger Arzt, übrigens der erste nach drei anderen und vielen Jahren der nicht selber einen an der Waffel hat, meint: es hilft nicht über Deine Kindheit oder was auch immer zu quatschen, klar ist es gut zu wissen woher die Angst kommt jedoch bringt Dich das nicht viel weiter.
Eine Konfrontationstherapie (keine Stationäre, Du mußt im Alltag bleiben) ist einzig und allein die Lösung, wie Du lernst mit Deiner Angst umzugehen.
Du machst genau das wovor Du Angst hast und der Therapeut begleitet Dich dabei.
Bis jetzt hatte ich keine Zeit für so eine Therapie, genau aus dem gleichen Grund wie Du, ich habe einen Sohn und ein Studium und kann nicht einfach ausfallen oder nicht "funktionieren" deswegen ziehe ich bis dahin noch die medikamentöse Therapie vor.
Alles Gute für Dich!

PS: Freud wird immer noch überbewertet