Borderliner???

Hallo!

Bin jetzt seit kurzem mal wieder in psychologischer Betreuung wegen diverser Probleme...

Schon wieder kommt das Gespräch auf Borderline. Nur weil ich mich ritze! bzw. ritzen möchte, was ich aber nicht mehr so exzessiv mache, wegen Jonas.
Jetzt hab ich so nen SKID II-Test durch gekreuzelt.
Vor 1,5 Jahren hab ich genau den selben gemacht, damals haben mir 2, oder 3 Punkte bei der Borderlinestörung gefehlt. Jetzt hab ich die volle Punktzahl... #kratz

Ich bin schon "richtigen" Borderlinern begegnet. Die waren alle irgendwie anders als ich. Die waren voller überschüssiger Energie und sind unglaublich schnell an die Decke gegangen. Bei einer haben die Unterarme gar keine normale Haut mehr gehabt - alles total kaputt geritzt.
War auch grad in einem Forum für Borderliner und hab ein bisschen gelesen. War sehr anstrengend derart viel Wut, Hoffnungslosigkeit und Orientierungslosigkeit zu sehen. Sehe halt eher, dass solche Leute extrovertiert sind. Das bin ich ja nun gar nicht.
Bei mir geht alles nach innen. Jede Wut, jede Kränkung verschwinden sehr schnell "auf nimmer Wiedersehen" in mein tiefstes inneres - nur wenn ich mich sehr aufrege kommt was raus - und das ist auch ganz schnell wieder weg.

Ich lege auch nicht so viel Wert auf Selbstzerstörung. Hab bis jetzt nur Borderliner erlebt, bei denen das echt groteske Ausmaße angenommen hat.


Ist bei jemandem schon mal der Verdacht auf Borderline ausgesprochen worden und letzten endes wars dann was anderes?

Ich wehre mich so gegen die Diagnose, weil ich mich nicht als so schwer krank empfinde. Klar, mir gehts immer mal schlecht und ich erlebe mich auch als dauerhaft "krank", aber doch nicht so massiv...#kratz

Auch gern antworten über VK

LG
Kathrin... nachdenklich#kratz

1

Hallo Kathrin!

Nur weil man sich ritzt, hat man noch lange keine Borderlinepersönlichkeit. Dazu gehören noch ganz andere Faktoren, die - meines Wissens nach - besonders auf der Beziehungsebene zu anderen liegen etc.

Das Ritzen kann viele veschiedene Hintergründe haben. Aber alzuoft wird es fälschlicherweise mit Borderline verbunden.

Aber am Besten kann Dir da ein guter Therapeut Auskunft geben:-)

Alles Gute!!

4

Hallo!

Ja, klar kann mir da nur mein Therapeut auskunft geben. Mit dem unterhalte ich mich auch nächste Woche über den Test.

Aber das Fehldiagnosen gestellt werden ist ja nicht nur unter den Ärzten so - das kann ja auch Psychologen passieren. Sind alles nur Menschen.

Es ist ja nicht nur das ritzen, was den ein oder anderen Therapeuten dazu veranlasst an die instabile Persönlichkeitsstörung zu denken. Es ist die ständig wechselnde Beziehung zu meinem Mann, mal liebe ich ihn und mal hasse ich ihn. Und auch zu mir. Morgens könnte ich mein Spiegelbild küssen, abends möchte ich es zerschlagen. Heute "hüh" morgen "hott".
Auch die Neigung, andere Menschen zu manipulieren...

Aber genau deswegen will ich diese Diagnose nicht, weil sie mich dazu veranlasst meine ganzen Fehler auf diese Störung zu schieben.
Da passiert es mal schnell, dass ich hier ein wort fallen lasse und da eine Andeutung mache und schon dreht sich die ganze Welt nur um mich!
Ich bin gerade dabei das ab zu trainieren! Ich bin gerade dabei mich zu einem vollwertigen Mitglied der Gesellschaft zu entwickeln, ohne ständig alle Verantwortung auf Grund irgendeiner eingebildeten Krankheit abgeben zu wollen!

Diese ganze Manipulationsgeschichte ist auch mein Anlass an einer wirklichen instabilen Störung zu zweifeln. Was ist, wenn ich unbewusst manipuliere - das passiert recht oft, ohne dass ich das will - dann sind all die Tests Makulatur! Weil ich eben gar nicht ehrlich sein KANN! und alle paar Wochen was anderes bei rum kommt.

Vor 1 Jahr bin ich wegen dieser Manipulation beim Therapeuten quasi rausgeflogen. Der meinte halt "wenn sies nicht merken, wenn kein Leidensdruck ausreicht um sie dazu zu veranlassen, diese Unart zu lassen, dann hilft ihnen maximal ne stationäre Therapie in (irgendeine spezielle Klinik), oder sie laufen halt zeitlebens so durch die Welt."
Das hat mich dann schon veranlasst an mir zu arbeiten. Aber das hat nur bewirkt, dass die Sachen, die ich früher als Provokation ausgesprochen habe, jetzt körperlich werden.
Jetzt werde ich oft krank. Bekomme Kopfweh (was ich noch nie! hatte), mir ist immer schlecht, ich hab oft Bauchweh, erkälte mich ständig und hab Kreislaufprobleme.

Ohne, dass ich es beabsichtige dreht sich die ganze Welt nur um mich. Prinzipiell finde ich das schlecht - aber ich bin das nun mal so gewohnt.
Seit ich denken kann, dreht sich alle Welt nur um mich. Deswegen tut sie es vermutlich immer noch... #aerger

Ich werd das dem Therapeuten nächste woche auch nochmal sagen, damit er darauf gefasst ist und mir rechtzeitig Widerstand bieten kann, wenn ich anfange ihn zu veralbern.

LG
Kathrin

2

Nicht jeder Borderliner verletzt sich selbst und nicht jeder der sich selbst verletzt ist ein Borderliner!

Ich finde in letzter Zeit wird diese Diagnose zu häufig gefällt, ist ja auch so einfach wenn der Psychologe nicht mehr weiter weiß #augen

Was genau meinst Du denn mit volle Punktzahl? Alle Neun? Oder die geforderten Fünf?

Ich kenne sehr viele "Bordis", auch die größten Foren zum Thema, die wenigsten sind übrigens Extrovertiert. Ja, in Foren schreiben sie über ihre Probs, im RL sieht das meist anders aus. Die Wutausbrüche gehören für Einige dazu, ist eins der Symptome.

Abgesehen von der schon angesprochenen Beziehungsproblematik ist das schwarz-weiß denken ein großes Thema, ebenso wie das manipulieren, weshalb Bordis" nicht gerne gesehen sind bei Psychologen und Psychiatern!

Aber nur weil Du Dich nicht so krank fühlst, oder nicht so hardcore bist, um es mal mit meinen Worten zu sagen, bedeutet das nicht, das es nicht sein kann das Du eine Persönlichkeitsstörung hast.

Übrigens, ich mag den Ausdruck, emotional instabile Persönlichkeit, Borderliner werden meistens in eine ganz miese Ecke gedrängt wenn sie sich outen, zu viel Unwissenheit herrscht zu dem Thema!

Buchtip:

Ich hasse dich, verlaß' mich nicht: Die schwarzweiße Welt der Borderline-Persönlichkeit

und

http://www.amazon.de/Leben-auf-Grenze-Erfahrungen-Borderline/dp/3867390037/ref=sr_1_17?ie=UTF8&s=books&qid=1237412147&sr=8-17

Ich hab Beide gelesen, kann ich guten Gewissens empfehlen!

lg glu

5

Hallo!

Danke für deine Antwort!

Ich werd mal gucken, ob ich ein Buch davon bei uns in der Bibliothek finden kann.

Dass diese Diagnose zu häufig fällt, glaube ich auch! Ich KANN mir nicht vorstellen, dass 9 "Ja-Nein"-Fragen Aufschluss darüber geben kann, ob ich diese Störung hab, oder nicht! Dazu ist die menschliche Psyche zu komplex!

Ich hab es auch schon erlebt, dass sich die Mädchen geritzt haben, weil es einfach "schick" war. Die haben sich alle Gegenseitig darin übertroffen sich ihre "Selbstmordversuche" vor zu führen. Es war einfach "in" sich den Namen des Liebsten und haufenweise Herzen einzuritzen. #klatsch
Sch.. Pubertät...

LG
Kathrin

3

"Wenn lieben weh tut"

(Borderline)

von Manuela Rösel im Starks-Sture Verlag erschienen.

6

Danke für den Tipp. Ich werd mal gucken, ob ich eins der Bücher in unserere Bibliothek finde.

7

vielleicht hilft dir das ja ein wenig:

http://www.psychotherapiepraxis.at/surveys/test_borderline.phtml


lg und alles gute

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