Die Temperatur-Methode
Für Frauen mit Kinderwunsch bietet das Messen der Morgentemperatur eine gute Möglichkeit zu überprüfen, ob und ungefähr zu welcher Zeit ein Eisprung stattfindet. Wir erklären Ihnen, wie das geht.
Findet überhaupt ein Eisprung statt?
Eine Möglichkeit, durch die Beobachtung körperlicher Veränderungen im Verlaufe des Monatszyklus die fruchtbaren Tage einzukreisen, ist die Temperatur-Methode. Sie beruht auf der Erkenntnis, dass es im weiblichen Zyklus einen zweiphasigen Temperaturverlauf gibt. In der ersten Zyklushälfte vor dem Eisprung ist die Temperatur etwas niedriger, um die Zeit des Eisprungs herum steigt sie um etwa 0,4 bis 0,6° Celsius an und bleibt bis kurz vor dem Einsetzen der Menstruation hoch. Der Temperaturanstieg wird durch die Bildung des Hormons Gestagen - auch Gelbkörperhormon genannt - verursacht, das dann auch für eine Schwangerschaft von entscheidender Bedeutung ist.
Für Frauen, die gerne schwanger werden möchten, kann die Temperaturmethode eine wichtige Möglichkeit der Fruchtbarkeitswahrnehmung sein. Zunächst kann sie Aufschluss darüber geben, ob überhaupt ein Eisprung stattfindet. Denn bleibt die Temperatur während des ganzen Zyklus gleich, ist dies höchstwahrscheinlich nicht der Fall. Außerdem kann sie helfen, die fruchtbaren Tage ungefähr zu bestimmen. Der Eisprung erfolgt etwa drei Tage vor der ersten höheren Messung bis zwei Tage nach dem ersten Temperaturanstieg. Da er also beim Temperaturanstieg meist bereits stattgefunden hat, braucht man einige Monate, um mit der Zeit auf Basis der bereits existierenden Temperaturkurven schon im Voraus auf den Eisprung schließen zu können.
Richtig Temperatur messen
Die Methoden der Fruchtbarkeitswahrnehmung bzw. der Natürlichen Familienplanung erfordern eine gewisse Disziplin, Regelmäßigkeit und Geduld. Allerdings wird Frauen durch moderne Techniken heute einiges erleichtert. Dazu gehört zum Beispiel das digitale Thermometer, das die Wartezeit auf das Messergebnis stark verkürzt hat. Dazu kommen Temperatur-Computer, die die Messdaten speichern und daraus die wahrscheinlich fruchtbaren Tage errechnen.
Geblieben ist die Notwendigkeit, täglich am besten etwa zur gleichen Tageszeit - morgens vor dem Aufstehen und bevor man etwas gegessen oder getrunken hat, die Temperatur zu messen. Begonnen wird am ersten Tag der Periode. Welches Thermometer sie nutzen möchte und wo gemessen wird, ist jeder Frau weitgehend selbst überlassen. Sie sollte nur stets das gleiche Thermometer benutzen und auch stets an der gleichen Stelle messen. Denn im Mund ist die Temperatur etwas niedriger als beispielsweise im After. Nicht gemessen werden sollte unter den Achselhöhlen.
Das Messergebnis muss in ein Kurvenblatt eingetragen oder in einen Computer eingegeben werden, wenn nicht ein Thermometer mit Temperaturcomputer benutzt wird, der das Messergebnis automatisch speichert.
Die Temperaturkurve interpretieren
Bei der Auswertung der Temperatur-Kurve ist es zunächst wichtig zu wissen, dass es Faktoren gibt, die unabhängig vom Zyklus die Temperatur steigen lassen. Dazu gehören Reisen, wenig Schlaf, Erkältungen, Alkohol und Medikamente. Außerdem steigen die Werte bei vielen Frauen nicht direkt sehr deutlich und sprunghaft an, sondern über einige Tage treppenförmig. Um zu erkennen, wann es sich nicht um einen Ausreißer, sondern den Beginn der Temperaturerhöhung handelt, sollte der am Morgen gemessene Wert höher liegen als sechs Werte davor. Dies gilt auch für die beiden folgenden Werte an den nächsten Tagen mit höherer Temperatur. Liegt die dritte erhöhte Messung dann noch um mindestens zwei Zehntelgrade über der höchsten der sechs vorherigen niedrigen Messungen, dann kann davon ausgegangen werden, dass es sich tatsächlich um die Temperaturerhöhung im Rahmen der Eisprungphase handelt. Es kann auch vorkommen, dass die Werte zunächst ansteigen, dann aber nochmals für einen Tag absinken, um dann weiter zu steigen.
Für Frauen mit Kinderwunsch stellt die Temperaturmethode nicht nur eine Möglichkeit dar, zu prüfen, ob und ungefähr wann ihr Eisprung stattfindet, sondern auch zu erkennen, wann es mit dem Schwangerwerden geklappt hat. Wenn die Temperatur insgesammt um 0,4 bis 0,6° Celsius gestiegen ist und nach 14 bis 16 Tagen nicht wieder absinkt, sondern gleichmäßig auf diesem höheren Niveau bleibt, dann kündigt sich wahrscheinlich ein neuer Erdenbürger an.
Temperaturtabellen kann man in der Apotheke kaufen oder an verschiedenen Stellen im Internet herunterladen und ausdrucken, zum Beispiel bei pro familia unter Themen/Fruchtbarkeitswahrnehmung. Hier gibt es auch die Broschüre "Körperzeichen weisen den Weg" als PDF-Datei.