Gesundheit

Gebärmutter

Während der Schwangerschaft hat die eigentlich nur 50 bis 60 Gramm schwere Gebärmutter ihr Gewicht nicht nur auf etwa ein Kilogramm erhöht, sondern sich auch enorm ausgedehnt. Doch keine Sorge: Schon 10 Tage nach der Geburt hat sie in der Regel ihre Ursprungsgröße fast zurück. Ihre Rückbildung macht sich durch ein wehenartiges Ziehen bemerkbar – die sogenannten Nachwehen. Besonders während des Stillens und der damit verbundenen Hormonausschüttung können sie verstärkt auftreten. Die Intensität der Kontraktionen wird jedoch sehr unterschiedlich wahrgenommen, häufig spüren Mehrfachgebärende sie deutlicher. Nachdem sich die Plazenta von der Gebärmutterwand abgelöst hat, befindet sich in der Gebärmutter außerdem eine Wundfläche. Während diese Wunde ausheilt, fließen circa sechs Wochen lang die so genannten Lochien, also der Wochenfluss. In den ersten Tagen ist er relativ stark und das Sekret noch blutig rot, dann bräunlich, später gelblich und schließlich grau-weißlich bis er ganz aufhört. In dieser Phase sollten Frauen sich viel Ruhe gönnen. Nach Kaiserschnittentbindungen kann die Rückbildung der Gebärmutter manchmal etwas länger dauern, der Wochenfluss ist meistens etwas schwächer.

Beckenboden

Der als Vorbereitung auf die Geburt hormonell aufgelockerte Beckenboden hat während der Schwangerschaft nicht nur einiges zu tragen, sondern wird während der Geburt auch stark gedehnt. Danach festigt er sich langsam, braucht jedoch gezieltes Training, um wieder so kräftig zu werden wie vorher. Nur so kann Spätfolgen wie einer Harn-Inkontinenz entgegengewirkt werden. Doch kurz nach der Geburt gilt erst mal: Weniger ist mehr. Schweres Heben, ruckartige Bewegungen oder (sportliche) Anstrengungen sollten in der ersten Zeit vermieden und – wenn medizinisch nichts dagegen spricht – nur erste leichte Beckenbodenübungen durchgeführt werden. Ein gezieltes Training, etwa in Rückbildungskursen, beginnt in der Regel erst ab sechs Wochen nach der Geburt.

Bauch(-muskeln)

Auch die Bauchmuskeln sind nach der Geburt weich und durch das Kindeswachstum überdehnt. Sie brauchen deshalb einige Zeit, um in alte Form zurückzufinden. Oft liegt auch eine Rektusdiastase vor, also ein deutlicher Spalt zwischen den geraden Bauchmuskeln. In den ersten Wochen nach der Geburt solltest du darauf achten, die geraden Bauchmuskeln auch im Alltag nicht zu sehr zu strapazieren. Das heißt: Lieber vorsichtig über die Seite, ein Bein nach dem anderen aufstellend, aus dem Bett aufstehen, um eine Belastung der geraden Bauchmuskeln zu vermeiden. Und natürlich keine Sit-ups. Bei schlaffer Haut am Bauch hilft nur abwarten und – so ist es leider – ein gutes Bindegewebe. Sanfte Massagen mit einem Öl oder einer Körperlotion können aber zumindest das Wohlbefinden steigern und die Haut dabei unterstützen, wieder geschmeidiger zu werden.

Dammriss

Die meisten Frauen ziehen sich bei einer Entbindung Verletzungen wie etwa Risse in der Scheide oder am Damm zu. Oft handelt es sich bei Dammrissen um Verletzungen ersten oder zweiten Grades, die in der Regel gut heilen und keine langfristigen Beschwerden verursachen. Wenn ein Dammriss oder ein Dammschnitt genäht werden muss, wird außerdem ein selbstauflösender Faden verwendet, der lästiges Fädenziehen überflüssig macht. Wie schnell und komplikationsfrei die Heilung im Einzelfall verläuft, hängt aber vom Schweregrad der Verletzung ab. Besonders in den ersten Tagen nach der Entbindung ist es außerdem völlig normal, dass die Wunde Schmerzen verursacht. Sitzbäder oder eine Kühlpackung können dann Linderung verschaffen. Von der Nutzung eines Sitzrings, den einige Krankenhäuser anbieten, raten jedoch mittlerweile viele Hebammen ab, da durch ihn der überdehnte Beckenboden zusätzlich belastet wird.

Kaiserschnitt(-narbe)

Meistens bleiben Mütter nach einem Kaiserschnitt etwas länger im Krankenhaus als nach einer vaginalen Geburt – schließlich handelt es sich um einen operativen Eingriff, bei dem mehrere Gewebsschichten durchtrennt werden. Die zurückbleibende Kaiserschnittnarbe verheilt in der Regel gut, ist aber anfangs oft geschwollen, gerötet und kann sich auch eine ganze Zeit lang rundherum taub anfühlen. Später bleibt aber nur ein schmaler Strich, der von der Unterwäsche verdeckt wird. Wenn die Wunde oberflächlich abgeheilt ist, kann eine regelmäßige Creme-Massage die Narbenbildung positiv beeinflussen. Beim Start mit den Rückbildungsübungen, die auch nach einem Kaiserschnitt sinnvoll sind, muss natürlich der individuelle Heilungsprozess beachtet werden. Experten empfehlen, nicht vor Ablauf einer Frist von vier bis sechs Wochen damit zu beginnen.

Vagina

Ja, bei der Geburt vergrößert sich die Vagina stark. Aber sie ist elastisch genug, um sich danach wieder zusammenzuziehen. Trotzdem kann ein nach der Geburt erschlaffter Beckenboden zu einem gewissen Gefühl der Weite führen. Hiergegen hilft regelmäßig durchgeführte Rückbildungsgymnastik, die den gesamten Beckenboden dabei unterstützt, wieder in Form zu kommen. Eine Garantie, dass alles haargenau so aussieht und sich anfühlt wie vorher, gibt es aber nicht. Schließlich hat der Körper Höchstleistungen vollbracht, da darfst du ihm gewisse Veränderungen durchaus zugestehen. Durch die Hormonumstellung nach der Geburt und während der Stillzeit kann es außerdem sein, dass die Scheide vorübergehend zu Trockenheit neigt.

Schwangerschaftskilos

Erfreulich: Mit und kurz nach der Geburt verschwinden zumindest die ersten Kilos ganz automatisch. Das Fruchtwasser geht ab, das Neugeborene ist auf der Welt, die Plazenta ist abgelöst, die während der Schwangerschaft erhöhte Blutmenge reduziert sich und erste Wassereinlagerungen werden abgebaut. Trotzdem kann in der ersten Zeit nach der Geburt neben der erschlafften Bauchmuskulatur auch die noch vergrößerte Gebärmutter dazu beitragen, dass weiterhin eine Art Schwangerschaftsbauch zu sehen ist. Und natürlich sind nicht alle Extra-Pfunde auf einen Schlag verschwunden. Eine alte Faustregel besagt, dass der Körper nach der Geburt mindestens so lange braucht, um innerlich wie äußerlich wieder in Form zu kommen, wie die Schwangerschaft dauert. Und das macht Sinn. Schließlich hat sich der gesamte Körper enorm verändert und sich ganz den Bedürfnissen des Kindes angepasst. Außerdem kommt es sowohl mit der Schwangerschaft als auch nach der Geburt zu erheblichen hormonellen Umstellungen. Ganz klar, dass der Körper jetzt ein wenig Zeit benötigt. Ein paar Kilos sind als Reserven für den erhöhten Energiebedarf in der Stillzeit und die erste Zeit mit Baby außerdem durchaus nützlich. Doch es können längst nicht alle Frauen davon berichten, dass die Pfunde allein durch den zusätzlichen Kalorienverbrauch in der Stillphase dann nur so purzeln. Wie schwer es im Einzelnen ist, Zusatzkilos nach der Geburt wieder loszuwerden, kann von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein. Und manchmal ist die Erklärung für die eine oder andere hartnäckige Speckrolle auch ganz einfach: Durch zusätzlichen Stress in der Anfangszeit oder Schlafmangel gerät so mancher Ernährungsplan verständlicherweise ziemlich schnell in die Ablage P.

Haare

Dank des Hormons Östrogen freuen sich viele Frauen während der Schwangerschaft über besonders dichtes und schönes Haar. Die Haarpracht hält jedoch nicht ewig, denn nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel und die Haare werden wieder dünner. Aber keine Angst: Es verabschieden sich nur die Haare, die während der Schwangerschaft hormonbedingt länger in der Wachstumsphase gehalten wurden. Der Haarausfall normalisiert sich nach einigen Monaten von selbst.

Brust

Während der Schwangerschaft hat sich die Brust auf das Stillen vorbereitet und bereits an Umfang zugenommen. Doch erst einige Tage nach der Geburt tritt der Milcheinschuss ein. Die Brüste sind dann oft sehr empfindlich, fühlen sich noch praller oder sogar heiß an. Nach dem Abstillen bildet sich der Busen dann wieder zurück. Wenn eine Frau nicht stillt, wird dieser Prozess bereits nach der Geburt in Gang gesetzt. Wie genau die Oberweite dann beschaffen ist, hängt von mehreren Faktoren wie der Elastizität des Bindegewebes ab und nicht davon, ob gestillt wurde oder nicht. Übrigens bilden sich auch die vergrößerten Brustwarzen und -höfe sowie deren verstärkte Pigmentierung weitestgehend zurück.

Dehnungsstreifen

Dehnungsstreifen, auch Schwangerschaftsstreifen genannt, entstehen dann, wenn im Unterhautgewebe feine Risse auftreten. Der Tiger-Look ist bei vielen Frauen eine bleibende Erinnerung an die Schwangerschaft, da die Haut durch das heranwachsende Kind und die Gewichtszunahme überdehnt wird und es deshalb besonders leicht zu den Hautrissen kommen kann. Massagen, regelmäßiges Eincremen oder Wechselduschen während der Schwangerschaft können zwar die Durchblutung anregen und die Elastizität der Haut verbessern, sind aber kein Garant für das Ausbleiben der Hautveränderung. Neben einer schnellen und großen Gewichtszunahme sollen nämlich auch die Veranlagung zu einem schwachen Bindegewebe und hormonelle Einflüsse während der Schwangerschaft eine Rolle spielen. Einmal da, verschwinden die Streifen zwar nicht mehr, verblassen aber von der zunächst bläulich-violetten Färbung zu einem weniger auffälligen weißlichen Ton.

Nachsorge: Untersuchung beim Frauenarzt

Etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt, also etwa zum Ende der Wochenbettzeit, sollte eine Nachuntersuchung beim Frauenarzt stattfinden. Mit der gynäkologischen Untersuchung beurteilt der Arzt, ob die körperliche Erholung von der Geburt gut voranschreitet, prüft beispielsweise die Lage und Größe der Gebärmutter und den Verlauf der Wundheilung. Der Termin kann und sollte aber auch dazu genutzt werden, um Fragen zu stellen, auf Schmerzen und Beschwerden hinzuweisen oder über eine geeignete Verhütung zu sprechen.

Körperbewusstsein

Wird mein Körper bald wieder so sein wie vor der Schwangerschaft? Und wie schnell ist er wieder der alte? Manche Frauen hadern mit ihrem Körper nach der Schwangerschaft. Sie kann aber auch eine Erfahrung sein, die zu ganz neuer Akzeptanz des eigenen Körpers führt. Immerhin hat er während der Schwangerschaft und der Geburt eine Riesenleistung vollbracht. Grund genug, um ihn achtungsvoller zu betrachten als vielleicht zuvor. Es ist nur logisch, dass er nach den beeindruckenden Veränderungen während der Schwangerschaft einige Monate braucht, um wieder in (eine vielleicht ganz neue) Balance zu kommen. Deshalb sollten Frauen sich diese Zeit ganz bewusst nehmen. Und: Viele Veränderungen sind tatsächlich nur vorübergehend. Eine pauschale Rückspultaste zum Prä-Baby-Körper gibt es aber nicht. Jeder Körper ist – vor wie auch nach einer Schwangerschaft – individuell. Und so wie die Ankunft eines Babys die Persönlichkeit nachhaltig prägt und viele Lebensbereiche verändert und bereichert, ist auch der weibliche Körper nicht einfach wieder der alte. Oberstes Gebot: Sei gut zu deinem Körper, der das alles ermöglicht hat.

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