Erste Trennung vom Baby

Zwischen Schuldgefühlen und Sorgen

Du willst (oder musst) nach Geburt und Mutterschutz wieder zurück an den Schreibtisch? So gelingt die Trennung von deinem Säugling ohne große Probleme.

Autor: Charlotte Kalasz

So gelingt die erste Trennung vom Säugling

Schuldgefühle
Foto: © Colourbox

Manche Eltern haben keine Wahl: Sie können sich eine dreijährige Elternzeit nicht leisten und müssen schon einige Monate nach der Geburt wieder beide arbeiten. Oder sie wollen einfach nicht allzu lange von ihrem Schreibtisch fern bleiben. Nach der ersten Zeit der vollkommenen, symbiotischen Einheit ist es dann soweit: Ob Tagesmutter, Kita oder Kindermädchen – das Baby wird bald nicht mehr 24 Stunden am Tag rundherum von der Mutter (meistens ist es ja die Mutter) gepflegt.

Schuldgefühle ("Ich musste doch nicht wirklich jetzt schon ...?) und Sorgen ("Wie wird der kleine Prinz zurecht kommen?") drängen sich den Berufsrückkehrerinnen da schnell auf. Und Gedanken, wie schön gemütlich es doch zu Hause ist. Denn jetzt heißt es früh aufzustehen und pünktlich zu sein, pünktlich den Arbeitstag zu beginnen und auch pünktlich wieder den Griffel fallen zu lassen. Der Tagesplan ist festgelegt und dazu noch ganz schön vollgestopft. Wie gelingt die erste Trennung vom Baby? Wie gewöhnt sich der Säugling am besten an seine neue Betreuungsperson?

Gute Organisation ist die halbe Miete

Genügend Spielraum bis zum ersten Arbeitstag ist ratsam. So können sich die Eltern einige Einrichtungen anschauen und über die verschiedenen Betreuungsformen nachdenken. Die Unterschiede sind groß zwischen Tagesmutter, die ins Haus kommt und alleine mit dem Kind ist, und einer Familiengruppe in der der Betreuungsschlüssel natürlich kleiner ist, dafür aber neugierige Spielgefährten zugegen sind. Außerdem muss die Chemie zwischen den Erziehern und den Eltern stimmen. Und das kann man immer nur vor Ort spüren.

Ist ein Platz in einer Einrichtung oder die Tagesmutti gefunden, sollten mindestens zwei Wochen für die Eingewöhnung einkalkuliert werden. Sukzessive lassen sich die Stunden in der neuen Umgebung steigern, zuerst mit und dann ohne Mutter. Falls du planst, zum Jobbeginn abzustillen, empfiehlt es sich, auf jeden Fall morgens und abends noch eine Stillzeit einzulegen, um einen sanften Übergang zu schaffen.

Der Tag X nähert sich

Der erste Arbeitstag ist da. Die Mutter geht nun für mehrere Stunden. Falls das Baby jetzt trotz Eingewöhnung schreit, ist es hilfreich zu wissen, dass es halt nur so seine Gefühle ausdrücken kann und dass der Abschied in 90 Prozent aller Fälle nach den ersten Tagen wie am Schnürchen läuft. Das Baby muss erst langsam Halt finden und lernen, dass die Mutter auch mit Sicherheit immer wieder kommt. Kleine Abschieds- und Begrüßungsrituale unterstützen es dabei. Außerdem nützt es, beim Abschied viel Ruhe auszustrahlen und das Baby nicht im Galopp abzusetzen, sondern ein kurzes "Guten Morgen-Gespräch" mit der Betreuungsperson einzuplanen.

Ein paar Tipps für eine gelungene Trennung

  • Gib deinem Baby einen Schal oder ein Tuch von dir mit, damit es mit deinen Geruch einschlafen kann.
  • Ein Stofftier oder eine kleine Decke aus seinem Bettchen schafft Vertrautheit.
  • Erzähle deinem Baby deinen Tagesablauf und auch, dass du so zufrieden bist.
  • Falls du dich bei der Arbeit verspätest, gib kurz per Telefon Bescheid. Da Babys schon eine genaue innere Uhr haben, kann eine Verspätung sie verunsichern.
  • Lasse dein Kind zunächst nicht von anderen Babysittern oder Freunden abholen.

Übersetzt von: Anne Rodler